„Gott sei Dank! Ersatzklangkörper für Hitlerglocke eingeweiht“

Symbolfoto: Screenshot/Youtube

Essingen – Die Welt und vor allem der Himmel über Essingen ist wieder in Ordnung. In der Pfälzischen Gemeinde, etwa 10 Kilometer nördlich vom denkwürdigen Ort Kandel entfernt, hatten besorgte Bürger in der kleinen Wendelinuskapelle eine Hitlerglocke entdeckt und abgehängt. Der Ersatzklangkörper mit politisch korrektem Bibelspruch wird heute mit einem ökumenischen Festgottesdienst eingeweiht. Dies geht aus einer Meldung des Mannheimer Morgens hervor.

Bis 2017 erschallte in der kleinen Wendelinuskapelle, in der, wie ein Blick auf die Webseite verrät, kaum noch Gottesdienste stattfinden, Hitlers unrühmliches Erbe mit der Aufschrift „Als Adolf Hitler Schwert und Freiheit gab dem deutschen Volk, goß uns der Meister Pfeifer Kaiserslautern». Im gleichen Jahr brach in der Südpfalz eine regelrechte Nazi-Hysterie aus, denn man wurde auch im benachbarten Herxheim fündig. Da schrillten bei vielen Pfälzern die Alarmglocken. Die braunen „Klangkörper“ müssen weg. Während die Harxheimer Hitlerglocke noch hängt, schritt man in der Streugemeinde „Essingen-Dammheim-Bornheim“ entschlossen zur Tat. Da heißt es: „Die beiden Kirchengemeinden und der Wendelinusverein haben sich für das Abhängen dieser Glocke ausgesprochen, die im Eigentum der Ortsgemeinde Essingen steht. Der Gemeinderat Essingen hat das Abhängen am 20.12.2017 beschlossen und wird die Glocke als Dauerleihgabe dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer übergeben.“

Wie aus der Meldung weiter hervorgeht lagen die Kosten des „Ersatzklangkörpers“ bei 17 000 Euro, für die von dem Gemeindeverbund fleißig Geld gesammelt wurde. Nun wird der „in Neunkirchen im Odenwald gegossene Klangkörper mit einem ökumenischen Festgottesdienst eingeweiht. Die abgehängte Glocke von 1936 ist künftig in einem Museum untergebracht.“ heißt es in einer dpa-meldung, die von vielen Zeitungen, unter anderem Mannheimer Morgen und WK übernommen wurde

Die Inschrift der neuen Glocke, ein Matthäuszitat lautet „Einer ist euer Meister, Christus; ihr aber alle seid Brüder». Eigentlich ist das politisch auch inkorrekt. Denn, wo bleiben die Schwestern?  Nach dem Festgottesdienst wird die gotische Wendelinuskapelle mutmaßlich wieder in einen Dornröschenschlaf versinken. Immerhin befinden sich in der kleinen Kirche wunderschöne Wandmalereien und in den Kreuzgewölben Freskenreste der vier Evangelisten. Fazit: Die Hitlerglocke wandert ins Museum, die Wendelinuskapelle ist, mit Ausnahme von seltenen Gottesdiensten im Sommer, ein Museum. In diesem Sinne ist es sogar korrekt, wenn dpa von einem „Klangkörper“ schreibt. Ihr Funktion als Glocke viele Menschen zum Gottesdienst zusammenzurufen, hat sie schon lange verloren.  (KL)

 

 

 

 

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8 Kommentare

  1. Den gleichen Idioten sollte man auch verbieten, auf dem Teilstück der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt zu fahren . Eine der ersten Autobahnen die 1936 gebaut wurden !

    Man könnte jetzt sagen : Was kann die Autobahn dafür, aber wenn schon konzequnent, dann aber richtig !

    • Und erst diese ganzen ufa-Schwarzweiß-Schinken. Allein schon diese dümmliche „Feuerzangenbowle“: voll Nazi! Ja merkt das denn keiner?

  2. …..na ja….Gott sei Dank bleiben uns ja noch die täglichen Hitler Filme der Ö.R….oder will man die jetzt auch endlich absetzen?…angesichts „deutscher Gründlichkeit“ längst überfällig!

  3. Puh – gerade nochmal gut gegangen.
    Hätte sonst schlimmste Folgen dort vor Ort gehabt, wenn diese Glocke da hängen geblieben wäre.
    Was hätte die bloß still und heimlich da so alles anstellen können, das verflixte Ding.

    • Um Herrgottswillen, zu letzt, hätte sie den Leibhaftige persönlich wieder in’s Leben zurück geläutet.

  4. Ob irgendeiner vielleicht noch Bäume findet vor denen Hitler stand und diese dann gefällt werden müssen.Nur noch bekloppte.

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