Wie die Süddeutsche Zeitung die Kriminalstatistik vernebelt

Symbolfoto: Von Janson.art/Shutterstock

Die Süddeutsche Zeitung hat anlässlich der Vorkommnisse der letzten Tage eine Neubewertung der Zuwandererkriminalität vorgenommen („Flüchtlinge – Vernebelte Kriminalstatistik“ vom 07.08.2019;), in der es vor Fehlern und Beschwichtigungen nur so wimmelt.

Die Kernaussagen des von Ronen Steinke verfassten Artikels lauten:

► Zuwanderer begehen im Durchschnitt deutlich mehr Straftaten als der Rest der Bevölkerung.
► Das liegt aber weniger an ihrer Herkunft als an der Tatsache, dass überwiegend junge Menschen zuwandern und sie häufiger mit sozialen Problemen zu kämpfen haben.

Um es kurz zu machen: Die erste Aussage ist zutreffend (sie lässt sich anhand der Zahlen der Kriminalstatistik und des Ausländerzentralregisters leicht belegen), bei der zweiten handelt es sich hingegen um reines linkspopulistisches Gerede.

Ein typisches Beispiel sind die folgenden Ausführungen über die Kriminalität von Zuwanderern:

„Diese Menschen, die großteils seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, machen zwar nur zwei Prozent der Bevölkerung aus, rund 1,6 Millionen Menschen. Aber keine andere Gruppe ist in der Kriminalstatistik so stark überrepräsentiert. 2018 machten sie ganze elf Prozent der Verdächtigen von Körperverletzungen aus, 15 Prozent der Verdächtigen von Tötungsdelikten, 12 Prozent bei den Verdächtigen von Vergewaltigungen und schweren sexuellen Nötigungen.
Es ist natürlich kein ganz fairer Vergleich. Unter diesen Migranten sind sehr viele junge Männer. Bei jungen Männern sind in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten die höchsten Kriminalitätsraten zu verzeichnen. Das verzerrt die Statistik und kann den Blick vernebeln. ‚Unter allen Asylantragstellern der Jahre 2015 und 2016 waren 34 Prozent Männer im Alter von 16 bis 29 Jahren‘, sagt der Kriminologe Christian Walburg, der an der Universität Münster lehrt. Dieser Anteil ist vier Mal so hoch wie in der deutschen Gesamtbevölkerung. Schon deshalb wäre aus dieser Gruppe mehr Gewalt zu erwarten. Das wäre dann noch kein Indiz dafür, dass ein ‚Kulturkreis‘ stärker zu Gewalt neigt als ein anderer.“

So ganz falsch ist dieses Argument nicht. Männer tragen Konflikte tatsächlich eher durch Gewalt aus als Frauen. So waren gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 männliche Personen ca. 6 Mal so häufig Tatverdächtige für „Gewaltkriminalität“ wie weibliche. Dennoch können die unterschiedlichen Anteile der beiden Geschlechter in den verschiedenen Ausländerpopulationen nicht deren zum Teil sehr stark unterschiedlichen Kriminalitätsindizes erklären.

Ein Kriminalitätsindex einer Population für „Gewaltkriminalität“ ist definiert als die Zahl der Tatverdächtigen für „Gewaltkriminalität“ pro 100.000 Populationsmitgliedern im Verhältnis zur Zahl der deutschen Tatverdächtigen pro 100.000 deutschen Staatsbürgern bei der gleichen Straftatenkategorie. Ein Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ von 20 bedeutet folglich, dass die Populationsmitglieder pro Kopf 20 Mal so häufig Tatverdächtige für „Gewaltkriminalität“ waren wie Deutsche. Der Gewaltkriminalitätsindex für Deutsche ist gemäß dieser Definition gleich 1. Die Population der Deutschen dient somit als Referenz.

Ergänzend dazu kann ein „geschlechtsbereinigter Kriminalitätsindex“ einer Population für „Gewaltkriminalität“ definiert werden als die Zahl der Tatverdächtigen für „Gewaltkriminalität“ pro 100.000 männlichen Populationsmitgliedern im Verhältnis zur Zahl der deutschen Tatverdächtigen pro 100.000 männlichen deutschen Staatsbürgern bei der gleichen Straftatenkategorie. Bei der gewählten Vorgehensweise werden also – stark vereinfachend – alle Gewaltkriminalitätsdelikte dem männlichen Teil der jeweiligen Population zugerechnet. Hierdurch wird vermieden, dass eine Population nur deshalb einen ungünstigeren Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ vorzuweisen hat als eine andere Population, weil sie anteilsmäßig deutlich mehr männliche Personen besitzt.

