München: Ehemaliger SWR TV-Journalist sendet Hilferuf an alle freien Medien

Erik Kothny war 25 Jahre beim SWR tätig und sendet jetzt einen Hilferuf an Journalisten; Foto: Collage
Erik Kothny war 25 Jahre beim SWR tätig und sendet jetzt einen Hilferuf an Journalisten; Foto: Collage

München – Wie sehr die freie Meinungsäußerung in Deutschland leidet, zeigt die folgende Geschichte des ehemaligen TV-Journalisten Erik Kothny, der aus Angst vor Repression nach Thailand floh. Kritiker der Politik werden mundtot gemacht, isoliert, strafrechtlich verfolgt, denunziert und vom Staat gejagt. Die Verhandlung ist für den 22. Juli 2019 um 9 Uhr im Sitzungssaal A 210, 2.Stock am Münchner Amtsgericht, Nymphenburger-Straße 16, angesetzt. Journalisten sind herzlich eingeladen.

Kothny war freier Mitarbeiter beim Südwestfunk. dpa-geschult brachte es Kothny in 13 Jahren auf 1000 TV-Beiträge und ungezählte Rundfunkreportagen. Im SWF-Hörfunk wurde er mit der ”Reportage des Jahres” ausgezeichnet, in einem bundesweiten Fernseh-Wettbewerb erhielt er von Radio Bremen einen Sonderpreis und seine SWR-Hausredaktion zeichnete ihn einmal mit dem 1. und einmal mit dem 2. Preis des ”Landesschau-Oskars” aus. Zudem machte er mit über 1000 veröffentlichen Meldungen und Fecht-Fernsehreportagen den Fechtsport in Koblenz bekannt.

Herr Kothny hat jouwatch folgenden Text gesendet, den wir gerne veröffentlichen:

Da soll noch mal einer sagen, in Deutschland würde die Justiz nicht mit zweierlei Maß messen
Fall 1.
„Mann, was bist du doch für ein hohles Naziarschloch“, ließ ich mir ja von Wolfgang Diez am 8. Dezember 2016 auf Facebook noch gefallen, als er mich dann als „Schwule Schwuchtel“ bezeichnete, war das Maß voll und als er auf Facebook postete, „was du in München mit kleinen Knaben machst, ist allgemein bekannt“, führte kein Weg mehr an der Staatsanwaltschaft vorbei (ganzer Dialog in „Im Netz der ‚Nazi-Jäger‘“, Seite 12 ff)
Drei Monate später erhielt ich von der Koblenzer Staatsanwaltschaft unter dem Aktenzeichen 2010 Js 768 19/16 die Nachricht, das Verfahren sei eingestellt, weil der Täter nicht eindeutig identifiziert werden konnte. Die Ermittlungstätigkeit stehe zudem „außer Verhältnis zum Tatvorwurf.“

Fall 2.
Am 15.10.2016 veröffentlichte der Rektor der TU Dresden ein Bild mit dem Text, dass er, der Rektor der TU Dresden einer von 500.000 Dresdnern sei, der nicht zur Pegida gehe. Diese Aussage konterte ich drei Tage später mit dem Bild einer vom IS geschächteten Frau und kommentierte: „Der Unterschied, ob jemand zur Demo gehen will oder nicht, liegt im freien Willen. Der Rektor hat ihn, das Mädchen im IS hat ihn nicht (mehr).“
Jetzt wurde die Staatsanwaltschaft aktiv. Erst Dresden, immer noch mit dem Prüf-Vorbehalt, auch den Kontext zu berücksichtigen, dann aber sattelte München seine Kavallerie, wo sofort ein Untersuchungsrichter „die Schwere der Tat“ bescheinigte und ohne vorherige Anhörungen eine Hausdurchsuchung anordnete. Aus einer Razzia wurden zwei; beide ein Schuss in den Ofen. Doch damit nicht genug. Da ich aus Angst vor Nachstellungen der Antifa meinen Wohnsitz nach Thailand in das Haus meiner Söhne verlegte und sowohl Polizei, als auch Staatsanwaltschaft über meine neue Anschrift informierte, ließ mich Staatsanwalt Weinzierl in den Fahndungs-Computer setzen.

Er folgten ein „Kuhhandel“, gegen Bezahlung von 500,– € das Verfahren einzustellen, da ich dies ablehnte, ein Strafbefehl über 600,– € und schließlich eine Ladung, am 22. Juli persönlich vor dem Amtsgericht anzutanzen. Alle Unterschriften rechtsungültig.

Da ich von Thailand aus kaum die Möglichkeit habe, meine Verteidigung zu organisieren, setzte ich auf die Hilfe der Facebook-Community. Und da eilte eine ehemalige Stasi-Mitarbeiterin mit ihren Löschtrupps dem Staatsanwalt zu Hilfe. Facebook sperrte mich für einen Monat mit einem 3 Jahre alten Post, einem Post, der schon zweimal zuvor gesperrt und mit dem Ausdruck des Bedauerns, sich geirrt zu haben, wieder aufgehoben wurde. Aber nun galt es, mit der dritten Sperrung des selben Bildes, gemeinsam einen ‚Nazi‘ zu jagen, den die Polizei ja schon ohne jede vorherige Anhörung unter „Politische Kriminalität (rechts)“ verortet hatte.

