Harald Schmidt überzeugt: Seine Talkshow wäre heute nicht mehr möglich

Harald Schmidt (Bild: Manfred Werner (Tsui); siehe Link; CC BY-SA 3.0)

Harald Schmidt warnt vor politischer Korrektheit und deren Auswüchsen in den sozialen Medien. Gegenüber dem österreichischen Sender ORF bekannte Schmidt:  „Heute würde ich mir sehr genau überlegen, was ich auf einer Bühne mache“. Schmidt ist sich sicher: Mit den heutigen Maßstäben, der Political Correctness, der Sprachpolizei und des linksliberalen Mainstreams, hätte er seine Show nach einer Woche einstellen müssen.

Der ehemalige Late-Night-Talkmaster Harald Schmidt moderierte die nach ihm benannte Show 19 Jahre lang. Im öffentlich-rechtlichen Format „Kultur Heute“ des  österreichischen Sender ORF 3 gibt Schmidt zu, dass er es sich heute sehr genau überlegen würde, was er auf der Bühne machen würde. Man müsse heute damit rechnen, dass alles über ein soziales Netzwerk gleich rausgehe, verkürzt, falsch mitgeteilt und falsch kommentiert werde. „Und dann ist man in einem Strudel drin, auf den ich keine Lust hab. Mit den heutigen Maßstäben, auch der Political Correctness, der Sprachpolizei und des linksliberalen Mainstreams, hätte ich meine Show nach einer Woche abgenommen bekommen“, so Schmidt.

Im Interview sprach der fünffache Vater über seine Auffassung von Rollenverhältnissen, die er als konservativ einstuft. Er habe sich nie zum „Familientrottel“ der Kategorie „Daddy Weichei“ machen lassen. Diesen beschreibt Schmidt als Mitt- bis Enddreißiger mit Struwwelpudelmütze und Baby vor dem Bauch. „Die Mutter sitzt im Café und verändert die Welt, und er kriecht dem vollgekotzten Baby im Hipp-Café auf allen Vieren hinterher. Nicht meine Welt. Wer das will: Bitte!“, so Schmidt laut dem Standard, der vom ORF 3 die Zitate vorab zur Verfügung gestellt bekommen hatte. Die Sendung wird am Donnerstag um 19:45 Uhr ausgestrahlt.

Erst vergangene Woche hatte Harald Schmidt sich in einem Video-Interview mit den „Stuttgarter Nachrichten“ nicht nur über den Hype lustig gemacht, den das CDU-Video des Youtubers Rezo ausgelöst hatte. Im selben Gespräch spricht er seinem Kollegen Jan Böhmermann jegliche Eignung als Moderator ab. „Ich wusste schon früh, dass es Böhmermann als Moderator nie schaffen würde – aber dass er es als Krawallschachtel sehr weit bringen würde, wusste ich auch“, so Schmidt im Videogespräch. Schmidt mutmaßt zudem, dass die ZDF-Verantwortlichen den 38-jährigen Böhmermann gerne los wären. „Beim ZDF kotzt man doch im Strahl, wenn man sieht, welchen Ärger er wieder einbringt“, so Schmidts Geplauder aus dem öffentlich-rechtlichen Nähkästchen über den wohl maßlos überschätzten Möchte-gern-Satiriker Böhmermann. (SB)

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23 Kommentare

  1. Ich mutmaße zudem, dass Schmidt die Rolle beim „TATORT“, welche ihm jüngst angetragen wurde, auch deshalb letztlich abgelehnt hat, weil es wohl für seine Verhältnisse zu viele „redaktionelle Vorgaben“ seitens des SWR gab…

  2. Schmidt hat übersehen, daß Daddy Weichei mit Baby erst im Hipp Cafe abhängen kann, nachdem er tagsüber das Geld für Muttis Kaffee verdient hat, mit dem sie sich beim Aushecken ihrer Weltverbesserungspläne bei Laune hält.

  3. Wenn man den Unterschied früher zu heute offensichtlich machen möchte, muss man nur Schmidt und Böhmermann nebeneinander stellen…

  4. Wir fanden den Schmidt immer doof und unterirdisch aber im Vergleich zu den Schwachköpfen die heute seinen Job übernommen haben war er in der Nachbetrachtung großartig.

    Schmidt hat auch recht damit das heute wohl keine Folge mehr gesendet werden durfte. Man stelle sich vor Schmidt würde sich über Rezo, die FFF Kinder, Schwesig, Nahles, Hofreiter, Roth oder Schock schwere Not über Mutti lustig machen.

  5. Da zeigt mal einer der Promis Rückgrat und traut sich noch eine eigene Meinung zu haben. Weiter so Harald, mal schauen wie die links, grüne Hetzerbande aus den Redaktionsstuben, das kommentieren wird.

    • Bin ich auch gespannt darauf. Es scheint ja doch noch Fernsehgrößen zu geben, die „Eier“ haben.
      Bitte mehr davon und weniger „Böhmermänner“.
      Von diese Typen gibt’s leider zu viele.
      Fernsehen ausschalten, um letztlich nicht vollends zu verblöden mit diesen Gestalten.
      Schade das Herr Schmidt nicht mehr mag und einen Sendeplatz bekommt.
      Ich würde das dann wieder schauen.

  6. Er könnte ja ein Zeichen gegen diese TV-Mischpoke setzen und aus Protest seinen Fernsehpreis versteigern und den Erlös dem deutschen Tierschutzbund spenden.

  7. Das trauen sich auch nur Ehemalige, die längst ausgesorgt haben. Und dirty Harry hat ja so recht. Alle anderen, die noch auf den Abrechnungslisten der Radio- und Fernsehsender stehen wollen, hängen ihr Fähnchen halt nach dem Wind. Ansonsten gibt´s erst einen Shitstorm von der linksgrünen Zugluft, dann sind sie weg vom Fenster.

  8. Die Wahrheit trauen sich derzeit nur Promis aus den Medien
    und Politik zu sagen, wie Harald Schmidt und Willy Wimmer
    zeigen.
    Aktive und junge Blogger haben es schwer wie die aktuelle
    Löschung eines Videos von Naomi Seibt zeigt.

  9. Harald Schmidt ist mir viel sympathischer als je zuvor auf einmal geworden.
    Ich schaue mir mal seine talkshows nochmal an.

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