Der Krampf gegen die Phantomrechten

Max Erdinger

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"F*ck you, Linksstaat!" - Foto: Imago

Wie wir alle wissen, sind Medien und Politik seit Jahrzehnten brennend an informierten und urteilsfähigen Demokraten interessiert, die genau wissen, wen sie warum wählen. Deswegen haben sie das Volk auch noch nie angelogen. Und weil das so ist, sitzen alle, die noch nicht durch das Ozonloch ins Weltall hinausgefallen sind, bibbernd in der Eiszeit fest, die mit einem SPIEGEL- Artikel Mitte der Siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts losgegangen ist. Frau Clinton regiert Amerika, die Wälder sind gestorben und um uns herum tobt ein erbitterter Häuserkampf gegen eine Armee von Rechtsextremisten, die das Land übernehmen will. Doch, doch, so ist das.

Als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, hat sich heute auch noch das ganze Weltklima gegen uns verschworen, wir können die heilige Greta sehen, die mit dem CO2 auf Du und Du ist, Frauen sind generell klüger als Männer geworden, und Kinder erklären uns die Welt, während der Rechtsextremismus von Tag zu Tag immer gefährlicher wird. So gefährlich ist er sogar schon, daß es ihn als Partei gibt, die den armen Menschen derartig das Gehirn wäscht, daß der vermaledeite Rechtsextremismus auch noch demokratisch gewählt wird. Obwohl seit Jahrzehnten alle immer ganz genau informiert worden sind. Da kann man einmal sehen, wo es hinführt, wenn man immer schön bei der Wahrheit bleibt: Ins Chaos und in den Untergang.

Franco A.

Erinnern Sie sich noch an Franco A.? Es ist erst zwei Jahre her, daß der rechtsextreme Hinterfotz mit seinem perfiden Plan aufgeflogen ist, entweder Heiko Maas, Angela Merkel oder Anetta Kahane zu meucheln, um das Ganze dann dem syrischen Kriegsflüchtling in die Schuhe zu schieben, als den er sich selbst ausgegeben hatte, obwohl er Oberleutnant bei der Bundeswehr gewesen ist. Unsere überaus diensteifrige Bundesverteidigungsministerin als Expertin für sexuelle Devianzen von Kampfsanitätern, Segelschiffe und Rechtsextremismus witterte instinktsicher sofort eine rechtsextremistische Verschwörung bei der Truppe. Kasernen wurden durchsucht, Bilder von Altkanzler Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform wurden abgehängt, die Bundesrepublik gerade noch einmal vor einem Staatsstreich putschender Rechtsextremisten gerettet. Franco A. kam in den Kerker, wo er von April 2017 bis November 2017 verbleiben mußte. Ein Prozess vor dem Staatsschutzsenat sollte stattfinden, gegen den das Nürnberger Kriegsverbrechertribunal ein Kokolores gewesen wäre – und dann das: Im November wurde Franco A. auf freien Fuß gesetzt, die Justiz konnte keine Hinweise dafür entdecken, daß er eine staatsgefährdende Straftat geplant hatte, Franco A. wurde nicht verurteilt – und im September 2018 klagte er sogar erfolgreich auf Aufhebung seiner Meldeauflagen. Das große Rauschen im Blätterwald wurde zu einem kaum vernehmlichen Säuseln.

Sieben Sachsen mit dem Luftgewehr …

… putschten gegen Merkel und das fiel ihnen schwer. Inzwischen sind es acht Putschisten. Aber diesmal wird es einen Prozess geben. Die Beweislast ist erdrückend: Chatprotokolle. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe nennt die acht Sachsen eine „mutmaßlich rechtsextreme Terrorgruppe“ mit dem Namen „Revolution Chemnitz“.

Die acht Männer im Alter zwischen 21 und 31 Jahren sollen sich im September 2018 zusammengeschlossen haben, um am 3. Oktober in Berlin einen „bürgerkriegsähnlichen Aufstand“ anzuzetteln, was acht unbewaffnete Jungmänner ganz ohne Zweifel jederzeit kurzfristig bewerkstelligen können, wenn sie nur wollen. Auch tödliche Anschläge sollen sie geplant haben. Wie weit die Planungen für den Bürgerkrieg am 3. Oktober bereits gediehen waren, ist nicht bekannt. Aber der Generalbundesanwalt meint, die acht sächsischen Rechtsrevolutionäre seien bereits dabei gewesen, sich Schußwaffen zu besorgen. Offenbar hatten sie keine, als sie festgenommen worden sind. Sogar eine Bestellliste sei angefertigt- und Geld eingesammelt worden, als die Putschisten gerade noch rechtzeitig verhaftet werden konnten, ehe sie mit dem Zählen des gesammelten Geldes anfangen konnten, das sie dann womöglich doch lieber für acht Halbe Bier ausgegeben hätten.

