„Verzerrt“ die AfD Daten zur Ausländerkriminalität? Medien-Studie für Doofe erschienen

Daniel Matissek

Symbolfoto:Durch mangostock/shutterstock
Ausländerkriminalität (Symbolfoto:Durch mangostock/shutterstock)

Hamburg/Leipzig – Die Volkverdummung läuft wieder einmal auf Hochtouren: Eine neue „Medien-Studie“ will der AfD nachweisen, sie zeichne ein verzerrendes Bild über Ausländerkriminalität. Die Kritik ist absurd, denn sie basiert auf ebenso methodischen Pannen wie Denkfehlern.

Im Vorfeld der sächsischen Landtagswahlen, die in knapp vier Wochen stattfindet, sorgt aktuell eine Studie sogenannter „Medienforscher“ aus Hamburg und Leipzig für Furore, die am Wochenende wie bestellt in die Debatte platzte. Die verantwortlichen Professoren Thomas Hestermann und Elisa Hoven publizierten in der „Kriminalpolitischen Zeitschrift“ darin die Ergebnisse ihrer Forschung, die man sich schon vor Beginn der Untersuchungen hätte an drei Fingern abzählen können: Demnach „schürt“ die AfD „systematisch Furcht vor Zuwanderern„. Begierig griffen fast alle führenden etablierten Medien diese Meldung auf, etwa auch „Focus Online“; Und „ZDF heute“ fasste sogar die Schlüsselzitate – für die ganz Unbedarften – auf seiner Facebook-Seite schön übersichtlich zusammen.