Einige Presseartikel haben argumentiert, dass die obigen Kriminalitätsindizes nicht sicher berechnet werden können, da etliche Täter ihren Lebensmittelpunkt im Ausland haben (wie der mutmaßliche Mörder vom Frankfurter Hauptbahnhof) und somit keiner in Deutschland angesiedelten Population zugerechnet werden können. Das Argument ist jedoch irrelevant, da das BKA den Anteil solcher Personen an den Tatverdächtigen für Gewaltkriminalität in den letzten Jahren stets auf maximal 2 Prozent eingegrenzt hat.

Die folgende Aufstellung zeigt pro Population (1) die Nationalität, (2) den mittleren Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ in den Jahren 2015 bis 2018, (3) in Klammern den mittleren geschlechtsbereinigten Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ in den Jahren 2015 bis 2018 und (4) (hinter dem Semikolon) das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Personen während des Jahres 2018. Sie ist absteigend sortiert nach dem mittleren geschlechtsbereinigten Kriminalitätsindex (jeweils in den Klammern). Zur Erläuterung sollen zwei Nationalitäten beispielhaft herausgegriffen werden:

Die Population der in Deutschland lebenden Gambier hat einen mittleren (unbereinigten) Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ von 21,00. Im Jahr 2018 betrug das Geschlechterverhältnis der Population 7,76 männliche Personen pro weibliche Person. Die Population besitzt deshalb einen (deutlich verbesserten) mittleren bereinigten Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ von 13,39.

Umgekehrt hat die kenianische Ausländerpopulation einen mittleren (unbereinigten) Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ von vergleichsweise niedrigen 6,49. Anders als die gambische Ausländerpopulation weist sie jedoch einen deutlichen Frauenüberschuss aus: Im Jahr 2018 betrug das Geschlechterverhältnis der Population 2,33 weibliche Personen pro männliche Person. Die Population besitzt deshalb einen (deutlich verschlechterten) mittleren bereinigten Kriminalitätsindex für „Gewaltkriminalität“ von 9,08.

► Algerien: 49,21 (35,58); 2,63
► Kongo, Republik: 33,24 (31,62); 1,11

► Guinea-Bissau: 28,45 (19,13); 3,91
► Somalia: 23,79 (18,80); 1,85
► Tschad: 25,71 (17,62); 3,96
► Guinea: 24,03 (16,71); 4,00
► Marokko: 16,77 (15,51); 1,13
► Libyen: 18,63 (14,92); 1,97
► Sudan: 21,46 (14,54); 3,69
► Georgien: 13,34 (14,49); 0,76
► Sierra Leone: 19,05 (14,17); 2,71
► Liberia: 19,71 (14,06); 3,28
► Tunesien: 17,15 (13,68); 1,85
► Mauretanien: 19,55 (13,59); 3,32
► Gambia: 21,00 (13,39); 7,76
► Libanon: 15,33 (13,22); 1,47

► Mali: 19,46 (12,51); 6,01
► Albanien: 13,02 (11,76); 1,28
► Afghanistan: 13,22 (10,61); 1,90
► Niger: 15,40 (10,50); 4,11
► Senegal: 14,58 (10,44); 2,76
► Nigeria: 11,35 (9,78); 1,39
► Eritrea: 12,64 (9,70); 2,17
► Kenia: 6,49 (9,08); 0,43
► Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste): 10,84 (8,60); 2,09
► Iran: 9,07 (7,90); 1,43
► Irak: 9,15 (7,84); 1,43
► Montenegro: 7,62 (7,22); 1,16
► Ägypten: 9,11 (7,09); 2,11
► Staatenlos: 7,93 (6,76); 1,44
► Litauen: 6,04 (6,67); 0,80
► Serbien: 6,67 (6,54); 1,02
► Äthiopien: 6,92 (6,47); 1,19
► Pakistan: 8,43 (6,33); 2,38
► Burkina Faso: 8,67 (6,20); 2,72
► Syrien: 7,31 (6,03); 1,54

