Immigration und Emigration: Deutsche wandern aus

Max Erdinger

Viele Emigranten erfordern große Flugzeuge - Foto: Imago

Jahr für Jahr verlassen Millionen Deutsche ihr Heimatland. Sie verreisen für wenige Wochen in den Urlaub, um sich im Ausland zu regenerieren, damit sie die psychische Kraft für ein weiteres Jahr in ihrer Heimat haben. Wir Deutschen galten jahrzehntelang als Reiseweltmeister. Immer mehr unserer Landsleute sind aber so mit den Nerven fertig, daß sie auf Dauer auswandern. 261.000 sollen es im Jahr 2018 gewesen sein, etwas weniger als 2016, dem bisherigen Spitzenjahr mit 281.000 Auswanderern. Ist Auswanderung eine Option?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum allenfalls von der „Migrationskrise“ die Rede ist, aber nie von der Immigrationskrise? Schließlich geht es doch bei „Migrationskrise“ im allgemeinen Verständnis um die Einwanderung von solchen „die Menschen“, die wir hier u.a. auch dringend in den Sozialsystemen brauchen, wie Frau Katrin Göring-Eckardt von den Grünen einmal meinte. Was soll daran krisenhaft sein? Deutschland wird sich ändern, sagte Frau Göring-Eckardt, und daß sie sich darauf freut. Was für eine Krise also? Wenn „Krise“ sein soll, worauf sich Frau Göring-Eckardt freut, dann müssen wohl alle einen an der Klatsche haben, die „Migrationskrise“ sagen – und Frau Göring-Eckardt wäre eine der wenigen normal im Kopfe Gebliebenen. Die Normalen sagen bekanntlich „Willkommenskultur“, wenn sie die Migrationskrise meinen. Ja, gut, es könnte auch genau andersherum sein. Wenn es aber andersherum ist, dann sollte man vielleicht ans Auswandern denken.

Das Wort „Migrationskrise“ wird wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen verwendet, weil es keinen Unterschied erkennen läßt zwischen Immigration und Emigration. Dabei haben wir gar nicht nur eine Immigrationskrise, sondern auch eine Emigrationskrise. Das Krisenhafte an der Emigrationskrise ist, daß die Falschen auswandern, während die, derentwegen sie auswandern, hier bleiben. Am Land liegt es nämlich nicht. Zumindest von einer Linie Berchtesgaden – Füssen im Süden bis etwa zu der Linie, auf der Hildesheim und Quedlinburg im Norden liegen, ist Deutschland ein schönes Land. Berge, Hügel, Täler, Wälder – alles traumhaft schön, wenn man sich die Windräder wegdenkt. Dann schließt sich die norddeutsche Tiefebene an, die nicht so schön ist, weswegen auch diejenigen „die Menschen“ dort wohnen müssen, die eher sozialdemokratistisch ticken und mit Windrädern regelrecht handeln können – und an die norddeutsche Tiefebene schließen sich die Küsten der Nord- und der Ostsee an, wo es dann bisweilen wieder sehr hübsch ist. Am besten fliegt man dorthin, weil man dann mit den Sozialdemokraten in der norddeutschen Tiefebene nicht in Berührung kommt. Lüneburger Heide geht aber. Unter den dortigen Heidschnucken fallen die Sozialdemokraten kaum auf. Mecklenburgische Seenplatte ist auch hübsch, obwohl es da flach ist. Aber da wohnen schließlich keine westdeutschen Sozen.

Wir haben mit der sogenannten „Migrationskrise“ also in Wahrheit zwei Krisen: Eine Immigrationskrise und eine Emigrationskrise. Und es scheint einen Zusammenhang zwischen beiden Krisen zu geben. Die Emigranten sind zu einem beträchtlichen Teil wohlhabende, gut ausgebildete und hochmotivierte Deutsche, die keine Lust mehr haben, diejenigen Sozialsysteme zu finanzieren – und sich zu diesem Zwecke ausplündern zu lassen -, in welche die Immigranten zum größten Teil einwandern. Emigranten sind auch nicht so beliebt wie Immigranten. Das kann man daran sehen, daß noch keiner der Emigranten aus Deutschland in seinem jeweiligen Ankunftsland mit „Refugee welcome“ begrüßt worden ist, obwohl er zweifellos ein Flüchtling ist, der vor der Fiskalkleptokratie in Deutschland geflohen ist. Im Unterschied zum Immigranten denken die Emigranten auch eher an ihr eigenes Geld, als an das der Anderen. Derlei Egozentrik ist in Deutschland verpönt, weshalb der Immigrant auch die sympathischere der beiden Migrantenformen ist. Er denkt an das Geld der Anderen. Sehr sozial.

