Der BILD-Bericht: Petr Bystron und die „Porno-Peinlichkeit“

Max Erdinger

Foto: Collage
Bild dir deine Meinung (Foto: Collage)

Der Herr stehe uns bei! Auf dem Twitter-Account des AfD-Bundestagsabgeordnete Petr Bystron hat sich doch tatsächlich seit dem 4. Juli ein Like unter einem Porno-Clip befunden, wie die BILD für die ganz Neugierigen meldet. Bestimmt hat das Petr Bystron selbst und absichtlich da hin gemacht, weil er dachte, das sei extrem gut für seinen Ruf. So muß es wohl gewesen sein. Die Medienkritik.

Bei der BILD redet man von einer „Porno-Peinlichkeit“. Man stelle sich das Unglaubliche nur einmal vor: Auf dem Twitter-Account eines Politikers findet sich ein Porno-Clip. Wie der wohl da hingekommen wäre, wo doch die Pornographie so überaus selten ist und praktisch nirgendwo vorkommt? Wenn man bedenkt, daß die BILD nichts abdruckt, das nicht einen sensationellen Neuigkeitswert hätte, dann sieht man schon, wie extrem schwierig es gewesen sein muß, überhaupt an so einen Clip zu kommen. Kein Wunder, daß sich ein Like unter der Filmchen-Vorschau findet. Raritäten mag schließlich jeder.

Das weckte aber trotzdem die Neugier der höchst Investigativen von der ARD-Sendung „Kontraste“. Womöglich fanden sie das Vorschaubild zu wenig kontrastreich. Jedenfalls verschickten sie eine hochpolitische Anfrage an Petr Bystron: „Hallo @PetrBystronAfD, wurde Ihr Account gehackt oder gefällt Ihnen das tatsächlich?

Gegenfrage

Äh … – hallo @KontrasteARD? Habt ihr ernsthaft damit gerechnet, die zweite Möglichkeit würde bejaht werden? Aber mal eine andere Frage im etablierten Mainstream-Stil: Wie gut gefällt euch das eigentlich selbst? Ich darf das wissen wollen, weil ihr selber schon lange nicht mehr fragt, ob der … äh … Osterhase gefährlich ist , sondern nur noch „wie gefährlich“, „wie rechts“ und „wie gewaltaffin“. Den neuesten Schlagzeilenregelungen gehorchend würde ich außerdem gern wissen wollen, wie klein die Eier sind, die euch der Osterhase gebracht hat. Außerdem: Gefällt euch diese „Wie-Fragerei“ tatsächlich? Bitte ehrlich antworten und nicht mich anschwindeln, gelle?

Zurück zur Meldung

Sei es wie es sei: Gute drei Stunden nach der investigativen „Kontraste“-Anfrage antwortete das Team Bystron mit: „Wir haben das entfernt„. Tatsächlich habe es sich um einen Hack von Bystrons Account gehandelt. Da hob große Enttäuschung und bitterliches Weinen an unter den Abgewichsten, die sich vorher Hoffnungen gemacht hatten, sie könnten Bystron mit ihrer gar listigen Fragestellung der ungebührlichen Lüsternheit bei gleichzeitiger politischer Dummheit überführen. Sie wollten erst gar nicht glauben, daß es sich tatsächlich um einen Hack gehandelt haben könnte. Da platzten Träume, daß es klang wie Donnerhall.

Und weil in Deutschland nicht mehr sein darf, was den Abgewichsten nicht gefällt, zogen es einige User vor, das Statement Bystrons lieber für eine Ausrede zu halten zur Wahrung ihres Traums. Ein User – mit Adornos kritischer Theorie angefüllt bis Oberkante Unterlippe –  schrieb äußerst kritisch: „Und der Hacker hat nur das Video gefavt? Ernsthaft?“ Weil nun aber die BILD quasi der Sherlock Holmes unter den Printmedien ist, hat man dort auch herausgefunden, was der kritische Adornofav meinte: „Hat dieser Hacker tatsächlich nur ein Porno-Video mit „Gefällt mir“ markiert und sonst nichts mit dem Account des AfD-Abgeordneten angestellt?“ Auch andere hätten Häme über die Mitteilung des Bystron-Teams ausgeschüttet, schreibt die BILD. Was schon wieder nicht stimmt.