Die Forscher analysierten „alle 242 Pressemeldungen der AfD zum Thema Kriminalität in Deutschland“ aus dem vergangenen Jahr und „verglichen“ sie mit der Kriminalstatistik: Soweit die AfD bei Tatverdächtigen die Nationalität nenne, seien dies „zu 95 Prozent Ausländer und zu 5 Prozent Deutsche“ (Hestermann). Tatsächlich liege der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen laut Kriminalstatistik jedoch „bei 35 Prozent„. Also steht für die Forscher – und das mediale Zitierkartell – fest: die AfD manipuliert.
Äpfel mit Birnen verglichen
Das genaue Gegenteil ist richtig: Manipulativ ist die Studie, da sie Äpfel mit Birnen vergleicht. Die 65 Prozent deutscher Tatverdächtiger (die die AfD ausblendet oder sogar gänzlich verschweigt) beziehen sich auf die Gesamtzahl aller Straftaten – auch solche, um die es in der Debatte um Migration und Zuwanderung gar nicht geht, etwa Wirtschaftsstrafsachen, Steuer- oder Verkehrsdelikte. Die Straftaten aber, die die AfD in den genannten „242 Pressemeldungen“ thematisiert, sind ganz überwiegend Gewalt- und Sexualdelikte; einschließlich Mord und extremistischer Taten. Und in diesen Sparten ist die Prävalenz selbstverständlich – wie gerade aus den von den Studienautoren zitierten Polizei- und Kriminalstatistiken hervorgeht – bei Ausländern eklatant höher als bei Deutschen: Im Jahr 2017 etwa lag laut BKA-Statistik der Anteil ausländischer Tatverdächtige in Mordfällen bei 42 Prozent; bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung betrug er 38 Prozent; immerhin 37 Prozent waren es bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung. ABER: Im selben Jahr belief sich der Anteil von Ausländern an der Gesamtbevölkerung im Land nur auf 11,2 Prozent. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, dass Ausländer somit bis zu annähernd vierfach, mindestens aber mehr als dreifach überrepräsentiert sind in der Kriminalstatistik bei eben den Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der einheimischen Bevölkerung primär berühren.
Es geht um kriminelle Ausländer, nicht um kriminelle Deutsche
Dass die AfD diese nicht „paritätisch“ behandelt, also entsprechend dem Ausländeranteil an der Gesamtdeliktzahl in ihren Publikationen, hat einen ganz simplen Grund. Wenn es um die rechtsstaatliche Zuverlässigkeit von hier geduldeten, nicht beheimateten Personen geht, müssen natürlich andere Maßstäbe gelten. Die pseudowissenschaftliche Studie lässt komplett außer Acht, dass die AfD sich in den fraglichen Pressemeldungen ganz bewusst und erklärtermaßen mit Delikten von Ausländern befasst, weil sie die Straffälligkeit dieser Menschen selbstverständlich mit der Asyl-, Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik verbindet! Daraus hat die Partei auch gar keinen Hehl gemacht: Wer das Problem krimineller Zuwanderer und Nichtdeutscher in Deutschland untersucht, fokussiert sich logischerweise auf die untersuchte Gruppe der Zuwanderer und Nichtdeutschen. Niemand käme auf die Idee, in der Debatte um Alkohol am Steuer zu beklagen, dass dabei ausschließlich über Autofahrer und Verkehrsteilnehmer gesprochen wird, nicht aber über Flugpassagiere, Bahnreisende, Inlineskater oder Spaziergänger. Oder dass eine „Verzerrung“ vorliege, wenn ständig nur über über Unfallfahrten berichtet wird, aber nie über die vielen besoffenen Fahrer, die trotz Promillespiegel heil ans Ziel gelangten. Aus demselben Grund moniert auch keiner, dass nicht auch über Sozialhilfeempfänger oder Arbeitnehmer geredet wird, wenn es um die Steuerhinterziehung von Unternehmern geht, denn beides hat nichts miteinander zu tun. Und genauso ist es daher auch irrelevant, die Straffälligkeit der Gesamtbevölkerung quantitativ oder qualitativ anzuführen, wenn im Mittelpunkt ausschließlich das Fehlverhalten von Ausländern steht; von Menschen also, die hier Gast sind oder geduldet werden.
Und was nun – jenseits der akademischen Elfenbeintürme, außerhalb des Blickfelds der Urheber solcher von Medien und Politik bestellten und/oder frenetisch beklatschter  „Studien“ – einmal leider zutrifft: Es IST ein riesiger Unterschied, ob Deutsche in Deutschland straffällig werden – oder ob dies Personen tun, die hier nicht beheimatet sind. Die Tatsache, dass ein Volk schwarze Schafe und Straftäter in den eigenen Reihen hat, ist kein Argument dafür, noch mehr schwarze Schafe aus anderen Völkern zu importieren. Einheimische Täter, Landsleute, kann man nicht abschieben, ihr „Nun-einmal-Hiersein“ (im Merkeldeutsch) ist nicht beeinflussbar. Doch eine drei- bis vierfach größere Täterschaft von Ausländern, darunter einem unbekannten Anteil illegal ins Land gelangter – Personen gegenüber der Straffälligkeit der Deutschen ist ein unhaltbarer Zustand, der zu vermeiden gewesen wäre. Er zeugt nämlich von einer Problemmigration, die die inländische Bevölkerung zunehmend gefährdet. Genau das ist der Ansatz, den die AfD in der überwiegenden Mehrzahl ihrer Pressemeldungen verfolgt – völlig zu Recht.
Realsatire und Whataboutism
Was sollte die AfD aus Sicht der Forscher eigentlich tun, um der angeblichen „Verzerrung“ abzuhelfen? Sollte künftig vielleicht bei jedem Fall von Vergewaltigung oder Mord mit ausländischem Täter oder Tatverdächtigen explizit erwähnt werden, dass auch Deutsche solche Taten begehen – oder vielleicht einen zurückliegenden Fall mit deutscher Tatbeteiligung verpflichtend dazuschreiben? Oder soll die AfD in einer Diskussion um Meldepflichten, Identitätsfeststellung und Aufenthaltsrecht von Geflüchteten fordern dasselbe auch für Deutsche fordern, damit es bloß nicht diskriminierend wird? Das wäre dann nicht nur Realsatire, sondern Whatsaboutism und Relativismus in Reinkultur.
Worin lag nun eigentlich der Erkenntnisgewinn der Medienstudie, die vor allem von den Öffentlich-Rechtlichen triumphierend verbreitet wird? Antwort: Praktisch bei Null. Das Ergebnis stand ohnehin von vornherein fest – seit Jahren behaupten politische Gegner der AfD in Parlament und Öffentlichkeit nämlich nichts anderes.  „Überraschend“ daran sei allerdings, „wie konsequent das geschieht“, so Hestermann und Hoven im Begleitartikel ihrer Studie. Diese angebliche „Konsequenz“ soll also eine bahnbrechende, neue Erkenntnis sein?
Wenn etwas an der Studie „konsequent“ ist, dann lediglich, wie konsequent der unwissenschaftliche Ansatz durchgezogen wurde, eine völlig unzulässige und unerhebliche Datenbasis als Vergleichsgrundlage heranzuziehen. Mit dieser Methode lässt sich dann letztlich jede statistische Aussage in Zweifel ziehen und der Manipulation bezichtigen.
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24 Kommentare

  1. Eben deshalb halte ich auch die Umfrageergebnisse der Umfrageinstitute, über die heute hier ein Artikel erschienen ist, für manipuliert!

