Das China-Desaster der Berliner Dilettanten

Wolfgang Hübner

Foto: Screenshot/Youtube

Merkels Außenminister Heiko Maas ist bekanntlich „wegen Auschwitz“ in die hohe Politik gegangen. Hat er jedenfalls erzählt. Es könnte sein, dass er wegen China die hohe Politik bald verlassen muss. Sein nicht zufälliges Berliner Treffen mit einem 22-jährigen Studenten aus der Oppositionsbewegung in Hongkong hat zu außergewöhnlich gereizten Reaktionen in Peking geführt. Denn die Machthaber dort wollen nicht akzeptieren, dass kurz nach Merkels Sitzbesuch in China sich der auf ihren Markt so sehr angewiesene Exportvizeweltmeister ausgerechnet beim derzeitigen Champion in innere Angelegenheiten einmischt.

Unabhängig von der bekannten Tatsache, wer in China die Macht hat, nämlich die diktatorisch regierenden Kommunisten, stellt das Verhalten von Maas eine Eselei sondergleichen dar. Denn es gibt nicht den geringsten Grund für eine deutsche Regierung, sich in Sachen Hongkong in irgendeiner Weise zu betätigen oder gar zu positionieren. Zudem sind die Verhältnisse in der ehemaligen britischen Kolonie wesentlich komplexer als sie in den hiesigen Medien unter den Schlagworten „Demokratie“ und „Menschenrechte“ dem weitgehend ahnungslosen Publikum dargestellt werden.

Kurz vor Übergabe Hongkongs an die Volksrepublik 1997 wurde ein Gesetz beschlossen, das die Auslieferung von Straftätern aus Hongkong an andere Staaten regelt. Doch nach China, das früher portugiesische Macau sowie Taiwan darf niemand ausgeliefert werden. Die Folge: Straftaten, die in China, Taiwan oder Macau begangen werden, bleiben folgenlos, wenn die jeweiligen Täter sich rechtzeitig nach Hongkong flüchten können. Das hat Hongkong natürlich zu einem beliebten Fluchtort für chinesische Kriminelle aller Art gemacht, sicher auch für oppositionelle Kräfte.

Peking ist mit dieser im Westen kaum bekannten oder auch bewusst verschwiegenen Situation nicht einverstanden. Das mag wie auch immer beurteilt werden. Aber es ist eine innere Angelegenheit Chinas. Und es sollte nicht vergessen werden, welchen Demütigungen durch koloniale Räuber das ehemalige „Reich der Mitte“ viele Jahrzehnte ausgesetzt war. Das ist in China unvergessen.

Die Regelung der Briten mit dem Auslieferungsgesetz von 1997 nötigt zwar Bewunderung für den Trickreichtum der erfahrenen Kolonialmacht noch im Niedergang derselben ab. Die Dummheit des deutschen Außenministers und der Berliner Regierung insgesamt ist allerdings kaum zu übertreffen. Denn schon die Kanzlerin war bei ihrem China-Besuch mit lustlosen Phrasen zu den Ereignissen in Hongkong auf eisige Reaktionen gestoßen.

Dass nun ein junger Held der westlichen Medien auch noch von Deutschland Wirtschaftssanktionen (!) gegen China fordert und auch noch gegenüber einem Regierungsmitglied, war eine Provokation zu viel. Wer solche Außenminister duldet, muss sich um diplomatische Desaster nicht sorgen. Gegenüber dem mörderischen Regime in Saudi-Arabien ist man in Berlin allerdings sehr viel vorsichtiger. In Peking ist das gewiss registriert worden – übrigens auch die drohende Rezession im Merkel-Land.

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20 Kommentare

  1. Genau so dumm ist Trottel-Lindner (FDP). Der sich beim China Besuch zuerst mit den brutalen Hong Kong Randalierern traf,und sich dann wunderte,das in Peking alle Termine abgesagt wurden.

  2. Egal wie ich über Hongkong oder China denke, ein Außenminister hat in diesen Streitigkeiten gefälligst mal den Mund zu halten. Überall reinquaken und und die eigenen Probleme nicht lösen können – das ist die derzeitige Politik in diesem Land.

  3. Was mit der Sowjetunion geschehen ist war gut,
    was mit Jugoslawien geschehen ist war gut,
    so sagt man jeden Falls.
    Warum sollte das für die BRD dann nicht auch gut sein?

  4. „Unabhängig von der bekannten Tatsache, wer in China die Macht hat, nämlich die diktatorisch regierenden Kommunisten…“
    Ich der festen Überzeugung dass die diktatorisch regierenden Merkellisten, um ein Vielfaches schlimmer ist.

  5. Diese Regierung mit seinen unfähigen Ministern (nebst Führerin) stolpert international von einem Fettnäpfchen ins nächste.
    Da wird der US Präsident geringschätzend behandelt, Rußland sanktioniert (warum weiß keiner mehr so genau), Putin verprellt und nun auch noch China brüskiert .
    Nur mit einigen arabischen Regierungen steht man sich noch gut, weil man denen in den Allerwertesten kriecht und Geld verteilt.

    Dieses Land wird wirtschaftlich so eine Bruchlandung hinlegen, dass da erstmal kein Gras mehr wächst.

  6. Dieser kleine Unruhestifter (Aktivist) wird von NGOs für sein Zündeln in Hongkong bezahlt. Das dieser Maas solche Typen noch hofiert ist doch eigentlich logisch, der hat doch den gleichen Finanzierer wie der kleine Chinese.

  7. Maas sieht sich gerne in den Medien, was dort über ihn geschrieben steht interessiert Ihn nicht.
    Hauptsache er wird immer von unten fotografiert, dass er wie ein Mann aussieht. Auf obigen Bild, der Chinese ist wohl nur 1,5m

    • „Auf obigen Bild, der Chinese ist wohl nur 1,5m“

      Es gibt Politiker, die sich bei solchen Foto-Anlässen eine kleine Steige oder ein kleines Podest reichen lassen, um größer auszusehen.

    • Der Heiko hat solche Schuhe wie bei „Werner“ der Schnösel . Er hat einen kleinen Blasebalg in der Achselhöhle und wenn er die Ärmchen bewegt , pumpt er seine Schuhe auf.

  8. Die Merkel – BRD schafft es tatsächlich, allen Weltmächten vor den Kopf zu stoßen und sie zu verärgern: Trump – Bashing, Putin – Hetze, und nun wird auch noch China provoziert, indem man sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischt, obwohl allseits bekannt ist, wie allergisch die Chinesen auf so was reagieren.

  9. Der von Maas hofierte Oppositionelle war zeitweilig wegen höchst gewalttätiger Ausschreitungen, die er angestachelt zu haben schien, verhaftet. Daran ist nichts auszusetzen. Maas selber handelt gegen hiesige PEGIDA-Demonstranten viel rabiater.

  10. Maas ist wegen „Auschw…“ in die Politik gegangen. Andere Leute sind wegen Maas in die Politik gegangen. Fest steht: Beide Katastrophen dürfen sich nie wieder ereignen.

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