Flugzeugabschuss im Iran: Ausgerechnet journalistische „Tagesschau“-Saubermänner zeigen manipuliertes Video

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Foto: Collage

Beim „Ersten“ wurde diesmal erstklassig manipuliert: Ausgerechnet die Tagesschau, die sich einen eigenen „Faktenfinder“ leistet und mit journalistischer Unfehlbarkeit operiert, leistete sich am Freitagabend einen Hyper-GAU in Sachen Unseriosität: Sie zeigte ein offensichtlich manipuliertes Video vom Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine nach dem Start in Teheran.

Das Video, das „Bild“ bereits neun Stunden früher veröffentlicht hatte, zeigt den Abschuss einer Rakete, den Explosionsblitz – und zeitgleich dazu hört man den Knall – allerdings sofort, also OHNE Zeitverzögerung. Weil das Flugzeug jedoch über dreieinhalb Kilometer entfernt vom Ort der Aufnahme getroffen wurde, brauchte der Schall deutlich länger. im Originalvideo sind Bilder und zugehörige Explosionsgeräusche daher 12 Sekunden zeitversetzt enthalten.

Dank der von der ARD ausgestrahlten Version muss jeder fachkundige Beobachter, jeder dankbare Anhänger des Mullah-Regimes überzeugt sein: Die Aufnahme kann nicht authentisch sein – es muss sich um ein Fake handeln.

Tagesschau fällt mit ihrer Schlamperei iranischer Opposition in den Rücken

Doch das ist sie gerade nicht. „Bild“ erstellte eine vergleichende BILD-Videoanalyse, die eindeutig beweist, dass die von der ARD gezeigte Fassung nachträglich bearbeitet ist. Kleinlaut musste die Tagesschau inzwischen bestätigen, dass das Video mit der getürkten Tonspur auf Grundlage von Ausgangsmaterial des US-amerikanischen Senders CBS erstellt worden sei; das „offenbar fehlerhaft“ gewesen sei.

Was hierbei doppelt schlimm wiegt: Nicht nur wurde dem Zuschauer gefälschtes Material untergejubelt, sondern die Tagesschau fiel damit auch der iranischen Opposition in den Rücken: Deren Anhänger hatten das Handyvideo vom Abschuss unter Lebensgefahr gefilmt und ins Netz gestellt. Es entwickelt sich angesichts der zunehmenden Unruhen im Iran zum schlagenden Beweis der verbrecherischen Verlogenheit der Regierung.

Fehler können passieren, keine Frage. Auch der Tagesschau. Bloß: Wer sich soweit aus dem Fenster lehnt wie die öffentlich-rechtlichen Kader der Meinungsschmiede Nummer Eins im Land, dem dürfen derartige Pannen nicht unterlaufen. (DM)