  2. Guter Artikel.

    Vielleicht war es für die „Studierenden“ überraschend, dass eine Partei tatsächlich konsequent über das spricht, was sie im Parteiprogramm hat. Ist in unserer Zeit ja eher überraschend, dass man sich an seinen Worten messen lässt, statt Versprechungen nach der Wahl in einer Wolke aus heißer Luft aufgehen zu lassen.

    Und für mich war überraschend, dass es eine „kriminalpolitische Zeitschrift“ gibt. Das lässt mich ein wenig an der Gewaltenteilung zweifeln und hört sich für mich stark nach Gesinnungsdiktatur an. Als nächstes kommt dann vermutlich das „Klimakriminalitäts- Journal“

  3. Witzig – selbst der CSU Innenminister gibt das höhere Gewaltpotential der Gäste zu – was bleibt ihm auch anderes übrig angesichts des täglichen Wahnsinns – aber die AFD manipuliert – völlig klar. Es ist die Zeit nicht wert diesen Unsinn zu lesen.

  4. Ich lebe in Berlin. Die Gegend ist zwar „noch“ ruhig, aber trotzdem traue ich mich kaum noch aus dem Haus. In die Innenstadt fahre ich schon lange nicht mehr. Eine Familie, die zu einem der vielen Clans in Berlin gehört beschäftigt uns und die Polizei schon genug. Und in anderen Städten sieht es sicher nicht besser aus. Die Politik hat total versagt. Ausländer werden mit Samthandschuhen angefasst. Es gibt keine Abschiebungen und kaum Strafen.

  5. Sorry, gerade erst das Machwerk gelesen.
    Also wenn die AfD von 3 ausländischen Tätern und einem deutschen Täter berichtet, dann ist man bei der AfD der Meinung, dreiviertel der Verbrechen werden von Ausländern begangen?
    Ich habe selten so etwas Doofes gelesen. = Fundierte – Kacke.
    Belassen wir es einfach bei 5626 Sexualstraftaten und 105 Morden.
    Und jeder Einzelne ist ZUVIEL für jeden Einzelnen ist Murksel schuldig!

  6. Weil ich eben erst einen Artikel fertiggestellt habe:
    Anteil der tatverdächtigen Zuwanderer je Deliktsbereich
    Straftaten gegen das Leben 15 % (550 tatverdächtige Zuwanderer)
    Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 12 % (5.626 tatverdächtige Zuwanderer).
    Von allen erfassten Straftaten in Schland gingen gegen das Leben 15 % und sexuelle Selbstbestimmung 12 % zu Lasten Zuwanderer…
    Obwohl sie nicht mal 2 % der Bevölkerung stellen.Wohlgemerkelt Zuwanderer.
    UND:
    Insgesamt wurden 300 Fälle des Totschlags (2017: 335) registriert, darunter 23 vollendete Taten. Somit handelte es sich weit überwiegend um Totschlagsdelikte, gefolgt von Mordfällen (2018: 105, 2017: 82).

    Entgegen der Gesamtentwicklung im Bereich der Straftaten gegen das Leben ist im Bereich des Mordes ein Anstieg um 28 % zu verzeichnen.

  7. Ja, unser focus entwickelt sich zur linksfaschistischen Lügenpresse. Es wurden fast NUR linke systemtreue Beiträge zugelassen. Völlig egal, ob darin Lügen oder Diffamierungen enthalten sind. Die Hauptsache: auf Linie. Von Meinungsfreiheit, Demokratie oder Ehrlichkeit kann dort im Forenbereich keine Rede sein. Kleinste Kritiken werden nicht veröffentlicht. Übrig bleiben dann nur noch die verdummten Linken, die immer noch glauben, dass nur IHRE Halbwahrheit zählt. Focus – Meine Empfehlung zum Abgewöhnen. Und bitte keine Presse mehr von denen kaufen.

  8. Warum werden die Straftaten der Flüchtlinge nicht berichtet?

    Deutschlandfunk sieht keine bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz
    Das Erklärmuster – ob „Deutschlandfunk“ oder in früheren Fällen bei
    der „Tagesschau“ – wäre immer das Gleiche, heißt es im Artikel weiter.
    Das Thema sei bei lokalen oder regionalen Medien gut aufgehoben, denn:
    Voraussetzung für die Berichterstattung ist eine
    bundesweite und gesamtgesellschaftliche Bedeutung, so wie in dieser
    Woche bei der Tat vom Frankfurter Hauptbahnhof.“ Aber, so
    „Deutschlandfunk“: „Die bundesweite und gesamtgesellschaftliche Relevanz
    sehen wir [beim Samurai-Schwert-Mord] derzeit nicht.“