Jetzt aber ernsthaft

Es gibt Redakteure, die sich davor scheuen, die Emigrationskrise anhand der norddeutschen Tiefebene, der Berge, Täler, Windräder und Sozialdemokraten zu erklären. Und sie haben ganz gute Erklärungsmodelle dafür, weshalb über 200.000 leistungsbereite, gut ausgebildete und hochmotivierte Deutsche ihr Heimatland dauerhaft verlassen, in weniger emigrationsfreudigen Jahren aber immer noch deutlich über 130.000. Den Status einer Großstadt erhält eine Kommune bei 100.000.  Ansgar Graw ist einer davon. In der „Welt“ erklärt er, warum es ihm immer schwerer fällt, den Emigranten sein Verständnis vorzuenthalten. Das ist bemerkenswert in einem Land, in dem es üblich geworden, jeden unverständlichen Schwachsinn mit einem Schild zu entschuldigen, auf dem zu lesen steht: „Wir bitten um Ihr Verständnis.“

Deutschland verlassen? Die Argumente dafür werden stärker„, schlagzeilt Chefreporter Ansgar Graw. „Es geht, um einen scheinbar naheliegenden Vergleich auszuhebeln, durchgängig um Ideen legaler Auswanderung. Manche der Emigrationswilligen sind Millionäre (die im Bekanntenkreis in sehr überschaubarer Zahl vertreten sind). Sie liegen wohl im Trend. Bei etwas wackliger Quellenlage hat der „Stern“ einmal berichtet, 2016 hätten 4000 Millionäre Deutschland verlassen, während es 2015 noch 1000 waren – und in den Jahren zuvor immer nur einige Hundert. Nur so nebenbei: Diese Millionäre sind mehrheitlich Unternehmer, die für Jobs sorgen.“ – So weit sind wir also schon. Sogar der Chefreporter der „Welt“ redet bereits von einer legalen Auswanderung, ganz so, als ob ein Tatbestand der illegalen Auswanderung bereits kurz vor seiner Einführung ins Gesetz stünde. Wenn das der Fall wäre, dann wäre interessant, ob ihn die GroKo das „gute Antirepublikfluchtgesetz“ nennen würde. Von einer DDR 2.0 ist bekanntlich schon länger die Rede.

Die meisten Emigrationswilligen kommen aber aus der Mittelschicht. Sie haben neben den Millionären ebenfalls gute Gründe, an Emigration zu denken. In den vergangenen Jahren sind in der Mittelschicht Zweifel gewachsen, ob die einstmals festgelegte Lebensplanung in Deutschland noch so verwirklicht werden kann, wie ursprünglich gedacht. Solche Zweifel wiederum sind schwer zu ertragen für solche „die Menschen“, die an Planung gewöhnt sind, mit 35 bereits an die Rente denken und zunehmend bereits als Azubis und Studenten von einem Job beim Staat träumen wegen der sozialen Absicherung. Immerhin ist unser Land ein Land, in dem sich Lebensversicherungen, Sterbegeldversicherungen und Bausparverträge verkaufen lassen. Das ist ein Volk, das seit jeher die „soziale Sicherheit“ über der Freiheit angesiedelt hat, und das permanent Angst vor allem möglichen hat, was von seinen ideologischen Unterdrückern auch weidlich ausgenutzt wird. „The German Angst“ ist legendär. Nichts ist für unsere Landsleute mehrheitlich verstörender, als die Vorstellung, ein Plan könnte eventuell nicht aufgehen. Schließlich wurden alle von klein auf darauf dressiert, das „kleine Glück“ im Alltag am Wegesrand liegen zu lassen zugunsten des „großen Glücks“ in der Zukunft. Heerscharen von kranken Rentnern beklagen sich darüber, daß aus den langjährigen Träumen, die sie zu Berufszeiten für ihr Rentenalter aufrecht erhalten haben, nichts mehr werden kann, zum Beispiel, weil sie inzwischen verwitwet oder eben zu krank sind, um sie sich zu erfüllen. Und die Zweifel daran, daß ihre Lebensplanung aufgehen wird, wachsen zu Recht.