Und jetzt soll ich an die große Gerechtigkeit glauben?

OK. Ich bin Einzelkämpfer und als Ruheständler ein winziges Lichtlein, gegenüber den Global-Playern in Politik und Gesellschaft. Eigentlich für die Presse uninteressant.
Man hat mich isoliert und möchte wohl auch den Prozess in einer Hinterstube am Amtsgericht München über die Justizbühne bringen.

Als ehemaliger TV-Journalist (25 Jahre SWR) aber habe ich die Hoffnung, dass noch irgendwo ein Fünkchen der alten Journalistenschule glimmt, als nicht Meinungen vorherrschten, sondern Fakten. Ein solcher Journalist darf sich gerne am 22. Juli 2019 um 9 Uhr in den Sitzungssaal A 210, 2.Stock am Münchner Amtsgericht Nymphenburger-Straße 16 verirren.

Ich selbst habe alle Akten, meine Verteidigungsstrategie und mein Plädoyer auf meiner Homepage www.staatsanwalt-vs-kothny.de zusammengetragen.

(BH)

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9 Kommentare

  1. Hab mir die Homepage angesehen. Einen Prozess zu planen, ohne den Beistand eines Verteidigers, ist Leichtsinn, besonders wenn man die Sache so sehr publik macht. Besser, er hätte den Strafbefehl von 600 € bezahlt, und sich dann von Thailand aus in den Freien Medien engagiert. Schreiben kann er doch. Nun verbraucht er seine ganze Energie für seinen Prozeß, steht aber als kritischer Autor nicht zur Verfügung. Hoffentlich kommt er nach dem Gerichtstermin zur Ruhe.

    Interessant ist, dass die deutschen Behörden sich scheinbar nicht von einer Adresse in Thailand abschrecken lassen. Jemanden zur Fahndung auszuschreiben, obwohl er die thailändische Adresse hinterlassen hat, ist schon ein fieser Trick, weil man Thailand dann Probleme bekommt. Die thailändischen und deutschen Behörden arbeiten gut zusammen. Ein deutscher Blogger schilderte mal den Fall eines Mannes, der sein Kind legal mit nach Thailand genommen hatte. Die Mutter in Deutschland konstruierte einen Kindesmissbrauch, der von den deutschen Behörden gern aufgegriffen und dupliziert wurde. Prompt tauchte beim Vater in Thailand ein Überfallkommando auf. Glücklicherweise wohnte er in einer WG, und die thailändischen und deutschen Mitbewohner konnten jeglichen Verdacht entkräften. Da zog die Polizei wieder ab. Hätte aber auch anders ausgehen könne. Der thailändische Knast ist für Europäer die Hölle.

  2. Passt zu den Neuen „Richtlinien“ (genau genommen Hin…) von Facebook.“ Aufrufe zur Gewalt und Hetze jeglicher Art werden verfolgt, außer gegen die,die hiermit gemeint sind. (also „nichtlinksextreme“)

  3. Viel Glück in diesem verlottertem Land.
    Es wird wohl einen Grund geben warum Größen wie Goethe,Carl Friedrich von Weizsäcker,Schopenhauer u.a. vom Deutschen angewidert waren.“Der Untertan“ von H.Mann spricht ein weiteres.
    Bitte die Patrioten um Verzeihung denn diese sind nicht gemeint sondern nur die die sich durch Anbiedern,Denunzieren u. ähnliches auszeichnen.
    Leider ist das ein erheblicher Teil der angepaßten Bevölkerung.

    • Speichellecker, Denunzianten und rückratlose Kreaturen gibt es überall; man nimmt es daheim nur am intensivsten wahr, weil man in aller Regel sein eigenes Volk am besten kennt und mit den heimatlichen Verhältnissen am meisten vertraut ist. Da idealisiert man dann auch gern das Ausland, dem man oft nicht tief genug hinter die Kulissen geguckt hat.
      Goethe war von bestimmten Erscheinungen im Rahmen der Befreiungskriege abgestoßen sowie von gewissen Exzessen der Romantik; Schopenhauer muß man die narzißtische Kränkung in Rechnung stellen, daß er, trotz seines imperatorischen Selbstbewußtseins, zu Lebzeiten über enge Kreise hinaus unbekannt blieb und von der deutschen intellektuellen Öffentlichkeit völlig ignoriert wurde.

  4. Das vierte Reich lässt grüßen. Was werden wir erleben, wenn das grüne Reich über uns hereinbricht?

  5. „Mit dem ersten Glied ist die Kette geschmiedet. Wenn die erste Rede zensiert, der erste Gedanke verboten, die erste Freiheit verweigert wird, dann sind wir alle unwiderruflich gefesselt.“ – Erik Satie

    Und dieses erste Glied der Kette ist in Deutschland schon lange geschmiedet.

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