Grüne Bühne Davos: Habecks Trump-Bashing, Chinaverherrlichung und Gretas neueste Wutpredigt

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Robert Habeck bei der phil.cologne 2018 Veranstaltung Wie frei sind wir? Die Idee des Liberalismus im WDR-Funkhaus am Wallrafplatz. Köln, 05.06.2018 *** Robert Habeck at the phil cologne 2018 Event How free are we The idea of u200bu200bliberalism in the WDR Funkhaus am Wallrafplatz Cologne 05 06 2018 Foto:xC.xHardtx/xFuturexImage

Schon der Auftakt zum Davoser Wirtschaftsforum beweist: Wirtschaft ist bei dieser Veranstaltung inzwischen Nebensache. Hier geben sich Klima-Ideologen und Amerikahasser die Klinke in die Hand. Robert Habeck derweil treibt ungehindert den nächsten Keil in die Entfremdungskerbe zwischen den USA und Deutschland und frönt hemmungslosem Trump- und Amerikahass, während Greta Thunberg erneut die moralische Scharfrichterin der politischen Führungselite mimte.

„Er ist der Gegner“ – diese Worte sprach Robert Habeck, der nach Ansicht eines beträchtlichen Teils der Deutschen vermeintlich ja sogar „Kanzler kann“ (die Umfragen schwanken zwischen 25 und 40 Prozent), heute über Donald Trumps Auftritt auf dem Wirtschaftsforum von Davos. Trumps Rede ging, so fasst die „Bild“ Habecks Frust zusammen, „weit am Thema vorbei“. Wörtlich meinte der grüne Ersatzpapst: „Das war noch nicht mal höflich daneben, sondern völlig daneben. Im Grunde ein völliges Desaster. Wie man so was hier verzapfen kann – er ist der Einzige, glaube ich, der es nicht verstanden hat.“ Gegenüber ZDF-Reporterin Katrin Eigendorf bezeichnete er Trumps Auftritt als „die schlechteste Rede, die ich je gesehen habe… nur Selbstlob, Ignoranz, Missachtung von allen Leuten, kein Gespür, keine Wahrnehmung für globale Probleme“.

Doch damit nicht genug: Dass „Trump ein Alliierter des neuen Nachhaltigkeitsgedankens in Davos“ sei, sei zwar „nichts Neues“, doch „die Art und Weise des Auftritts“ war für dem Grünen-Chef ein Dorn im Auge, weshalb er schonungslos gegen Trump wetterte – und den übrigen Veranstaltungsteilnehmern noch harsch vorwarf, sich anders als er in höflicher Zurückhaltung gübt zu haben und nicht ebenso zu pöbeln: Sie hätten Trump, stänkerte Habeck, „nicht auch noch Honig ums Maul schmieren“ müssen.

Nun muss man wahrlich kein Trump-Anhänger sein und mag dessen Elogen auf das Funktionieren der heimischen Wirtschaft kritisch sehen; doch was Habeck hier betreibt, ist beifallsheischendes, lupenrein populistisches Trump-Bashing bei gleichzeitiger Greta-Verherrlichung. Die Hybris, sich als allein zur Wahrnehmung und Lösung von Weltenproblemen befähigter und berufener „Sehender“ zu inszenieren und dem US-Präsidenten Blindheit und Unfähigkeit vorzuwerfen, deckt sich vollauf mit der Selbstermächtigungshaltung der vor Ort zahlreich erschienenen „Gretisten“, sie selbst verkörperten die letzte Rettung des Planeten. Bei Habeck klingt das so: „Viele Wirtschaftschefs und Politiker denken darüber nach, wie es weitergehen kann. Es hat Diskussionen gegeben, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher. Und dann kommt so einer und sagt: ,Noch viel mehr weiter wie bisher.‘ Ignoranz ist gar kein Ausdruck dafür.“

