Waldbrände in Brasilien – die ganze Wahrheit

Symbolfoto: Von Kaweepol_Kan/ Shutterstock

Die angeblichen Waldbrände in Brasilien waren ein gefundenes Fressen für alle Klimahysteriker in der Politik und den Medien, konnte man dem gehassten Präsidenten Bolsonaro dabei doch noch zusätzlich einen mitgeben.

Aber wie immer bei solchen Kampagnen sollte man auch „die andere Seite“ zu Wort kommen lassen.

Peter Mersch schreibt dazu zum Beispiel auf Facebook:

„ZDF heute“ und andere Medien hatten gestern eine Karte der NASA veröffentlicht, die die Amazonas-Regenwald-Brände vom Weltall aus zeigen sollen (https://www.facebook.com/…/pb.112784955…/10157701438055680/…).

Die Karte war mit der NASA-FIRMS-Anwendung (Fire Informantion for Ressource Management System: https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/) erstellt worden.

Im Folgenden soll mit dieser Anwendung etwas tiefer in die betroffenen Gebiete hineingezoomt werden. Dafür wurde ein Bereich auf der ZDF heute-Karte ausgewählt, in dem eine ziemlich gerade Brandlinie in Richtung Nord-Ost-Ost besonders tief in den eigentlichen Regenwald hineinzureichen scheint (siehe den weißen Kasten in Abbildung 1). Auf den ersten Blick könnte man meinen: Dort brennen weite Teile des Amazonas Regenwaldes.

Abbildung 2 zeigt die Brände der letzten 24 Stunde im Gebiet des Amazonas Regenwaldes, nun aber schon ein wenig höher aufgelöst. Die gerade Linie aus der ersten Abbildung ist weiterhin sehr klar zu erkennen. Der weiße Kasten grenzt das Zoom-Gebiet gegenüber der ersten Abbildung noch ein ganzes Stück weiter ein.

Abbildung 3 stellt das Gebiet innerhalb des weißen Kastens der zweiten Abbildung dar. Im Zentrum der Aufnahme befindet sich der Ort Apuí, rechts davon (im Osten) ist der Fluss Rio Tapajós (einer der zahllosen Zuflüsse des Amazonas) zu erkennen, und entlang der linearen Feuerlinie verläuft die Straße BR 230 Rod:Transamazônica. Geschützte Bereiche sind (hell) grün dargestellt, ungeschützte dunkelgrün.

Auf Abbildung 3 sehen die Brandstellen allerdings viel weniger bedrohlich aus als auf der niedrig aufgelösten ZDF heute-Karte. Der Grund: Die NASA verwendet in ihrer Anwendung ein Bildbearbeitungsverfahren, das es erlaubt, einzelne Brandstellen selbst bei einer geringen Auflösung noch gut erkennen zu können. Hierbei rücken Brände, die eigentlich recht klein und weit voneinander entfernt sind, optisch dich zusammen und manchmal auch zu einem scheinbar einzigen großen Brand.

Auf der hoch aufgelösten Karte der Abbildung 3 ist jedoch gut zu erkennen, dass auch an dieser Stelle nicht der Amazonas Regenwald brennt, sondern die Wirtschaftsflächen der dort lebenden und arbeitenden Menschen (die nicht geschützten Bereiche). Anders gesagt: Es brennt dort, wo Menschen leben und arbeiten.

Und noch ein hoch interessanter Hinweis:

Das Brandgeschehen im Amazonasgebiet in den Jahren 2005 bis 2019 ++

Die NASA stellt in ihrer FIRMS-Anwendung (https://firms.modaps.eosdis.nasa.gov/) zwei Datenarchive mit unterschiedlichen Datenquellen zur Verfügung, und zwar einerseits ein Archiv mit den MODIS C6-Daten, andererseits ein Archiv mit den (feiner aufgelösten) VIIRS-Daten. Letztere ist sehr umfangreich, weswegen ich mich zunächst auf die MODIS C6-Datenbank für den Zeitaum 2005 bis 2019 beschränkt habe. Ich vermute aber, dass sich aus beiden Datenbanken ähnliche Zahlenrelationen für die einzelnen Jahre und Zeiträume extrahieren lassen.