    Die Erklärung des Senders wurde darüber hinaus mit dem Hinweis
    versehen, dass die Staatsangehörigkeit des Täters – er soll aus Syrien
    stammen, doch daran gibt es Zweifel – „für sich genommen“ diese
    Bedeutung nicht begründen würde, heißt es weiter in dem Artikel

  9. Diese Studie ist schon Ende Mai erschienen. Sie haben sie jetzt nur noch mal rausgeholt, um von den GEZ-Zwangsgebühren Anti-AfD-Wahlkampf zu betreiben. Das ist als Journalismus getarnter Politaktivismus. (https://kripoz.de/2019/05/29/kriminalitaet-in-deutschland-im-spiegel-von-pressemitteilungen-der-alternative-fuer-deutschland-afd/)
    Der WDR bezeichnet sie sogar als „neue Studie zur AfD“. (http://archive.fo/g9ZeC)
    Ist das eigentlich noch Framing oder schon gelogen?

    • Schon gelogen. Wie immer. Denen ist nicht mehr über den Weg zu trauen.

      Selbst beim Wetterbericht muss man aufpassen, dass man nicht
      die Taschen vollgehauen bekommt.

    • Schon gelogen. Wie immer. Denen ist nicht mehr über den Weg zu trauen.

      Selbst beim Wetterbericht muss man aufpassen, dass man nicht
      die Taschen vollgehauen bekommt.

  10. Wozu zählt man die “ Deutschen“ mit Hintergrund und die mit Doppelpass in der Statistik? Vermutlich würde der Anteil der Deutschen noch weiter zurückgehen.

  11. Ich muss hier einmal korrigieren. Es geht nicht um die Kriminalität von Ausländern. Oder soll hier ernsthaft alles über einen Kamm geschoren werden. Es gibt jede Menge Staatsbürger anderer Nationen, die nicht mehr sondern manchmal sogar weniger strafrechtlich in Erscheinung treten als Deutsche. Zu nennen wären viele EU Staaten aber auch Australier, Japaner, Chinesen, usw.

    Probleme gibt es bei ehemaligen Ostblockstaaten die jetzt in der EU sind, aber hauptsächlich mit den Gästen Merkels. Insbesondere die Anhänger der Religion des Friedens sind überproportional häufig bei Gewaltdelikten vertreten. Zugegeben diese Tatsache ist politisch incorrect aber leider wahr. Insoweit ist vermutlich alles noch viel schlimmer als von der AfD dargestellt.

    Und was die Studie angeht, wie fast immer das Papier nicht Wert auf dem sie stehen. Wie zwischenzeitlich meistens gibt der Chefredakteur das Ergebnis vor, dann werden die passenden Fakten recherchiert und abschließend der Artikel geschrieben.

  12. Es würde mich nicht wundern, wenn kurzfristig irgendein Scheisskerl noch eine Ibiza-Gauland (oder andere)-Affäre aus dem Hut zaubert.

  13. Das wundert mich nun aber doch ein wenig. Ich kenne den deutschen Meisterfriseur in Sachen Ausländerkriminalitätsdaten mit 3 f noch als Prof von der Leibniz-Uni in Hannover her, da waren viele von denen, die später AfD gegründet haben, selbst noch Studenten. Ich hätte nie geglaubt, daß der auf seine alten Tage mal bei so einem Verein einsteigen würde oder wer soll da jetzt sonst am Werke sein?

  14. Es gibt natürlich zwei Sorten von Straftätern.
    Deutsche. Mit denen müßen wir halt irgendwie zurecht kommen.
    Und eben Nichtdeutsche. Die können wir einfach ausweisen.
    Und dann hört deren Kriminalität zu Lasten der einheimischen Bevölkerung schlagartig auf.
    Ach ja, eine Kontrolle über die Außengrenzen sollte man dabei schon haben.

  15. Vor einem Jahr wurde eine Checkliste erstellt, wie die AfD im Vorfeld der Sachsenwahlen angegangen wird, und diese Liste wird gerade abgearbeitet … das Finale kommt noch (False Flag Aktion o.ä.).

    • Parteien, die keine Inhalte haben außer Umvolkung, bleibt gar nichts anderes übrig, als die erfundene Rufmord-Liste gegen die AfD abzuarbeiten.

  16. Ist doch geschickt gemacht.

    Über dieser Auseinandersetzung um die Höhe der Kriminalität der Zuwanderer soll vergessen werden, dass deren Kriminalität im vergangenen Jahr hier gar nicht hätte stattfinden und die AfD darüber gar nicht hätte berichten können, wenn Bundesregierung, Bundespolizei und BAMF sich an die geltenden Gesetze zum Schutze der Bevölkerung gehalten hätten.

    Und es hat funktioniert.

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