Medien präsentieren rechtzeitig „passende“ Wahlumfragen für Sachsen und Brandenburg gegen die AfD

Foto: Von roibu/Shutterstock

Schon merkwürdig. So kurz vor der Wahl sieht es plötzlich für die etablierten Parteien in Sachsen und Brandenburg wieder ganz gut aus. Man könnte fast auf die Idee kommen, hier würde manipuliert werden, um den Erfolg der AfD auszubremsen:

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen erreicht die CDU in der von Infratest ermittelten ARD-Vorwahlumfrage 30 Prozent und wäre damit stärkste Kraft. Die Partei von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer legt vier Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Infratest-Umfrage für Sachsen Anfang Juli zu. Die Linke käme demnach auf 16 Prozent (+1 im Vgl. zu Juli), die SPD liegt bei 7 Prozent (-2 Prozent).

Die AfD lässt zwei Prozentpunkte nach und erreicht 24 Prozent, die Grünen liegen aktuell bei 11 Prozent (-1 Prozent). Die FDP erreicht unverändert 5 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 4 Prozent (+1 Prozent). Weitere Ergebnisse der Umfrage: Nach Meinung der Sachsen wird in der Politik zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen auf dem Land genommen: Fast drei Viertel (71 Prozent) sind dieser Ansicht.

21 Prozent meinen, auf die Interessen der Menschen auf dem Land werde angemessen Rücksicht genommen, 1 Prozent meint, es werde zu viel Rücksicht auf deren Interessen genommen. Dahingegen meint nur rund ein Fünftel (22 Prozent), dass die Politik zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen in der Stadt nimmt. Gut die Hälfte (56 Prozent) ist der Ansicht, die Politik nehme angemessen Rücksicht auf die Interessen der Städter und 14 Prozent meinen, es werde in der Politik zu viel Rücksicht auf die Interessen der Stadt-Bevölkerung genommen.

Die Partei Die Linke ist nach Ansicht der Sachsen die Partei, die sich am meisten um die Interessen der Ostdeutschen kümmert: 22 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht. 16 Prozent meinen, die CDU würde am ehesten die Interessen der Ostdeutschen vertreten, 13 Prozent sehen diese Kompetenz bei der AfD, 6 Prozent bei der SPD, 2 Prozent bei den Grünen und 1 Prozent bei der FDP. Allerdings antworten 35 Prozent der Befragten auf diese Frage mit „Weiß nicht“ oder „keine Partei“.

Für die Erhebung befragte Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen im Zeitraum vom 19. bis zum 21. August 2019 insgesamt 1.002 Wahlberechtigte in Sachsen.

In Brandenburg legt die SPD anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in der ARD-Vorwahlumfrage deutlich zu und ist gleichauf mit der AfD, die Grünen verlieren deutlich. Laut der Erhebung von Infratest, die am Donnerstag in den ARD-Tagesthemen veröffentlicht wird, kommen die Sozialdemokraten in Brandenburg nun auf 22 Prozent, vier Prozentpunkte mehr im Vergleich zur letzten Umfrage Anfang Juni. Die AfD kommt auf denselben Wert, legt aber nur einen Prozentpunkt zu.

Die CDU käme demnach auf 18 Prozent (+1 Prozent). Die Linke liegt bei 15 Prozent (+1 Prozent). Großer Verlierer in Brandenburg sind hingegen die Grünen, die fünf Prozentpunkte im Vergleich zur Juni-Umfrage nachlassen und nur noch auf zwölf Prozent kommen.

Die BVB/Freie Wähler erreichen unverändert 4 Prozent, die FDP liegt weiter bei 5 Prozent. Für die Sonntagsfrage im Auftrag der ARD-Tagesthemen hat das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von Montag bis Mittwoch dieser Woche 1.002 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt. Weitere Ergebnisse der Umfrage: Aktuell sind nur noch 44 Prozent der Brandenburger mit der Arbeit der Landesregierung aus SPD und Linken zufrieden bzw. sehr zufrieden (-16 Prozentpunkte im Vgl. zu September 2014), 54 Prozent sind aktuell weniger bzw. gar nicht zufrieden (+17).