► Kosovo: 5,50 (5,18); 1,16
► Armenien: 5,00 (5,05); 0,93
► Jordanien: 5,81 (5,01); 1,43
► Togo: 5,31 (4,95); 1,17
► Mazedonien: 5,06 (4,85); 1,11
► Ghana: 5,09 (4,84); 1,10
► Kamerun: 5,06 (4,56); 1,28
► Bulgarien: 4,41 (4,08); 1,18
► Türkei: 4,08 (3,92); 1,07

► Rumänien: 4,23 (3,78); 1,35
► Russland: 3,07 (3,68); 0,60
► Bosnien & Herzegowina: 3,30 (3,14); 1,12
► Polen: 3,16 (2,94); 1,19
► Kongo, Demokratische Republik: 2,71 (2,64); 1,03
► Indien: 2,23 (1,83); 1,71
► USA: 1,66 (1,50); 1,26
► Philippinen: 0,81 (1,48); 0,24
► Kroatien: 1,46 (1,38); 1,15

► Deutschland: 1,00 (1,00); 0,95

► China: 0,49 (0,50); 0,89
► Südkorea: 0,24 (0,27); 0,72
► Indonesien: 0,22 (0,24); 0,74
► Taiwan: 0,14 (0,18); 0,46
► Japan: 0,11 (0,12); 0,69

Abbildungen 1-3 stellen die nach Geschlecht bereinigten mittleren Kriminalitätsindizes für „Gewaltkriminalität“ der Jahre 2015 bis 2018 von insgesamt 59 ausgewählten Ausländerpopulationen dar.

Insgesamt lässt sich feststellen: Die bereinigten Kriminalitätsindizes für „Gewaltkriminalität“ von Algerien und Republik Kongo sind skandalös hoch, die bereinigten Kriminalitätsindizes der sich anschließenden (überwiegend afrikanischen) Nationalitäten von Guinea-Bissau bis Libanon viel zu hoch, und die Werte der Nationalitäten Mali bis Syrien generell zu hoch. Die bereinigten Kriminalitätsindizes für „Gewaltkriminalität“ der Nationalitäten Rumänien bis Kroatien sind noch hinnehmbar, die sich anschließenden bereinigten Kriminalitätsindizes der (süd)ostasiatischen Nationalitäten China bis Japan dagegen ausgesprochen vorbildlich.

Wie sich am Beispiel der gambischen Ausländerpopulation erkennen lässt (dort beträgt das Zahlenverhältnis von männlichen zu weiblichen Personen fast 8:1), können die Kriminalitätsindizes für Gewaltkriminalität durch Bereinigung nach Geschlecht maximal halbiert werden (beispielsweise von 20 auf 10), jedoch nicht stärker. Denn sollte eine Population im Extremfall ausschließlich aus Männern bestehen, dann können ihre Tatverdächtigenzahlen bestenfalls mit der Zahl der Tatverdächtigen unter deutschen Männern (und nicht allen Deutschen) verglichen werden. Deutsche Männer machen jedoch nur etwa die Hälfte der Deutschen aus. Konkret: Das Verhältnis von männlichen zu weiblichen Personen beträgt unter deutschen Staatsbürgern ca. 0,95, das heißt, es ist praktisch ausgeglichen (der leichte weibliche Überhang ist eine Folge der höheren weiblichen Lebenserwartung, er besteht primär in der älteren Generation).

Der von Ronen Steinke verfasste Artikel der Süddeutschen Zeitung verweist aber auch noch auf die andere Altersstruktur der meisten Zuwandererpopulationen gegenüber der Population der Deutschen hin. Sein Argument: Zuwandererpopulationen sind im Allgemeinen durchschnittlich deutlich jünger als die Population der Deutschen. Oder in Ronen Steinkes eigenen Worten: „Unter diesen Migranten sind sehr viele junge Männer. Bei jungen Männern sind in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten die höchsten Kriminalitätsraten zu verzeichnen. Das verzerrt die Statistik und kann den Blick vernebeln.“

Strenggenommen müssten die Kriminalitätsindizes deshalb nicht nur nach Geschlecht, sondern auch noch nach dem Alter bereinigt werden. Was der Artikel der Süddeutschen Zeitung bei diesem Anliegen jedoch verschweigt: Eine solche Bereinigung nach dem Alter würde keine weiteren nennenswerten Effekte haben, und zwar im Wesentlichen aus den folgenden zwei Gründen:

► Bei der oben gewählten Art der Geschlechterbereinigung wurden (stark vereinfachend) alle deutschen Tatverdächtigen den männlichen Deutschen zugerechnet. In Deutschland betrug das Verhältnis der männlichen zu weiblichen Tatverdächtigen bei Gewaltkriminalität in 2018 jedoch ca. 6:1 (150.525 versus 25.187 Tatverdächte). Dies hat zur Folge, dass für alle Ausländerpopulationen mit einem starken Männerüberschuss günstigere bereinigte Kriminalitätsindizes für Gewaltkriminalität ausgewiesen wurden als ihnen faktisch (bei einer genauen Rechnung) zustehen.

