Johnson zeigt Europa, wie es geht: Masseneinwanderung Niedrigqualifizierter wird nach Brexit sofort gestoppt

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Boris Johnson (Foto:Von paparazzza/shutterstock)

London – Noch bevor der Brexit über die Bühne ist, schickt sich der triumphal im Amt bestätigte britische Premier Boris Johnson an zu beweisen, dass er wirkt – und dass Großbritannien ohne Rücksicht auf Brüssel endlich wieder Politik im Interesse des eigenen Volkes machen kann: Noch im Jahr 2020 will Johnson verschärfte Einwanderungsregelungen auf den Weg bringen.

Vor allem soll die Immigration von gering- bis unqualifizierten Arbeitskräften bis Ende des Jahres praktisch beendet werden. Wie der Londoner „Telegraph“ schreibt, will die Regierung „die Unternehmen darauf vorbereitet“ wissen, dass „die unkontrollierte Zuwanderung gering qualifizierter Arbeitskräfte noch 2020 ihr Ende findet.“

Durch das langjährige Hickhack hatten diese über dreeinhalb Jahre seit dem erfolgreichen Brexit-Referendum Zeit für diese Vorbereitung. Die „Zeit“ schreibt, die Ankündigung sei erfolgt, nachdem bereits der Schatzkanzler Sajid Javid die Unternehmen in einer gesonderten Mahnung dazu aufgefordert hatte, „ihre Forderung nach einer weiterhin engen Zusammenarbeit zwischen der EU und England fallen zu lassen“.

Johnson zieht damit seinen Fahrplan zum Brexit durch – und bleibt mit den Restriktionen seinen einstigen Brexit-Wahlversprechungen treu, unqualifizierter Masseneinwanderung nach Großbritannien einen Riegel vorzuschieben. Diese war bisher vor allem im Zuge der EU-Binnenmigration und europäischen Arbeitnehmerfreizügigkeit anhaltend hoch gewesen.

Kein Wunder, dass das Vorhaben nicht nur deutsche Journalisten empört – sondern auch Unternehmen ärgert, die sich bisher noch auf eine mit der Vorgängerregierung unter Theresa May getroffene Absprache verlassen, wonach es nach Inkraftttreten des Brexit einen Zwei-Jahres-Aufschub bis 2023 für neue Einwanderungsvorschriften geben sollte. Die Firmen profitieren von den billigen Niedrigqualifizierten auf dem Arbeitsmarkt, Johnson sind sie – eher migrations- als arbeitsmarktpolitisch – ein Dorn im Auge. (DM)

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