Tiefroter Filz: Auch noch Abzocke mit Flüchtlingsgeldern bei der AWO Frankfurt

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Das Geschäft mit den "Flüchtlingen" macht gierig (Foto: Von alphaspirit/Shutterstock)

Nächster Riesenskandal im Saustall der Frankfurt Arbeiterwohlfahrt (AWO): Einen Monat nach Auffliegen unglaublicher Fälle von Pfründewirtschaft zugunsten lokaler SPD-Politiker ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Betrugs und Untreue zum Nachteil der AWO-Flüchtlingshilfe.

Das profitable Geschäft um Asyl und Flüchtlinge, das dank Angela Merkel in vier Jahren zum Milliardensektor wurde und jede Menge unseriöser und krimineller Machenschaften zum Nachteil der öffentlichen Kassen hervorbrachte, trieb auch in Frankfurt seltsame Blüten: Wie die „hessenschau“ („hs“) des „Hessischen Rundfunks“ berichtet, verdiente der ausgerechnet der neue AWO-Chef Panagiotis Triantafillidis, damals noch als Rechtsanwalt für die AWO tätig, an Verträgen satte 182.000 Euro, obwohl nur 2.000 Euro angemessen gewesen wären.

Wie die „hs“ berichtet, herrschte 2016 „offensichtlich Goldgräberstimmung bei einigen Frankfurter AWO-Verantwortlichen“, als sie den Auftrag erhielten, zwei Flüchtlingsheime für die Stadt einzurichten. Triantafillidis fiel dabei lediglich die Aufgabe zu, die „Gestaltung der Verträge“ zwischen Sozialverband und Kommune zu übernehmen – eine juristische 08/15-Standardaufgabe für jeden Feld-Wald-Wiesen-Anwalt, die in Zeiten von frei im Internet verfügbaren Musterverträgen, von bundesweit austauschbarer kommunaler Standardtexte und -vorlagen an sich sogar völlig entbehrlich wäre.

Vom überbezahlten Anwalt zum neuen Vorstandschef

Nicht nur Triantafillidis wurde „fürstlich bezahlt“, sondern auch „Sicherheitsdienstleistungen“ und „Sportangebote“ ließ sich die AWO von der Stadt (und damit dem Steuerzahler) zu absurden Erstattungssätzen entlohnen. Das Rechtsamt der Stadt hatte später – nach hr-Informationen – festgestellt, dass das Anwaltshonorar des heutigen AWO-Co-Vorstandsvorsitzenden fast hundertfach übersetzt war. Damit nicht genug: Laut „hs“ war Triantafillidis auch bei AWO Wiesbaden als „ehrenamtlicher Revisor“ aktiv, die wegen völlig überhöhter Geschäftsführergehalts seiner Vorsitzenden ebenfalls in die Schlagzeilen geraten war (Diese war übrigens die Ehefrau des unter dem Druck der Vorwürfe zurückgetretenen, bisherigen Frankfurter AWO-Chefs Richter, den Triantafillidis nun beerbte). Auch als Geschäftsführer des 2016 gegründeten Beratungsunternehmens Consowell,  über das lukrative Beraterverträge abgewickelt wurden, blieb der Anwalt dem Ehepaar Richter und der AWO damals verbunden.

Außer der nun tätig werdenden Staatsanwaltschaft überprüft auch das Frankfurter Sozialdezernat den Vorgang und kommt im Fall der erhöhten Anwaltsrechnung zu dem Schluss, dass sich Triantafillidis „sicher nicht verrechnet“ hat… (DM)

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