Anglerverband verklagt PETA

Foto: Von AleMasche72/Shutterstock

Die als radikal bekannte Tierrechtsorganisation PETA beschäftigt jetzt die Justiz. Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) hat bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gestellt.

„Aufgrund des Online-Beitrages: „Angler in Sicht?“ der Tierrechtsorganisation PETA vom 06.08.2019 und den darin veröffentlichten Verleumdungen und Aufforderungen zu einer Straftat, hat der Anglerverband Niedersachsen (AVN) nach Prüfung durch ein Anwaltsbüro in Hannover zu Beginn des Monats Strafanzeige gestellt“.

Die Tierrechtsorganisation PETA hatte Anfang August auf ihrer Website „Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Anglern“ gegeben. Solange die Angler nicht in der Überzahl oder betrunken seien, könne man die Vorlage von Angelscheinen fordern oder Gespräche über die moralische Rechtmäßigkeit des Fischfangs führen. In dem Text wurde unter anderem dazu aufgefordert, sich gefangene Fische anzueignen / bzw. wieder in Freiheit zu entlassen, Handyvideos- und fotos von Anglern zu machen und über ein „Whistleblower“ Formular hochzuladen. Angler wurden außerdem in unmittelbaren Verdacht gestellt, aggressiv zu sein und alkoholisiert, kritisiert der AVN in einer Presseaussendung.

„Derartige Diffamierungen lassen wir nicht auf unseren Anglern sitzen“, so AVN-Präsident Werner Klasing. Der Verband habe deshalb ein Anwaltsbüro eingeschaltet und PETA angezeigt. „Gleichzeitig wollen wir unseren Mitgliedsvereinen und den Anglern rechtlich abgesicherte Empfehlungen an die Hand geben, die ihnen in der Auseinandersetzung oder möglichen Rechtfertigung gegenüber der Organisation helfen können“, so Klasing weiter.

PETA habe indessen den Original-Text ihrer Autorin, Dr. Tanja Breining, ohne einen entsprechenden Hinweis verändert und die kritischen Punkte komplett gestrichen oder abgeschwächt. Hier beide Texte (Original vom 06.08.) und geänderte Version (08.08.) zum Vergleich.

Auf der Facebookseite  von PETA hatten sich Dutzende Angler in die Diskussion eingeschaltet und mal mehr mal weniger sachlich auf die unsäglichen Äußerungen der umstrittenen Tierrechtsorganisation Bezug genommen. Etliche Unterstützer von PETA kündigten an, ihre Spenden nach besagter Publikation umgehend einzustellen.

Im Vergleich mit Umweltorganisationen wie Greenpeace, Nabu oder WWF gilt PETA als besonders radikal. Die Organisation wurde in der Vergangenheit immer wieder mit Straftaten wie Einbruch, Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung in Verbindung gebracht. In erster Linie richteten sich diese gegen Tierhalter. Aber auch Jagd und Jäger waren immer wieder Gegenstand von PETA-Aktionen. Dabei scheuten die Aktivisten auch vor anderweitigen Tabu-Brüchen nicht zurück. Einer davon rief sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auf den Plan, der schließlich die Anti-Fleisch-Kampagne „Der Holocaust auf Ihrem Teller“ teilweise stoppte, heißt es hierzu weiter.  In Deutschland wurde die Kampagne verboten.

Die FDP forderte Anfang Mai, der Organisation die Gemeinnützigkeit abzuerkennen. „PETA hat unter dem Deckmantel des Tierschutzes ein Geschäftsmodell zum Einwerben von Spenden entwickelt. Verstöße gegen Gesetze und Auflagen zur Sicherstellung von Tierschutzstandards zu ermitteln und zu ahnden ist Aufgabe von Behörden und der Justiz, nicht von privatrechtlichen Vereinen. Wer hingegen das Recht in die eigenen Hände nimmt, legt die Lunte an unseren Rechtsstaat“, so der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP, Dr. Gero Hocker.  (SB)

 

Loading...

15 Kommentare

  1. Wer hingegen das Recht in die eigenen Hände nimmt, legt die Lunte an
    unseren Rechtsstaat“, so der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP,
    Dr. Gero Hocker.

    Demnach müsste man sämtliche NGO’s verbieten. Allen voran diejenigen, die in der „Flüchtlings“-Hilfe tätig sind!

