Oxford-Studie: Bei ARD und ZDF sieht man mit dem Linken Auge

"Panorama" mit der Haltungsjournalistin Anja Reschke - Foto: Screenshot ARD

Laut einer neuen Studie hat der deutsche öffentliche-rechtliche Rundfunk das linkeste Zielpublikum aller europäischen öffentlich-rechtlichen Anstalten. Das Misstrauen konservativer Zuschauer ist nur in Griechenland größer als in Deutschland.

Die Studie vom Reuters Insitute for Journalism an der Oxford University verglich öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten in acht europäischen Ländern: Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien, Tschechien und UK. Die öffentlich-rechtlichen Sender richten sich in sieben von acht Ländern eher an ein linkes Publikum als an ein konservatives: Nur in Tschechien waren die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eher konservativ. In den übrigen Ländern ziehen konservative Zuschauer eher private Sender vor.

Nur in Griechenland ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiter Links

Laut der Reuters-Studie hat kein öffentlich-rechtliches Rundfunksystem in Europa ein so linkes Publikum wie in Deutschland. Der Vertrauensverlust ist bei konservativen Zuschauern nur im sozialistisch regierten Griechenland höher als bei ARD und ZDF.

Die Vetrauenskluft zwischen linken und konservativen Zuschauern ist nur in Griechenland größer

Auch auf der Achse „Elitär-Populistisch“ schneidet der deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk so ab, wie es jouwatch-Leser wohl erwarten werden: Die Zuschauer des BBC, des griechischen ERT sowie des deutschen ARD und ZDF sind in Europa am wenigsten dazu geneigt, den demokratischen Volkswillen als das höchste Gut zu erachten und Misstrauen gegen Eliten zu äußern.

Zuschauer der Öffentlich-Rechtlichen in UK, Griechenland und Deutschland sind am elitärsten

Im Gegensatz zur öffentlichen Debatte in Deutschland sehen die Autoren der Studie den Mangel an  „Populismus“ jedoch nicht als Tugend, sondern als Manko an: “Die Herausforderungen, vor denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht, sind größer – viel größer – als allgemein zur Kenntnis genommen wird. Wenn sie in Zukunft nicht besser in der Lage sind…, ihrer gemeinnützigen Aufgabe nachzukommen, werden sie die Gebührenfinanzierung kaum weiter rechtfertigen können“, so Ko-Autor Rasmus Kleis Nielsen.

 

 

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2 Kommentare

  1. Eine Fundamentalkritik des bundesdeutschen Moraljournalismus hat offensichtlich in den deutschen Leitmedien keinen Platz und mußte daher in der Schweiz publiziert werden: Susanne Gaschke: Die Dramatisierungsreserven sind unendlich – die sechs Gebote des moralischen Journalismus. In: nzz.ch vom 12.9.2019, 05:00. URL: https://www.nzz.ch/feuilleton/die-sechs-gebote-des-moralischen-journalismus-ld.1507383?mktcid=nled&mktcval=107_2019-09-12&kid=nl107_2019-9-11

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