SPD-Linksruck vergrault die letzten Top-Leute: Unternehmer Christ verlässt auch Mittelstandsforum

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Wirft hin - erst bei der SPD, jetzt auch noch bei ihrem Mittelstandsforum: Harald Christ (Foto:Imago/Roth)

Worms – Der SPD gehen die letzten Vertreter der politischen Mitte von der Fahne: Mit der stramm in Richtung „Linksverschissmus“ gedrillten Partei wollen unternehmerischer Mittelstand und Wirtschaftsvertreter nichts mehr zu tun haben. Jetzt schmeißt der bereits zum Jahreswechsel aus der Partei ausgetretene ERGO-Vorstandschef Harald Christ auch beim SPD-Wirtschaftsforum hin.

Der 47-jährige, aus Worms stammende Christ hatte dem von ihm einst mitgegründeten Forum als Vizepräsident mit vorgestanden. Spätestens nach dem nochmaligen Linksruck und der Wahl von Neo- und Altsozialisten in den Parteivorstand war für ihn Schluss – nach 31 Jahren gab er zum Jahresende 2019 sein Parteibuch zurück.

Christ betonte laut „dts Nachrichtenagentur“, dass das Wirtschaftsforum zwar unabhängig sei, sich jedoch als Brückenbauer zwischen Wirtschaft und Sozialdemokratie verstehe – und genau diese Achse sieht Christ „durch den immer absurder anmutenden Linksschwenk der SPD“ als nicht mehr beständig an. Seine „kritischen Anmerkungen“ zur Entwicklung der Partei würden „dem Wirtschaftsforum schnell schaden, zumal die Institution wichtiger denn je wird als letzte Chance, wieder etwas ökonomische Vernunft in die Partei zu bringen“, so der Unternehmer.

Auf dem Weg in die politische Bedeutungslosigkeit

Nach den Wählern machen sich damit auch die letzten Relikte von Augenmaß und Sachverstand in der Sozialdemokratie breit. Die zunehmend von Studienabbrechern, Berufsfunktionären oder öffentlichen Dienst versorgten Etatisten dominierte, einst stolze Partei bewegt sich mit dem Verlust des Schwergewichts Christ weiter in Richtung politische Bedeutungslosigkeit. Der Dauerlinkskurs mediokrer, uncharismatischer, verknöcherter Apparatschiks wie Saskia Esken führt die Partei unweigerlich in den Abgrund.

Christ wetterte gegenüber dem „Handelsblatt„, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel betriebene „Sozialdemokratisierung der CDU“ habe ihre „Spuren hinterlassen – in der Union wie in der SPD“. Beide großen Volksparteien machten derzeit allenfalls noch Politik für die eigenen Mitglieder und Delegierten. Dabei werde vergessen, so Christ, „dass es um die Zukunft von über 80 Millionen Menschen geht“. Fast schon resigniert merkt er an, dass sich an dieser Entwickung absehbar nichts ändern werde; auch dem vermeintlichen Unions-Langzeithoffnungsträger Friedrich Merz räumt er „keine realistischen Chancen“ ein.

Eine Entscheidung darüber, ob er bei einer anderen Partei neu durchstarten werde, wird Christ laut „dts“ voraussichtlich in den nächsten Wochen treffen: „Ich will mich dort einbringen, wo mein Werdegang und meine Expertise am hilfreichsten sind. Die Lage ist viel zu ernst, als dass ich mich einfach abwenden könnte“. Für die SPD gilt das allemal – aber leider auch für Deutschland… (DM)