Italiens Salvini unschädlich machen – aber wie?

Wolfgang Hübner

Symbolfoto:Von Kal Pycco/shutterstock

Man stelle sich einmal vor, eine Mischung aus Nigel Farage, Donald Trump und Götz Kubitschek wäre drauf und dran, schon bald Bundeskanzler in Berlin zu werden! Was im heutigen Deutschland noch unvorstellbar und undenkbar erscheint, ist in Italien in Gestalt von Matteo Salvini Realität in Fleisch und Blut. Nicht nur für die italienische und westeuropäische Linke, sondern ebenso für die EU-„Elite“ und besonders den gesamten Machtkomplex in der Merkel-Demokratur ist der italienische Kraftkerl die gefährlichste Herausforderung ihrer Herrschaft über die Völker.

Denn wenn es Salvini tatsächlich schafft, mit großer parlamentarischer Mehrheit Regierungschef in Rom zu werden und sich in diesem Amt mindestens einige Jahre zu halten, dann wird das die EU noch mehr erschüttern als der Ausstieg der Briten, der nach einer aktuellen Umfrage in Großbritannien übrigens noch sicherer geworden ist. Einen Abgang des Gründungsmitglieds Italien mit seiner großen Volkswirtschaft wird die EU in ihrer heutigen Form und Verfassung gewiss nicht unbeschadet überstehen. Schon ein Ministerpräsident Salvini wird für Merkel, Macron & Co. eine fast unerträgliche Herausforderung, die jede Lust auf künftige Gipfeltreffen der Regierungschefs zu verderben droht.

Deshalb wird in Berlin, Paris und Brüssel bereits eifrig erwogen, wie Salvini zu stoppen ist, also politisch unschädlich gemacht werden kann – natürlich hinter verschlossenen Türen. Und gegen einen so charismatischen Politiker wie dem volksnahen und beim Volk konkurrenzlos beliebten Norditaliener kann im Notfall auch eine physische „Lösung“ nicht ausgeschlossen werden, um ihn aus dem Weg zu räumen. Erst aber werden jetzt alle Möglichkeiten durchgespielt, um Salvini als Ministerpräsident zu verhindern.

Nachdem die linksextreme deutsche „Kapitänin“ mitsamt ihrer menschlichen Fracht Salvini nicht nur nicht in Bedrängnis, sondern seine Popularität nur zusätzlich gefördert hat, richten sich die Hoffnungen auf den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella, einen ehemaligen Christ- und Sozialdemokraten. Der könnte nämlich nach dem zu erwartenden Sturz des jetzigen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte und dem Ende der Koalition von Lega und Fünf-Sterne kraft seiner präsidialen Befugnisse eine sogenannte „Fachleute“-Regierung ins Amt bringen, um eine Rechtsregierung zu verhindern. Allerdings wird sich Mattarella diese undemokratische Variante gut überlegen müssen. Denn Salvini könnte auf diese Weise nur kurzzeitig gestoppt, sein Ansehen unter den Italienern aber noch weiter gesteigert werden.

Aussichtsreicher werden von den Salvini-Feinden im In- und Ausland ökonomische Erpressungsversuche eingeschätzt. Schließlich ist Italien extrem hoch verschuldet und wird faktisch nur von der EZB unter dem Italiener Mario Draghi in der Euro-Zone gehalten. Dafür zahlen besonders die deutschen Sparer einen irrsinnig hohen Preis. Doch diese Situation haben nicht Salvini und die Lega, sondern all die Vorgängerregierungen verantwortet – jederzeit geduldet und gefördert von Brüssel und Frankfurt. Dort wie auch in Berlin und Paris wäre man gerne bereit, Italien mit allen Mitteln weiter zu unterstützen, aber nicht unter einem Ministerpräsidenten Salvini.

Deshalb werden jetzt die ökonomischen Folterinstrumente gemustert und geschärft, mit denen eine Rechtsregierung unter Salvinis Führung erfolgreich geknebelt werden könnte. Aussichtslos ist das keineswegs, denn gerade das hochverschuldete Italien mit seinem extremen Nord-Südgefälle der wirtschaftlichen Leistungskraft ist abhängig von den sogenannten „Finanzmärkten“ und deren Wohlwollen. Letzteres ist politisch sehr wohl beeinflussbar. Und selbstverständlich gibt es im italienischen Kapitalismus widersprüchliche Interessen. Einige können gegen Salvini in Stellung gebracht werden, dafür dürften EU-freundliche Kräfte wie der abgehalfterte ehemalige Ministerpräsident Matteo Renzi schon bald sorgen.

Der lächerlichste Vorwurf gegen den neuen italienischen Volkshelden ist der, Salvini verstehe nichts von Ökonomie. Im Falle der DDR-Physikerin Merkel, jetzt Kanzlerin, oder dem Saar-Juristen Altmaier, derzeit Wirtschaftsminister der weitaus stärksten Wirtschaftsmacht in der EU, werden fehlende ökonomische Sachkenntnisse hingegen nicht thematisiert. Wundern sollte das niemand: Bei der Bekämpfung von Salvini geht es um die Zukunft der EU sowie mächtigen deutschen politischen und wirtschaftlichen Interessen in dieser EU.

