AKK, Soldatenethos und zeitloses Geschwurbel

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Die Bundeswehr bleibt eine Baustelle. Oder vielmehr ein Steinbruch, an dem man sich bedienen kann, um andere Projekte und Personalien zu fördern. Immerhin scheint die Lehre nach sechs Jahren Ursula von der Leyen zu sein, dass man phänomenal scheitern darf und dennoch dafür befördert und belohnt wird. In ihrer Rede vom 20.07.19 vor den Rekruten der Bundeswehr in Berlin, sagte Annegret Kramp Karrenbauer nichts, was in das Gedächtnis des deutschen Volkes dauerhaft eingehen wird. Mitunter mag man ihr sogar vorhalten, dass sie in etwa so verfährt wie ihre Vorgängerin und die Geschichte des militärischen Widerstandes benutzt, um heute dem Zeitgeist von links zu huldigen. Ansonsten blieb ihre Rede bis auf das ständige Gendern weitestgehend ohne Stolpersteine, aber auch ohne Momente, die für Begeisterungsstürme sorgen.

Vor einigen Wochen hatten manche in den Reihen der Bundeswehr oder der Union noch die leise Hoffnung gehegt, dass nach VDL nun ein Friedrich Merz oder wenigstens ein Jens Spahn, auch wenn letzterer sicherlich nicht der Favourit wäre, das Ruder übernehmen würde. Immerhin hat Merz richtig festgestellt, dass nach Jahrzehnten Abwrackungspolitik durch die Union von der Bundeswehr nicht viel mehr als ein blutiger und viel gescholtener Stumpf übrig ist, in der Karrieristen und Duckmäuser Konjunktur wie nie haben. Dass die Truppe jetzt nicht nur mehrere Oberste in den Reihen der AfD wiederfindet (Pazderski, Jung, Lucassen), sondern auch ihren ersten General, wundert nur diejenigen, die sich überhaupt nicht für die Bundeswehr oder ihre Nation interessieren. Drei-Sterne-General Joachim Wundrak, der für die AfD als Oberbürgermeister in Hannover kandidieren wird,  hat sich passend dazu in einem Interview mit der NZZ folgendermaßen geäußert:

«[…] Die AfD ist die einzige Partei, die die Bundeswehr uneingeschränkt unterstützt. Die Unterstützung der AfD dürfte in Polizeikreisen aber noch grösser sein als unter den Soldaten. […] Ich meine damit die Tendenz in Deutschland, sich vom Nationalstaat immer weiter zu distanzieren. Merkel hat einen Eid auf Deutschland geschworen, aber sie hat schon ein Problem damit, von einem deutschen Volk zu sprechen. Sie redet lieber von «Bevölkerung». Viele deutsche Politiker haben Mühe, sich zu ihrer eigenen Nation zu bekennen. Auch der Schutz der eigenen Grenzen ist kein prioritäres Ziel mehr. Deutschland gibt immer mehr Souveränität ab an die EU, die Europäische Zentralbank, an supranationale Organisationen. Das finde ich nicht richtig. Der Nationalstaat ist die primäre Organisationsform für Deutschland. Wo Gebilde zu gross werden, entsteht schnell ein undemokratischer Geist. »

Die Chance, die älteren oder charakterlich konservativ-liberalen und nationakonservativen Soldaten zurück ins Boot der Union zu holen, sich als Anwalt der Soldaten geben, hat die CDU/CSU verspielt. Aber das heißt nicht, dass die AfD die Bundeswehr dauerhaft für sich gewinnen wird. Im Gegenteil wird durch den Zeitgeist fortwährend neues Personal in die Truppe gespült. Aus Schulen, die von 68er Lehrern und Pädagogen geprägt sind, rücken neue Soldaten ein, die bereits in jenem Ungeist erzogen worden sind, den sich die Technokraten in Union und Koalitionsregierung wünschen. Menschen ohne Pathos und Wissen über ihre Geschichte, Herkunft und Verantwortung. Personal, das irgendwie grün, links und zeitgeistig tickt, extrem Obrigkeitshörig ist und letztendlich die Generation von Soldaten ersetzten wird, die noch die alte Bundesrepublik kennen durften. Die neuen Soldaten der Bundeswehr stehen bereits in den Stiefeln. Sie kennen weder Nation, noch Heimat und wissen auch gar nicht mehr, was Staatsbürger in Uniform sein sollen. Letzterer Begriff ist sowieso völlig inhaltsleer und ausgehöhlt geworden. Der neue Mustersoldat der Bundesrepublikanischen Armee zieht mit der EU-Fahne im Profilbild in den sozialen Netzwerken herum, hält den neuen Traditionserlass für super, liebt die Nähe zur politischen Klasse und glaubt, dass Geschlechtergerechtigkeit und die Öffnung in Richtung Zivilgesellschaft die wichtigsten Felder sind, auf denen die Bundeswehr arbeiten sollte. Sein kämpferischer, soldatischer Ethos, passt gerade so noch auf die Gehaltsabrechnung. Wenn alles in etwa so weitergeht wie bisher, gibt es in Zukunft vor allem wieder mehr politische Soldaten, die am Zipfel einer zeitgeistigen Elite hängen.