Der User Adornofav hat nämlich keine Häme, sondern seine Dummheit ausgeschüttet, räumte er doch unfreiwillig ein, daß er mit Bystrons Account noch ganz andere Sachen angestellt hätte, wäre er selbst der Hacker gewesen. So viel Harmlosigkeit nervt einen wie den User Adornofav nämlich, wenn es gegen AfD-Politiker geht. Zugeben würde er es freilich nie.

Und jetzt zur BILD: Was wolltet ihr mit dieser Meldung eigentlich bezwecken? Wolltet ihr insinuieren, daß Petr Bystron über eine außergewöhnliche Volksnähe verfügt, weswegen man ihn unbedingt wählen sollte, wann immer das geht? Ich darf das von euch ebenfalls wissen wollen, weil die Deutschen nämlich Weltmeister beim Anschauen von Pornofilmchen sind. Satte 12,4 Prozent am weltweiten Porno-Traffic generieren deutsche Geilisten, also solche Deutschen wie ihr in der Redaktion und eure Leser. Und zwar jeden Tag. Weswegen man euch auch jeden Tag „die Abgewichsten“ nennen darf – und den User Adornofav sowieso.

So, ihr BILD-Leute, das war´s auch schon. Ihr könnt wieder weitermachen. – *Fap-fap-fap … * – aber leise stöhnen, wenn ich bitten darf. Ich bin mit geistigen Dingen beschäftigt.

Loading...

7 Kommentare

  1. Account gehacked als Ausrede für ein LIKE ? Bystron sollte sagen sagen das er das aus Versehen ge-liked hat oder aus Absicht um die Reaktionen des Mainstream zu geniessen.
    AfD Politiker müssen wissen, das alles was sie machen auf die Goldwaage gelegt wird. Anders als alles was die Silbertaler oder Platindukaten so machen denn anscheinend ist jetzt schon das Wort Goldstücke auf dem Index gelandet und bei dessen Verwendung man rechts und Nazi ist…

  2. Ausgerechnet BILD, deren Seiten nur so von sittlicher REinheit, edler Gesinnung und von „Pornophobie“ strotzen. Das ist doch nur zum k…..!

  3. Denen ist jetzt definitiv nichts mehr zu dumm und zu dreckig, als dass sie es nicht ausschlachten in ihrer Panik vor den Wahlen. Und die AfD springt über jedes Stöckchen, s. Björn Höcke und der unsägliche Hype aus den eigenen Reihen. Die Leute wählen nicht nur nach dem Kopf, sondern auch, oder vor allem, mit dem Herzen. Und da braucht es Leute wie Höcke, die nicht nur intelligente Reden halten, sondern die Leute auch gefühlsmässig ansprechen. Mir fällt kein AfD’ler ein, der in seinem Bundesland so beliebt ist wie Höcke. Ich würde mir wünschen, wir hätten einen Höcke im Ländle.

  4. Wer Gülle einsammelt muß erst mal in die Gülle gehen und saut sich dabei selber ein aber so intelligent war Bild noch nie…

  5. Dass Bystrons Konto gehackt wurde, bezweifle ich – ist es doch immer der angegebene Grund, wenn Politikerkonten „ungewollte“ Tweets absetzen oder eben hier liken. Ich hätte mir von Herrn Bystron gewünscht, – egal ob Hack oder eigenes Ungeschickt“ – hätte er wie ein Mann unverschämt dazu gestanden und sich über die Bild-Reaktion zu belustigen.

    • Wieso soll das kein Hack sein? Falls ein AFD Mitglied zugibt Pornos zu liken, würde die Linke jubeln und ihn zerreißen, also das soll er mal schön lassen.

Kommentare sind deaktiviert.