30 Prozent der Befragten wollen, dass die SPD weiterhin die Regierung führt (-26 Punkte im Vgl. zu September 2014). 59 Prozent der Befragten wollen, dass eine andere Partei die Regierung führt (+22). Mit der politischen Arbeit des Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) sind aktuell 51 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden (-4 Prozentpunkte im Vgl. zu April 2019).

Für Woidke ist dies der niedrigste Zufriedenheitswert der laufenden Legislaturperiode. Vor der Landtagswahl 2014 waren mit seiner Arbeit noch 70 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden. Aktuell sind 36 Prozent der Befragten mit seiner politischen Arbeit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Mit der Arbeit des CDU-Spitzenkandidaten Ingo Senftleben sind 23 Prozent der Befragten in Brandenburg zufrieden bzw. sehr zufrieden (-2 Punkte im Vgl. zu April 2019).

52 Prozent kennen ihn nicht oder können sich keine Meinung über ihn bilden. Mit der Arbeit von Kathrin Dannenberg (Linke) sind 17 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+2). 67 Prozent kennen sie nicht oder können sich keine Meinung über sie bilden. Mit der Arbeit von Andreas Kalbitz (AfD) sind 15 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (+4). 60 Prozent kennen ihn nicht oder können sich keine Meinung über ihn bilden. Mit der Arbeit von Ursula Nonnemacher (Grüne) sind 13 Prozent zufrieden bzw. sehr zufrieden (-3). 68 Prozent kennen sie nicht oder können sich kein Urteil über sie bilden. Die Interessen der Ostdeutschen zu vertreten, trauen die Brandenburger am ehesten der Linken zu. 21 Prozent der Befragten sind der Meinung, sie kümmere sich am meisten darum. Die SPD kommt bei dieser Frage auf 14 Prozent, die AfD auf 13 Prozent. 5 Prozent der Befragten sind der Ansicht, die CDU kümmere sich am meisten um die Interessen der Ostdeutschen, 2 Prozent meinen, die Grünen täten das und 1 Prozent die FDP.

Eine relative Mehrheit von 40 Prozent antwortete auf diese Frage indes mit „keine Partei“ oder „weiß nicht“. Vernachlässigt sehen die Brandenburger die Interessen der Menschen auf dem Land. Mehr als drei Viertel der Befragten (78 Prozent) sind der Meinung, auf sie werde zu wenig Rücksicht genommen. 17 Prozent sind der Ansicht, auf die Interessen der Menschen auf dem Land werde angemessen Rücksicht genommen. Dahingegen meint nur rund ein Drittel (31 Prozent), die Politik nehme zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen in der Stadt. 44 Prozent sind der Ansicht, die Interessen der Stadt-Bevölkerung würden angemessen berücksichtigt. 16 Prozent meinen, auf sie werde zu viel Rücksicht genommen.

Die Wähler werden sich durch solche „Umfragen“ nicht beirren lassen. Hoffen wir zumindest. (Quelle: dts)

Loading...

20 Kommentare

  1. Wer glaubt, dass bei den Wahlergebnissen im Osten nicht manipuliert würde, der glaubt auch an den Ostehasen. Leider ist es zur Realität in unserem vermeintlichen Rechtsstaat geworden, dass auch bei Wahlergebnissen kräftig manipuliert wird. Nicht wer die meisten Wählerstimmen erlangt, gewinnt in D seit einiger Zeit Wahlen, sondern der, der m besten Fälschen und Manipulieren kann und die richtigen Leute am richtigen Ort (den Wahllokalen und Auszählungsstellen) hat. Das ist die Folge einer hemmungslos gewordenen Gesellschaft in unserem Land.

  2. “ Dies ist KEINE Prognose, dies ist eine Umfrage um unsere politischen Geldgeber zu unterstützen, dies ist keine Prognose, dies ist ein Wunschkonzert von uns und ihr habt das gefälligst zu glauben!“
    Nur noch ein Ekelverein und wir sind diktatorisch gezwungen diese öffentlich unrechtlichen Lügner und Wahrheitsunterdrücker am Leben mit zu erhalten.

  3. Immer diese merkwürdigen Umfrageergebnisse… Vor der Bundestagswahl kann die AfD in Sachsen laut MDR auf harmlose 18 % der Stimmen. Abgeräumt hat sie aber 27 % der Stimmen. Das hat mir zu denken gegeben.

