Tesla-Werk Grünheide: Jobs vor allem für Ausländer, Deutschland darf die Zeche zahlen

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Explosive Neuigkeiten von Tesla (Symbolbild: youtube)

Berlin / Grünheide – Der nächste Witz in Tüten, wie Deutschlands Freigiebigkeit und pathologische Gutmütigkeit missbraucht und ausgebeutet wird: Die von Tesla geschalteten Stellenanzeigen für das in Grünheide geplante neue Elektroautowerk nähren den Verdacht, dass das von deutschen Politikern erhoffte Jobwunder vor allem im nahen Ausland Wirklichkeit wird.

Denn Tesla scheint einen Großteil der neuen Arbeitnehmer im polnischen Ausland anwerben zu wollen: Das Ausschreibungsprofil für zunächst zwei „Recruitment Operations Coordinators“, die dann laut „weitere Mitarbeiter anwerben“ weist zwei Schlüsselqualifikationen aus: Fließende Deutsch- und Englischkenntnisse – und Polnisch. Auch „weitere Sprachen sind gern gesehen“, heißt es. Die Erwartungen an die Sprachkompetenz legen nahe, dass nicht nur aus dem gesamten europäischen Ausland, sondern vor allem aus dem nur 60 Kilometer entfernten Polen Beschäftigte gesucht werden.

Der bislang als Hauptargument für die – unter erheblichen Opfern für Natur und Umwelt, gegen massive Anwohnerwiderstände politisch durchgeboxte Fabrik – angeführte Segen für den lokalen deutschen Arbeitsmarkt scheint damit allenfalls marginal auszufallen. Der Landkreis Spree-Oder schätzte bislang das Potential der durch das neue Werk angezogenen Zuzügler auf „50.000-100.000 Menschen“, wie die „Welt“ schreibt. In der neuen Fabrik sollen die Tesla-Modelle „3“ und „Y“ vom Band laufen

Jobwunder vor allem für Polen?

Auch was die qualitativen Arbeitskonditionen betrifft, sind die Aussichten weniger euphorisch als erhofft: Tesla will in den meisten Fällen wohl keine Tarifbindung eingehen. Und was die Qualifikationen betrifft, sind Fach- und Spitzenkräfte (und damit Gutverdiener) wohl eher die Ausnahme: Bis auf wolkige Vorgaben (etwa wird in den Stellenbeschreibungen ein „brennendes Verlangen“ gefordert, „für die coolste Firma des Planeten zu arbeiten“) werden keinerlei jegliche Spezifikationen und Stellenprofile angegeben.

Es muss sich also erst erweisen, was tatsächlich am wirtschafts- und umweltpolitischen Prestigeobjekt dran ist, für das eines der letzten unberührten Brandenburger Waldparadiese abgeholzt wird. Am Ende darf Deutschland wieder durch Steuern, Ansiedlungserleichterungen, verdeckte Subventionen und infrastrukturelle Anbindung bluten, während in Wahrheit Arbeitnehmer des europäischen Auslands und ein schillernder US-Milliardär profitieren: Alleine das Grundstück bekam Tesla für lachhafte 13,52 Euro pro Quadratmeter zugeschanzt – 40,9 Millionen für ein 300-Hektar-Gelände – bei einem eigentlichen Bodenrichtwert von rund 40 Euro, den Unternehmen in den angrenzenden Gewerbegebieten blechen müssen. (DM)

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