Wind und Solarstrom sind zweitklassig

Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel

Foto: Durch photolike/Shutterstock
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Der Stromverbraucherschutz NAEB, ein Zusammenschluss von über hundert Energiefachleuten aus ganz Deutschland, bezeichnet Strom aus Wind- und Solaranlagen zu Recht als Fakepower. Der Strom ist zweitklassig, weil er nicht auf Nachfrage zur Verfügung steht und mit dem Wetter stark schwankt. Er kann nur begrenzt im Verbund mit großen Regelkraftwerken verwendet werden, die die schwankenden Leistungen ausgleichen. 

Daher liegt der Wert von Fakepower unter dem Strom aus den konventionellen Kraftwerken. Die Börsenpreise bestätigen diese Aussage. Bei einem Überschuss muss Fakepower entsorgt werden, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Die Abnehmer werden für die Vernichtung bezahlt (negative Strompreise). Ostern dieses Jahres kostete die Entsorgung 17 Millionen Euro. Solche Überschüsse durch Starkwinde und Sonnenschein treten bereits jetzt im Mittel zweimal im Monat auf. Mit jeder weiteren Anlage werden die Überschüsse größer und die Entsorgungskosten höher.

Fakepower kann aufgrund dieser Defizite niemals kostengünstiger als Strom aus den konventionellen Kraftwerken werden. Ohne die vom Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) geforderte vorrangige Einspeisung von Ökostrom würde kein Netzbetreiber Fakepower akzeptieren. Das Bereithalten von Regelkraftwerken ist zu teuer, die vielen Regeloperationen sind technisch aufwendig und die Stabilität des Netzes wird gefährdet. Die Regelkosten sind in den letzten 20 Jahren durch die Energiewende von 100 Millionen Euro auf 1.600 Millionen gestiegen. Diese Kosten erscheinen nicht in der EEG-Umlage. Sie sind in den Netzkosten versteckt.

Der ständige Verkauf von Fakepower weit unten den Einstandspreisen ist ganz klar Dumping. Dumping wird weltweit bekämpft, weil ein freier Wettbewerb verhindert wird. Die Wettbewerber, in unserem Fall selbst die preiswerten Braunkohlenkraftwerke, machen Verluste, weil Fakepower unter ihren Gestehungskosten angeboten wird. Sie müssen aufgeben. Da man sie aber als Regelkraftwerke unbedingt braucht, werden sie gestützt. Der Stromverbraucherschutz NAEB hat das Fakepower-Dumping beim Bundeskartellamt angezeigt. Die Antwort war sinngemäß: „Das sei kein Dumping, sondern Gesetz.“

Die Grenzen für das Einspeisen von Fakepower sind bereits erreicht. Weitere Anlagen sind technisch und wirtschaftlich unsinnig. Da nützt auch nicht der Hinweis auf die Pariser Beschlüsse, nach denen die Energiewende zwingend sei. Wir haben heute etwa ein Drittel Fakepower im Netz. Eine Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen wurde aber dadurch nicht erreicht. Dafür gab es im letzten Monat  in Deutschland dreimal Strommangel mit einem deutlichen Frequenzabfall in ganz Europa, weil man offensichtlich die Einspeisung von Fakepower falsch eingeschätzt hatte und ausreichende Regelleistung nicht zur Verfügung stand. Ein Blackout konnte vermieden werden. Es gelang, den notwendigen Strom aus dem Ausland zu importieren. Das war jedoch nicht billig. Eine Kilowattstunde, für die wir zurzeit 30 Cent bezahlen, kostete zwischen 1 Euro und 37 Euro.

Das weitere Befolgen der Pariser Beschlüsse führt zu Blackouts und zu einer Deindustrialisierung,  die wir wohl alle nicht wollen. Wir brauchen Politiker und eine Regierung, die nicht Utopien nachläuft, sondern den Tatsachen ins Gesicht sieht.

