Brandenburgs Journalisten haben längst Rot-Rot-Grün gewählt

Schlaglicht

Journalisten (Bild: shutterstock.com/Von wellphoto)

Brandenburger Wahlkampf hat nur zwei Seiten. Die meisten Medien im Land haben ihren Feind längst ausgemacht: Die AfD, die nach Umfragen mit 21 Prozent erfolgreichste Partei. Krude Theorien um den Brandenburger Störrkopp werden verbreitet. Der Brandenburger Looser suche als hinterbliebener Verlierer der Einheit die starke Hand und die rechte Ordnung.

Auch wenn es überhaupt nicht in diese Argumentationskette passt, ereifert sich die TAZ damit, die AfD-Spitze als Westimport zu denunzieren. Alexander Gauland wurde in Chemnitz geboren, die Eltern von Andreas Kalbitz kamen aus Ostdeutschland. Die Strategie ist nicht abgestimmt, Fake-News werden geboren. Hauptsache nichts Positives zur AfD.

Gegenüber Linken, Sozen und Grünen sieht die Welt schon anders aus in den Medien. Dass die grüne Kandidatin Ursula Nonnemacher etwa aus dem Westen, aus Wiesbaden, kommt, ist da egal.

Dann wird die Brandenburgerin Klara Geywitz als neues Scholz-Double für eine Bundes-SPD-Spitze im ZDF „vor der staunenden Bundespressekonferenz“ hochgejazzt. Das war die, die gerade erfolglos in Brandenburg die Kreisgebietsreform für etliche Millionen Steuergeld in den märkischen Sand gesetzt hatte. Aber egal. Bei dem Zweiten Deutschen Fernsehen sieht man eben nur mit einem Auge. Mit beiden wäre besser.

Kleine rote Skandale vertuschen die meisten Medien meisterlich linksdogmatisch: Brandenburgs blasse Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) macht etwa fleißig Wahlkampf mit der Vergabe von Fördermitteln, was ihr Gerichte zwei Monaten vor der Wahl untersagt haben. Trotzdem überreicht die in eigener Sache sehr soziale Demokratin am 4. Juli und am 18. Juli mehrere Geldgeschenke des Steuerzahlers in Lübbenau. In Vetschau verklärte sie auf einer Pressekonferenz mit der Deutschen Bahn AG den zweigleisigen Ausbau zwischen Cottbus und Lübbenau als eigenes Meisterwerk. Die Medien feiern sie. Kritischer Journalismus ist also doch Einstellungssache.

Bleiben wir beim Staats-TV: Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärt im RBB mit stolzgeschwollener Brust, Brandenburg sei das „erste Bundesland, indem freiwillige Feuerwehrmänner eine Prämie erhalten.“ Niemand widerspricht. Im Gegenteil. Applaus. Dabei hatte vor einem Jahr schon der AfD-Innenexperte Thomas Jung im Landtag die Prämie nach sächsischem Vorbild gefordert, was Woidke damals ablehnte.

RBB-„Faktenchecker“ können nicht alles wissen. Sollten sie aber.

Als in derselben Sendung AfD-Kandidat Andreas Kalbitz die 14 polnischen Sonderwirtschaftszonen als Beispiel für die Lausitz anführte, wurde er glatt von den selbsternannten Faktenprüfern zum „Verbreiter von Halbwahrheiten“ degradiert: „Ja, die 14 Zonen gab es mal, aber schließlich sei ja ganz Polen eine Sonderwirtschaftszone.“ Ein Witz? Wenn, dann ein abwertender, beinah schon rassistischer. Was können die armen Polen dafür, dass sie erfolgreich wirtschaften?