Die harten Fakten

Die Renten erreichen im Augenblick gerade noch 48 Prozent des letzten Monatseinkommens aus der Berufszeit. Die Banken zahlen keine Zinsen mehr auf Guthaben, die Altersvorsorge schmilzt dahin wie das Erdbeereis in der menschengemachten Klimakatastrophe. Ständig gibt es neue Steuern, Gebühren- und Abgabenerhöhungen. Die Energiepreise steigen allmählich ins Unermeßliche. Wer Wohneigentum finanziert hat, um es zu vermieten, sieht sich plötzlich mit einer Mietendeckelung konfrontiert, die zu aller Unbill oben draufkommt. Da platzen ganze Finanzierungsmodelle. Letztlich wird das, was als Alterswohnsitz gedacht gewesen ist, billig verramscht werden müssen. Rentner sammeln hierzulande Pfandflaschen aus dem Müll, weggeworfen von denjenigen, die offensichtlich noch nicht bemerkt haben, was die Stunde geschlagen hat. Die Göring-Eckardtsche Einwanderung in die Sozialsysteme wird von der Kanzlerin allerweil wieder forciert, während die Zahl der Beitragszahler abnimmt. Die geburtenstarken Jahrgänge der Endfünziger- und Sechziger Jahre kommen allmählich ins Rentenalter, die Staatsschulden sind astronomisch, die Target 2-Salden liegen bei etwa einer Billion Euro, die Gewaltkriminalität explodiert, der öffentliche Raum wird zusehends unsicher, öffentliche Einrichtungen wie Parks und Freibäder sind nur noch mit einem erhöhten Risiko für die eigene, körperliche Unversehrtheit zu nutzen, des Deutschen „liebstes Kind“, das Auto, wird in Grund und Boden verdammt, Flugreisen sollen verteuert werden – und überhaupt: Das ganze Land ächzt unter der Knute linkstotalitärer, ökologistisch tickender Weltverbesserer und Gesinnungsterroristen in Politik und Medien.  Sagen, was man wirklich denkt, kann man inzwischen auch schon wieder nur noch hinter der berühmten „vorgehaltenen Hand“.

Es ist kein Wunder, daß die Mittelschicht verstärkt an Emigration denkt. Gerade die deutsche Mittelschicht denkt sehr viel schneller an Emigration, als an Revolution und Generalstreik. Das wußte schon Lenin. Er war es meines Wissens, der einmal gesagt hat, daß der Deutsche sich erst einmal eine Bahnsteigkarte besorgt, ehe er an der Bahnhofsrevolution teilnimmt. Ein Anderer meinte: „Albtraum des Deutschen: Vor dem Schalter anstehen. Traum des Deutschen: Hinter dem Schalter sitzen.“ – Man kommt nicht darum herum, zu konstatieren, daß es gerade diese typisch deutsche Mittelschicht ist, die mit ihren Eigenarten jene Zustände zugelassen hat, vor denen sie nun das Weite suchen will. Sie hätte es in der Hand gehabt, sehr viel früher die Zustände so zum Positiven zu verändern, daß sie heute nicht an Emigration zu denken bräuchte. Aber es war ja en vogue seit den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts, sich in den ausklingenden Wirtschaftswunderjahren progressistisch und wohlig zu wälzen wie die Wohlstandssau in ihrer Suhle, und den westlichen Salonbolschewisten Beifall zu klatschen zum Beweis dafür, daß man das „Ewiggestrige“ hinter sich gelassen hat. Das ging seit den Neunzigern so weit, daß man sich eine Haltung angewöhnte, dergestalt, daß man dem Wahn verfallen ist, man sei in der Lage, den „dummen Ossis“ einmal vorzuführen, was „das wahre Leben“ sei. Wenn jemand weiß, was das wahre Leben als Deutscher in Deutschland ist, dann ist es genau dieser „dumme Ossi“.

Es sind deshalb die Ostdeutschen, die uns dekadenten „Wessis“ gerade wieder einmal zeigen, was die Alternative zum Auswandern ist: Widerstand gegen die pestilenzartige Geißel unseres Landes, den internationalsozialistischen Salonbolschewismus dekadenter Westlinker, diese schönrednerischen Totalversager in der Realität, die unser Land langsam aber sicher in eine Hölle für jeden unabhängigen, unkonventionellem und kreativen Geist verwandelt haben. Die Alternative heißt nicht „Hierbleiben“ oder „Auswandern“, sondern „Hinhalten“ oder „Zurückschlagen“. Subversion ist immer ein ausgezeichnetes Mittel im Kampf.