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30 Kommentare

  1. Was für ein Idiotentum:
    Um die BRD zu versorgen bräuchten wir Windparks, a 10 Windmühlen…
    Etwa 7000.
    D. h. dass ca. alle 5 Kilometer, egal in welcher Richtung so ein Unfug stehen müsste.
    (Verhält sich, teilweise noch schlimmer, mit den Zapfsäulen für e-Autos)

  2. Das Stromsparen sollte auch endlich mal in die Tat umgesetzt werden.
    Was für ein Irrsinn, daß zum Schaden von Menschen und Tieren die Nacht zum Tag gemacht wird!
    Was außer Kreuzungen muß denn eigentlich nachts unbedingt beleuchtet werden?

  3. „Politik“ machen, bedeutet das Menschen die von der Stromerzeugung keine Ahnung haben, Beschlüsse fassen, die in der Realität keinen Bestand haben, es sei denn die Realtät wird dann mit Folgebeschlüssen angepasst. Was dann bei der Umsetzung an den Naturgesetzen scheitert, denn die lassen sich eben nicht per politischem Beschluss ändern. Nicht mal mit 2/3 Mehrheit…
    Und das ganze heisst dann großspurig Klimarettung.

  4. Beim obigen Artikel vermißt man das Eingehen auf zwei sehr wichtige Punkte:

    1) Wie stehen die Chancen, daß der sog. grüne Strom in absehbarer Zukunft günstig gespeichert werden kann , sei es in Privathäusern oder für das Netz

    2) Wieso werden die Windräder nicht einfach als ein übler Merkel-Witz ins Lächerliche gezogen?
    a) Sie schreddern Vögel, Fledermäuse und Insekten in einem ungeheuren Ausmaß
    b) Sie verschandeln die Landschaft und entwerten alle Häuser und Grundstücke in ihrer Nähe.
    c) Sie zwingen Anwohner zur Flucht, weil sie eine krankmachende Schallquelle sind.
    d) Damit die Lager keinen Schaden nehmen, müssen bei Windstille die Rotorblätter mit einem Dieselmotor bewegt werden.
    e) Sie müssen auf einem kolossalen Betonsockel ( mit flächenfressenden Zufahrtswegen) errichtet werden, der die Grundwasseradern zerstört, sodaß oftmals ringsum Bäume verdorren
    f) Nach etwa 15 Jahren haben sie ausgedient Von etlichen Teilen weiß man bis heute nicht, wie man sie recyclen soll. .

    • Stichwort Betonsockel: Wird bei der Gewinn-Verlustrechnung der Abriss mit eingerechnet? Wenn ein Kraftwerk abgerissen wird muss der Betreiber das Grundstück wieder in den Urzustand versetzen. Ich glaube nicht dass dann der Betonsockel mit in die Rechnung eingerechnet ist.

  5. Naja, aber angeleiert hat den Mist die heilige Raute — was natürlich nicht weniger schlimm ist.

  6. Die Klimabolschewiki scheint gesiegt zu haben. Was können wir Bürger jetzt tun? Welche Möglichkeiten haben wir noch um uns zu schützen?

    • Wenn Sie mit Öl heizen können Sie sich ein Diesel Notstromaggregat kaufen, denn das läuft auch mit Heizöl.
      Für die Anderen ist guter Rat teuer.

  7. Es ist wirklich phänomenal, wie schnell die Bevölkerung eines Landes so grandios verblöden kann.

  8. Wen interessiert das? DE wird deindustrialisiert, der Blödmichel demonstriert für noch mehr Flüchtlinge, also noch niedrigeres Niveau, Verbot von Autos, Hartzern und anderen Bedürftigen wird der Strom ohnehin abgedreht, die Grünen wollen Lastenfahrräder und Eselskarren, wozu Strom?

