AfD mit Klartext: Denk- und Sprechverbote spielen eine große Rolle

Markus Gärtner

Tino Chrupalla (Bild Markus Gärtner)

Zwei Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am 1. September spricht Tino Chrupalla von der AfD Klartext über die Stimmung zwischen Stralsund und Zwickau: „Viele Bürger hier haben das Gefühl, auch was Meinungsfreiheit angeht, dass Dinge sich wiederholen“, zum Beispiel die zunehmenden Denk- und Sprechverbote.

Der GroKo macht der AfD-Mann schwere Vorwürfe: „Eine Rezession ist im Anmarsch und bisher ist keine Reaktion der Bundesregierung sichtbar“. Chrupalla, der auch stellvertretender Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion ist, sieht die Regierung Merkel in einer „Filterblase leben“, weit entfernt „von den wirklichen Problemen der Bevölkerung“.

Diese und andere Diagnosen stellt der 2017 in den Bundestag gewählte Maler- und Lackierermeister, der sich ein eigenes Unternehmen aufgebaut hat und damit von einem bürgerlichen Beruf in die Politik wechselte – inzwischen eher eine Seltenheit in Berlin, wo die politische Filterblase wächst, während das Vertrauen der Bürger in die politische Kaste schwindet und die Wirtschaft in eine Krise abgleitet – die Autoindustrie steckt längst in der Rezession.

Chrupalla haben wir in diesem Interview zur Stimmung im Osten der Republik befragt, zu seinen Wahlkampferfahrungen in einem ideologisch gespaltenen und zunehmend gewaltbereiten Land. Der Abgeordnete, der 2017 in Görlitz eines der ersten Direktmandate für seine Partei gewinnen konnte, äußert sich auch zu möglichen Regierungen und Koalitionen nach den 3 kommenden Landtagswahlen und zur Verrohung der öffentlichen Debatte: „Wir sollten alle abrüsten“, sagt er, „und mehr auf den Dialog und die Vernunft setzen“.

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5 Kommentare

  1. Eine Beschränkung auf maximal 2 Amtszeiten macht nunmal Sinn.Dann können keine extremen Seilschaften entstehen.

  2. Soweit ich Herrn Chrupalla auch beipflichte, aber wie soll das gehen mit: „und mehr auf den Dialog und die Vernunft setzen“.
    Ich war bei Stürzenberger. Der versucht es auch immer wieder. Nur wie soll man einen Dialog führen wenn man niedergebrüllt wird? Das mit „Vernunft“ erledigt sich damit auch von selbst.

  3. Die AfD trifft den Nerv der Menschen. Von ihr fühlen sich die Leute verstanden.
    Habe heute die Pressekonferenz zur Halbzeitbilanz der Groko von der Bertelsmann-Stiftung gehört. Es war ein einziges Lobgehudel, was die Groko alles geleistet hat. Einige mussten allerdings zugeben, das bei der Bevölkerung kaum etwas ankommt und von ihr wahrgenommen wird.
    Frau von der Leyhen hat die Bundeswehr abgewirtschaftet. Die Autoindustrie hat ums Überleben zu kämpfen, weil die Politik nicht konsequent in die Mauscheleien eingegriffen hat. Die Energiepolitik verschandelt ganze Landschaften und vernichtet Arbeitsplätze. Bei wem das versprochene Geld ankommt, kann keiner sagen. Die Flüchtlingspolitik schafft immer mehr Parallelgesellschaften, aber die Grenztore werden immer weiter geöffnet. Um nur einige Beispiele zu nennen. Die Liste kann man noch beliebig verlängern.

  4. Der Chrupalla hat Recht. Die meisten Altparteien-Bundestagsabgeordneten haben von dem Leben ausserhalb des Reichstags keinen blassen Schimmer. Das ist aber lange bekannt und deshalb sind wir dort, wo wir gerade stehen. Da haben uns die Altparteien hingeführt.
    Und es stimmt, die Rezession ist im Anmarsch und die Altparteien wollen trotzdem Steuern erhöhen, neue Steuern erfinden und treiben weitere Arbeitsplätze aus dem Land. Erstaunlich und geradezu besorgniserregend ist das, wie diese unfähigen Altparteienbratzen so tun, als sei alles in Ordnung.

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