Hamburgs Jüdischer Friedhof verkommt zum Drogentreff

Symbolfoto:Von Photographee.eu/shutterstock

Hamburg – Nicht nur die Angriffe auf Juden im öffentlichen Leben nehmen zu. Nun droht auch jüdischen Kulturdenkmälern Gefahr. Drogensüchtige in Hamburg-Harburg, die vom „Abrigado“ betreut werden, haben sich ausgerechnet den benachbarten jüdischen Friedhof als Drückerplatz, Crackkonsumort und Abort ausgesucht.

Die jüdische Gemeinde ist entsetzt. Die Hamburger Behörden sprechen von „Durchgangsverkehr von „Abrigado“-Nutzern“ und versprechen Verbesserungen. Beim Großteil der Süchtigen handelt es sich um Osteuropäer, die sich der geschichtlichen Bedeutung des Ortes scheinbar nicht bewusst sind. Bei einem muslimischen Friedhof wäre die Aufregung mutmaßlich größer.

„Drogenverstecke auf dem Friedhof, Süchtige, die sich zwischen Gräbern eine Spritze setzen, Crack-Pfeifen und Fäkalien hinter Grabsteinen“, so beschreibt die Mopo die Zustände auf dem jüdischen Friedhof in Hamburg-Harburg, der direkt neben einer Drogensüchtigen-Betreuungsstelle liegt. Das Problem besteht laut offiziellen Stellen in der dramatisch gestiegenen Zahl von Drogensüchtigen.

Ursprünglich war das „Abrigado“ für 80 tägliche Nutzer eröffnet. Jetzt strömen jeden Tag 250 Drogenkonsumenten zu der Einrichtung an der Schwarzenbergstraße, um dort laut Mopo „in geschütztem Rahmen ihre Sucht zu befriedigen.“ Manche zieht´s dann im wahrsten Sinne des Wortes ins „Grüne“, wo sie sich auf dem nahegelegenen parkähnlichen jüdischen Friedhof einen Schuss setzen oder ihre Crackpfeife rauchen.

Landesrabbiner Shlomo Bistritzky hat bereits gegenüber der Bild eine stärkere Überwachung des Friedhofes gefordert. Sein einfacher und durchaus praktikabler Lösungsvorschlag: „Der Friedhof sollte von einem ordentlichen Zaun und abschließbaren Tor umgeben werden, um Unbefugten den Zutritt zu verwehren. Dieser Zaun sollte nicht so leicht zu überwinden sein wie der bereits bestehende.“ Auch eine Kameraüberwachung wäre längst überfällig.

Unterdessen wird der Fall von den Hamburger Behörden heruntergespielt. Bei Kontrollen von Behördenmitarbeitern „wurden die beklagten Zustände nicht festgestellt“, so eine Sprecherin. Weiter heißt es laut Mopo: „Allerdings könnten gelegentliche Verschmutzungen im Umfeld des Abrigado nicht gänzlich ausgeschlossen werden, ebenso wenig wie der Durchgangsverkehr von „Abrigado“-Nutzern.“ Die für den Süchtigen-Treff zuständige Behörde prüft allerdings, ob der Drogenkonsumplatz nicht an einen anderen Ort verlegt werden könnte. (KL)

 

 

 

 

 

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5 Kommentare

  1. Ein Friedhof lädt zur Drogenparty ein. Das ist alles nur noch ein großer Witz. Die Fragen sollten sich nach der Ursache richten, warum hier nicht hart durchgegriffen wird. Wer profitiert davon und warum? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Antworten, welche sehr komplex sind, überraschen würden. Diese sollten auf der Stelle zur Abwahl einiger Polit-Figuren führen.

  2. Warum regt sich dieser Landesrabbiner denn so auf ?
    Wo ist denn plötzlich die vielgepriesene Toleranz und Offenheit hin ?
    Oder gilt so etwas nur, so lange es einen nicht selber betrifft ?

  3. Statt den Zaun um Deutschland zu machen, gibt es viele „Käfige der Narren“ im Inneren. Friedhöfe, Weihnachtsmärkte, Feste usw.
    Müssen wir uns auch bald in Käfigen aufhalten, damit man uns nicht verprügelt, vergewaltig, totschlägt????
    Ist das die neue Freiheit in Deutschland, unfrei im eigenem Land zu leben, damit die Neuankömmlinge gut und gerne hier ihr Unwesen treiben können? Geht Unteilbar und wie die Schwachköpfe alle heißen, auf die Straße demonstrieren, damit wir afrikanische Verhältnisse bekommen?

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