Neues Rezo-Video: DJV knickt vor dümmlicher Journalisten-Schelte ein

Zeitungen durchblättern und lospöbeln: Rick & Rezo (Screenshot:Youtube)

Bonn / Berlin – Nach der CDU knickt jetzt auch der Deutsche Journalistenverband vor der Macht der „Influencer“ und Youtube-Stars ein. Nachdem er zunächst fundierte Kritik an der plumpen „Medienkritik“ des blauhaarigen Clip-Pöblers geübt und dessen Äußerungen zutreffend als Hetze benannt hatte, ruderte der DJV beim ersten Gegenwind prompt zurück – und löschte seine eigene Entgegnung.

Vorausgegangen war ein regelrechter Shitstorm von Anhängern und Jüngern des Youtubers, dessen Kanal „Rezo ja lol ey“ über 1 Million Abonnenten hat und der sich bereits in der Vergangenheit mit effektheischerischen, grotesk oberflächlichen und zielgruppengerecht versimpelten Inhalten an Themen herangewagt hatte, die für ihn intellektuell ein paar Schuhnummern zu groß waren. Seine vor drei Monaten unter dem Titel „Jetzt reicht’s“ aufgenommene einstündige Abrechnung mit der CDU über deren Haltung zur Klimapolitik, pseudo-faktendokumentiert durch planlos zusammengegoogeltes Halbwissen, hatte damals eine regelrechte Parteikrise der Union ausgelöst. Bis in die Bundespolitik hinein reichte die Debatte um die von Rezo geäußerte „Kritik“, die dem halbstarken Social-Media-Star eine Aufmerksam bescherte, welche in bizarrem Widerspruch zur eigentlichen Substanz seiner Aussagen stand. Erst durch diese Reaktionen wurde dem Video dann schließlich die Aufmerksamkeit zuteil, die man eigentlich am liebsten vermieden hätte: Bis heute weist der Beitrag über 15 Millionen Aufrufe auf.

Nachdem es – verdientermaßen – wieder still geworden war um Rezo, fand dieser offenbar, es sei an der Zeit, sich wieder aus der Versenkung zurückzumelden. Diesmal nahm er sich eine Branche vor, die eigentlich kaum im Verdacht steht, zu wenig „Haltung“ oder weltanschauliche Leidenschaft in ihre Arbeit einzubringen: Die deutsche Journalistenzunft. Gemeinsam mit seinem Kollegen „Rick“ vom Youtube-Kanal „Space Frogs“, mit 1,1 Millionen Abonnenten sogar noch etwas größer als der von Rezo, widmet er sich in einem Video der deutschen Zeitungslandschaft im Allgemeinen und der „Bild“-Zeitung im Speziellen. Auf primitive, gewohnt flache Weise wird klischeehafte „Kritik“ geäußert, die eigentlich nur ein diffuses Raunen ist: Den Social-Media-Stars zeigen die Zeitungen zu wenig „mit dem Finger“ auf „Sachen, wo man sagen kann: Es ist nicht gut, dass es das gibt. Wenn ihr das nicht tut, dann fangt mal damit an. Denn sonst ist eure Szene nen bisschen beschissener als unsere.“ Das also ist die Sprachwächterkompetenz bildungsferner Vertreter der Generation Y: Selbst miserables Deutsch sprechen, aber gelernten und studierten Redakteuren mit Berufs- und Lebenserfahrung sagen wollen, wo es lang geht. Und diese lassen das, aus lauter Angst vor dem nächsten Shitstorm, gerne über sich ergehen – so wie sich zuvor schon eine ganz Volksparteien vor der vermuteten virtuellen Medienmacht von Online-Maulhelden vor Angst einnässte.

Der DJV wagte anfangs zu widersprechen und machte seine Gegenkritik an Rezo/Rick dabei ohnehin nur an den Passagen festgemacht, die Züge eindeutiger Hetze trugen: In einer am Dienstag versandten Pressemeldung hatte der DJV-Vorsitzende Frank Überall die Aussagen Rezos in dem Video scharf kritisiert, wie „Meedia“ berichtet. Unter anderem hatte Überall geschrieben: “Man muss weder die ‘Bild’-Zeitung noch die ‘FAZ’ mögen aber die Journalistinnen und Journalisten aller gedruckten Zeitungen pauschal als dumm und moralisch degeneriert zu diffamieren, grenzt an Hetze.” Es sei vor allem “billig, einerseits die Recherchen von Journalisten für das Anti-CDU-Video zu nutzen, andererseits später der gesamten Berufsgruppe kollektive Hirnschäden anzudichten.

Dass nicht einmal diese Kritik stehenbleiben durfte und der DJV seine eigene Presseerklärung wieder kassierte, zeigt vor allem eines: Es sind die Journalisten selbst, die sich abschaffen und ihren Berufsethos verraten, wenn sie vor dem Scherbengericht einer infantilen Community einknicken, die sich von Youtube-Clip zu Snapchat-Trash zappen und dabei eigentlich keine Ahnung von Hintergründen haben. Wenn der DJV so wenig Rückgrat, Souveränität und Gelassenheit hat, hier standzuhalten, dann verdienen es seine geschmähten Mitglieder auch nicht anders. (DM)

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16 Kommentare

  1. „gelernten und studierten Redakteuren mit Berufs- und Lebenserfahrung“….mmmh, echt jetzt?
    Kollektiven Hirnschäden würde ich jetzt auch nicht sagen, aber links/grünen Hirnschaden!

  2. Es scheint mir, als ob ein Kampf von Dumm gegen Dämlich ausgefochten wurde.

    Für den Sieg von „Dumm“ hat ausschließlich die Angst der Greise vor der Weisheit der Jugend – wie bei Greta auch – gesprochen.
    Es zittern die morschen Knochen……standhaft klugen Geist gibt es nur noch selten….

  3. Das zeigt doch, dass die MSM Journalisten diensteifrig das ausführen, was der Pöbel von ihnen verlangt und das Demokratie zur Pöbelherrschaft neigt.

  4. Wieso hat sich Rezo noch nicht um das Amt des SPD-Parteivorsitzenden beworben?
    Der würde doch dort gut hinpissen als eine NULL unter lauter FLASCHEN.

  5. Wer, bitteschön, nimmt so einen jungen Pi…er mit blauen Haaren für Ernst – außer man ist selbst noch im Schulalter hat blaue Haare und keinen Bock sein Geld mit Arbeit zu verdienen ! Dumm rumquasseln kann Jeder !

  6. Immerhin gelang es dem poppigem YouTuber Renzo mit seiner massiven Kritik an Printmedien, dem Präsidenten des Deutschen Journalistenverbandes Frank Überall eine Einladung zu einem kritischen Gespräch abzulocken.

    Ansonsten scheint es einen Firewall der Journalisten gegen ihre Leser zu geben: Kritischen Gesprächen oder wenigstens der Teilnahme an Diskussionen im Internet zu ihren Artikeln verweigern sie sich. Dabei bieten viele Leserkommentare im Internet – soweit sie überhaupt zugelassen werden – ein weiterführendes, differenzierteres Bild zum Gegenstand von journalistischen Beiträgen, als diese selbst. Wieso lassen sich die führenden Print- und Fernseh-Journalisten nicht auf diese Internet-Diskussionen ein? Haben Sie nicht ihren Standpunkt zu rechtfertigen, dabei auch etwas dazuzulernen und sich gegebenenfalls sogar zu korrigieren? Auch eine häufigere kritische Bezugnahme auf Arbeiten von Kollegen – da ist Journalistenwatch ziemlich einsam in der Landschaft – könnte die Glaubwürdigkeit des Journalismus und das Vertrauen in den unabhängigen Journalismus stärken, würde doch so für jeden unvoreingenommenen Zuschauer und Leser deutlich: Hier gibt es unterschiedliche Gewichtungen von Fakten und unterschiedliche Bewertungen. Aber dazu müßten die Haltungsjournalisten ja etwas von ihrer belehrenden Besserwisserei aufgeben.

  7. Dieser Sumpf ist nur noch beschämend. Wie lange dauert es noch bis zum Zusammenbruch bzw. bis die letzten endlich kapieren, wohin der Weg alle führen soll? Auf jeden Fall wird es noch ziemlich lange dauern, da der Deutsche ja allgemein sehr leidensfähig ist. Selbst wenn alles schon in Schutt und Asche liegen sollte, glaubt der deutsche Michel noch an „Wir schaffen das..!“.

  8. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Und der nicht ganz so Dumme hat dem Dümmeren nachgegeben. Wen juckt das schon?

  9. Rezo ist eine Kunstfigur des milliardenschweren Werbegiganten Ströer, dessen Geschäft es ist, Influencer als Werbeträger mit gefakten Click- und Followerzahlen aufzubauen und über den hauseigenen Mediengiganten T-Online, der auch in die DPA integriert ist, aufzupushen. An dem ist nichts echt, das ist eine reine PR-Aktion, die zeigt, wie mächtig diese Internet-Giganten inzwischen wirklich sind. Rezo und Greta, alles ein riesen Fake.

    • Es sollte allerdings jedem Nicht-Depp auffallen: Der vom Restzo in seinem Vid „Jetzt reicht’s“ propagierte weitere heiße Sommer 2019 ist ausgeblieben, womit das Blaulöckchen als Depp dasteht.😜

    • Es sollte allerdings jedem Nicht-Depp auffallen: Der vom Restzo in seinem Video „Jetzt reicht’s“ propagierte weitere heiße Sommer 2019 ist ausgeblieben, womit das Blaulöckchen als Der-Depp dasteht.😜

  10. Rezo ist ein politisch korrekter Youtuber. Niki nicht und deswegen wurde sein channel gelöscht. Das ist aber nur der Anfang. Bald werden Leute wie Niki einfach nur noch verschwinden.
    Irgendwo tot aufgefunden.

    • Vorher sollte er lieber auswandern. Ich empfehle Ungarn, die Justizministerin Judit Varga sagt den Kampf gegen die Zensur an.

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