► Die Unterschiede im Gewaltkriminalitätsverhalten der verschiedenen Altersgruppen sind – gemäß der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 – in Deutschland wesentlich weniger ausgeprägt als zwischen den Geschlechtern. So werden auch in sehr jungen und recht alten Jahren (beide Altersgruppen sind in den meisten Zuwandererpopulationen unterrepräsentiert) noch relativ viele Gewaltdelikte begangen.

Berücksichtigt man die beiden genannten Punkte gemeinsam, dann dürften sich durch eine zusätzliche Bereinigung nach dem Alter kaum Veränderungen in den Kriminalitätsindizes erzielen lassen. Um es an konkreten Zahlen auszudrücken: Der gambische Kriminalitätsindex würde nicht unter 12 sinken, und die Indizes für Algerien und die Republik Kongo kaum unter 30.

Unabhängig davon ließe sich argumentieren, dass die Bereinigung der Kriminalitätsindizes nach Alter und Geschlecht den Versuch darstellt, ein eigentlich unschönes Resultat nachträglich zu verharmlosen oder gar zu beschönigen. Denn wenn unbestritten ist, dass junge Männer anteilsmäßig zu deutlich mehr Gewaltdelikten neigen als ältere Männer oder weibliche Personen, dann stellt eine starke Zuwanderung von überwiegend jungen, ledigen Männern ein erhebliches Risiko für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft dar. Der Artikel der Süddeutschen Zeitung versucht erkennbar dahingehend zu argumentieren, dass die deutlich höheren Gewaltkriminalitätsindizes der meisten Zuwandererpopulationen nicht mit der Heimatkultur oder der Nationalität der Zuwanderer, sondern vor allem mit der Alters- und Geschlechtsstruktur der Zuwandererpopulationen begründet werden können. Anders gesagt: Die höheren Gewaltkriminalitätsindizes der meisten Zuwandererpopulationen haben primär biologische Gründe. Gemeinhin wird eine solche Argumentation als biologistisch bezeichnet.

Die Argumentation ist allerdings allein schon deshalb problematisch, da die Alters- und Geschlechtsstruktur einer Zuwandererpopulation maßgeblich durch die Kultur des Herkunftslandes bedingt sein kann. So lässt sich zeigen, dass ein hoher Anteil an ledigen jungen Männern in einer Zuwandererpopulation im Allgemeinen mit zwei Merkmalen des Herkunftslandes einhergeht:

► Der Islam ist die mitgliederstärkste Religion.
► Polygamie ist legal und/oder weit verbreitet.

Wie groß die Ungleichheiten in den Fortpflanzungschancen unter Männern in polygamen Gesellschaften in der Praxis sein können, kann an einem Beispiel verdeutlicht werden, das im Special Report Of men and mayhem vom 23.01.2016 des The Economist (https://www.economist.com/special-report/…/of-men-and-mayhem) zu finden ist. Darin heißt es über den islamisch geprägten Nordosten Nigerias, dass weite Teile der Bevölkerung polygam leben und sich Schätzungen zufolge 40% aller Ehefrauen einen Ehemann teilen. Geht man in vorsichtiger Abschätzung davon aus, dass jeder polygame Ehemann im Durchschnitt 2,5 Ehefrauen hat, es in allen relevanten Altersgruppen genauso viele Frauen wie Männer gibt und alle heiratsfähigen Frauen auch tatsächlich verheiratet werden, dann müssen sich – im günstigsten Fall – 84% der Männer unter den verbliebenen 60% der Frauen eine Ehefrau suchen. Mindestens 24% der Männer werden in der gleichen Population somit keine Ehefrau finden. Und sie werden in einer islamisch geprägten Gesellschaft dann auch keine Freundin haben können.

