„Brandbrief“ linker Medienschaffender: WDR-Intendant Buhrow wird zum Abschuss freigegeben

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Tom Buhrow im Fadenkreuz; Foto: jouwatch Collage
Tom Buhrow im Fadenkreuz; Foto: jouwatch Collage
Wieder einmal „kritisieren“ Journalisten und „Kunstschaffende“ öffentlich eine zentrale deutsche Medienfigur: In einem Brandbrief attackieren Redakteure des WDR und verbündete Autoren ihren eigenen Intendanten Tom Buhrow – für dessen Verhalten in der „Umweltsau“-Kontroverse. Es ist die erste taktische Stufe zum Wegmobben – und sie folgt der Devise „Angriff ist die beste Verteidigung“. 

Wenn regierungsloyale Angehörige des Medien- und Kunstbetriebs in den eigenen Reihen Abtrünnige wittern und einen identifizierten Feind zum Abschuss freigegeben sehen wollen, dann greifen sie auf ein bewährtes Muster zurück: den öffentlichen Schulterschluss, die konzertierten Anklageerhebung im Namen der gemeinsamen Sache, per offenem Brief oder „Brandbrief“. Auf diese Weise wurde schon Mitte September der Chef der hessischen Filmförderung, Hans Joachim Mendig, von einer taktischen Meute von 300 Künstlern erfolgreich aus dem Amt gemobbt – weil er von gesinnungspolizeilichen Papparazzi beim gemeinsamen Frankfurter Restaurantbesuch mit AfD-Chef Jörg Meuthen und dem PR-Unternehmer Moritz Hunzinger erwischt worden war.

Aktuell hat sich erneut eine „kongeniale“ Kamarilla von 40 TV-Autoren und Redakteuren zusammengerottet, diesmal bestehend aus öffentlich-rechtlichen Meinungsmachern, Journalistenkollegen und prominenten Mitläufern, die gemeinschaftlich ihr nächstes Ziel zur Strecke zu bringen wollen: Diesmal steht kein Geringerer als WDR-Intendant Tom Buhrow im Visier. Doch anders als bei Mendig geht es diesmal nicht um konstruierte, rechtsdurchwirkte Kontaktschuld in der gastronomischen Etappe, sondern um fehlerhaftes Krisenmanagement: Buhrow, so der Vorwurf, habe in seiner Reaktion auf das Oma-Umweltsau-Kinderchorlied des WDR2 nicht nur verkannt, dass es sich bei den wütenden und vieltausendfachen Protesten gegen den Sender um „moderne, rechte Propaganda“ gehandelt habe; er habe sich zudem auch „in einfachsten Fragen der Presse- und Meinungsfreiheit nicht vor seine MitarbeiterInnen gestellt“.

Täter-Opfer-Umkehr und „Haltet den Dieb“

Zusammengefasst lautet also der Vorwurf der ÖRR-Journalisten und Medienschaffenden in ihrem Brandbrief, der an diverse Medien, an den Verwaltungsrat des Senders, und die politischen Aufsichtsgremien versendet wurde und zudem im Internet Verbreitung fand: Wenn ein Antifa-Sympathisant in öffentlich-rechtlichen Diensten die durchschnittliche deutsche Seniorin nicht nur als Umweltsau, sondern auch Nazisau verhetzt, so ist das eine „einfache Frage der Presse- und Meinungsfreiheit“. Und ein Intendant, der sich von dieser Hetze distanziert, verletzt damit seine Fürsorge- und Treuepflichten als Dienstvorgesetzter.

Durch die sich aus dieser völlig verqueren Sichtweise ergebenden Täter-Opfer-Umkehr, durch dieses wohlinszenierte, perfide Ablenkungsmanöver wird jedes Norm- und Ordnungsverständnis von den Füßen auf den Kopf gestellt: Nicht mehr die zuständigen Journalisten stehen am Pranger für schamlosen Missbrauch ihrer Verantwortung, für Zweckentfremdung öffentlicher Gebührengelder, für die Schändung und Ächtung der öffentlich-rechtlichen Runfunkstatuten; nicht linksaktivistische „Redakteure“ und „Künstler“ müssen sich für evidenten Kindesmissbrauch, für politische Indoktrination, für weltanschauliche Propaganda zum Klimaschutz oder politischen Tagesthemen verantworten. Sondern sie erklären sich selbst zu Opfern, schwingen sich aus der Defensive augenblicklich zurück in die ihnen vertraute Anklägerrolle, ergreifen die Diskussionshoheit und erklären die gegen sie ins Feld geführten Argumente zu Asservaten einer rechtsextremistischen Kampagne.

