Deutschland ein Entwicklungsland? Lieferengpässe bei Medikamenten: Ärzte und Apotheker schlagen Alarm – die Politik versagt

Foto: Von Aleksandar Karanov/Shutterstock

 Der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Axel Gehrke, sein Stellvertreter Robby Schlund und der Abgeordnete Lothar Maier, Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme zum raschen Handeln angesichts zunehmender Lieferengpässe bei Medikamenten auf:

„ ‚Leider nicht lieferbar‘ – diesen Satz hört man immer öfter in deutschen Apotheken. Dabei geht es ausschließlich um verschreibungspflichtige Medikamente. Viele Rezepte sind davon betroffen. Medikamente sind für den Erhalt der Gesundheit unverzichtbar. Deshalb besteht seitens der Politik dringender Handlungsbedarf. Die Lieferengpässe werfen Fragen auf:

  • Warum müssen viele verschreibungspflichtige Medikamente in Indien und China produziert werden?
  • Kann es sein, dass Krankenkassen so niedrige Preise mit den Herstellern aushandeln, dass die Hersteller gezwungen sind, die Produktion ins Ausland zu verlagern?
  • Stimmt es, dass Medikamente von europäischen Nachbarländern in Deutschland eingekauft werden, sodass die Kapazität der Hersteller für den inländischen Bedarf nicht ausreicht?
  • Trifft es zu, dass aufgrund der Kontingentierung seitens der Hersteller Apotheken nicht die jeweils bestellte Menge an Medikamenten erhalten?

Diese Fragen stehen unbeantwortet im Raum. Die Situation ist kritisch und erfordert Lösungen. Die Zeit drängt. Die AfD fordert deshalb:

  • Verträge zwischen Krankenkassen und Herstellern müssen auf den Prüfstand gestellt und über zeitgemäße Lösungen nachgedacht werden
  • Mehr Eigenproduktion von wichtigen Wirkstoffen in Deutschland
  • Verbot des Online-Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten

Es kann nicht hingenommen werden, dass Deutschland von der früher so bezeichneten ‚Apotheke der Welt‘ zum Medikamenten-Entwicklungsland wird und dass die Politik der Krankenkassen gar zur Abwicklung einer weiteren wichtigen Industrie, nämlich der Pharmazie, durch systematische Produktionsverlagerungen ins Ausland beiträgt.“

 

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14 Kommentare

  1. Betrifft nicht nur Medikamente und Anwendungen , derzeit selbst als Schmerzfall einen zeitnahen Facharzttermin zu bekommen ist sinnlos. Wie soll das auch gehen ? der Kuchen (Ärzte) wird nicht größer, die Stücke werden immer kleiner weil immer mehr die par Ärzte in Anspruch nehmen. Habe im Internet geschaut und versuche meine Bandscheibe selber wieder in den Griff zu bekommen, soweit sind wir schon !

  2. Sehr gute Initiative der AfD, welche – wie man auch hier wieder sieht – die einzige wirkliche Oppositionspartei ist. Ich hoffe, jouwatch berichtet auch weiterhin darüber.

  3. Das Dilemma ist schon länger bekannt. Aber wie immer macht die Politik nichts. Wenn nun die AfD irgendwann das Thema aufgreift ist das Populismus, einfache Antworten nicht hilfreich und sowie so alles Nazi.

  4. China hat sich gerne angeboten, Medikamente und Impfstoffe für den Klassenfeind zu produzieren. Nicht nur in Mobilfunkchips sind Sachen drin, die da nicht reingehören. Qualitätssicherung findet dort so statt, dass die Firmenfunktionäre den Auditoren sagen, alles sei in Ordnung. Detaillierte Überprüfung? — Kommt nicht in die Tüte. Wir vertrauen auf die Redlichkeit des vorbildlichen und hocheffizienten Einparteiensystems.
    Grünenthal hat für sein Contergan-Problem damals schwer büßen müssen. Heute müssen WIR büßen, wenn was schiefläuft.

  5. Verstehe ich die Sachlage richtig, daß aufgrund der Rabattverträge zwischen Krankenkassen und Pharmaindustrie die Patienten nicht nur jedes Quartal wechselnde Präparate hinnehmen müssen, sondern aus diesem Grund auch eine zuverlässige Belieferung mit Medikamenten nicht mehr sichergestellt ist?

  6. Riens ne va plus. Der Null-Punkt rückt immer näher. Die Zerstörung Deutschlands wird ein voller Erfolg. Die schaffen das. Ich wundere mich nur, dass die es noch wagen, mit dämlichen Grinsen und hohlen Phrasen vor die Kameras zu treten.

  7. Umso älter die Leute,umso mehr Medikamente,keine Medikamente umso mehr Alte sterben.
    Umso mehr Rente gespart.
    Umso mehr Geld für unsere zukünftigen Rentenzahler.

  8. Die Pharmaindustrie wurde genau so aus Deutschland hinaus geekelt wie die Chemische Industrie, die Kraftwerksbauer und demnächst die Autoindustrie und der Maschinenbau.

    • Demnächst die Autoindustrie? Ist doch schon länger woanders am produzieren. Die LKWs glaube ich, werden noch hier gebaut aber sicher bin ich mir da nicht so, es geht doch gerade alles rasend schnell den Fluß runter.

    • Was denken Sie wer die über 700 000 Autos pro Jahr in Wolfsburg baut?

      Oder die über 500 00 Audis pro Jahr in Ingolstadt?

      Oder die Porsche mit über 250 000 Fahrzeugen pro Jahr in Stuttgart?

      Und was denken Sie was der Zulieferer Schaeffler mit über 20 000 Beschäftigten allein in Deutschland produziert? Zu 70 Prozent Teile für die Autoindustrie!

      Genau DAS steht auf dem Spiel.

  9. Als vor Wochen mal wieder ein Medikament nicht lieferbar war, sagte eine Apothekerin zu mir, dass sie Mitte der 90er auf einem Apothekerkongress von einem Ostdeutschen Apotheker folgenden Satz zu hören bekam:

    Wir haben die Mangelwirtschaft schon kennen gelernt … ihr werdet sie noch kennen lernen.

    „Damals“, so sagte sie zu mir, „haben wir noch alle (West-Apotheker) über diesen Satz gelacht. Heute weiß sie, dass ihr Ostkollege Recht hatte und das eingetroffen ist“.

    Im Ergebnis ist das eine Folge der Einmischung durch den Staat, der die Preise festlegt. Und wenn ein Pharma-Konzern weniger verdienen kann, dann produziert er auch weniger oder versucht das durch billigere Produktion im Ausland wettzumachen, was aber – wie in diesem Falle – nicht immer funktioniert. Gleiches Problem ist auf dem Wohnungssektor durch die Mietpreisbremse zu beobachten: Wenn Investoren keine entsprechenden, marktgerechten Preise erzielen können, dann wird weniger gebaut. Da nützen auch keine Enteignungen von privaten Wohnungseigentümern, wie es die Roten, Linken und Grünen in einigen Bundesländern und Städten (voran Hamburg, Berlin und Tübingen) schon vorhaben … im Gegenteil: Das verschlimmert nur die Lage!

    Im Prinzip kommt das alles einer „sozialistischen Planwirtschaft“ gleich. Und wie so etwas ausgeht kann man sich in der Geschichte der UDSSR, der DDR sowie aktuell von Venezuela, Kuba und Nordkorea betrachten …

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