Anders gesagt: Solche Gesellschaften produzieren große Zahlen an perspektivlosen, ausgegrenzten Männern. Ohne Ehefrau und Familiengründung können diese Männer in ihrem Land auch keinen sozialen Status erlangen. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn sich ein Teil der ausgegrenzten ledigen jungen Männer auf den Weg nach Europa oder eine andere wohlhabende christliche Region macht, wo größere Chancen auf ein regelmäßiges Einkommen und eine Freundin beziehungsweise Ehefrau bestehen (in wohlhabenden islamischen Ländern besitzen sie gleichfalls kaum Chancen auf Freundin oder Ehefrau). Kurz: Das, was Ronen Steinke in der Süddeutschen Zeitung als wesentliche Ursache für die höheren Gewaltkriminalitätsindizes vieler Zuwandererpopulationen ausgemacht haben will, hat letztlich seine Ursache in der Kultur des Herkunftslandes.

Die von Ronen Steinke gegebenen Begründungen für die höheren Gewaltkriminalitätsindizes vieler Zuwandererpopulationen mögen aus sozialwissenschaftlicher Sicht interessant sein, sie lösen jedoch kein einziges soziales Problem. Ihr hauptsächlicher Sinn scheint darin zu bestehen, andere einmal mehr der Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus zu bezichtigen. Auch kann ich in den Ausführungen keinerlei Lösungsorientierung erkennen. Was will er denn einer Frau sagen, die gerade von einem Asylbewerber vergewaltigt wurde? Dass deutsche Männer sich bei einem ähnlichen Männerüberschuss nicht anders verhalten würden? Dass sie einmal darüber nachdenken sollte, aus welcher gewaltbetonten Region der Täter zu uns gekommen ist und welch niedriger sozialer Schicht er angehört?

Die von Ronen Steinke genannten Gründe mildern in keiner Weise die bemerkenswerte Tatsache, dass beispielsweise bei den 150 in 2015, 165 in 2016 und 261 in 2017 in München verübten „Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen“ (Schlüssel 111000) jeweils 68,9%, 68,9% und 64,4% aller Tatverdächtigen Ausländer waren. Und dass bei den 243 im Jahr 2018 in München verübten „Vergewaltigungen, sexuellen Nötigungen und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall“ 64,4% aller Tatverdächtigen Ausländer waren. Vor allen Dingen: Sie helfen den bisherigen und zukünftigen Opfern nicht.

Aus all diesen Gründen halte ich die unbereinigten Kriminalitätsindizes, wie sie in der obigen Auflistung an erster Stelle hinter der Nationalität (oder in meinem Facebook-Artikel vom 06.08.2019 als alleinige Angabe: https://www.facebook.com/peter.mersch.1/posts/2617187078299672) angeführt werden, für realistischer und aussagekräftiger als bereinigte Kriminalitätsindizes.

Der Artikel der Süddeutschen Zeitung legt aber noch weiter nach:

„Hinzu kommt, dass sich bei vielen Zuwanderern besonders viele soziale Probleme ballen: Arbeitslosigkeit, wenig Bildung, eigene Erfahrung als Opfer von Gewalt. Das sind Faktoren, die auch bei Deutschen ein kriminelles Verhalten ‚begünstigen‘, wie der Forscher Walburg sagt. Je mehr man diese Faktoren herausrechne, desto mehr verblassten die Unterschiede zwischen Zuwanderern und Deutschen in der Statistik wieder, betont der Forscher. Eher linke Kriminologen wie der Bochumer Professor Thomas Feltes argumentieren deshalb, dass die ‚Kultur‘ der Täter letztlich kaum eine Rolle spiele. ‚Nicht die Herkunft, sondern die soziale Umgebung begünstigt Straftaten‘, sagt Feltes.“

Das ist natürlich Unsinn. Denn viel entscheidender ist die Selektion der Migranten innerhalb der Bevölkerung des Herkunftslandes, beispielsweise, ob es sich bei ihnen im Wesentlichen um ein repräsentatives Abbild des Herkunftslandes handelt (aufgrund des hohen Anteils an ledigen jungen Männern ist dies auszuschließen), oder zu nennenswerten Anteilen um Angehörige der Bildungsschicht, um Mitglieder von kriminellen Banden oder gar islamistischen Organisationen. Auch ist zu fragen, ob die Menschen eher vor etwas wegfliehen (beispielsweise vor einer persönlichen Verfolgung, einer kriegerischen Auseinandersetzung oder Strafverfolgung im Heimatland), oder zu etwas hin möchten (beispielsweise einen gut versorgenden Sozialstaat und ansprechbare ungebundene Frauen). Schließlich ist zu bedenken, ob sie sich aus eigenem Antrieb auf den Weg gemacht haben, im Rahmen einer Gefängnisleerung dazu genötigt wurden oder auch von Schleppern angeworben wurden.