Screenshot:Twitter

Und nicht mehr – freie oder festangestellte – ÖRR-Mitarbeiter müssen sich dafür verantworten, wenn sie sich klar sender- und imageschädigend verhalten und unter mutmaßlicher Verletzung von Dienstvorschriften und Bruch jeglichen journalistischen Berufsethos strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet haben. Sondern ihre Vorgesetzten, die sich zum Behufe der Schadensbegrenzung von diesen Eigenmächtigkeiten distanzieren. Noch bevor sie überhaupt disziplinarische Maßnahmen einleiten können, sehen sich plötzlich auf den Anklagebank und müssen sich gegenüber einem Mob von Haltungsjournalisten rechtfertigen – zu dem sich diesmal auch Vertreter aus den Reihen eines im medialen Erregungsstrudel stets oben mitschwimmender, geltungssüchtiger „Kunst- und Kulturschaffender“ gesellen; darunter sogar „Comedyschreiber“, etwa den Texter des mit weitem Abstand talentfreiesten und unlustigsten Oberhetzers Deutschlands, Jan Böhmermann.

Autoren und Berufshetzer ziehen an einem Strang

Tom Buhrow war schon vor Abfassung des nunmehrigen Appells von WDR-Redakteuren und ihren Mitstreitern vom Jäger zum Gejagten gemacht worden: Bereits Ende letzter Woche hatte die WDR-Redakteursvertretung in einem internen Schreiben „heftige Kritik“ in ihm vorgebracht. „Wir sind – wie sicher viele von Euch – fassungslos“, schrieben die Redakteure darin; gemeint war damit freilich nicht der unterirdische Kinderchor-Text, sondern Buhrows Reaktion darauf. Für morgen ist beim Sender zudem eine Redakteursversammlung „zum Umgang mit der Kontroverse“ unter Beteiligung Buhwors geplant, wie eine WDR-Sprecherin laut „Welt“ bestätigte.

Dass sich Medien der Gegenöffentlichkeit, zu denen auch jouwatch zählt, ausgerechnet mit WDR-Intendant Tom Buhrow solidarisch erklären würden, der als Chef des größten zwangsgebührenfinanzierten ARD-Einzelsenders einer der Hauptverantwortlichen für die anhaltende öffentlich-rechtlicher Volkserziehung ist, hätte man sich auch nicht denken lassen. Doch hier steht mehr auf dem Spiel: Es darf nicht schon wieder, wenige Monate nach dem Fall Mendig, ein undemokratisches Scherbengericht meinungsbildender geistiger Eliten triumphieren, das jeden wegbeißt und wegbrüllt, der zuvor verleumderisch in die Nähe eines herbeigedichteten rechtsextremen Dunstkreises gerückt wird. Wenn diesmal sogar eine diesbezüglich mehr als unverdächtige Person wie Buhrow auf diese Weise vernichtet werden soll, zeigt: Es kann wirklich jeden treffen.

Will der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland noch eine Zukunft haben und nicht früher oder später völlig unter die Räder einer neuen Gesinnungsdiktatur geraten, so läge seine Rettung nur in der schnellstmöglichen internen Säuberung von jenen Elementen einer unverhohlen linksextremen, antifreiheitlichen Agitprop, die ihn während der Merkelära ungehindert unterwandern konnten (dank des Union-Linksrucks übrigens gänzlich unbehelligt durch kritische Korrektive in Rundfunkrat und Aufsichtsgremien). Der erste Schritt wäre, dass Politik und Intendanz diesmal nicht einknicken – und die „Staatsredakteure“ und „-künstler“ mit ihren „Brandbriefen“ ins Leere laufen lassen.

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