Als Amazonasgebiet soll im Folgenden der hervorgehobene Quadrant in der angehangenen Abbildung bezeichnet werden. Aus diesem Gebiet stammen alle extrahierten Brandeinträge.

Für den Zeitraum 01. Januar bis 23. August werden in der MODIS C6-Datenbank die folgenden Brandvorfallssummen für die einzelnen Jahre (im gewählten Amazonasgebiet) ausgewiesen:

2005 197.420
2006 106.061
2007 171.854
2008 79.889
2009 51.836
2010 181.287
2011 52.317
2012 83.134
2013 56.816
2014 85.806
2015 78.655
2016 126.221
2017 84.712
2018 71.193
2019 132.554

Demnach gehört 2019 zu den Jahren mit relativ hoher Brandaktivität (4. Rang in der obigen Liste, knapp vor dem Jahr 2016). Auffällig sind die zum Teil enormen Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren (beispielsweise im Zeitraum 2009 bis 2011).

Für den Zeitraum 01. August bis 23. August der jeweiligen Jahre werden von der Datenbank die folgenden Brandvorfallssummen ausgewiesen:

2005 106.915
2006 53.466
2007 88.237
2008 37.313
2009 21.505
2010 111.538
2011 19.033
2012 40.124
2013 17.097
2014 39.237
2015 38.107
2016 44.151
2017 34.148
2018 14.843
2019 64.319

Auch in dieser Aufstellung liegt 2019 auf dem 4. Rang, 2016 deutlich dahinter auf dem 6. Rang. Allerdings liegt die für 2019 ausgewiesene Brandvorfallssumme noch immer innerhalb der üblichen jährlichen Schwankungsbreite des Amazonasgebiets.

Auffällig sind die sehr niedrigen August-Zahlen für 2018 (der kleinste Wert aller untersuchten Jahre). In den Medien heißt es oft, dass die Brände im Amazonasgebiet im Jahr 2019 gegenüber dem Vorjahr drastisch (genauer: um 86 Prozent) zugenommen hätten, wofür der brasilianische Präsident die Verantwortung trage. Diese Behauptung übersieht jedoch, dass es im August 2018 zu ungewöhnlich wenigen Bränden im Amazonas-Gebiet kam.

Die letzte Tabelle zeigt die in der MODIS C6-Datenbank für den Zeitraum Januar bis Juli ausgewiesenen Brandvorfallssummen:

2005 90.505
2006 52.595
2007 83.617
2008 42.576
2009 30.331
2010 69.749
2011 33.284
2012 43.010
2013 39.719
2014 46.569
2015 40.548
2016 82.070
2017 50.564
2018 56.350
2019 68.235

In dieser Aufstellung liegt 2019 nur noch auf dem 5. Rang. Mit 2016 hat es die Plätze getauscht. Auch ist der für 2019 ausgewiesene Wert nur ca. 20 Prozent größer als für 2018, während der für den August (bis zum 23.08.) errechnete 2019-Wert den Vorjahreswert um mehr als 330 Prozent übertrifft. Für das gesamte Jahr 2019 bis zum 23. August ergibt sich hieraus eine Gesamtzunahme der Brandaktivitäten im Amazonasgebiet gegenüber dem Vorjahr (2018) um ca. 86 Prozent. Diese Zahl wird auch in den Medien kommuniziert. Dabei wird jedoch übersehen, dass 2018 (und hierbei insbesondere der August) ein Jahr mit ungewöhnlich niedriger Brandaktivität im Amazonasgebiet war.