 

 

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42 Kommentare

  1. Für unsere Familie geht es 2020 an die Ostküste Australiens, wenig Bauvorschriften, viel Platz für wenig Menschen, in Deutschland sehen wir keine Zukunft mehr. Auch dort gibt es linke Hochburgen mit Muslimen und Regenbogenfahnen, aber alles noch im Rahmen.

    Auf Dauer wird es sinnvoll sein, seiner Familie Parzellen auf Mond und Mars zu sichern. Schön ist, dass die linken Nichtskönner zuerst leiden werden, ich möchte mir das dann aus der Ferne ansehen.

  2. Hierzu passt der heutige Artikel in mmnews: „Immer mehr hochqualifizierte verlassen Deutschland„.
    Die Hoffnung, dem Drama in Deutschland durch Protest und Aufklärung ein Ende bereiten zu können, habe ich angesichts der massenhaften Verblödung der Deutschen aufgegeben. Sensible Themen können nicht einmal mehr angesprochen werden, ohne dass man seine wirtschaftliche und private Existenz aufs Spiel setzt. Ich (Diplomkaufmann und Informatiker) bin vor sechs Jahren ausgewandert, habe aber auch das Glück, dass ich ortsunabhängig arbeiten kann. Meinen Kindern, die jetzt Abitur machen, rate ich zu Fremdsprachenkenntnissen, Auslandsaufenthalten und zu einer Ausbildung, die international von Nutzen ist. Geschwätzwissenschaften wollen sie ohnehin nicht studieren.

  3. Der Artikel und die Kommentare gehen richtig unter die Haut. Auch ich hatte schon vor vielen Jahren mit dem Gedanken gespielt die Koffer zu packen was aber aus hier schon aufgeführten Gründen nicht möglich war. Was ich noch unterstreichen möchte: ja, in ihrem Wohlstandstaumel vergaßen wir Wessis uns darum zu kümmern wachsam hinter die politischen Kulissen zu schauen und uns zu wehren. Aber wo fing das Unglück an: meiner Meinung nach spätestens (z. B. gibt es Autoren wie Monika Donner die die Anfänge schon früher sieht) seit den unglückseligen Verträgen von Versailles. Da wird uns auch keine AFD aus dem Dreck ziehen (obwohl es dort sehr gute Leute gibt!). Aber wieviel Spielraum haben die innerhalb dieses Systems (die Vergangenheit zeigt genügend Beispiele wie die aufs Abstellgleis gesetzt werden in irgendeiner Form)? Wer kompakt zu diesem Thema sich einhören möchte (nicht vollständig!) ein gutes Video: https://www.youtube.com/watch?v=B9Rjn0VBm60&t=517s

  4. Der Lebensstandard der Invasoren wird verbessert und der unsrige gesenkt. Dann sind wir Alle gleicharm. Das ist Kommunismus !

  5. Warum zeigen den die Medienanstalten bewusst, das nur angeblich Deutsche Auswandern die in Hartz 4 Leben, oder gerade mal ihren Job verloren haben? Es soll uns nur suggeriert werden, das nur diese Deutsche auswandern die nichts auf der Kette kriegen. Aber genau das Gegenteil passiert hier jedes Jahr. 99.9% Steuerzahler verlassen das Land. Schaut man nach Ungarn, Slowakei, Kroatien,Australien, Amerika, Dänemark usw dort fliehen alle Deutsche Steuerzahler hin. Diese Mediale Verblödung zeigt uns wie wir Verblödet werden.

  6. Ich kann sehr gut nachvollziehen, das junge Leute mit ein wenig Grips dem moralischen und politisch korrekten Irrenhaus entfliehen wollen.
    Auf EU, UN und anderen höheren Ebenen wird von Resettlement oder Um- und Neusiedlung gesprochen, während es für den Otto-Normalverbraucher Flüchtlinge sind.
    Für wie blöd wird man gehalten.
    Auch wird das Staatsvolk jämmerlich abgezockt.
    Will nicht jeder.
    Wohnin fließen die Überschüsse welche die Regierung einfährt?
    Ein gemeinnütziger Staat ist eine Fehlanzeige.

    Hinzu werden immer neue Ideen erfunden um den leidgeprüften geplünderten Arbeitsknecht mehr abzufordern.
    Nicht jeder will das.
    Die Deindustrialisierung ist in Deutschland immer mehr auf dem Vormarsch.
    Daher immer weniger eine Wahl sich hier zukunftsträchtig zu orientieren.
    Besser weg.
    Kann ich verstehen.
    Übrigens der Staat ist immer das Volk.
    Eine Regierung welche nicht die Interessen des Staatsvolkes vertritt, eher etwas anderes.

