Noch weniger Abschiebungen – Bundespolizisten werden massiv von „Flüchtlingen“ angegriffen

Marilla Slominski

Mal wieder eine Abschiebung geplatzt: Symbolfoto: Screenshot Youtube

Tritte, Schläge, Blut spucken – so gewalttätig wehren sich abgelehnte Asylbewerber gegen ihre Abschiebung. Für die betroffenen Bundespolizisten enden diese tätlichen Angriffe nicht selten mit Verletzungen. 284 Beamte wurden im vergangenen Jahr von Abzuschiebenden attackiert, 71 von ihnen wurden verletzt. Derweil sinkt die Zahl der Abschiebungen weiter.

Gebrochene Handgelenke und Kniescheiben sowie die Angst vor einer HIV-Infektion – das sind die Sorgen, die viele Bundespolizisten umtreibt, die für die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern zuständig sind. „Tritte, Schläge und Kopfstöße durch Abzuschiebende an der Tagesordnung“, erklärt Ernst G. Walter, Vorsitzender der Bundespoliziegewerkschaft, gegenüber der Welt. Art und die Schwere solcher Verletzungen werde nicht erfasst.

„Prellungen, blaue Flecken, selbst gebrochene Handgelenke, das ist alles heilbar, die Kollegen haben trotz zahlreicher Impfungen am meisten Angst vor Ansteckungen“, so die Aussage eines Bundespolizisten gegenüber dem Blatt. Das größte Risiko sei jedoch mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Spucke oder Kot in Kontakt zu kommen, wie im Fall eines Abzuschiebenden, der sich im vergangenen Jahr ein Stück Zunge abbiss und die Beamten mit Blut bespuckte. Wochenlang würde der betroffene Kollege dann zu Hause mit seiner Familie vor dem HIV-Ergebnis zittern, so der Bundespolizist, der laut Welt anonym bleiben will.

Insgesamt ist die Zahl der Abschiebungen wieder einmal gesunken. Laut Bundesinnenministerium wurden 2018 nur 23.617 Ausländer abgeschoben – noch weniger als in den beiden Vorjahren. Weiterhin sind viele der abgelehnten Asylbewerber dummerweise einfach nicht zu Hause, wenn die Polizei vor der Tür steht. Inzwischen verhindern aber auch immer mehr Piloten die erfolgreiche Abschiebung. Besonders wenn es sich um eine Einzelabschiebung handelt, bei der die entsprechende Person sich heftig und lautstark vor den anwesenden Fluggästen in Szene setzt, würden die Piloten mit Verweis auf die Flugsicherheit die Beförderung verweigern.

„Der Widerstand gegen die Beamten ist heftig. Mir berichten permanent Bundes- und Landespolizisten, das Widerstandsverhalten wirke einstudiert“, so der CDU-Politiker Armin Schuster. Belohnung für das aggressive und offenbar einstudierte Beißen, Treten und Vollkoten ist dann die abgebrochene Abschiebung, doch für die Beamten steige durch die zunehmende Gewalt auch das Verletzungsrisiko. „Leider belohnen die Fluggesellschaften und ihre Piloten das aggressive Verhalten der Abzuschiebenden zu oft, indem sie entscheiden, einen Abzuschiebenden nicht mitzunehmen, wenn der sich wehrt“, erklärt Schuster gegenüber der Welt. Doch an Bord seien gut ausgebildete Bundespolizisten, die durchaus in der Lage seien, für Sicherheit zu sorgen. Die Flugsicherheit sei in so einem Fall also durchaus nicht gefährdet.

1637 Abschiebungen wurden laut Bundesinnenministerium im vergangenen Jahr „aufgrund von Widerstandshandlungen“ am Flughafen abgebrochen.  Noch einmal so viele hätten sich auf dem Weg dorthin bereits „erfolgreich gewehrt“, so die Welt. Das Problem sei bei Sammelabschiebungen nicht so groß, denn da würden zwei bis drei Beamte auf jeweils einen Abzuschiebenden kommen. Durch die große Anzahl der begleitenden Polizisten würde erst garkein Widerstand aufkommen.

Doch die überwältigende Mehrheit der Asylbewerber, die keinen Anspruch auf Schutz haben, brauchen eine Abschiebung nicht zu fürchten. Von 2016 bis 2018 traf das BAMF 744.501 negative Asylentscheidungen, doch auf Grund von ungeklärter Identitäten, rücknahmeunwilliger Heimatländer, erfolgreicher Klagen, Ausreise, Untertauchen usw. gilt für die Betroffenen weiterhin das Motto: Wer einmal drin ist, der bleibt drin.

