Es ist einfach nicht mehr meine Bundeswehr

Ene, mene, muh und raus bist Du, böser Soldat (Foto: Rudi401/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/
Ene, mene, muh und raus bist Du, böser Soldat (Foto: Rudi401/ Flickr/ https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/

Gastbeitrag von Sebastian M. – Mitte 30, Hauptmann und Mitglied einer aussterbenden Art. 

Es hat eine Weile gedauert. Aber mittlerweile habe ich meinen Frieden mit der Truppe gemacht. Derzeit erhalte ich eine wunderbare Fortbildung durch den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr und werde demnächst in der freien Wirtschaft arbeiten, wo man dieser Tage gezielt nach Führungskräften aus dem Militär sucht. Ursprünglich hatte ich überlegt, Berufssoldat zu werden und den Dienst zur Berufung zu machen, damit alt zu werden. Aber nach fast 15 Jahren ist klar, dass ich dieser Truppe entwachsen bin.

Im Jahr 2004 kam ich in eine Armee, deren erfahrene Ausbilder und Offiziere noch mit dem Ernst und dem Drill des Kalten Krieges groß geworden sind. Unsere Stabsoffiziere waren älteren Jahrgangs und hatten ein anderes Verständnis von der Truppe, vom Soldatsein und dem hohen Ethos des preußischen Offiziers. Die meisten waren in den 70ern und 80ern sozialisiert worden, viele waren auf dem Balkan dabei und verstanden die Bundeswehr als harte, aber pazifistische Verteidigungsarmee.

Unsere Ausbildung war stets hart, immer fordernd und brachte alle Männer (Frauen gab es fast keine) über ihre körperlichen und mentalen Grenzen hinaus. Man wuchs zusammen – vor allem in den Auslandseinsätzen, von denen ich insgesamt sechs Stück mitmachen durfte und die dort gesammelten Erfahrungen nicht missen will.

Aber in den letzten fünf oder sechs Jahren wurde mir klar, dass ich Grabzeuge der letzten Generation der Kalten Krieger gewesen war. Die neuen Jahrgänge waren anders, die Bundesrepublik hat sich verändert. Kulturelle Schwerpunkte von früher gelten heute nicht mehr. Die gesamte deutsche Gesellschaft hat sich verändert und ist multikultureller, atomisierter und vermeintlich progressiver geworden. Alte und traditionelle Werte werden geopfert, die Mentalität der alten Männer wird von den jüngeren Menschen nicht mehr verstanden. Die Bundeswehr, so empfand ich das, veränderte sich und degenerierte. Sie scheint moralisch und materiell dem Ende entgegen zu steuern.

Aber das sind nur die Empfindungen eines Veteranen, der aus der Zeit gefallen ist. Anfänglich habe ich versucht gegen diese nach meinem Gefühl negativen Entwicklungen zu protestieren, habe aber gemerkt, dass gegen den neuen Zeitgeist nicht anzukommen ist, da er auf der Welle einer neuen und erstaunlich ideologisch gefestigten Generation reitet.

Die neue Bundeswehr der nächsten Jahrzehnte wird eben internationaler, liberalisierter und weniger soldatisch sein. Sie wird eine halbzivile Organisation werden, die eine hybride Rolle zwischen Polizeihilfskraft und internationaler Eingreiftruppe einnehmen wird.

Sie wird keine Armee im herkömmlichen Sinne mehr sein, sondern sich organisatorisch aufweichen. Es ist die logische Konsequenz eines kulturellen Wertewandels in der deutschen Politik und Gesellschaft.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf younggerman.com

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17 Kommentare

  1. Der Zustand von Uschis Truppe negiert jede ernsthafte Kriegshandlung. Ich find das toll, Kriege sind scheiße.😈

  2. Ich war 2003 W9er bei der Bundeswehr.
    U.a. Biwak bei Minusgraden an der Ostküste Schleswig-Holsteins ohne Feuer wg. Truppenübung einer W23-Gruppe für einen Auslandseinsatz.

    Heute sieht das evtl. so aus, dass das Feuer die ganze Nacht an ist und nur eine Stunde Wache geschoben wird. Und nat. haben alle ihr Smartphone dabei…

  3. was ist das denn für eine Gammeltruppe? Entweder tritt man im Kampfanzug an oder im kleinem/großem Diener! Eine Mischung aus Diener und Kampfanzug ist ein Unding.
    selbst gedient als Zeitsoldat von 1995-97 RakArtBtl 1/12

    • das war auch meine erste Frage als ich das Foto sah.. Hemd, darüber Flecktarn, die Hose dann wieder nicht Flecktarn.. so hätten wir damals nicht in die Öffentlichkeit treten dürfen.

  4. Die Zahl der Deutschen Männer die sich noch durch eine militärische Ausbildung zu wehren in der Lage sind,sinkt durch den Wegfall der Wehrpflicht wie auch durch die Verweichlichung im Zivilleben von Jahr zu Jahr.
    Die Zahl der durch Kriegserfahrung sei es als Soldat oder das Erleben in den Kriegsgebieten abgehärteten Flüchtigen in Deutschland,steigt hingegen ständig an.
    Mir graut vor dem kommendem Ungemach für mein Vaterland.