  7. Das ist richtig. Viele Arbeitnehmer werden durch Abgaben, Steuern, Preiserhöhungen aller Art und Energiekosten derart abgezockt, daß sie plusminus etwa auf der Einkommenshöhe von Hartz IV liegen. Zwei Drittel der deutschen Hartzer sind ja auch sog. Aufstocker, die trotz Artbeit Hartz IV zusätzlich beantragen müssen, um über die Runden zu kommen.

    • Und die können nicht so einfach auswandern. Die müssen hier bleiben und mit ansehen, wie die Hälfte ihres Lohnes schamlos veruntreut wird.

  8. Je mehr Dumme einwandern, umso mehr Kluge wandern aus.
    Deutschland ist nicht mehr in der Lage, Technologie zu entwickeln oder Flughäfen zu bauen. Der ehemalige technologische Weltführer ist zum Pisa-Versagerstaat verkommen.
    Merkel hat in nur 1 1/2 Jahrzehnten mehr Zerstörung angerichtet und mehr Ausplünderung zugelassen, als jemals irgendein Regierungschef Deutschlands.

  9. Meine Frau und ich sind nach vielen Hindernissen bei der Greencard nach mehr als zwei Jahren zu unseren erwachsenen Kindern in die USA nachgezogen. Wir haben, bis auf eine kleine Zweizimmer Eigentumswohnung alle Immobilien in Deutschland verkauft um in den USA das nötige „Kleingeld“ zu haben falls in Deutschland die Lichter der Sozialsysteme ausgehen und die Rentenzahlung eingestellt wird.
    Materiell sind wir gut versorgt, wir haben ein eigenes Haus – genug Geld und trotzdem…

    Es gibt Probleme mit denen ich in der Form nie gerechnet habe. Stellt euch das ganze mal nicht so einfach vor. Ich hatte den Sprachtest mit B2 abgeschlossen und dachte, das es für den Anfang reicht. Und jetzt sitze ich hier und muss mehrere Stunden am Tag English lernen. Das ist anstregend wenn man auf die 60 zugeht, aber wir wollen wenigstens mit unseren Nachbarn Kaffee trinken können ohne ständige und lästige „ähhh´s“ mit Sprachpausen.

    In einem anderen Land mit fremder Sprache und kulturellen Eigenarten neu anzufangen ist schwerer als ich es mir vorgestellt habe. Auch wenn wir hier gut aufgenommen wurden, bis wir wirklich angekommen sind vergeht noch einige Zeit !!!

    • Wird nicht möglich sein! Leider! Merkel ist die absolute Zerstörung dieses einst prosperierenden Deutschlands! Sie ist die Reinkarnation des Bösen, daher weg von hier! Alles andere wird das unumkömmliche Unglück eines jeden der hier bleiben wird, sein! Keine Chance! Deutschland ist nicht mehr existent und der Großteil der Bevölkerung pennt! Daher Gute Nacht

    • „Wird nicht möglich sein! Leider!“

      Ich denke, doch. Dauert halt. Politik ist hierzulande nunmal das Bohren ganz dicker Bretter. Was vor allem daran liegt, daß die Begriffe „deutsch“ und „Revolution“ nicht zusammenpassen, was – wie alles im Leben – seine Vor- und Nachteile hat.

    • …..richtig!….die linkks/grünen Krebsmetastasen haben dieses Land mittlerweile total befallen,ich habe keine Hoffnung mehr auf Rettung für dieses einstmals schöne Land….

  10. Man soll sich keine Illusionen machen, zwar könnte man theoretisch das Regime durch Abwanderung der Leistungserbringer zu Fall bringen, aber Auswanderung ist immer eine Sache der Wenigen und erfordert schon einiges an Vorbereitung und mehr als Urlaubskenntnis.
    Es gibt allerdings den Punkt, an dem der Staat die Bürger soweit demütigt, daß es zu einer Angelegenheit der Würde* wird, zu gehen (das war bei mir der Fall) und dann muss man feststellen, dass man mit einer guten Ausbildung in einem brauchbaren Beruf (also nicht gerade Theologe, Philosoph oder Soziologe…) im Ausland deutlich im Vorteil ist.