Grüne betreiben aus eigener Vollmacht Außenpolitik

Dass sich inzwischen Vorsitzende einer zur Volkspartei mutierten Öko-Sekte anmaßen, deutsche Außenpolitik zu betreiben und dabei munter diplomatisches Porzellan zu zerschlagen, gehört zu den vielen Absonderlichkeiten im System Merkel, wo sich jeder Minister, jeder Parteivorsitzende, jeder Provinzpolitiker auch auf internationaler Bühne zu allem äußern darf, ohne dass er von der Kanzlerin oder dem Auswärtigen Amt zur Ordnung gerufen wird; von den hoheitlichen Instanzen also, denen die eigentliche Prärogative zur Vertretung Deutschlands im Ausland obliegt. In anderen Staaten wäre, was Habeck hier verbricht, ein hochverräterischer Akt: Das Staatsoberhaupt eines verbündeten Staates zu attackieren und das bestehende transatlantische Zerwürfnis weiter zu vertiefen. Doch weil Habeck damit dem linken Establishment wohltuend aus der Seele spricht, kann er seine fahrlässigen Unverfrorenheiten in Davos parteipolitisch ausschlachten – und wird zuhause dafür noch parteiübergreifend abgefeiert.

Da passt es gut ins Bild, dass Habeck sich in seiner Fernkommentierung der Davoser Einlassungen nur über Trump auskotzte, aber natürlich kein kritisches Wort über China fand; im Gegenteil: in Davos hagelte es sogar Lob für Vizeministerpräsident Han Zheng, der in subtileren Worten Kritik an Trump übte und monierte, „Globalisierung und offene Märkte“ seien „…wichtig, denn unilaterale und protektionistische Praktiken, die gegen den weltweiten Trend laufen, führen nirgendwo hin“. Mit dieser Breitseite gegen Trump gewann Zheng vor allem europäische Sympathien, die die „besonnene Beilegung ds Handelskonflikts“ und die chinesische Ankündigung, mehr zu importieren, beklatschten – ohne zu realisieren, dass es diese Kursänderung Pekings rein Trumps Sanktionspolitik zu verdanken war, die also vollauf berechtigt war. Doch im allgemeinen Antisemitismus wurde dies ebensowenig gewürdigt, wie Habeck und Konsorten auch nur ein kritisches Wort über Chinas klimafeindliche Energiepolitik verloren. Dass überhaupt eine Diktatur, die Menschen in Stadien oder mobilen Hinrichtungsfahrzeugen abknallen lässt, die Demonstranten blutig niederknüppelt, von grünen Träumern mit Samthandschuhen angefasst oder angehimmelt wird, während die USA – ältester demokratischer westlicher Flächenstaat mit großer republikanischer Tradition – angefeindet werden, entspricht der linken Schizophrenie, für die Habeck nur einer von vielen Vertretern ist. Sie können es vermutlich schlicht nicht verwinden, dass es US-Bomben waren, die Hitler im Alleingang beseitigten und so erst die Voraussetzungen dafür schufen, dass selbstgerechte Schwadronierer wie Robert Habeck heute nicht im Braunhemd herumlaufen, sondern frei bekunden dürfen, wie sehr sie Vaterlandliebe und Donald Trump „zum Kotzen“ finden.

Selbstgerechter Anti-Amerikanismus

Wenn diese Grünen je die Richtlinienkompetenz in Händen halten sollten, es wäre das endgültige Ende der deutschen Westintegration – und möglicherweise das Ende der der NATO. Selten haben sich die wohlstandsfetten, selbstgefälligen, moralisch überheblichen und gebildeten Eliten eines Volkes, das spöttisch meint, auf den vorgestrigen Unfug einer nationalen Verteidigung verzichten zu können, über seine militärische Schutzmacht, arroganter und abfälliger geäußert. Lange wird sich Washington dieses deutsche Affentheater nicht mehr bieten lassen. Dann gnade uns Gott, dass die nähere Zukunft nicht irgendeine (heute noch nicht unabsehbare, aber durchaus vorstellbare) militärische Bedrohung bereit hält – und diese müsste nicht einmal mehr von einer Großmacht ausgehen; die zivile, neurotisch-pazifistische buntdeutsche Spaßgesellschaft könnte sich nicht einmal gegen einen aggressiven Kleinstaat verteidigen. Nicht von ungefähr wird sie nicht einmal mit inneren Bedrohungen fertig.