Beflügelt seien sie jedenfalls gewesen, heißt es, und zwar von den Demonstrationen in Chemnitz. In deren Verlauf war es zu postfaktischen Hetzjagden und Pogromen gegen Ausländer gekommen, wie der Ex-Verfassungschef Maaßen, der sächsische Generalstaatsanwalt und der sächsische Ministerpräsident Kretschmer einräumten, nicht ohne darauf hinzuweisen, daß die Postfaktizität einen schweren Mangel aller  Hetzjagd und jedweden Pogroms darstellt. Im Grunde sagten sie, daß es keine Hetzjagden und keine Pogrome gegeben habe. Die Polizei habe trotzdem die Kontrolle verloren, heißt es. Dafür mußte Maaßen schwer büßen. Jedenfalls scheinen die Mitglieder von „Revolution Chemnitz“ an solchen Demonstrationen teilgenommen zu haben, bei denen es zu keinen Hetzjagden und keinen Pogromen gegen Ausländer gekommen ist, und bei denen die Polizei die Kontrolle verloren hat. Das ist schon sehr verdächtig.

Im Herbst soll nun das Verfahren gegen die acht unbewaffneten Sachsen vor dem Oberlandesgericht in Dresden eröffnet werden. Hoffentlich kitzelt die Justiz aus den verworfenen Individuen noch heraus, wo sie die dicke Berta versteckt haben.

Der Mordfall Walter Lübcke und der Tatverdächtige Stephan E.

Das ef-Magazin schreibt: Die vielfach gebrauchte Formulierung, eine Hautschuppe von Stephan E. habe sich „am Tatort“ gefunden, ist ungenau. Sie fand sich an der Kleidung Lübckes. Möglicherweise wird er nicht nur eine fremde DNS-Spur in den Kleidern gehabt haben, sondern mehrere. Weitere Indizien gibt es bisher nicht, eine Tatwaffe wurde noch nicht gefunden. Es kann sich durchaus herausstellen, dass E. der Mörder von Lübcke war, es kann sich auch zeigen, dass er als Teil einer Gruppe handelte. Nur – für das erste gibt es bis jetzt keine Beweise, für das zweite keine Indizien.

SPIEGEL-Titel 22.06.2019 – Foto: Screenshot

Dennoch titelte der SPIEGEL diese Woche: „Braune Schläfer – Vater, Nachbar, Killer? Der neue Terror von rechts„. Da wird also aus einem Tatverdächtigen, nicht einem der Tat Überführten, ganz schnell eine Vielzahl tatsächlich existierender „brauner Schläfer“ – und jeder könnte einer sein: Der Vater, der Nachbar – alles potentille Killer. Warum der herbeigerufene Rettungssanitäter, ein Bekannter der Familie Lübcke und auch deren Mieter, am Tatort Spuren verwischt hat, ist nebensächlich. Er ist eben ein netter Mensch und wollte den Angehörigen allzu grausige Bilder ersparen. Wie befeuere ich eine Massenhysterie zum eigenen Wohl und Frommen?

Es ist so: Das linksliberale Establishment ist existentiell bedroht davon, daß erstens das „anthropogen“ vor “ Klimawandel“ nicht zu halten sein könnte, daß zweitens die Mär vom „humanitären Akt“ auffliegen könnte, die im Zuge der Grenzöffnung vom September 2015 zum herrschenden Narrativ gemacht worden war, daß drittens massenhaft bekannt wird, wer „Fridays For Future“ plant und finanziert, wie viertens die „graue Energie“ E-Autos, Windräder und Solarfelder in ausgesprochen „umweltschädliche“ – und im Fall der Windräder auch noch in massenmörderische, vogelkillende Gegenstände verwandelt. Der Krieg um die Diskurshoheit tobt.

Es sind im weitesten Sinne „die Rechten“, die dabei sind, das ganze ideologieunterfütterte Linksliberalismusgebäude zu unterspülen, indem sie dem Volk die Augen öffnen über eine Unzahl linksdogmatisch installierter Lebenslügen. Deshalb sieht sich das Establishment gezwungen, jeden sich bietenden Strohhalm zu nutzen, um sich maximal effizient gegen die Aufklärung seiner Machenschaften während der vergangenen Jahrzehnte zu wehren. Es geht um Milliarden, Karrieren, Reputationen und möglicherweise auch Justiziables. Für das Establishment steht derartig viel auf dem Spiel, daß es in der Wahl seiner Mittel nicht mehr sehr wählerisch sein kann. Das kann es sich schlicht nicht mehr leisten. Was wirkt oder was wirken könnte, muß bis an die Schmerzgrenze durchexerziert werden. Deswegen diese aktuelle „Rechtsextremismus-Hysterie“, die so raumgreifend ausfallen muß, wie nur irgend möglich. Die angeschossene Wildsau ist die gefährlichste. Deswegen auch das Geschwätz von der Verwirklichung des Artikels 18 Grundgesetz (Tauber, Seehofer et al) – und alles das.