Die Aufstellungen deuten an, dass die unterschiedlichen Summenzahlen maßgeblich durch die jeweiligen Wetterbedingungen getriggert sein könnten.

Jouwatch erreichten dazu noch zwei Videos – sozusagen direkt aus der Karte, die so dramatisch rot „eingefärbt“ sind:

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17 Kommentare

  1. Jetzt werden sich wohl Millionen und Abermillionen sich auf den Weg zur mexikanischen Grenze aufmachen…Hiiiilfe: ganz Südamerika brennt…!
    Bald wird Hilfe kommen in Gestalt der „Holy Greta“ – und dann heisst es wieder: Alles wird gut !
    Bei dieser unglaublich gewordenen Total-Verarsche von A bis Z der Weltbevölkerung durch eine kleine globale und immer offensichtlicher, vom Teufel beeinflussten Polit- und Finanzverbrecherbande, müsste es eigentlich überall bereits zu Hongkong-ähnlichen Kämpfen gekommen sein.
    Tut es jedoch immer noch nicht, da die Medien unter dem Diktat eben dieser o.e. Satansbrüder ihre Höllenheissen verlogenen „News“ in die weltweiten Stuben liefern müssen.
    Irgend Etwas wird und muss sich demnächst ändern!

  2. das wuerde ich mal den Brasilianern erklaeren ,die Bevoelkerung vermehrt sich extrem

    haben Sie schon mal Rio oder Sao Paulo gesehen ??Sao Paulo mit 20millionen einwohnern .oder aehnliche Staedte ??Frankfurt ist dazu im vergleich ein Minidorf

  3. Man man man, denen hät ich ja viel zugetraut, aber das sie jetzt den ganzen Regenwald anzünden nur weil der August, in Deutschland, nicht so heiß wie letztes Jahr war, das hät ich nie für möglich gehalten😉.

  4. Man wird doch belogen nach Strich und Faden und dabei befinden sich noch Kommentatoren die auf ihrem YouTube-Kanal den Teufel an die Wand malen und ihre Halbwahrheiten aus sich heraus auskotzen ,das der Brasilianische Präsident die Waldbrände veranlasst hätte. Ein Unsinn und so ist die Erwartung sich dabei profilieren zu können. Einfach alles zum Kotzen

  5. Ich bin Vegetarier meide aber SOJA. Quasi alle Vegan und Vegetarische ‚Ersatz Lebensmittel‘ fertig Produkte werden mit SOJA hergestellt. Wenn alle Veganer Produkte essen würden, wäre massiver Soja anbau notwendig. Aber die Linken behaupten dass die Viehproduktion zu Soja anbau führt. Verrückt.

    • Das ist nicht ganz richtig. Denn die in Brasilien angebauten Sojapflanzen – in der Regel gentechnisch veränderte Sorten – werden nicht in deutschen Bio-Produkten eingesetzt. Die meisten in deutschen Bioläden verkauften Soja-Produkte enthalten Soja aus europäischem oder inzwischen zunehmend auch deutschem Anbau. Es ist auch ein Irrtum, dass sich der Veganer hauptsächlich von Sojaprodukten ernährt. Als Fleischersatz dient Seiten oder Lupine – Pflanzenmilch aus Hafer, Reis oder Dinkel sind ohnehin gesünder als Sojamilch.

      Die in u. a. in Brasilien als Monokultur angebaute Sojabohne dient in erster Linie als Futtermittel für die europäische Fleischproduktion.

      Die Assoziation „vegan/vegetarisch“ = links-grün geht fehl.

    • Genau das zeigt das Problem: Hier geht es nicht um die Waldbrände im Amazonasgebiet, sondern um Politik. Der jetzige Präsident ist ja ein rechter. Damit voll verantwortlich. Der Vorgänger war ein linker und konnte absolut nichts für die offensichtlich viel stärkeren Waldbrände. Damit bleiben keine Fragen mehr offen.

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