So kann’s weitergehen: Keine Bestandsgarantie für Springers „WeLT“

Nils Kröger

Tickt nicht mehr richtig: Die "Welt" - Foto: Collage

Solche Investitionen sollte es öfter geben. Wie die FAZ berichtet, knüpft der neue mögliche Anteilseigner am Axel Springer Medienhaus, KKR, den Fortbestand der „WELT-Gruppe“ an wirtschaftliche Bedingungen.

(…) In dem 221 Seiten starken Dokument (Angebotsunterlage, Anm. Autor) heißt es in einem entsprechenden Passus, KKR sowie die Verlegerwitwe Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner als Großaktionäre hätten vereinbart, die Welt-Gruppe fortzuführen. Dies steht unter der Voraussetzung einer angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation. (…)

Gerade diese schwammige Aussage befeuert nun die Spekulationen. KKR möchte um die zwanzig Prozent übernehmen und verbündet sich dabei mit Friede Springer bzw. Matthias Döpfner (beide halten etwa 45 Prozent am Verlag). Der Springer-Konzern vollzog in den letzten Jahren einen Wandel zum Digitalkonzern. Dieser Bereich zeigt (noch) ein stetes Wachstum (vor allem durch die Immobilien- und Stellenportale). Die Zeitungssparte verfügt über ein gewisses „Prestige“ aber ist renditeschwach. Keine guten Voraussetzungen für eine mögliche Zukunft.

(…) Auffallend ist, dass das offizielle Angebotsdokument in der besagten Passage nur die Welt-Gruppe zum Thema macht, zu der die Tageszeitung Welt, die Welt am Sonntag, die digitalen Angebote und ein Fernsehsender gehören. Von der Bild-Gruppe, die als lukrativer gilt, ist keine Rede. Ebenfalls fällt der ungelenke Begriff der angemessenen Steuerung der jährlichen Ergebnissituation auf. Damit ist dem Vernehmen nach wohl schlicht die wirtschaftliche Entwicklung, die Rentabilität gemeint. (…)

Laut FAZ soll dadurch eine „Hintertür“ für einen Ausstieg offen gehalten werden bzw. eine Absicherung für KKR geschaffen werden. Damit wird beabsichtigt, dass der journalistische Konzernteil kosteneffizient arbeitet. (…) Andererseits lehrt die Erfahrung, dass solche Klauseln nach ein paar Jahren von einer Formalität zur sehr konkreten Ausstiegshilfe werden können. (…)

Als Beispiel führt die FAZ an, dass KKR plane, Springer von der Börse zu nehmen. Nach Bekanntwerden dieser Idee, erfolgte von „Hintermännern“ ein Dementi. (...) Im Angebotsdokument ist nun genau davon die Rede: von einem geplanten Delisting. (…)

Ein Blick auf die letzten Quartalszahlen von „Welt“ & Co. genügt um zu erahnen, dass der Ausstieg wohl nicht erst in ein paar Jahren erfolgt.

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15 Kommentare

  1. Was der Welt Gruppe fast schon angedroht wirde, nämlich die Schliessung wegen Unrentabilität wird auch die Bild Gruppe früher oder später treffen. Die Zeiten als 5 Millionen Menschen morgends die BILD Zeitung lasen sind lange vorbei, heute ist es nicht mal mehr eine Million mit fallender Tendenz.
    Und bei Spiegel, WELT, FAZ und deren Hofberichterstattung muss man froh sein das es noch alternative Printmedien in Deutschland und vor allem deutschsprachigen Ausland gibt.

  2. Die Welt ist leider auch sehr links geworden. Da berichtet selbst die Bildzeitung noch mit mehr Hintergrundinformationen. Sehr lobenswert ist dagegen die NZZ ( Neue Züricher Zeitung) und die österreichische Krone.at

    • Preussische Allgemeine, Junge Freiheit – es gibt auch schon noch einige andere lesenswerte Zeitungen. Und eben die zahllosen freien Medien und Blogs im Netz.

      Wichtig ist, allen Genannten wenigstens hin und wieder den einen oder anderen Euro zukommen zu lassen. Nicht zuletzt auch Journalistenwatch. Denn all diese können sich – trotz sichtbar mehr Meinungsvielfalt als der Staatsfunk – nicht durch Zwangsgebühren finanzieren.

      Bücher und andere Medien bestelle ich übrigens, wenn möglich, beim Kopp-Verlag. Auch dort gibt es nahezu alles, was eine ISBN hat.

      Das sind genau die, die täglich den interessanten Kopp-Report herausbringen. Das sollte dann wenigstens auf diese Art belohnt werden …

  3. Die „WELT“ ist unter den Blinden noch die Einäugige. Zusammen mit der FAZ sind es die letzten Bollwerke eines zumindest in Teilen noch seriösen Journalismus. Ich würde mehr frohlocken solch einen Bericht über den Spiegel-Verlag zu lesen oder die TAZ, die „Süddeutsche“, etc.

    • In Sachen Welt stimme ich Ihnen zu, die FAZ, die ich über Jahre abonniert hatte, ist aus meiner Sicht absolut nicht mehr lesbar – Hofberichterstattung vom Übelsten!

    • Die FAZ wurde, genau wie der Spiegel, redaktionell von Feministen übernommen. Für Männer nicht mehr lesbar. Dazu das unerträgliche Trump- und AfD-Bashing. Männliche Herausgeber und Don Alphonso mussten gehen. Ein Trauerspiel. Der Don ging zur Welt; das hat ihm dann wohl auch nichts eingebracht. Die FAZ und den Spiegel hatte ich mal abonniert. Heute achte ich sehr darauf, nicht mal einen Link von denen anzuklicken.

    • Don Alphonso verschwindet bei der Welt hinter der Bezahlschranke, also praktisch ins Nirvana. Denn eher würde mir die Hand abfaulen, als dass ich einen Cent für diese Propagandamachwerke ausgebe.

    • Welt lehnt selbst Kommentare ab,
      die nur weitere Informationen enthalten und noch nicht einmal eine Meinung.Dann wiederum werden Trolls zugelassen. Alles rein willkürlich. Kannste vergessen, genau so wie focus.

    • Da bin ich grundsätzlich bei Ihnen, gebe jedoch zu bedenken, dass man wenigstens eines dieser Blätter täglich durchsehen muss, nur um darüber informiert zu sein, in welchem Umfang andere desinformiert werden. Dies ist keine Satire, ich meine es völlig ernst. Sie können das Geschehen in Deutschland weder einordnen noch verstehen, wenn Sie um die Informationslage der bekannten 87% nichts wissen.

    • Es gehört zu den Gesetzmäßigkeiten der Natur, dass diese den Ausfall eines Organs durch eine erhöhte Sensibilität eines anderen Organs zu kompensieren versucht. In diesem Fall ist eine übersteigerte Wahrnehmungsfähigkeit des rechten Auges die Folge….

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