 

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28 Kommentare

  1. Mal angenommen, Abschiebungen würden nicht nur in kosmetischen Größenordnungen stattfinden und die Staatsmacht würde sich von Gewalt nicht abschrecken lassen könnte jeder sehen was es ist: Invasion und Krieg (In Deutschland Bürgerkrieg inklusive)

  2. Es wird Zeit für einen Regierungswechsel.
    Seehofer muß unbedingt weg, gleich mit Merkel auf dem offenen Meer aussetzen und den Haien überlassen.
    Haben die keine Waffen mehr? Nee, nur Wasserpistolen. Schaut mal nach Amerika und Australien.
    Da geht die Post ab.
    Ein HOCH auf Trump und die Australischen Generäle.
    Hier sind nur noch Feiglinge am Werk.
    Zum Kotzen.

  3. Schuld sind die Altparteien, die haben diese Katastrophe zu verantworten und die „Chefsache Abschiebungen“ ist der absolute Flop. Es war eben nur eine Wahlkampfposse von Seehofer.

    Das Ergebnis sind weniger Abschiebungen als zuvor. Wer den Altparteien noch glaubt, der ist verloren.

  4. Ja und ? Soll man jetzt noch Mitleid mit der Polizei haben. Anstatt Falschparker aufzuschreiben und das Bußgeld einzutreiben sollten sie ihre Remonstrationspflicht nachkommen und vor den Landtagen und vor dem Reichstag stehen eine Großdemonstration abhalten und bei Erfolglosigkeit die Verräter einsacken.

  5. Sobald nur die geringste Gefahr von einem dieser “ Herrschaften “ ausgeht, mit Sedativum vollpumpen. Bis zur Landung im Zielland geben die dann Ruhe. Wird einer während des Fluges renitent, bekommt er seine Dosis eben im Flieger. Ärzte sind ja bei den Flügen angeblich an Bord.

  6. Wofür haben die Buillen eigentlich ihre Knarren? Damit es nett aussieht oder was? Die Russen würden dieses Pack derart zusammenknüppeln dass es nur noch kracht. Was erlaubt sich dieses D-.pack eigentlich?

    • Die haben wahrscheinlich gar keine Munition mehr in ihren Knarren, damit nicht einer aus Versehen mal schiesst. Im TV wirds ja immer vorgemacht: Gangster sagt Knarre weg und schon liegen alle brav am Boden! Verlorenes Volk.

    • Die Polizei kann ganz prima OwiG- und GEZ-Schwerverbrecher in Beugehaftknast bringen, inkl. Wohnungstür eintreten und die Stube tornadomäßig zerlegen..

  7. Was nützt solche Polizei? Das ist die Pflicht der Polizisten, sie haben Waffen und Schutzausrüstung. Die Macht gehört dem Staat. Oder den Kriminellen, den Illegalen, den Nichtstuern?

  8. An die Unfähigen in unser Regierung, also eigentlich an alle, mal in die USA schauen, dort hat man für Gefangenen Transporte schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhundert speziell ausgerüstete Flugzeuge angeschafft und ausgerüstet. Selbst ein Zweitklässler kann ihnen vorrechnen das so eine Investition bei den Hundertausenden welche noch das Land verlassen müssen sicher billiger kommt als das jetzige System.

    Wer sich dort übrigens nicht benimmt bekommt erst ne Ladung Strom und wenn das immer noch nicht hilft ein Sedativum.

    Ich finde das absolut unverantwortlich wie auf Kosten der Gesundheit der Beamten hier momentan vorgegangen wird.

  9. Das ist eine einzige Farce, was sich hier abspielt! Abschiebungen die vorher angekündigt werden, laufen natürlich ins leere, ergo nicht ankündigen und wenigstens dieser vermeidliche Drops ist gelutscht. Des Weiteren endlich mal einen Flieger so ausrüsten das Randale von vornherein ausgeschlossen ist! Das kostet lediglich einen Bruchteil dessen, was uns die Flüchtlinge hier im Land kosten! Es wäre zudem traumhaft wenn mindestens jede Woche Minimum ein Flieger vollbesetzt abhebt, wären dann ca 150 Abgeschobene. Aufs Jahr gerechnet 7800, was natürlich immer noch viel zu wenig ist! Wünsche noch einen angenehmen Sonntag in die Runde

  10. Sobald diese „Die Menschen“ bei Ankunft in Heime/Knäste eingeliefert werden, die nach US-Vorbild privatisiert und ohne Zuschuss wirtschaften müssen — sobald wird „Die Menschen“ bei Asyl-Ablehnung von selbst einfallen, wo sie herkommen.

  11. Es gibt Zwangsjacken und Spuckschutz. Aber all das darf wahrscheinlich nur bei Einheimischen verwendet werden, ansonsten ist es eine Menschenrechtsverletzung oder rassistisch ?
    Man kann es kaum noch ertragen, diese Doppelmoral !

  12. Wofür haben die Buillen eigentlich ihre Knarren? Damit es nett aussieht oder was? Die Russen würden dieses Pack derart zusammenknüppeln dass es nur noch kracht. Was erlaubt sich dieses D-.pack eigentlich?

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