„Unheilige Allianz – Der Pakt der Evangelischen Kirche mit dem Zeitgeist und den Mächtigen“

Max Erdinger

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Eigenartige Kirche Deutschlands (EKD) - Foto: Imago

Zum diesjährigen Evangelischen Kirchentag in Dortmund wurden ausdrücklich keine AfD-Repräsentanten zu Podiumsdiskussionen zugelassen. In großer Scheinheiligkeit wurde dieser Entschluß u.a. von Hans Leyendecker verteidigt, dem ehemaligen SPIEGEL – Ressortchef und derzeitigen Kirchentagspräsidenten (jouwatch kommentierte).

Unter dem Titel: „Unheilige Allianz – Der Pakt der Evangelischen Kirche mit dem Zeitgeist und den Mächtigen„, veröffentlichten nun verschiedene AfD-Politiker um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke ein Papier, in dem sie ihren Ärger über den von der Evangelischen Kirche eingeschlagenen Kurs äußern, wie der Deutschlandfunk berichtet.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine offizielle Verlautbarung der AfD. Das Papier wird von mehreren Landesfraktionschefs rund um den Thüringer Björn Höcke mitverantwortet, darunter AfD-Funktionäre aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Der Evangelische Kirchentag wiederum ist die Veranstaltung einer Laienbewegung, nicht eine der EKD direkt. Insofern handelt es sich bei dem Papier auch nicht um eine Konfrontation zwischen der AfD als Gesamtpartei und der EKD.

Die Erklärung der AfD-Länderchefs hat es aber in sich und ist in der Sache auch nicht angreifbar. Björn Höcke: „Den Kirchenfuntionären der evangelischen Kirche, die sich auf politischen Abwegen befinden, denen möchte ich zurufen, daß sie sich bitte wieder auf die Verkündung der frohen Botschaft von der Kanzel konzentrieren sollen und das Politisieren, vor allem das Parteipolitisieren einstellen mögen. Das schadet auch ihrem Glauben und der Überzeugungskraft der fantastischen christlichen Botschaft. ( … ) Meine Überzeugung ist es, wer sich mit dem Zeitgeist ins Bett legt, der wird bald Witwer sein.

Der nordrhein-westfälische Fraktionschef Markus Wagner über die Ausgrenzung der AfD bei Podiumsdikussionen am Kirchentag: „Das ist bedauerlich aus meiner Sicht. Weil ich glaube, dass man nur im Dialog die Möglichkeit hat, unterschiedliche Meinungen nicht nur auszutragen, sondern gegebenenfalls auch auszuräumen. Aber zumindest darüber zu debattieren. Und das ist die Grundlage einer jeden Demokratie.

Der sächsische Partei- und Fraktionschef Jörg Urban äußert sich wie folgt: „Wir vertreten ein Viertel der sächsischen Wähler, wenn man als Kirche den Versöhnungsgedanken ernst nimmt, dann kann man eine Partei, die eine so große Wählerschaft vertritt, nicht aus der öffentlichen Debatte ausschließen.“

Geschichtliches

Daß die EKD wieder einmal „mit dem Zeitgeist im Bett liegt„, ist unstrittig. Unstrittig ist ebenso, daß es nicht das erste Mal so ist. Dr. Stefan Winckler wies im April 2018 in der „Jüdischen Rundschau“ darauf hin, daß die NSDAP bei den Reichstagswahlen 1928 „die stärksten Zuwächse fern von Gründungsort und Parteizentrale in den protestantischen Regionen Mittel-, Ost- und Norddeutschlands erzielte“. Dagegen sei sie bei Katholiken, die damals etwa ein Drittel des deutschen Volkes ausmachten, weit unter dem Reichsdurchschnitt geblieben.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 spaltete sich der Deutsche Evangelische Kirchenbund dann auf in die Bekennende Kirche , gegründet von Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer, und in die Deutsche Evangelische Kirche, welcher Landesbischof & Erznazi Ludwig Müller vorstand.

Bischof Ludwig Müller, DEK, 1933 – Foto: Imago

Dem vorausgegangen war jedoch die Gründung einer protestantischen Kirchenpartei namens „Deutsche Christen“ im Jahr 1931, bei der es sich um eine rassistische, antisemitische und am Führerprinzip orientierte Strömung im deutschen Protestantismus handelte , die ab 1932 eine Angleichung  an die Ideologie des Nationalsozialismus betrieb, also ein Jahr „zu früh“ für eine heutige Selbstexkulpation. Kein Evangelischer kann sich heute damit herausreden, der unselige Müller und seine Deutsche Evangelische Kirche hätten sich quasi unter Zwang formiert. Das war vorauseilender Gehorsam aus Überzeugung.

Selbstredend, ganz natürlich, und absolut außer Frage steht – alles andere wäre auch völlig undenkbar -, daß sich die heutige EKD samt ihrer kirchentagsorganisierenden Laienorganisationen als Nachfolger der „Bekennenden Kirche“ begreift. Schließlich ist nicht auszuschließen, daß der evangelische Dietrich Bonhoeffer möglicherweise von evangelischen Bischof Müller-Nazis ermordet worden ist. Aber so leicht geht das nicht, sich einen schlanken Fuß zu machen als Nachfolger der „Bekennenden Kirche“. Einer der Vordenker der Deutschen Christen, der Flensburger Pastor Friedrich Andersen, hatte nämlich bereits dreißig Jahre vor Gründung der „Bekennenden Kirche“, ab etwa 1904, die Abschaffung des Alten Testaments und „aller jüdischen Trübungen der reinen Jesuslehre“ gefordert. Noch weiter zurück: Verschiedene protestantische Gruppen propagierten bereits ab den 1880er Jahren im Kaiserreich die Transformation des herkömmlichen konfessionellen Christentums hin zu einer „arteigenen Volksreligion“.

Daß der Reformator Martin Luther selbst ein glühender Judenhasser gewesen ist, steht allerdings außer Frage. Das Lutherjahr 2017 wurde dennoch freudigst zelebriert. Die EKD, so könnte man sagen, versucht seit Jahren, sich mit ihrem ostentativen, politisch naiven Gutmenschentum aus ihrer eigenen Geschichte herauszustehlen. Exemplarisch steht dafür die Bischöfin Margot Käßmann, die behauptete, deutsche Eltern und deutsche Großeltern seien schon ein Beleg dafür, aus welcher braunen Ecke einer abstamme. Mit derselben fragwürdigen Berechtigung hätte sie auch fragen können, von wo der evangelische Deutsche abstammt. Luther ist Luther und bleibt Luther. Und evanglisch-lutherisch bleibt evangelisch-lutherisch. Die Lutherischen sind durchaus Teil der EKD. Nicht zufällig hat sich die Generalsekretärin des Kirchentags, Julia Helmke, erst am Donnerstag entschlossen, eine geplante Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf dem Kirchentag in Dortmund abzusagen, bei der auch der evangelische Theologe Ulrich Duchrow sprechen sollte. Der Heidelberger Theologieprofessor hatte jüngst zusammen mit anderen evangelischen Theologen jene Bundestagsbeschluss kritisiert, in welchem die Argumentationsmuster für den Israel-Boykott der BDS-Bewegung als antisemitisch verurteilt worden waren.

Es ist die Giordano-BrunoStiftung gewesen, die im April 2017 eine treffliche Broschüre zum Lutherjahr veröffentlichte. Titel: „Martin Luther – Volksheld – Antisemit – Haßprediger„. (vgl. –> Giordano Bruno – „philosophia perennis„). Ein Treppenwitz der Geschichte ist es, daß sowohl AfD als auch die freien Medien (darunter ausgerechnet die Seite „Philosophia Perennis“) von genau der evangelischen Laienorganisation als Haßredner bezeichnet werden, deren evangelischer Luther von den fälschlich Gescholtenen schon lange vorher und wesentlich eindeutiger als ein solcher identifiziert worden ist, wofür die Diffamierten auch die wesentlich umfangreicheren Belege beibringen können.

So geht das nicht

Da brat´ mir doch einer einen Leyendecker. Der Evangelische: Ich bin der Geläuterte – und der AfD-Funktionär ist immer noch der Nazi, der ich selbst auch mal gewesen bin. Ich bin ein guter Mensch – und der ist ein schlechter Mensch.

So geht´s einfach nicht. Es ist nicht wahrscheinlich, daß es ausschließlich der Evangelische ist, der „aus der Geschichte gelernt“ hat. Und er hat auch nicht das Definitionsmonopol für „das Gute“. Vielmehr sieht es ganz danach aus, als ob er akurat das Falsche gelernt hätte.

Nein, zum Thema „Haßrede“ sollte man gerade auf einem Evangelischen Kirchentag besser den Mund halten, oder dann, wenn man ihn partout nicht halten will, wenigstens diejenigen zu Wort kommen lassen, denen man eine solche Haßrede unterstellt, anstatt sich kurzerhand künstliche Nazis selbst zu konstruieren, auf daß man recht widerständig herausgeputzt aus der Wäsche gucke am friedvollen Kirchentage. Alles andere sähe an einem Evangelischen heutzutage doch sehr danach aus, als seien Luther und Bischof Müller noch immer tief in seinen evangelischen Genen verwurzelt.

Schlanke Füße kann man sich auch woanders anschauen. Da muß man nicht unbedingt auf einen Evangelischen Kirchentag gehen. Apropos: Wie sieht es eigentlich aus mit grünen Teilnehmern an Podiumsdiskussionen auf dem Kirchentag? Hat jemand Grünen-Chef Habecks Äußerungen zu China, reaktionsschnellen Systemen und der Demokratie zur Kenntnis genommen? – Ach? Nicht? – Da wird´s aber müllermäßig Zeit. Wie war das noch mit der evangelischen Forderung von anno dunnemals nach einer „arteigenen Volksreligion“? – Will jemand bestreiten, daß die deutsche „grüne Welt“ in ihrem Klima- und Weltrettungswahn eine „arteigene Zivilreligion“ darstellt – und daß es wieder die Evangelischen sind, die sich an einer Fusion mit den grünen Feministen versuchen? – Aktion auf dem Kirchentag: Vulven malen. Heilig´s Blechle. Hoffentlich malt keiner eine und schreibt darunter: „Klimaschutz-Vulva von Margot Käßmann“.

In diesem Sinne, ihr Protestanten: Schön demütig den Blick gesenkt und die Klappe etwas weniger weit aufgerissen! Das komplettiert das Bild vom schlanken Fuß auch noch durch ein liebreizendes Antlitz. Wer will schon dreinschauen wie ein protestantisches Geschichtstrampel? – Na eben, geht doch. Druschba, Freunde …

 

 

 

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24 Kommentare

  1. Welche Sektenführerin in dem gelben Etwas wird auf dem Bild gezeigt? