Wer’s glaubt: Abgrenzung von AfD & Maaßen soll Grund für vereinzelte CDU-Spitzenergebnisse in Sachsen sein

Kretschmer & Co. nach der Sachsenwahl (Foto:Imago/photothek)

Dresden – Selbstbetrug ist der effektivste Betrug: In Sachsen reden sich CDU-Politiker ernsthaft ein, Wahlkreise mit überdurchschnittlich guten Ergebnissen für die Union hätten bei den sächsischen Landtagswahlen deshalb so gut dagestanden, weil sie sich klarer von der AfD und Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen abgegrenzt hätten. Vor allem drei Politiker zimmern sich in ihrer kruden Nachbetrachtung solche angebliche Kausalitäten zurecht: Sören Voigt aus dem Vogtland, außerdem der Görlitzer Abgeordnete Stephan Meyer – und Ministerpräsident Michael Kretschmer selbst. Alle drei holten über 40 Prozent für die Union – und schreiben den Erfolg mit stolzgeschwellter Brust ihrem Anti-AfD-Wahlkampf zu.

Es lässt ja bereits tief blicken, wenn „Wahlsieger“ (zumindest lokal, den auf Landesebene kann die Union trotz de relativ meisten Stimmen kaum von einem Erfolg reden) ihren Sieg nicht eigenen Verdiensten, sondern ihrer möglichst klaren Abgrenzung von Gegnern zu schreiben. Der konstruierte angebliche Zusammenhang zu entschiedener AfD-Distanz kann jedoch kaum ursächlich gewesen sein für die Ausreißerergebnisse – denn die Verteufelung der AfD und des Ex-Verfassungsschutzchefs, der als prominenter Kopf der „Werte-Union“ ja selbst der Union angehört, war ein flächendeckendes Phänomen. Mit ihren selbstgerechten, unsinnigen Zusammenhangsvermutungen brüskieren die CDU-„Hitlist“-Führer um Kretschmer daher ihre eigenen Parteifreunde und Abgeordnetenkollegen.

Laut „dts“ kam für Voigt eine Einladung Maaßens nicht infrage, denn „dann hätte ich ja nur die zweite Geige gespielt„, gab der Vogtländer Lokalmatador ganz uneitel zu Protokoll. Maaßen müsse man „zwar aushalten„, doch er sei „niemand, der uns als CDU positiv bekleidet„. Das Voigt, wie er betont, sich immer „eindeutig von der AfD abgegrenzt“ habe und ihr wiederholt vorwarf, „gemeinsame Sache mit Rechtsextremisten“ zu machen, trifft ebenfalls auf fast jeden anderen Wahlkreisvertreter Sachsens zu – im Gegenteil: in den meisten Wahlbezirken war man über die „gemeinsame Sache mit Rechtsextremen“ schon hinaus – und stempelte die AfD, wie es inzwischen offizieller Sprachgebrauch zu sein scheint, gleich selbst zu „Rechtsextremen“. „dts“ zitiert auch den Görlitzer CDU-Mann Stephan Meyer, der stolz bekräftigt, „jede Gelegenheit zur Abgrenzung genutzt“ zu haben, „sodass jeder, der mich gewählt hat, das wusste„. Dass er mit 43,4 Prozent nach Ministerpräsident Kretschmer selbst das beste Wahlkreisergebnis für die Union einfuhr, führt er außerdem darauf zurück, dass Maaßen nicht nicht eingeladen habe, weil er „nicht den Eindruck hatte, dass das ihm geholfen hätte„.