    *Die wesentliche Frage ist dann nicht kurzfristig wirtschaftlich, sondern langfristig biographisch:Wo kann meine Hoffnung noch Wurzeln schlagen?!
    Es ist halt schwerer zu ertragen, wenn man sein eigenes Land von bösartigen Narren in den Abgrund gejagt sieht als in der Fremde die Disfunktionalität zu ertragen, die einen nicht verantwortlich betrifft.

    • ….vollkommen d’accord!
      Meiner MINT-Familie und mir ist hier mittlerweile jegliche (berufliche) Perspektive im IT-Bereich abhanden gekommen.

    • Es ist ja nicht so, daß „man die Heimat verlässt“, sondern die Heimat hat einen bereits vorher verlassen!
      Mit MINT sind Sie auf jeden Fall gut aufgestellt. Hier in Argentinien, das ich zur Einwanderung nur speziellen Fällen wie mir /unserer Familie empfehlen würde (Chile ist da weitaus erfreulicher vom dem, was ich so mitkriege bzw. in Chile gesehen habe), – selbst also in Argentinien ist der Informatiksektor ein einziger Wachstumsmarkt und ich bezweifle, daß er qualitativ allein inländisch gedeckt werden kann!

  11. Oft bin ich angefeindet worden von selbsternannten Patrioten. Wer sein Land liebt, der verteidigt es und haut nicht ab, wurde mir oft vorgeworfen.
    Wovon träumen die ?
    Etwa von einem Bürgerkrieg, in dem eine Generation 50+ mit Besenstielen oder bestenfalls Luftgewehren Jagd auf illegale und nichtsnutzige, dabei teure Immigranten macht ?

    Ich bin kein Millionär, war nur ein kleiner Geschäftsinhaber, dem die Folgen der politischen Entwicklung schon vor neun Jahren nur zu deutlich in den Untergang zu wiesen schienen.

    Schon im Jahr 2010, da waren wir von der Immigrationskrise im großen Stil noch weit entfernt, habe ich mich ausgeklingt. Mein Geschäft habe ich aufgegeben, mich damit von einer immensen Arbeitsbelastung (16 Stunden Tag), einer unglaublichen Steuern- und Abgabenlast (mehr als 80%) befreit und bin nach Indien ausgewandert, mit dem guten Gefühl, dem aktuellen Regime in Deutschland keinen Cent mehr zu liefern.

    2013 kehrte ich aus privaten Gründen vorübergehend zurück, blieb bis August 2015 und sah, es wurde immer schlimmer.

    Seit August 2015 lebe ich dauerhaft in Indien, bin nicht reich. 2010, als ich das Geschäft und damit das Einkommen aufgab, war ich erst 45 Jahre alt.

    Ich lebe von dem, was ich bis zu meinem 45. Lebensjahr erwirtschaftet habe. Da ich damit rechnen muß, 90 Jahre alt zu werden, bedeutet das heute, von etwa 1.100,– € im Monat zu leben. In Indien ist das ein Vermögen. So viel verdient hier ein Ingenieur oder ein niedergelassener Arzt.

    Ich bin auch ein Ingenieur. Einer „vernünftigen“ Regierung in Deutschland, der geliebten Heimat, würde ich gern, so wie ich es früher tat, jeden Monat sieben oder Achttausend Euro Steuern zahlen,als das Geld weitestgehend ans Volk in Form von Infrastruktur, Sozialleistungen und Sicherheit zurückgegeben wurde.

    Seit einigen Jahren wird dem Volk nichts mehr von seinen Steuern zurückgegeben.

    Die meisten können es sich nicht leisten, einfach die Koffer zu packen und zu gehen. So einfach ist das nicht, auch emotional nicht, wenn man Familie hat.
    Alle die, die es können, sollten lieber heute als morgen gehen.

    Das Regime in unserer Heimat ist zwar schon lange handlungsunfähig. Aber es kann sich über Wasser halten, denn die Steuereinnahmen sprudeln immer noch. Wenn die Versiegen, dann ist es aus mit Merkel und Co. und Altparteien-Durcheinander.

    Ich genieße derweil das süße Leben in Indien. Wenn ich in Deutschland gebraucht würde und wirklich etwas ausrichten könnte, wäre ich sofort wieder da.
    Leider sehe ich die geliebte Heimat in den Untergang rennen. Ob die Afd noch ein Rettungsanker sein kann ?

    Ich hoffe es…

  12. Wir sind schon 2006 weg. Unser Sohn war schon damals der einzige deutsche Junge in seiner Klasse, das Niveau der Schule war entsprechend. Der Besuch einer anderen Schule wurde von den Behörden verwehrt. Der wär heute sicher Hartzer. Stattdessen hat er eine ordentliche Arbeit mit überdurchschnittlichem Gehalt.
    Als Selbständiger hat mich schon damals die Gängelei der Behörden angekotzt! Unvergessen ist das Drama, als ich eine wirkliche Fachkraft aus dem Werk meines polnischen Zulieferers einstellen wollte und damals die Freizügigkeit für Polen noch nicht bestand!
    Hier in Texas und den USA haben wir es nicht leicht gehabt. In 2009 wurde unser Geschäft komplett ausgeraubt, 201572016 wären wir fast pleite gegangen, weil die Chinesen unsere Produkte einfach nachgemacht und ungehindert bei Amazon verscherbelt haben. Erst seitdem der böse Donald das Postabkommen mit China gekündigt hat, durch das die Chinesen ihren Dreck billiger hierherschicken konnten als wir unsere Sachen innerhalb der USA, ist Ruhe mit diesem Pack!
    Trotz dieser Dramen, bereuen wir nicht eine einzige Sekunde! Deutschland? Nie wieder! Noch nichtmal mehr auf Urlaub!

    Gruss aus Texas
    Tom

    • Hallo Tom, Interessanter Beitrag und gut geschrieben ,die Gründe für die Auswanderung kann gut nachvollziehen.Übrigens „Living in America“ auf Youtube ; gut gemacht ,witzig und lehrreich.Kann ich echt empfehlen.Leider funktioniert die Kommentarfunktion nicht .
      Grüße aus MV. Dirk.

    • Hallo Dirk,
      Danke für die Blumen! 😀
      Die Kommentarfunktion ist stets freigeschaltet, aber man braucht wohl einen Youtube bzw. Google account und muss eingeloggt sein.
      Fall Du direkt Kontakt aufnehmen willst, schreib einfach an die Jouwatch Redaktion, die leiten Deine Nachricht weiter.
      [email protected]

      Liebe Grüße
      Tom

    • „Trotz dieser Dramen, bereuen wir nicht eine einzige Sekunde! Deutschland? Nie wieder! Noch nichtmal mehr auf Urlaub!“

      So eine Äußerung macht mich traurig, aber ich kann sie vollkommen verstehen und nachvollziehen, habe ich doch meinem Patenkind dasselbe empfohlen – hau hier ab solange es noch geht! Und das wird er, wenn er mit seinem Studium fertig ist (Informatik) wohl auch tun.

      Was hier – vor allem im Verhältnis Staat-Gesellschaft – im Argen liegt, kriegt man wohl auch nur richtig mit, wenn man eine Zeitlang im wirklich demokratischen Ausland gelebt und Vergleiche angestellt hat, z.B. über Steuerlast, Umgang der Behörden, Regulierungen.

  13. Die Sachsen und Brandenburger haben die Alternative zum Auswandern aufgezeigt , weil sie die Folgen der Planwirtschaft und SED Propaganda kennen.
    Dem Westen geht es immer noch zu gut, er hat die schlechten Jahre nach 45 längst vergessen und die Verdummung der Medien wirkt inzwischen.
    Es fehlt den Deutschen der Stolz auf die eigene Nation und das kämpfen darum, dass das auch berechtigt ist und zum Völkerrecht gehört.

  14. Auswanderung ist auch eine Abstimmung mit den Füßen über den Grad des Versagens der Eliten eines Landes.

    Und Deutschland war schon immer klassisches Auswanderungsland, was eine Menge über deutsche Eliten aussagt – allerdings auch über die Bräsigkeit der deutschen Bevölkerung, sich alles mögliche bieten zu lassen. Und über seine politische Dummheit, jeder träumerischen Vision seiner Eliten hinterher zu laufen.

  15. Wenn Deutsch-Ostafrika leer ist, können wir da ein neues Deutschland aufbauen.
    ….und nie, nie, nie …Rote oder Grüne nach Neu-Deutschland lassen ❗❗❗

  16. Ich habe es schon mal hier geschrieben und kann es nicht oft genug wiederholen:
    Wem die Zukunft seiner Kinder am Herzen liegt, verlässt dieses Land so schnell wie nur möglich.
    Deutschland hat fertig.
    Um das Land tut es mir leid, um die ganzen Gutmenschen jedoch nicht.
    Es ist auch erträglicher, sich den Untergang aus der Ferne anzusehen.
    Die BRD 2019 – ein Failed State.