    • Hart können sie ja sein. Aber wenn kalt wird und es an der Ausbildung fehlt dann schaut’s schon anders aus.

  5. Guter Artikel. Ich denke das es schon anfängt im Elternhaus was aus einem wird und da gehören eben Tugende dazu welche heute komplett oder fast verschwunden sind. Zuverlässigkeit, Respekt, Durchhaltevermögen ja auch Gehorsam. Vielleicht habe ich jetzt das ein oder andere vergessen aber ohne diese Werte funktioniert eine BW Soldat nicht. Ich habe noch als W15 meinen Dienst in den 70ziger absolviert und danach noch 10 Jahre im Mob bei einer Jägereinheit meine Reserveübungen geleistet. Keiner meiner damaligen Kameraden hatte jemals schlapp gemacht. Warum weil wir noch Stolz und Ehre hatten und uns aufeinander verlassen konnten.

  6. Ich fasse den Bericht des Hauptmanns der Bundeswehr zusammen:

    Die heutige Bundeswehr ist zu allem fähig, aber zu nichts zu gebrauchen.

    Hatten wir auch schon einmal, im 18. Jahrhundert, um sogenannte Kabinettskriege zuführen. Dann kam ein junger fähiger Offizier der Artillerie in Frankreich an die Macht und hat solche Armeen mit seinem Charisma und Fachwissen vor sich hergejagt. Erst Russland brach Napoléon das Genick nach über 50 gewonnenen Schlachten .

  7. Eine äußerst harmlose Beschreibung einer von Feministinnen und LBGT unterwanderten Truppe. Die Bundeswehr wird immer mehr zu einer Sexuell getriebenen Armee die keiner mehr Ernst nimmt.
    Zu meiner Bundeswehrzeit nannte man das Wehrzersetzung.

    • Nana, jeder ist zu etwas nutze. Für diesen Personenkreis gab es den Ersatzdienst! Der fehlt uns jetzt genau so wie der Wehrdienst.

    • Zivildienst (Ersatzdienst) ist nichts für LBGT oder Femizeugs.
      Ich hatte ihn in einer Gruppe von teilweise schwer Geistigbehinderten gemacht. Psychisch und körperlich ein absoluter Knochendienst.
      Einen Erwachsenen aus dem Rollstuhl hochzuheben, na viel Spaß.

    • Zivildienst (Ersatzdienst) ist nichts für LBGT oder Femizeugs.
      Ich hatte ihn in einer Gruppe von teilweise schwer Geistigbehinderten gemacht. Psychisch und körperlich ein absoluter Knochendienst.
      Einen Erwachsenen aus dem Rollstuhl hochzuheben, na viel Spaß.

    • RESPEKT und meine HOCHACHTUNG! Meine ungedienten Freunde haben Essen auf Rädern ausgefahren. Das ist auch Dienst an unserem Land und genießt für mich den selben Stellenwert weil der Zivildienst auch länger dauerte.

  8. Klar und in einfachen Worten die Degeneration geschildert. Allerdings sollte eine Ideologentruppe, die Deutschland nicht mehr verteidigen will und kann, nicht mehr
    BundesWEHR heißen und nicht mehr auf deutschem Staatsgebiet stationiert sein!

  9. Zu meiner Zeit, als es noch ne Wehrpflicht Armee war hätte es niemand gewagt von uns zu verlangen Deutschland am Hindukusch zu verteidigen. Das wäre nicht nur Politischer Selbstmord gewesen. Den Spruch: Führer(in) befiel, wir folgen dir wäre uns Staatsbürgern in Uniform niemals von den Lippen gekommen.

  10. Richtig und gut erkannt. Als erstes sollte der Name „Bundeswehr“ wegfallen. In den Bewerbungen der Söldner kann dann offiziell damit geworben werden, JEDEN aufzunehmen, den BRD- Ausweis gibt es sowieso gratis dazu. Auf Tradition, etwa zur Wehrmacht, braucht auch keiner mehr zu achten. Ziel der Söldner sind nicht mehr Landesinteressen, sondern nur noch Interessen zur Umsetzung der NWO.

  11. Guter Artikel. Ich denke das es schon anfängt im Elternhaus was aus einem wird und da gehören eben Tugende dazu welche heute komplett oder fast verschwunden sind. Zuverlässigkeit, Respekt, Durchhaltevermögen ja auch Gehorsam. Vielleicht habe ich jetzt das ein oder andere vergessen aber ohne diese Werte funktioniert eine BW Soldat nicht. Ich habe noch als W15 meinen Dienst in den 70ziger absolviert und danach noch 10 Jahre im Mob bei einer Jägereinheit meine Reserveübungen geleistet. Keiner meiner damaligen Kameraden hatte jemals schlapp gemacht. Warum weil wir noch Stolz und Ehre hatten und uns aufeinander verlassen konnten.

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