Im Grunde sind das Wasserstandsmeldungen. Wenn die wahren Verfassungsfeinde damit beginnen, ihr Heil in der Umdeutung von Verfassungsfreunden in Verfassungsfeinde zu suchen, dann zeigt das an, wie hoch ihnen der Wasserstand unterhalb ihres eigenen Kinns schon vorkommt. Was soll man noch sagen? – Sie werden es selbst wohl am zutreffendsten einschätzen können.

Kewil am 18. Juni bei PI-News: „Aber schon hyperventilieren die ( … ) Politik und die roten Medien gleichgeschaltet von „rechten Terrorbanden“ und erinnern ominös an den „NSU“. Was hat das miteinander zu tun? Es gibt da in der Tat einen Punkt. Vom NSU wissen wir nämlich bis heute eigentlich auch nichts Genaues. Zu einer „Terrorbande“ braucht es nämlich qua Gesetz drei Personen. Und bis dato ist Beate Zschäpe nicht rechtskräftig verurteilt, die NSU-Bande gibt es also gar nicht. Zum Münchner Urteil am 11. Juli 2018 gegen Beate Zschäpe wegen Mitgliedschaft in einer rechtsterroristischen Vereinigung, wegen Mordes in zehn Fällen, wegen zwei Bombenanschlägen und 15 Raubüberfällen, obwohl Zschäpe an keinem Tatort war, hat Richter Götzls Combo immer noch keine schriftliche Urteilsbegründung vorgelegt. Darum kann über die eingelegte Revision bisher gar nicht verhandelt werden. Ein Skandal für einen Rechtsstaat!

Dazu paßt: Eine Akte des hessischen Verfassungsschutzes im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess bleibt 120 Jahre lang unter Verschluß – bis zum Jahr 2134. Von dem, was „t-online“ darüber berichtet, kann man nichts glauben, da der verantwortliche Chefredakteur dort vom SPIEGEL kam und „t-online“ seit 2015 eine WPP-Tochter ist. Zu auffällig ist auch der beschwichtigende Tonfall nach dem Motto: Bei der Verschlußakte geht es eigentlich um nichts wirklich Wichtiges.

Deswegen soll sie wohl auch 120 Jahre unter Verschluß gehalten werden: Damit der Bürger sich nicht mit Unwesentlichem beschäftigt. Wer´s glaubt, wird selig.

 

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10 Kommentare

  1. Mein Garten müsste mal umgegraben werden. Suche zu diesem Zweck mehrere Chatter die das auch brauchen. Ein paar mal was von Revolution und vergrabenen Waffen geschrieben und dann wird die Arbeit vom Verfassungsschutz und BKA erledigt.

  2. Es gab ja den „Scherz“, dass diese Frau genau einmal der Wahrheit nahe kam, als sie bei einer Weltmeisterschaft auf der Tribüne „Tor“ gerufen haben soll, als tatsächlich eines gefallen war.

  3. Erdinger ist irgendwie immer wie eine erfrischende Dusche an einem heißen Sommermorgen.
    Er sollte die Kommentare in der Tagesschau sprechen. Aber leider sind wir trotz „Digitaloffensiven“ für die meisten Deutschen immer noch im „Neuland“ verloren. Die älteren, weil sie sich nicht mehr umstellen wollen, die jüngeren, weil sie in der Schule gelernt haben, dass nur neomarxistische Ansichten die wirklich guten sind.

  4. Als ich bei WELT Online auf diesen zweifelhaften erneuten Chemnitzer Naziskandal mit ebensolchen Argumenten hinwies, wurde ich gesperrt 🙂 Diese Gesinnungsdiktatur nimmt wirklich immer stärkere Formen an.

  5. Das Zauberwort heißt Verbot.
    Die etablierten Parteien sind völlig überfordert und sind mit ihrer Politik am Ende.
    Es wird nun alles verboten.
    hate speech Verbot, AFD Verbot, Diesel Verbot, Meinungsverbot und Versammlungsverbot. Wenn es mit Justiz nicht klappt dann eben mit Gewalt.
    Die Maske des Kommunismus ist schon längst gefallen.

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