Die EU und der Euro sind nicht alternativlos

Markus Gärtner

Bruno Bandulet (Bild: Markus Gärtner)

Die EU spaltet sich immer mehr und verliert ihre Funktionsfähigkeit. Das sagt der Historiker, Autor und Journalist Bruno Bandulet. Doch er sieht keinen Plan B.

„Wir sollten auf das Gerede von der Alternativlosigkeit verzichten“, verlangt er in diesem Interview und erklärt, dass es durchaus ein alternatives Modell gibt, wenn die EU auseinander bricht: die EFTA, die heute noch besteht und – weil sie als Freihandels-Organisation konzipiert wurde – mit minimaler Bürokratie und ohne Zentralismus auskommt. Die EU dagegen wurde als Transfer-Union angelegt und konnte daher neue Mitglieder „kaufen“.

Mit dem anstehenden Austritt Großbritanniens verlieren zudem die marktwirtschaftlich orientierten Länder in der EU entscheidend an Einfluss. Auch der Euro ist laut Bandulet nicht alternativlos, er könnte als Alternativwährung für Tourismus und Handel weiter genutzt werden, wenn die EU auseinander fliegt. Und davon geht Bandulet aus, denn die sichtbare Spaltung hält er für „irreversibel“. Die Osteuropäer, sagt er zur Begründung, „denken gar nicht daran, in den Euro reinzugehen, damit falle eine der Hauptrechtfertigungen des Euro, dass er die Währung der gesamten EU wird, in sich zusammen“.

Loading...

1 Kommentar

  1. A. Merkel 19. Mai 2010: >> „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“. <<

    Huch …… jetzt bekomme ich aber Angst!

    Hoffentlich scheitert dieses arm machende 'Währungskonstrukt' – es ist längst überfällig!

    Scheitert Europa …?
    Die Antwort kann nur lauten, dass die Grenzen Europas unbestimmt und aus sich heraus unbestimmbar sind. Es ist erforderlich, sich von der statischen und naturhaften Betrachtung eines fest umrissenen Europas zwischen Atlantik und Ural zu lösen.
    Was scheitert denn jetzt?
    Also hat sich damit Frau Dr. A. Merkel selbst diskreditiert!
    Von Physik hat sie definitiv keine 'Ahnung', sonst würde sie die "Klimahysterie" vom Tisch fegen!
    So zeigte sich mit dem Eingangssatz, dass sie auch in Geographie gänzlich 'unbefleckt' ist.
    Was sie über Währungen, Wirtschaft und Geldsysteme weiß, möchte ich hier nicht kommentieren.
    Weil "Nichts" ist nicht kommentierbar!

    Die "Lateinische Münzunion" (bestand vom 23. Dez. 1865 faktisch bis 1914 und formal bis zum 31. Dez. 1926) schredderte auch spektakulär!

    Wer aus der Geschichte nicht lernen will …. muss seine Fehler wiederholen!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinische_M%C3%BCnzunion

Kommentare sind deaktiviert.