Das Problem der Zuwanderung der letzten Jahre (inklusive Fluchtunterstützungen à la Carola Rackete) ist, dass wir nicht wissen, wer auf diese Weise zu uns kommt. Ist es der verzweifelte Kriegsflüchtling oder der schwere Straftäter, der vor einer Strafverfolgung in seinem Heimatland geflohen ist? Wir wissen über diese Menschen buchstäblich nichts, oftmals nicht einmal, wie alt sie sind. Im Fall der ermordeten Mia V. hatte ein wahrscheinlich 20-jähriger Afghane, der gemäß seinen eigenen Angaben in Deutschland als 15-Jähriger eingestuft wurde und kein Asylrecht besaß, eine Schulklasse gemeinsam mit 15-jährigen Mädchen besucht. Der mutmaßliche Schwert-Mörder von Stuttgart, Issa M., hatte sich in Deutschland als 28-jähriger verfolgter Syrer ausgegeben und daraufhin eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Bei seiner Verhaftung soll er jedoch angegeben haben, in Wirklichkeit ein 30-jähriger Jordanier zu sein. In diesem Fall hätte er in Deutschland kein Bleiberecht gehabt.

Dass in einigen Ausländerpopulationen kriminelle Banden aktiv sind und dafür regelmäßig neue Mitglieder im Herkunftsland rekrutieren, zeigen unter anderem die völlig unterschiedlichen Gewaltkriminalitätsraten der Ausländerpopulationen der Republik (R) Kongo und der Demokratischen Republik (DR) Kongo, zwei afrikanische Länder, die sich kulturell kaum voneinander unterscheiden. Während die in Deutschland lebenden Bürger der Demokratischen Republik Kongo seit vielen Jahren pro Kopf nicht wesentlich häufiger Tatverdächtige für Gewaltkriminalität sind als Deutsche pro Kopf, weist die Ausländerpopulation der Republik Kongo seit Jahren ähnlich absurd hohe Gewaltkriminalitätsindizes auf wie die algerische Population..

Es ist jedoch keineswegs anzunehmen, dass die Menschen in der Republik Kongo im Mittel deutlich krimineller und gewaltbereiter sind als die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo. Ganz im Gegenteil: Die Republik Kongo gilt als insgesamt etwas entwickelter, wohlhabender und friedlicher als die deutlich größere und bevölkerungsreichere Demokratische Republik Kongo. Aber woran könnte es dann liegen, dass sich die Ausländerpopulationen der beiden Länder in Deutschland in den Gewaltkriminalitätsindizes dermaßen unterscheiden? Der Grund dürfte ein einfacher sein: Aus dem einen Kongo kommt offenkundig eine andere Selektion an Menschen nach Deutschland als aus dem anderen Kongo. Anders gesagt: In der Ausländerpopulation des einen Kongos operieren kriminelle Banden, in der Ausländerpopulation des anderen Kongos hingegen nicht. Es gibt im Grunde keine andere Erklärung für das völlig unterschiedliche Gewaltkriminalitätsverhalten der beiden Populationen in Deutschland.

Wer unter diesen Umständen meint, die (überaus fragliche) Herkunft vieler Zuwanderer spiele für ihr Kriminalitätsverhalten so gut wie keine Rolle, sondern in erster Linie ihre aktuelle soziale Umgebung, dürfte primär ideologische Ziele verfolgen.

Schließlich thematisiert der Artikel der Süddeutschen Zeitung noch die bemerkenswerten Größenunterschiede zwischen den Kriminalitätsindizes der verschiedenen Ausländerpopulationen:

„Interessant ist dann aber, wie groß die Unterschiede zwischen den Herkunftsländern der Zuwanderer ausfallen. Auch dies beleuchtet das BKA. Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak und Syrien fallen demnach vergleichsweise wenig mit Straftaten auf. Und wenn doch, dann meist mit Raufereien untereinander – etwa die Hälfte ihrer Körperverletzungen werden in Flüchtlingsunterkünften verübt – oder mit typischen Arme-Leute-Delikten.“