Ein massiver italienischer Störfall, gar ein EU-Austritt Italiens, wäre Sprengstoff für diese Interessen. Nach Trump, Putin, Johnson oder Orban ist deshalb nun Salvini der neue Hauptfeind der deutschen Hetzmedien und des Berliner Altparteienkartells. Ein Feind der deutschen Patrioten ist er jedoch ganz und gar nicht. Daran zu erinnern, dürfte bald sehr notwendig sein, wenn die Propagandamaschinerie gegen Salvini auf volle Drehzahl gebracht wird. Denn was in Italien geschieht, kann großen Einfluss auch auf die weitere Entwicklung in Deutschland nehmen.

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18 Kommentare

  1. Nun was in Österreich geklappt hat, muss auch in allen anderen Ländern klappen – so die Devise der heutigen Machtelite. Bleibt zu hoffen, dass sie alle ihren wahren Meister finden.
    Herr Salvini seien Sie auf der Hut, viele Menschen hoffen auf Sie

    • Österreich ist auch noch lange nicht raus – die wahrscheinlichste Variante dürfte sein, dass es wieder zu einer schwarz-blauen Koalition kommt. Und sogar einen erneuten Innenminister Kickl können sie heute nicht ausschließen – wenn es der FPÖ-Stimmanteil zulässt.

    • Und damit genau so etwas nicht passiert,
      hat man ja gerade wieder irgendeine Glücksspielladensauerei ausgegraben!
      Einer Glücksspielladenvereinigung – wie ich meine heute in den DLF-Nachrichten gehört zu haben in Wien – seien sowas wie neue Konzessionen versprochen worden, wenn ein FPÖ-Mann in den Vorstand kommt/käme – oder so.

  2. 2008 „löste“ die österreichische Regierung Jörg Haiders grandiosen Wahlerfolg mit einem „Autounfall“. Auch der skrupellosen EU ist ein „Autounfall“, ein „Herzinfarkt“ oder ein „Suizid“ an Salvini jederzeit zuzutrauen. Deshalb wünsche ich Herrn Salvini, dass er seine Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

  3. Die Brüssel Autokraten, verstehen es nicht und werden es nie verstehen (wie die SPD),ein Mateo Salvini lässt sich nicht erpressen.Um unser Regime loszuwerden, würde ich auch auf sehr vieles verzichten.

  4. Herr Matteo Salvini ist zum Glück ein Mann mit Rückgrat, Willensstärke und vor allem Charakter. Er wird sich nicht von solchen Kleigeistern aus der EU oder gar Deutschland beeindrucken lassen, er geht den Weg des anständigen und aufrechten Mannes.

    • Ach China!
      Die können doch gar nicht so viel Geld haben:
      Die bekommen doch sogar von uns Deutschen Entwicklungshilfemillionen! 😉

    • Das Problem ist nur, ob Salvini so viel bewirken kann, da ital. Regierungen seit 45 traditionell instabil sind und aus diesen oder jenen Gründen schnell gestürzt werden.

  5. Wen die selbsternannten Eliten mögen oder nicht, ist doch völlig egal, das Volk ist der Souverän. Ein tolles Bild, wenn Salvini das Bad in der Menge geniesst. Da können Mehrekel oder Macron nur von träumen. Die kämen keine 2m weit ohne ihre Bodyguards. Nur mal so, als Randnotiz, zum drüber nachdenken.

  6. Salvini ist z.Zt. der „gefährlichste“ Mann für die „EU“.
    Es ist zum Kotzen, auf wievielen Ebenen (viele sind sicher nicht öffentlich bekannt) gegen Salvini gekämpft wird. Leider werden dazu selbst in Italien korrupte Kollaborateure versuchen ihn zu entschärfen. Es geht um Viel! Hinzu kommt die Angstmacherei und der Versuch der Erpressung und der Diskteditierung gegen italienische Strömungen, wieder eine staatliche Souveränität zu erlangen. Das gleiche Theater womit der Brexit sabotiert wurde und leider noch nicht endgültig vollendet wurde. Einen Vorteil hat italien, man kann es nicht so leicht erpressen, wie die EU mit dem aufgeblasenen Nordirland-Problem GB terrorisiert. Zumindest die Angstmache vor dem Weltuntergang klappt in GB schon, so wie es für das übrige Europa mit dem „Klima“ Narritiv recht erfolgreich gelingt.

    Warum hat die EU eigentlich 2016, nach dem Referendum fast 3 Jahre lang nichts gemacht und nicht gedacht, was für Folgen der Brexit haben würde? Die vorauszusehenden Folgen waren den Volkswirtschaftlern doch schon damals bekannt. Aber die feige EU hat ja bis zum vorletzten Augenblick gehofft, ihr Diktat eines betonierten Abkommens würde schon seine Wirkung tun und der Brexit Wunsch würde so aufgeweicht und unterwandert worden sein, daß er doch nie stattfinden würde. Es könnte der Zeitpunkt kommen, wo das Dominospiel so unstabil wird, daß schon ein Windhauch den Laden zum Zusammenbruch bringt und es dann ALLES rasend schnell geht.

    • Gefährlich lediglich für EU-„Europa“ und seiner Lobby – für den gleichnamigen Kontinent jedoch ein Segen !

  7. Man darf gespannt sein, was die EU sich einfallen lässt, sie werden wohl vor nichts zurückschrecken. Denn eines ist klar, sobald Salvini Regierungschef ist, sieht es für die EU zappen duster aus, dann geben sie Ihm was er will oder er wird die Rückkehr zur Lira anpeilen.
    Was in dem Fall mit unseren Target2 Salden passiert kann sich jeder selbst ausmalen. Ich hoffe Merkel ist bis dahin noch in Regierungsverantwortung.

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