Die jüngsten Kotaus der Vasallen

Markus Gärtner

Zipfelmütze (Bild: Markus Gärtner)

Sie tun es wieder, mehr denn je: die Transatlantiker in Angela Merkels Führungszirkel überschlagen sich seit Tagen mit immer neuen tiefen Verbeugungen gen Washington. Der Vasall huldigt seinem Master. Peter Altmaier bietet Donald Trump nach dem Besuch in der US-Hauptstadt den Wegfall von Zöllen auf Importautos aus den USA an – ohne Gegenleistungen. AKK fordert deutlich höhere Rüstungsausgaben und spricht von der Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Bessere Gesänge können sich weder der US-Präsident noch die parteiübergreifende Kriegskoalition in Washington vorstellen. Und mit Ursula von der Leyen steigt eine ausgewiesene Freundin der USA an die Spitze der EU-Kommission auf. Zuletzt hatte sie auf der Münchener Sicherheitskonferenz das Motto „Europäischer werden, transatlantisch bleiben“ ausgegeben. Ganz klar, in den USA knallen die Sektkorken bei solchen Treueschwüren und Unterwerfungs-Handlungen. Die kommen angesichts der Eskalation im Konflikt mit dem Iran gerade recht. Vor wenigen Tagen hatte ja der US-Präsident lautstark verlangt, Angela Merkel müsse ihre Rechnung bezahlen. Die flattert jetzt sogar mit einem freiwilligen Aufschlag nach Washington. Man kann sich nur ausmalen, warum sich führende deutsche Politiker zeitlich so auffallend gehäuft in den Sand werfen, um die USA zu beschwichtigen. Der Druck hinter den Kulissen angesichts der Konfrontation mit dem Iran muss erheblich sein. Und neue Minister geben bei ihrer Amtseinführung zudem gerne an, wohin ihr Kompass weist. Dass sich an dessen Ausrichtung hierzulande in der jüngsten Zeit Gravierendes geändert hätte, konnten ja nur die naivsten Zeitgenossen ernstlich erwartet haben.

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