In einem Youtube-Interview merkt die ehemalige Flüchtlingshelferin Christiane Soler („Ehemalige Flüchtlingshelferin Christiane Soler — die Lügen der Politiker“; https://www.youtube.com/watch?v=7wztJNRnHeA) dazu allerdings an, dass zwischen den verschiedenen zugewanderten Nationalitäten und zum Teil auch den unterschiedlichen Ethnien innerhalb der gleichen Nationalitäten zum Teil erhebliche Animositäten und gelebte Hierarchien bestehen:

„Also ein stetiges Problem unter Afghanen war, dass zum Beispiel Paschtunen meinten, dass sie die Herrenrasse sind, und die Hazara, die ebenfalls in den Containern waren, Untermenschen sind. Also sie erteilten denen fortwährend Befehle, qualifizierten die ab. Ich hab‘ dann irgendwann zu denen gesagt: ‚Das könnt ihr nicht machen, hier ist Deutschland, für uns sind Hazara genauso viel wert wie Paschtunen‘. Oh, das rief natürlich erst einmal große Empörung hervor. Und ich hab‘ dann auch gesagt: ‚Ihr behandelt die Hazara nicht gut in Afghanistan, wir wissen das, und für uns sind die hier genauso viel wert wir ihr es seid, die sind gleichwertig.'“ (https://www.youtube.com/watch?v=7wztJNRnHeA&t=670)

„Ich muss dazu auch noch sagen, dass Afghanen ums Verrecken keine Pakistani leiden können. Sie mögen auch ums Verrecken keine Iraner. Und im Flüchtlings-Café zum Beispiel wollen Syrer auf gar keinen Fall neben Afghanen sitzen. Also es war ein ständiger Eiertanz. Bei unserer Nachbarin, die einen Bio-Bauernhof hat, und die wirklich Chancen vergeben wollte, war es so: Sie hatte einen jungen Mann von der Elfenbeinküste und noch einen weiteren Afrikaner – ich erinnere jetzt gerade nicht das Land. Sie fragte die eines Tages mal: ‚Wenn ich noch einen zusätzlichen Mann engagiere, wo sollte der herkommen?‘ Und die sagten dann: ‚Auf gar keinen Fall einen Araber. Niemanden aus Nordafrika, der würde nicht arbeiten, der würde uns den ganzen Tag nur Anweisungen geben. Das bitte nicht. Also sie könnten sich mit einem weiteren Afrikaner anfreunden oder aber mit einem Europäer.‘ Und das hat dann auch funktioniert. Sie hat dann einen Rumänen eingestellt und das hat funktioniert.“ (https://www.youtube.com/watch?v=7wztJNRnHeA&t=500)

Solche Phänomene können begünstigt werden, wenn Gruppen überwiegend männlich sind, die Männer unterschiedlichen Ethnien, Religionen oder Nationalitäten angehören und sich als Konkurrenten um die knappen Frauen verstehen. Interessanterweise wird die Feindlichkeit unter den verschiedenen Zuwandererpopulationen kaum jemals in der Öffentlichkeit (und im rot-grünen politischen Lager) thematisiert. Bestehen die gleichen Animositäten – aus durchaus ähnlichen Gründen (das heißt, zunehmende Konkurrenz der vielen Männer um zu wenige Frauen) – jedoch unter deutschen Männern gegenüber ausländischen Männern, dann lautet die Diagnose meist umgehend Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus.

Doch weiter im Text der Süddeutschen Zeitung:

„Zuwanderer aus den Maghreb-Staaten hingegen – also aus Algerien, Marokko und Tunesien – seien ‚deutlich‘ öfter tatverdächtig, so das BKA. Genauso wie Zuwanderer aus den afrikanischen Ländern Gambia, Nigeria und Somalia. Der Kriminologe Christian Pfeiffer, ehemals Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, hat dafür eine Erklärung, die dem CSU-Politiker Joachim Herrmann durchaus entgegenkommt. Pfeiffer spricht von einer ‚Machokultur‘ in Nordafrika, die zur Gewaltbereitschaft jedenfalls mit beitrage.
Eine andere Erklärung: Viele der jungen, alleinstehenden Männer aus dem Maghreb und aus Subsahara-Afrika haben kaum Perspektiven, einen Aufenthaltsstatus zu erlangen, der Zugang zu Integrationskursen und zum regulären Arbeitsmarkt eröffnet. Das unterscheidet sie stark von den Bürgerkriegsflüchtlingen aus dem Nahen Osten – stärker als die Machokultur, die es ja hier wie dort gibt. Junge Männer aus dem Maghreb, so sagt der Münsteraner Forscher Christian Walburg, seien für Sozialarbeiter und Polizei oft ’schwer zu erreichen – weil sie wenig zu verlieren haben‘.“