  17. Und zu den deutschen Auswanderern kommen noch die, die aus den bereicherten Großstädten und Shitholes wegziehen/verdrängt werden. Darüber spricht auch niemand und es gibt bestimmt keine Statistik.

  18. Das sind die Beweggründe :

    – Höchste Steuerlast in Europa („FOCUS“ gestern : „Hohe Steuerbelastung, hohe Kosten Von 1666 Euro bleiben 37 Euro: Der Mittelschicht bleibt kaum noch Luft zum Sparen“)

    – Längste Lebensarbeitszeit und zugleich niedrigste Renten in (EU-)Europa

    – ausufernde Kriminalität, insbesondere in den Großstädten

    – qualitativ die schlechtesten Lebensmittel in Europa

    – zerfallende Infrastruktur : Schulen, Straßen, Bahn

    – Investitionsstau, insbesondere bei Zukunftstechnologien (u.a. „schnelles Internet“)

    – kulturell über-„bereicherte“ Schulen – Bildungsniveau im weltweiten Vergleich im freien Fall

    – notorische Diskussionen über neue KLIMA®- und andere Neidsteuern („Vermögenssteuer“)

    – demographische Katastrophe dank jahrzehntelanger Benachteiligung von klassischen Familien zugunsten von Gender-Experimenten („3. Toilette“, „Regenbogenfamilien“, LSBGQT-Gedöns)

    – und – last, but not least : faktisch nicht abwählbare, politische Nieten in Nadelstreifen

    Wen sollte es noch wundern : Deutschland ist kein EINwanderungsland, sondern ein AUSwanderungsland geworden – zumindest im Hinblick auf (potentielle oder tatsächliche) Leistungsträger, eine regelrechte Idiotokratie.

    • Die Sachsen (Deutsche Bildungshochburg) und Brandenburger haben die grobe Richtung vorgegeben. Die AfD verdoppelt und verdreifacht die Mandate und man staunt: die Welt dreht sich immer noch.

      Mal sehen, ob die Thüringer vor den schlauen Sachsen zurückstecken, oder die AfD dort vervier- was sage ich, verfünffacht.

    • Wegen der Lebensmittel: Lernen sie von den Einwanderern. Kaufen sie da ein, wo die einkaufen. Gehen Sie in einen Mix Markt. Sieht komisch aus da drin, aber die Nahrung ist besser.

      Der Grund ist ganz einfach: Der Russe, der Türke, der Araber machen es ihrem Lebensmittelhändler sehr deutlich, wenn er schlechte Qualität verkauft. Und sie sind aus der Heimat gutes Essen gewohnt.

    • Ja, ideologisch bedingte Ignoranz, intellektuelle Dummheit & fachliche Inkompetenz, wohin man guckt.

      Noch zur Ergänzung:

      „sondern ein AUSwanderungsland geworden“

      Nicht „geworden“. Denn Deutschland war schon immer Auswanderungsland dank unserer tollen „Eliten“: Rund 6 (in Worten: sechs) Millionen Auswanderer allein von 1820-1930 – 90% davon in die USA (auch von meinen Vorfahren, die sich nach WKI plötzlich mit ihrem Bauernhof im dtsch.-poln. Grenzgebiet wiederfanden und auf marodierende Polen-Banden und die Unfähigkeit dtsch. Regierungen keinen Bock mehr hatten).

      Und da sind noch nicht mal die mitgezählt, die vorher (18. Jh.) nach Rußland auswanderten (ab 1764 an die Wolga unter Katharina II.), 1789 und 1794 dann ans Schwarze Meer).

      Und auch nicht die Einwohner aus dem damaligen Kurfürstentum Hessen-Kassel, die nach ihrem Militärdienst in Amerika (Unabhängigkeitskrieg, Teilnahme auf britischer Seite) legal in Amerika blieben und ihre Familien nachholten, weil ihnen kostenlos Land zur Verfügung gestellt wurde.

      Und auch nicht die, die nach WKII, also nach ’45, die Biege machten – und das waren längst nicht nur Kriegsverbrecher über die „Rattenlinie“ nach Südamerika, sondern auch Leute, die für sich und für Dtschld. keine Zukunft mehr sahen.

      Kommt ja nicht von ungefähr, daß man in vielen Teilen der Welt auf deutsche Kultur trifft.

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