Auch musste das sorgsam links ausgesuchte Publikum der RBB-Wahlarena nicht lange warten, bis Kathrin Dannenberg von den Linken den AfD-Mann in Sachen Abschiebung straffälliger Zuwanderer der „Doppelzüngigkeit“ bezichtigte und ihm drohte, er „rede sich um Kopf und Kragen.“ Das Publikum johlte. Der AfD-Mann verwies lediglich auf die vielen Übergriffe integrationsunwilliger Zuwanderer und deren Abschiebung, gegen die sich die Linke beharrlich stellt. Pfiffe aus dem Publikum. Die Drohung gegenüber AfD-Politikern, deren Häuser in der Antifa-Hochburg Potsdam schon oft angegriffen und mit Steinen und Farbbeuteln beworfen wurden, hat offensichtlich die Zuhörerschaft gebilligt. Kalbitz, der seit 25 Jahren mit einer britischen Zuwanderin verheiratet gelebte nichtdoppelzüngige Integration beweist, muss also um Kopf und Kragen fürchten. Das ist den „Faktencheckern“ offensichtlich egal.

Nun die nächste Ebene der Einseitigkeit im TV: Die gezielte Falschmeldung. Offensichtlich sind den Damen und Herren Staatsredakteuren bei durchschnittlichem Gehalt von mehr als 8000 Euro monatlich die Stories ausgegangen. So erfindet man eine und so verkündete am 20. 8. 2019 der Sprecher in „Brandenburg Aktuell“ freudig eine neue Negativ-Meldung über die AfD. Demnach sei eine Verurteilung des Landtagsabgeordneten Jan-Ulrich Weiß zu einem Jahr und zehn Monaten wegen Steuerhinterziehung in Karlsruhe nach Revision für rechtens erklärt worden, weswegen er sein Landtagsmandat verliere. Am nächsten Tag erklärten dieselben Hofjournalisten zur gleichen Sendezeit ohne Dementi das Dementi: „Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat noch gar nicht entschieden.“

Auch der bärtige Chef der Brandenburger Pressekonferenz und Autor der Lausitzer Rundschau, Benjamin Lassiwe, gab sein Quäntchen Einseitigkeit beim Thema fehlende Polizeistellen hinzu. Er schrieb: „Immer wieder versuchten auch die AfD und ihr innenpolitischer Sprecher Thomas Jung, an dieser Stelle anzugreifen. Wirkliche Erfolge allerdings erzielten sie nicht: Viel zu häufig benutzten sie statt Sachargumenten billigen Populismus. Und auch die immer wiederkehrende Erklärung der AfD, die Flüchtlinge seien an allem schuld, hat im Landtag am Ende niemanden überzeugen können.“ Zur erfolgreichsten Partei im Land zu werden hat es gereicht.

Nie hatte jemand die Flüchtlinge pauschal für alles schuldig gesprochen. Das ist Polemik, es anderen zu unterstellen. Die zigfachen Forderung nach mehr Polizeistellen, die die AfD seit vier Jahren forderte und von Rot-Rot wiederholt abgelehnt wurden, hätten einem so bedeutsamen Landespolit-Journalisten auffallen müssen, wenn er unbefangener und kritischer wäre. Aber damit ist er ja nicht alleine im rot-roten Brandenburg.

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1 Kommentar

  1. Beim Thema deutsche Wahlen und deutscher Journalismus fällt mir nicht mehr viel ein, es lohnt sich gar nicht mehr, die einzelnen Argumente zu entkräften und die verdrehten Tatsachen wieder richtig zu stellen. Ich bewundere die Geduld der Jouwatch-Autoren, dies immer wieder bewerkstelligen zu wollen.

    Deutschland ist wieder mal im Kriegszustand, aber diesmal geht es um alles. Der wirkliche Feind kommt nicht von außen, sondern ist ein Teil der eigenen Bevölkerung selbst. Das war schon zwei mal der Fall. Nach den Nationalsozialisten und den Kommunisten führen diesmal die One-World-Ideologen und ihre indoktrinierten Anhänger den Großangriff durch. Diesmal wird nach Kriegsende vom traditionellen Deutschland nur noch der Name übrig bleiben.

    Es sind wieder die vier Elemente der Zerstörung am Werk: Ideologie, Machtgier, Dummheit und Gleichgültigkeit. Diese Elemente haben Deutschland wie eine Krankheit befallen, allein die AFD stellt die Diagnose und propagiert eine Heilung, wenn auch eine Heilung mit bleibenden Schäden. Aber der Patient will nicht geheilt werden, er glaubt er sei gesund, nur der Arzt wäre krank. Da fällt mir einfach nichts mehr ein.

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