Auffällig sind zunächst die Widersprüche im Text. Auf der einen Seite wird die vermeintlich höhere Gewaltbereitschaft der Zuwanderer aus den Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien teilweise mit der dort vorherrschenden „Machokultur“ erklärt, gleich darauf heißt es aber, dass es die gleiche Machokultur auch im Nahen Osten gibt. Zuvor hatte es dazu geheißen, dass Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak und Syrien vergleichsweise wenig mit Straftaten auffallen. Und wenn doch, dann eher mit Raufereien untereinander.

Andererseits ist anzumerken, dass die Gewaltkriminalitätsindizes der Ausländerpopulationen aus den Bürgerkriegsländern Afghanistan, Irak und Syrien zwar niedriger sind als der Populationen aus den Magreb-Staaten, sie sind jedoch alles andere als wirklich niedrig. Die Behauptung, dass die Ausländer aus Afghanistan, Irak und Syrien „vergleichsweise wenig mit Straftaten“ auffallen, stellt in diesem Zusammenhang eine starke Untertreibung dar. Tatsächlich liegen die Gewaltkriminalitätsindizes dieser Populationen zum Teil beträchtlich oberhalb der Indizes für Türkei, Rumänien oder Bulgarien, die sich bereits auf ein Mehrfaches der deutschen Werte belaufen.

Ein wenig weit hergeholt scheint auch die Aussage im Artikel der Süddeutschen Zeitung zu sein, dass junge Männer aus dem Maghreb gemäß dem Münsteraner Forscher Christian Walburg für Sozialarbeiter und Polizei oft schwer zu erreichen sind – weil sie nur wenig zu verlieren haben.

Vielleicht besitzen sie einfach nur andere Interessen als es die Sozialarbeiter wahrhaben möchten …

Dieser Beitrag erschien zuerst hier

 

 

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4 Kommentare

  1. Es läßt sich leicht feststellen wie hoch die Kriminalität der Ausländer im Vergleich zu jener der Deutschen ist. Diese Zahlen werden durch Vermischung verschleiert. In Wahrheit ist viel mehr als jeder zweite in Deutschland aufhältige Ausländer kriminell! Gläubige Moslems sind bei uns überhaupt latent kriminell weil sich die Inhalte des Koran mit den bestehenden Gesetzen nicht vereinbaren lassen bzw. sogar schwer kriminell sind! Diese faktischen Tatsachen können den Altparteien und Merkel nicht verborgen geblieben sein, sodaß davon ausgegangen werden muß, daß mit dem Import dieser Menschen vor allem die Kriminalität in Deutschland rasch hochgetrieben werden soll weil die allermeisten der ins Land Eingedrungenen keinen erkennbaren Nutzen ins Land bringen sondern ganz im Gegenteil schwere finanzielle, soziale und gesellschaftliche Schäden anrichten! Diese Sachverhalte sind nicht nur allen Politikern und ihren Zuträgern bekannt sondern der gesamten offiziösen Journaille ohne daß die politisch Verantwortlichen öffentlich dafür zur Rechenschaft gezogen werden! Die Auflösung des Staates und des deutschen Volkes wird weiter voranschreiten wenn der Wahlbürger diese Politik nicht durch Entmachtung der Altparteien beendet!

  2. Endlich mal ein Artikel mit etwas differenzierterer Information. Das ist interessant. Was ist denn die Quelle der Indizes? Wo kann ich darüber mehr nachlesen – besonders auch die geschlechtsbereinigten Indizes pro Land??
    Vielen Dank im Voraus.

  3. Einem Opfer, das auf einer Pflegestation oder im Sarg liegt, dürfte es ziemlich egal sein, ob der Täter 20 oder 60 Jahre alt ist.
    Dieses „runtergeschwafel“ auf das jugendliche Alter dieser Verbrecher ist nur widerlich.

  4. Einfach statt überregionaler Alpenprawda die Regionalmedien lesen bspw. dank „Politkversagen.de“ und schon hat man die Realität hinter der Statistik.

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