  9. Geht doch ganz einfach. Wenn zuviel Strom im Netz ist, vom Zufallsstrom nichts mehr hineinlassen. Sollte heutzutage doch einfach möglich sein.
    Aber da gibt es ja eine Abnahmegarantie.

  10. Vor allem brauchen wir Wähler, die einsehen was für ein Unsinn mit der Energiewende unter dem Deckmantel von Umweltpolitik angerichtet wird und keine Klimahysteriker!

  11. „Wir brauchen Politiker und eine Regierung, die nicht Utopien nachläuft, sondern den Tatsachen ins Gesicht sieht.“
    Aber woher nehmen und nicht stehlen? Etwa Salvini oder Orbán klauen?

  12. wie die CO2 Steuer finanziert werden soll:
    „Dies bedeutet aber nicht, dass eine Rückerstattung gar nicht möglich wäre. Allerdings sollte
    Deutschland keine Rückerstattung an die Unternehmen anhand der Bruttolohnsumme einführen, sondern ggf. eine abstraktere Art der Rückerstattung wählen. Ein möglicher Weg wäre etwa die gesetzliche Absenkung der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung, ähnlich wie dies bereits vor zwanzig Jahren im Rahmen der ökologischen Steuerreform der Fall war“
    Es ist leider nicht erlaubt einen link einzufügen. Auf Seite 36 der „Würzburger Studien zum
    Umweltenergierecht Europa- und verfassungsrechtliche Spielräume für die Rückerstattung einer CO2-Bepreisung“ im Netz zu finden.
    Gesetzlich Versicherte, auch Rentner, dürfen sich auf steigende Beiträge zu den gesetzlichen Sozialkassen freuen, plus die CO2 Steuer zahlen. Die Wählerklientel der Grünen = überwiegend Lehrer, Beamte im gehobenen Dienst bleiben verschont.
    ein Grüner, Georg P. Kössler, twitterte:“ Die Stiftung Energierecht hat den u.a. von uns Die_Gruenen vorgetragenen Vorschlag einer CO2-Steuer plus Rückerstattung an Allgemeinheit rechtlich geprüft. Fazit: Es geht! 🙂

  13. Ich hoffe die 100 Fachleute haben noch Zweitjobs. Ab spätestens morgen wird sie die geballte Wut der FFF Jünger und Klima Gläubigen treffen. Nur weil es wahr ist darf man in der DDR 2.0 noch lange nicht solche Klimalügen verbreiten.

  14. Herr Professor, ich denke alles richtig, aber 1) durch Abschaffung der EEG-Einspeisevergütung würde der Markt sehr vieles selbst regeln (und der Verbraucher deutlich entlastet) 2) „Fakepower“ macht dann Sinn, wenn die Energiespeicherung günstig ist, also insbesondere als Eigenverbraucher: wieso soll ich Strom für ca. 27 cents einkaufen, wenn meine eigene Solaranlage sie für 6-10 cents (6 cents – neue größere Anlagen) produziert? Also, meine Rechnung (Neubauanlage in Planung – OHNE EEG Einspeisung versteht sich 😉 Stromproduktionskosten ca. 6 cents, Speicherkosten ca. 10 cents, 16 cents zu 27 cents…was ist besser…die Rechnung könnte noch besser aufgehen, wenn man den Stromverbrauch bei Sonne steigern könnte, andererseits nützt ein riesiger Speicher im Winter auch nichts, da die Sonne zu wenig scheint (ich denke an Autarkie…und ein wenig CO2 (Pflanzennahrung) will ich auch noch an die Umwelt abgeben…)

  15. Eine Fake-Regierung führt zu:
    Fake-Strom
    Fake-Nachrichten
    Fake-Wissenschaftler
    Fake-Frauenpower
    Fake-Justiz
    Fake-Bundeswehr
    Fake-Eigentum (drohende Enteignung)
    Fake-Sicherheit
    Fake-Frauenrechte
    Fake-Humanität gegenüber der Dritten Welt

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