Facebook & Twitter sind die neuen multinationalen Polit-Konzerne

Hongkong-Proteste (Foto:Imago/AAP)

Wenn sich Twitter und vor allem Facebook insbesondere in Deutschland in die Politik einmischen, dann stellen sich de Konzerne meist auf die ungefährliche Seite der Regierungslinie und der etablierten Medien und erfüllt deren Erwartungen im Kampf gegen „Hassrede“ und Populisten. In China, wo die Nutzung der beiden Netzwerke offiziell verboten ist, nehmen die US-Konzerne nun eine ungewohnte Politik ein: Sie stellen sich in der Frage der Hongkong-Proteste hinter die Demonstranten.

Facebook und Twitter durchsuchten ihre Userkonten aktiv nach Fake-Profilen und Scheinaccounts, über die die chinesischen Behörden derzeit gezielt versuchen, Desinformationen zu verbreiten, um die Protestbewegung in Hongkong in die Irre zu führen. Es handelt sich dabei um eine von diversen Maßnahmen, mit gezielter Propaganda die Demonstrationen zu sabotieren und ihre Reichweite einzuschränken. Weil in China Facebook und Twitter eigentlich verboten sind, privat trotzdem genutzt werden, verschaffte sich die chinesische Regierung über fingierte Schein-Accounts Zugang in die virtuellen Netzwerke von Privatpersonen. Darin wurden dann scheinbar authentische Lageberichte und Schilderungen der Demonstranten verbreitet, in denen diese als gewalttätige Terroristen und Kriminelle dargestellt und von ähnlicher Brutalität „wie IS-Kämpfer“ beschrieben wurden. Ziel der Desinformationen ist es, die zunehmenden und anhaltenden Proteste in der Sonderzone Hongkong zu schwächen.

Die beiden Social-Media-Riesen griffen nun gegen die staatlichen Täuschungsmanöver durch – und löschten Accounts. Allein beim Kurznachrichtendienst Twitter sollen laut Informationen der „ARD“ mehr als 900 Accounts gesperrt worden sein; weitere 200.000 Konten seien vorsorglich gelöscht worden. Facebook bestätigte die Löschung von fünf Accounts, sieben Seiten und drei Gruppen. Twitter erklärte außerdem, künftig keine Anzeigen mehr von staatlichen chinesischen Konzernen zu schalten.

Strenggenommen handelt es sich bei der Politik von Facebook und Twitter um eine Einmischung in fremde Angelegenheiten, um eine Verletzung des politischen Neutralitätsgebots. Wobei letztere auch in den USA oder Europa keinesfalls gegeben ist. Doch im Vergleich etwa zur hierzulande praktizierten Geschäftspolitik dieser beiden Hauptvertreter sozialer Medien fällt doch ins Auge, dass sich Sperren und Löschungen in Europa eher gegen Regierungskritiker richten, und dass die Konzerne bereitwillig den Vollzug von Gesetzen, die die Meinungsfreiheit einschränken, zu vollziehen bereit sind (NetzDG etc.). In China dagegen stellt man sich jetzt auf der Seite der Dissidenten – und bietet dem Regime die Stirn.

Ob die Netzwerke damit politisch Farbe bekennen und „Haltung zeigen“, oder ob der Grund für die Maßnahmen nicht vielmehr darin liegt, dass China beide Plattformen nicht offen zulässt und sie sich nun revanchieren, ist unklar. Denkbar wäre auch, dass sich beide Firmen womöglich bei der Trump-Administration einschmeicheln wollen, die zuletzt einen verschärften Kurs vor allem gegenüber Facebook angekündigt hatte, weil dort konservative Stimmen zunehmend ins Hintertreffen geraten. Angesichts von Trumps schwelendem Dauer-Handelskonflikt mit China könnten sie mit ihrer Positionierung pro Hongkong-Demonstranten durchaus punkten. (DM)

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6 Kommentare

  1. Wer sozial Media Kanäle als Quelle seines Wissens nutzt ist selber Schuld. Wie weit die Einmischung mittlerweile in die Politik fortgeschritten ist sahen wir beim letzten US Wahlkampf. Hoffentlich kommt ein Verbot der Manipulation und Einmischung der sozialen Medien wenigstens in den USA.
    Es ist schwer vermittelbar warum Russland keinen Einfluß nehmen darf aber jeder selbsternannte „Menschenfreund“ also von Soros, Hedgefonds bis sozial Media!

  2. Man sollte sich genauer informieren, wer weshalb diese Medienplattformen gründete. Vielleicht würde die „Wahrheit“ manche wachrütteln und veranlassen diesen offensichtlichen Datensammlern und „Beeinflussern“ den Finger zu zeigen. Es gibt Alternativen, kein Mensch MUSS Google, Facebook, Instagram, Twitter nutzen!

  3. Yt und Google nicht zu vergessen! Bei Google ist neulich doch sogar ein Programmierer geflogen, der sich kritisch über den Genderkram geäuißert hatte!

  4. https://www.journalistenwatch.com/2019/08/17/bild-kolumnistin-afd/

    Was für Dilettanten schreiben hier die Artikel???
    Zitat: „Hamburg – Als Instagram-Sternchen, Twitter-Wortakrobatin und Kolumnistin hat es Marie von den Benken, Künstlername „Regendelfin“, weit gebracht. “
    Das klingt mehr nach Werbung für die Olle als als Kritik! Ist das Geschreibsel von ihr selbst? Und außerdem, wie https://twitter.com/marta_pfaal https://minds.com/Marta_Pfaal https://gab.com/Marta_Pfaal vor Jahren schon herausgefunden hat, ist „Marie von den Benken“ selbst ein Fake „Künstler“ Name!

    P.S. Warum urplötzlich Umstellung auf Disqus?

    • @Roman Tiker:

      Offensichtlich … KEINE…

      So, SIR, it’s Time to say „GOODBYE“….
      Lange genug haben wir uns ihr „Gepoebel“ hier antun muessen, denke ich.
      (Kurz, aber lang GENUG!)
      NUn beleidigen SIE auch noch die Autoren hier…

      „Urploetzlich Umstellung auf Disqus“???
      Sind Sie sich selbst in Person nicht PEINLICH?
      Wie lange haben Sie GESCHLAFEN?

      Ich begleite Sie gern zur TUER!

      Have a good Time, ‚Sir“…

      Uuuuuuund „TSCHUEEEESS“ !

  5. Wie dumm muss man sein, sich auf Facebook zu verewigen! Angeblich gibt es in einigen Gegenden der Welt keine Alternativen. Aber zu welchem Preis! Nachdem ich zweimal ohne erkennbaren Grund von der Firma mit dem blauen Vogel gesperrt worden war, und die unbedingt eine verifizierte Mobiltelefonnummer haben wollten (🤒), war‘s das für meinen Teil.

    Auch hier sind wohl wieder anstößige Wörter enthalten. Ich glaube, ich schreibe das jetzt jedes Mal dazu, damit man sich irgendwann mal eine Vorstellung von der dahinterstehenden Philosophie machen kann. Was soll das? Vielleicht kann man sich demnächst nur noch mit der Bildersprache verständigen, wie bei den alten Ägyptern.

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