Neben Habeck, der die Infantilität des deutschen Politikverständnisses unter Beweis stellte, führte in Davos zudem natürlich das Original kindlicher Naivität, Greta Thunberg höchstselbst, das ewige Dilemma der Jugend vor Augen: So wie sie vor vier Monaten vor den UN in New York, wohin sie „als Goldenes Kalb in der Barkasse über den Atlantik geschippert worden war“ (Georg Grosz), den versammelten Weltenlenkern mit störrisch-ahnungsloser Abgeklärtheit Vorhaltungen machte, sie alle hätten seit Jahrzehnten nur versagt, so demonstrierte sie auch jetzt wieder, für wie entsetzlich einfach und simpel sich Teenager der Generation Y die Welt und ihre komplexen Prozesse ausmalen.

Dass alles, was uns umgibt, ökonomisch und politisch, Folge von komplizierten Entscheidungsfindungen ist, lässt die Aspergerin nicht gelten. Dass die große Errungenschaft der Demokratie darin besteht, die Welt, so wie sie ist, als Prozess und Spiel unendlich vieler widerstreitender Spieler zu begreifen, zwischen denen es einen mühsamen Ausgleich zu erzielen gilt – davon hat sie keinen Schimmer. Dass auch Fehlentwicklungen – Umweltzerstörung, Kriege, Versorgungsschwierigkeiten – weder finsteren Planspielen folgen noch aus Gleichgültigkeit resultieren, sondern Folge unlösbarer Interessenkollisionen: sie versteht es nicht, es übersteigt ihren engen Horizont. Und dass schließlich auch „Klimaschutz“ oder Umweltpolitik insgesamt immer nur das Resultat oft unbefriedigender Kompromisse abbildet, mit denen zwar keiner wirklich glücklich ist die jedoch gerade noch als Minimalkonsens tragbar sind und Maximapositionen beider Seiten ausschließen, das ficht sie nicht an: Sie will die Diktatur, die autoritäre Durchsetzung des „Notwendigen“, des „Alternativlosen“, des „Richtigen“ – als was sie nur die eigenen Ansichten gelten lässt.

Die heilige Greta bleibt ihrer nörgelnden Rolle treu

So eine ist keine Demokratin, sie ist nicht einmal eine ernstzunehmende Gesprächsteilnehmerin. Sie ist eine halbgebildete, schulisch und lebensschulisch unfertige Vertreterin radikaler Maximalpositionen, die – mit ihren 17 Lebensjahren altersgemäß bar jeder Berufserfahrung – die eigene Naßforschheit und Ungeduld in totaler Kompromisslosigkeit nutzt, ihren Kurs herbeizuschreien. Aufgabe der Gesellschaft – in Gestalt von Eltern, Lehrern und spätestens den Journalisten, die ihr als Resonanzboden dienen – wäre es, diesem Mädchen Maß und Verstand beizubringen, ihr irrationale Ängste zu nehmen und sie zu differenziertem Denken zu befähigen, statt schuldbewusst zu applaudieren, wie ein Kind sie und die gesamte Erwachsenen durchweg zu Vollidioten erklärt. Vor allem aber müssten sie ihr Konfliktlösungsmechanismen und politische Entscheidungsprozesse beibringen.

Selbst wenn man Thunberg und ihren absichtsvollen Hintermänneern in Anaylse und Diagnose folgen will (schon dies ist fraglich und entspricht eben keinem wissenschaftlichen Konsens): Dann wäre der heutige Zustand der Welt, all die klimapolitischen Defizite eben nicht die Folge von Untätigkeit und Gleichgültigkeit. Sondern sie entsprächen genau dem, was eben maximal herauszuholen war. Vor allem die Grünen, die sich den Thunberg-Kult in grenzenloser Verherrlichung auf die Fahnen schreiben, begreifen gar nicht ,wie diese Göre sie selbst zu Versagern stempelt: Denn nach Gretas Logik hätten sie – deren unbestrittenes Verdienst es vor 40 Jahren ja war Ökologie zum politischen Hauptthema zu erheben – ja nichts bewirkt, weil sie offenbar noch lange nicht radikal und militant genug waren. Und was die Schwedin mit denen vorhat, die sich heute dem angeblichen „Klimaschutz“ entgegenstemmen, so wie sie sich einst grüner Politik in den Weg gestellt haben, mag man sich gar nicht ausmalen: Gehirnwäsche – und wo das nicht mehr hilft, physische Beseitigung? (DM)