    Wahrscheinlich führen die Umfrageinstitute mehrere Umfragen gleichzeitig durch. Je nachdem was gewünscht ist, verändert man die Zusammensetzung der repräsentativen Stichprobe. Befragt man viele Leute aus der Großstadt, erreicht man hohe Zustimmung für die Grünen.

  4. Diese vorab zurechtgeschusterten Statistiken mit ihren erstaunlich passgenauen Wunsch-Ergebnissen stellen eine Wahlmanipulation dar und müssen verboten werden.

    Diese Zahlen bilden vermutlich einen Teil der Datenbasis für die geheimnisumwitterten Algorithmen der Wahlcomputer, die bei größeren Abweichungen von diesen „Ergebnissen“ autonom eine „Korrektur“ vornehmen.

    Wenn Wahlen…

  5. Dieses Urteil scheint der Wahl am 1. September geschuldet. Andernfalls hätte die AFD noch mehr Zustimmung erfahren. Die Beweislage war und ist sehr dünn. Nach der Revision wird er das „Gefängnis“ erhobenen Hauptes und als freier Mann verlassen.

  6. Man hat sich jetzt wohl auf die geschätzten Endergebnisse festgelegt, beim ZDF hat die CDU in Sachsen sogar 6% Vorsprung.
    Das macht einen nur noch nachdenklich.

  7. Was wird aus den Volksparteien ohne Volk!

    Die Erfahrungen der westdeutschen und der mitteldeutschen Wähler unterscheiden sich
    meist erheblich, was letztendlich zu unterschiedlichem Wahlverhalten führt.
    Die Nazi-Keule wird, wie schon vor den letzten Wahlen, erneut aus dem Waffenarsenal
    geholt.
    Die Sorgen der Bürger ernst nehmen heißt nicht diese zu Radikalen Nazis zu stigmatisieren, sondern sich tatsächlich mit den wahren Ursachen zu befassen.
    Es gibt keine Pflicht, daß man Buntheit und grenzenlose Toleranz gut finden, geschweige denn leben muß.
    Viele Menschen wollen weiter so leben, wie sie es kennen und mögen.
    Deutschland ist kein Siedlungsgebiet für Menschen sämtlicher Herkunft, sondern ein
    souveräner Staat mit einem Staatsvolk.

    Aber wie gesagt:

    Es ist schon kurios, wenn ein Politikwissenschaften eine Gesundung der Demokratie von einer vier-Parteien-Regierung mit dem größten gemeinsamen Inhalt ‚Alle gegen die Afd‘ erwartet.
    Das Wahlvolk will die ewigen Vorsätze, Beteuerungen und Ankündigungen nicht mehr hören

  8. War zu erwarten. Das System gibt sich nicht kampflos geschlagen. Im Zweifel wird das Ergebnis eben geschätzt, wie in Hessen.

  9. Da werden die Stimmzettel auch passend gezählt. Vorher muss natürlich die Umfrage nett frisiert werden damit auch alles glaubwürdig erscheint.
    Warum gibt es überhaupt Wahlen ? Die Umfragen reichen doch aus, die haben bestimmt eine Glaskugel.

  10. Das ist nur die Einstimmung auf die passend gemachten Ergebnisse. Wenn schon DDR2, dann bitte auch mit Wahlfälschungen allererster Güte. Die alte/neue STASI wird sich dann um die Zweifler kümmern.

  11. Die OSZE hat ja bescheinigt, dass in der Vergangenheit alles in bester Ordnung war und dieses Jahr jegliche Beobachtung völlig überflüssig ist. Auf dieses Signal haben alle gewartet.

  12. Und wenn … Niemand wird erwarten, dass die AfD die absolute Mehrheit bekommt. Auch in Zukunft sicher nicht.

    Als starke Opposition, die laut und deutlich den Finger in die Wunden dieses Landes und dieser Gesellschaft legt, ist deren Einsatz für die aktuell von Siechtum befallene Demokratie erst einmal doch völlig ausreichend. Oder?

    • Das mit der möglichen Mehrheit hat man ja aktuell in Italien bei aussichtsreicherer Ausgangslage bereits wieder „normalisiert.
      „Opposition ist Mist“, hat Müntefering mal gesagt. Daran hat sich nichts geändert.

Kommentare sind deaktiviert.