Unwissenschaftliche Kausalitäten im Namen der Parteiräson

Mit dem Finger zeigen die Unionssieger daher jetzt auf alle, die weniger gut abschnitten: „Diejenigen, die das gemacht haben, haben nicht davon profitiert„, urteilt Meyer. Statistische Daten über diesen in den Raum geworfenen Zusammenhang liegen keinerlei vor. Die Behauptung, dass besonders viele CDU-Kandidaten verloren hätten, die gemeinsam mit Maaßen im Landtagswahlkampf auftraten, ist eine nachträgliche Konjunktion ohne schlüssige Verbindung: Maaßen war inclusive Brandenburg lediglich in insgesamt sechs Wahlkreisen im Einsatz. Die CDU verlor jedoch praktisch flächendeckend Stimmen beziehungsweise hielt bestenfalls ihr Ergebnis, bis auf die Sonderfälle einzelner Wahlkreise. Hieraus nachträglich das Narrativ einer mangelnden „Abgrenzung von Rechts“ zum angeblich wahlbestimmenden Faktor zu erklären, ist zum einen Augenwischerei – zum anderen wahlhafte Anbiederung an die Linie der Bundespartei, das Kontaktverbot zu den „Blauen“ um jeden Preis aufrechtzuerhalten. (DM)

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21 Kommentare

  1. Sollte es in irgendwelchen Wahlregionen überproportionalen Stimmenzuwachs bei der Union gegeben haben, wäre eine Untersuchung auf Wahlbetrug angebracht.

  2. Und was haben sie jetzt davon? Weiterregieren um jeden Preis mit den Roten und Grünen. Bravo. Ich sehe Sachsen im Bildungsranking schon auf Berlin/ Bremen Niveau rutschen.

  3. Vielleicht sollte man bei den Dreien, die Stimmen neu auszählen. Schon seltsam das Ergebnis und wenn der Grün gewordene Krätze es nicht geschafft hätte, welche ein Katastrophe wäre das geworden auch in Berlin.

  4. Die Botschaft ist vor allem an die CDU nach innen gerichtet: Es geht darum, allen, die dem Konservatismus der Vor-Merkel-CDU nachtrauern und dessen Positionen hochhalten, zu zeigen, wie unwillkommen und auf verlorenem Posten stehend sie in der real existierenden Merkel-CDU sind. Man will die WerteUnion- und Maaßen-Fans rausekeln, zum Schweigen bringen oder zur Konformität zwingen, indem man ihnen das Etikett „rechtsextrem“ und „AfD-nah“ anhängt, und ihnen klarmachen, daß nicht die Maaßens, sondern die Taubers Herren über den Kurs der CDU sind.

  5. Jeder der die CDU gewählt hat sollte drei sogenannte Flüchtlinge aufnehmen MÜSSEN!Damit diese dummen Wähler Wissen wie friedlich diese doch sind;)

  6. Die Buntparteien müssten Adolf H. auf Knien danken, denn ohne ihn könnten sie längst nicht so effektiv den Moralapostel raushängen lassen. Kein Wunder, dass sich die Buntkiddies in der BaehRD immer über die Naaazi-Keule freuen, die sie schwingen dürfen.

  7. „Rechtsextremismus“ – was genau soll das sein? Es gibt kaum einen schwammigeren Begriff als diesen in der BaehRD, und trotzdem wird er ganz selbstverständlich von bunten, blökenden Zombies in Umlauf gebracht (weil es andere ja auch machen).

  8. Das Kretschmer lediglich sein Fähnlein immer nach dem Wind hängt sollte doch inzwischen bekannt sein. Verlogen bis zum geht nicht mehr, typisch postengeiler „Merkela…kriecher“, kommt gleich hinter Alt…eier.

  9. Je mehr CDU-Wähler, die auf die ABGRENZERITIS™ hereinfielen, umso weniger Selbstdenker gab es.

    So einfach ist die Suppe…………..

  10. NPD-Mann wird Ortsvorsteher in Hessen – mit Stimmen von CDU, SPD und FDP gewählt…

    wir können alle Distanzeritisdiskussionen vergessen. Die Altparteien Kooperieren mit Neonazis.

    • Die Union ist der Hauptschuldige an all dem Übel im Land (Asylwahnsinn und alle daraus erwachsenen Probleme). Ohne Zustimmung der Union,wär das alles nicht möglich gewesen.

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