„Grüne-Jugend“-Sprecherin Anna Peters findet Radikalität dufte – „Bento“ gefällt das

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Anna Peters, Sprecherin der "Grünen Jugend" (Screenshot:Youtube)

Anna Peters, Bundessprecherin der Grünen Jugend, offenbart auf ihrem Instagram-Profil politische Zielsetzungen und ein Demokratieverständnis, das nicht nur die marktwirtschaftliche Grundordnung in Frage stellt, sondern einen quasidiktatorischen „Gestaltungs“-, sprich: -Bevormundungsanspruch zugrundelegt. Ihre aberwitzigen Thesen hatte sie zuvor schon dem „Spiegel“-Agitpropformat „Bento“ mitteilen dürfen.

Sowohl in Sachen Umwelt- wie Wirtschaftspolitik will Peters nicht weniger als einen Systemwechsel – hin zum Bevormundungs- und Verbotsstaat. Sie weiß, was das Richtige für die Zukunft ist, und hat weder Toleranz noch Verständnis für abweichende Meinungen: Ihr Schlüsselbegriff ist „Radikalität“. Unumwunden erklärt sie: „In der Klimapolitik, aber auch in der Wirtschafts- und Sozialpolitik bringt die Arbeit, die alle Parteien in der Vergangenheit gemacht haben, nicht mehr die Lösungen, die wir eigentlich brauchen.“ Also – weg damit. Klein-Anna und ihre grüne Jugend weiß, was die Menschen brauchen. „Lasst uns für 2020 für einen radikalen Wandel in der Politik kämpfen, damit wir die verschiedensten Krisen endlich bewältigen können“.

Der aktuelle Instagram-Post von Anna Peters (Screenshot:Instagram)

Überhaupt ist „radikal“ plötzlich gut, wenn sie von links kommt. Als hätte es nicht auch eine fulminant gescheiterte Diktatur dieser politischen Linie auf deutschem Boden gegeben, preist eine  geschichtsvergessene oder diesbezüglich ahnungslose, wohlstandsverwahrloste Jugend die katastrophalen Irrwege von einst als neuen Ausweg. „Für mich ist Radikalität ein sehr positives Wort. Für mich bedeutet es vor allem, dass wir Visionen schaffen, in denen es allen Menschen gut geht.“ Man möchte ihr zurufen: DAS, du dumme Nuss, schrieben sich alle „Radikalen“ auf die Fahnen – von Liebknecht über Goebbels über Ulbricht bis Ulrike Meinhof. Und „radikal“ hat begrifflich auch nichts mit Visionen zu tun, sondern mit „Wurzeln“, die herausgerissen werden sollen – und hier wird es dann subversiv, um nicht zu sagen: kriminell.

Dass junge, grüne Nachwuchspolitiker einen Idealismus verinnerlicht haben, der durch keinerlei Lebens- und Berufserfahrung getrübt ist, sei ihrem jugendlichen Alter geschuldet. Auch Peters – politische „Themenschwerpunkte“: „Feminismus, Antifaschismus, Klimakrise bekämpfen“ – kann mit ihren 23 Jahren nicht wissen, wie die Welt funktioniert, dass der Wohlstand, den sie für ganz selbstverständlich hält und in dem sie abgeschirmt von sozialen Unbilden aufwuchs, nicht vom Himmel fällt. Zumal sie als Volkswirtschaftstudentin (mit Schwerpunkt „Umweltökonomik“) klar Theorie-affin tickt. Auch der naive Größenwahn, „die Erwachsenen“ oder Vertreter etablierter Strukturen unisono zu kompletten Idioten zu erklären, die zu verzagt oder uneinsichtig wären, Änderungen herbeizuführen, die aus Grünen-Sicht doch so simpel sein könnten, mag man ihnen nachsehen; zu allen Zeiten waren jugendliche Revoluzzer hungrig nach Veränderungen, von Weltverbesseurngswahn  und Wunschdenken gleichermaßen beseelt und glaubten, die Dinge seien so einfach, wie sie ihnen scheinen.

Weltfremde Visionäre wollen kommandieren

Was heute anders ist als früher – und das ist eine Gefahr für Freiheit und Demokratie – ist, dass die Gesellschaft den kindliche Narren und ihren träumerisch-verblendeten Maximapositionen heute einen Stellenwert einräumt, der schlicht verantwortungslos ist. Eine unreife, autistische Klima-Ikone darf wie die Kindliche Kaiserin vor höchsten Wirtschaftsvertretern und den UN sprechen – und die Weltführer geben sich schamerfüllt-devot. Jugendliche stellen sich im Namen des Klimaschutzes über das Gesetz und treten die Schulpflicht mit Füßen – und die Politik lässt es ihnen nicht nur durchgehen, sondern verabschiedet noch den „Klima-Notstand“. Niemand zeigt den Kids – auch für sie selbst – die für ihre geistige Entwicklung so dringend notwendigen Grenzen auf, macht sie auf die Komplexität politischer Entscheidungsprozesse und die Unausweichlichkeit unbefriedigender Kompromisse als Wesensmerkmal demokratischen Interessenausgleichs aufmerksam. Die Generation „how dare you“ meint unter Berufung auf den permanenten 5-vor-12-Ausnahmezustand, jeden Widerstand ignorieren und niederwalzen zu dürfen und alleinseligmachende Maßnahmen ergreifen zu dürfen.

Jede „Radikalität“ ist gemeingefährlich, erst recht, wenn sie die Spielregeln demokratischer Entscheidungsfindungen im Namen ideologischer Sondertatbestände außer Kraft setzen zu dürfen beansprucht. Dass Medien wie „Bento“ und „Spiegel“ diese gefährlichen Auswüchse noch feiern und ihren Vertretern die Plattform bieten, ist kein Zufall: Die Karikatur linker Doppelmoral nimmt sich bei Interviewern und Interviewten hier nicht viel. (DM)