Pervers: Bruce-Willis-Synchronstimme macht Radiowerbung für Brandenburgs CDU-Topmann Senftleben

Bruce Willis bei der Glass Film Premiere am 15.01.2019 in New York Glass Filmpremiere in New York *** Bruce Willis at the Glass Film Premiere on 15 01 2019 in New York Glass Film Premiere in New York PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Potsdam – Aus gutem Grund sollten Unterhaltung und leichte Kunst unparteiisch bleiben: Gewiss beschäftigen sich TV und Kino mit gesellschaftlichen Themen und beziehen auch hochpolitisch Stellung. Doch in den Dienst von Parteien stellen sich ihre prominenten Vertreter aus gutem Grund nicht. Dass nun mit voller Absicht Synchronsprecher Manfred Lehmann – dessen Stimme Millionen Deutschen als Synchronstimme unter anderem von Bruce Willis oder James Woods wohlvertraut ist – in den Brandenburger Landtagswahlkampf eingreift, ist ein Skandal.

Es ist ein psychomanipulatives Meisterstück des Brandenburger CDU-Spitzenkandidaten Ingo Senftleben, wohl geboren aus dem verzweifelten Bemühen, der favorisierten AfD auf den letzten Metern Stimmen abzujagen: Indem der bekannte Synchronsprecher Manfred Lehmann alias die Stimme von Bruce Willis in Radiospots für ihn wirbt, profitiert Senftleben sozusagen „frei Haus“ vom Positiv-Image unzähliger Hollywood-Streifen – und vor allem dem Image von Publikumsliebling Willis. Denn wer denkt beim Klang von Lehmanns Stimme nicht spontan etwa an die „Stirb-Langsam„-Tetralogie, an „Twelve Monkeys“ oder viele weitere Blockbuster? Es handelt sich hierbei gewissermaßen um unlauteren Wettbewerb, der von den Produktionsgesellschaften oder vom Filmvertrieb eigentlich ausgeschlossen werden sollte: Denn hierzulande sind die Synchronsprecher großer Hollywood-Legenden fast so prominent wie die von ihnen gesprochenen Schauspieler selbst. Man denke nur an Robert de Niros deutsche Stimme, Christian Brückner. Deshalb sollte man von ihnen auch eine gewisse Sensibilität erwarten dürfen, wofür sie ihre Stimme sonst noch so einsetzen.

Jedenfalls soll ab Montag – laut n-tv – der entsprechende Radiospot in der Vertonung von Lehmann laufen, und zwar die ganze letzte Woche bis zur Wahl bei den privaten Sendern BB Radio und 104.6 RTL Es bleibt zu hoffen, dass sich bei den Hörern die Assoziation zwischen Willis und Senftleben in engen Grenzen hält. (DM)

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11 Kommentare

  1. Man muss das verstehen: Wenn es mit der Schauspielkarriere vom Keller aus steil nach unten geht, muss man sich mit Waschmittel- oder Parteienwerbung über Wasser halten.

    Er war alt und senil und brauchte das Geld.

  2. Das wird der CDU auch nicht mehr helfen. Es ist zu offensichtlich dass alles was auch nur irgendwie prominent ist oder einen gewissen Bekanntheitsgrad hat (wie in diesem Fall) systematisch für Politwerbezwecke eingespannt wird. Das Volk ist nicht so dumm, dass es nicht genau wüsste, dass das unter Hitler so war und unter Honecker genauso. Vor allem im Osten haben Wähler für sowas ein feines Gespür. Mit soviel offener Propaganda erreicht man eigentlich eher genau das Gegenteil. Vielleicht soll es aber auch nur als Alibi für den vermmeintlich starken (weil manipulierten) Stimmenzuwachs für die CDU dienen.

  3. Der AfD-Konter ginge per Plakat ganz einfach:

    „Sag zum Abschied leise Jippijaijei Schweinebacke!“

    😉

  4. Mein Vorschlag:
    Woody Harrolson in „Larry Flint“
    „Meinungen sind wie Arschlöcher…jeder hat eins!“

  5. „Denn wer denkt beim Klang von Lehmanns Stimme nicht spontan etwa an die „Stirb-Langsam„-Tetralogie, an „Twelve Monkeys“ oder viele weitere Blockbuster?”
    Ich weiß ja nicht, in welcher Welt der Autor dieses Artikels lebt.
    Aber ich, seit ca. 35 Jahren abstinent vom Konsumidiotentum Fernsehen, Kino, Fußball u.ä. Veranstaltungen kenne weder Herrn Willis noch dessen Synchronstimme noch die Zwölf Affen.

    Hinzu kommt, daß eine Synchronstimmen-Sprecher, der den ganzen Hollywoodschinken-Mist nachäffend übersetzt, durchaus das Recht hat, seine bescheuerte politische Meinung durch einseitige Parteiennahme kundzutun.
    Hier scheint der Autor dieses Artikels einem Synchronsprecher die Würde eines neutralen öffentlichen Amtes zuzusprechen, dessen Gebot nicht einmal unser SPD-Bundespräsident einhält.
    Wer sich von irgendwelchen tumben öffentlichen Showpromis wie Udo Lindenberg oder sonstigen Schwachmaten wie besagten Sprecher in seiner Wahlentscheidung blenden läßt, darf nur nicht jammern, wenn ihm die Folgen seines tun um die Ohren fliegt.
    Ich weiß nicht, was der Artikel soll.

  6. Im Angebot wären noch folgende Synchronsprecher für die anderen Parteien.

    Gollum aus “Der Herr der Ringe”
    Jack Torrance in „Shining“
    Freddy Krueger in „Nightmare on Elmstreet“
    Hannibal Lecter in „Das Schweigen der Lämmer“
    Auric Goldfinger in „Goldfinger“
    Alex DeLarge in “A Clockwork Orange”

    Die parteiliche Zuordnung sei jeden selbst überlassen.

  7. Bezahlen wir jetzt auch schon Berater Gagen in Hollywood ?
    Wir haben vor Kurzem doch Tabaluga erst ausgegraben !
    Die hard my friend !

  8. Wenn man mit der Orginalstimme werben würde, hätten sie noch mehr Chancen, zumindest auf die CSD Teilnehmer.

  9. Für Geld machen sie alles. Aber auch mal ehrlich gedacht. Wer sich als Wähler aufgrund einer Synchronstimme berufen fühlen sollte, eine „Mafia“ wählen zu wollen, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

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