«Nicht einmal bedingt abwehrbereit: Die Bundeswehr zwischen Elitetruppe und Reformruine»

Materiell ist die Truppe de facto, das ist kein Geheimnis, nicht einsatzbereit. Ihren Bündnis- und Verteidigungsauftrag kann sie nicht erfüllen. Mitunter fragt man sich, ob sie das überhaupt soll. Vielmehr scheinen die Soldaten zur Dekoration einer Demokratie in Schieflage zu werden, die noch im Schwebezustand zwischen Nationalstaatlichkeit und regionalem Glied einer globalen oder wenigstens europäischen Einheit existiert. Sinnlos durch den noch leeren Raum zu irren, ist ihr Auftrag. Weder Verteidigungsarmee, noch Einsatz- und Eingreiftruppe. Weder warm noch kalt.

AKK hat nun die beneidenswerte Aufgabe für etwa 300.000 Euro im Jahr (Bundesabgeordnetendiät + Ministergehalt) die Soldaten mit Geschwafel und zeitlosen Geschwurbel für die nächsten paar Jahre zu beschäftigen. Der Verschleiß der Truppe wird weitergehen und naiven und gutgläubigen unter den Wählern der Union werden sich weiterhin einreden, dass nun alles besser werden wird. Das Spiel spielen sie mit sich selbst bis zur nächsten Enttäuschung und danach wiederholt sich das ganze, bis der Unionswähler aus dem Rentenalter ins Sterbealter kommt oder mit 45+ feststellt, dass er sein halbes Leben lang daneben gelegen hat.

Nein. Mit AKK wird es nicht besser werden.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com

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8 Kommentare

  1. Unfaßbar!

    Wer auch immer die Zustände in der Bundeswehr kritisiert, „vergißt“ den allerschlimmsten Mißstand, nämlich den Skandal,

    1) daß die Bundeswehr zig Mrd. Euro dafür verjubelt, in bereits 15 koranverwirrten Ländern die einen Koranverwirrten lächerlich-notdürftig ein bißchen vor anderen Koranverwirrten zu beschützen
    2) daß sie das Flüchtlinge für D produzierende syrische Blutbad in die Länge ziehen hilft, indem sie die Assadgegner unterstützt, u.a. mit Infos über die Assadtruppen, die deutsche Aufklärungstornados sammeln, die völkerrechtswidrig in den syrischen Luftraum eindringen.
    3) daß sie so tut, als sei es absolut kein Risiko, immer mehr von Imamen betreute koranverwirrte Soldaten in ihren Reihen zu beherbergen.

  2. Den Job von dieser AKK könnte jede Putzfrau machen.
    Und sie würde es nicht besser oder schlechter machen als dieser Merkel-Abklatsch.
    Die BW hat ohnehin fertig, die meisten Waffen sind bereits entmilitarisiert und haben somit nur noch Wert als Deko-und Sammlerwaffen.
    Und das Verteidigungsministerium wird von einer Laiendarstellerin geführt.
    Somit können mir unsere Soldaten nur noch leid tun da sie nur noch auf Spinnern gehorchen müssen.

  3. Zitat aus dem Text von aktiven Bundeswehr General Wundrak:
    Die AfD ist die einzige Partei, die die Bundeswehr uneingeschränkt unterstützt. Die Unterstützung der AfD dürfte in Polizeikreisen aber noch grösser sein als unter den Soldaten. […] Ich meine damit die Tendenz in Deutschland, sich vom Nationalstaat immer weiter zu distanzieren. Merkel hat einen Eid auf Deutschland geschworen, aber sie hat schon ein Problem damit, von einem deutschen Volk zu sprechen. Sie redet lieber von «Bevölkerung». Viele deutsche Politiker haben Mühe, sich zu ihrer eigenen Nation zu bekennen. Auch der Schutz der eigenen Grenzen ist kein prioritäres Ziel mehr. Deutschland gibt immer mehr Souveränität ab an die EU, die Europäische Zentralbank, an supranationale Organisationen. Das finde ich nicht richtig. Der Nationalstaat ist die primäre Organisationsform für Deutschland. Wo Gebilde zu gross werden, entsteht schnell ein undemokratischer Geist. »

    Es ist genau das was ich auch spüre und fühle, aber nicht möchte.
    Ich habe mit vielen Soldaten und Polizisten unter 4 Augen gesprochen.
    Genau, diese Männer wollen keinen kastrierten Staat.

  4. Wenn ich schon das Gesicht dieser Person sehe, würde ich am liebsten das tun, das man auf keinen Fall schreiben und schon gar nicht sagen soll. Ich sage nur………“Dachlatte“…….

  5. „Nein. Mit AKK wird es nicht besser werden.“

    Natürlich wird Angelas Kleine Kopie da nichts ändern.

    Die Altparteien haben ein massives Personalproblem, da die, die in der Politik noch was getaugt hätten, diese Parteien fluchtartig verlassen haben. Welcher vernünftige Mensch will sich denn auch schon dieses Ideologie- und Phrasengeschwätz antun?

    Daß der Oberglobalist Merz hier in positivem Zusammenhang erwähnt wird, verstehe ich nun allerdings nicht.

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