  2. Peta ist eine bösartige Sekte, die vielleicht bisher mehr Tiere umgebracht hat (natürlich nur zum Wohl des Tieres) als irgend ein anderer.
    Angelvereine sind da viel besser. Hier gibt es einen kleinen See, der als Rückhaltebecken fungiert. Er ist das einzige zu Fuß erreichbare Wasser und es geht dort niemand hin, außer Leute, die mal ihren Hund schwimmen lassen wollen. Denen hat es der Angelverein aber gegeben. Als ein Angelbruder auf mich wütend zukam, habe ich tatsächlich einen Stein genommen und ihn hochgehalten. Ich hätte ihn geworfen, wenn er nicht gestoppt hätte. Dort geht keiner mit Hund mehr hin, also niemand mehr. Diese Terroristenbrut.

  3. Als ehemaliger Mitbegruender und langjaehriger Vorsitzender eines oertlichen Tierschutzvereins, kann ich nur bestaetigen, das PETA nicht sehr viel mit Tierschutz zu tun hat. Die haben Strukturen wie die DUH und/oder Greenpeace.
    Abgesehen davon, finde ich es auch etwas merkwuerdig, wenn Sportangler mit bis zu 10 Angelruten an einem Bach oder Teich sitzen!

  4. Die Leute von PETA haben offenbar die Zeichentrickfilme „Dschungelbuch“ und „Findet Nemo“ gesehen und glauben in ihrer infantilen Greta-Mentalität ( Greta kann ja bekanntlich das CO2 in der Luft sehen), alle Tiere sind wie Menschen , fühlen so und können sprechen.
    Daher ist für viele Kinderlose auch ein Tier (meistens ein Hund) der Kind-Ersatz, den sie mehr hätscheln und tätscheln als sie es jemals mit einem Kind tun würden. Das nimmt – aus nerviger Erfahrung heraus kann ich das sagen – groteske Züge einer Macke an, aus der eine Rücksichtslosigkeit gegenüber der menschlichen Umwelt zugunsten von „Puppi“ resultiert.

    Haben die Peta-Leute jemals gesehen, wie „grausam“ Bären Lachse fangen?
    Dann würden sie wohl zur Großwildjagd auf Bären….nein, das würde ja keine Spenden einbringen……

  5. Weil (sehr zu meinem Leidwesen) heute so ziemlich alle Kiesteiche an Angelvereine verpach-tet und eingezäunt sind, könnten die doch wenigstens von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und die Spinner einfach unter Androhung von Strafanzeigen davonscheuchen.

  6. Peta verwendet über 95% ihrer Spendeneinnahmen für Rechtsanwälte und PR-Kampagnen, bzw. die verlieren ständig vor Gericht, aber das scheint ihnen egal zu sein!

    • Nunja, da unterscheiden sie sich nicht von fast allen anderen „Hilfsorganisationen“. In Nordamerika wurde einmal eine Untersuchung durchgefuehrt und das Ergebnis, war, dass lediglich die Heilsarmee fast 30% fuer den eigentlich Zweck verwendet, ALLE anderen lagen bei 5% oder darunter. Werbung und „Verwaltung“ schlucken die Kohle!

  7. So ein penetrant-kriminelles Geschmeiß. An die Schächtungen der „Religiösen“ trauen die sich nicht heran . Tierschützer sind das keine, sondern Aktivisten. Aktivist mittlerweile ein Synonym für Terrorist.

    • Auch bei PETA müssen Prioritäten gesetzt werden. Gerade sind sie damit beschäftigt, Forever 21 den Verkauf von Kleidung mit Wolle zu verbieten und den ‚Sexiest Vegan over 50‘ zu küren. Da mussen Dinge wie das betäubungslose Schächten schon mal hintenan stehen.

  8. Tierschutz war noch nie so wichtig wie jetzt. Nie zuvor wurde so vielen Tiere sinnlos die Kehle durchgeschnitten. Wer es ernst mit dem Tierschutz meint, sollte PETA verklagen und sich an die echte Tierschützerin Philippa Strache (FPÖ) wenden.

  9. Friede macht Reichtum, Reichtum macht Übermut, Übermut bringt Krieg, Krieg bringt Armut, Armut macht Demut, Demut macht wieder Frieden. (Johann Geiler von Kaysersberg)

    Auch was PETA anlangt: Für mich der Beweis dafür, daß Phase drei schon begonnen hat.

Kommentare sind deaktiviert.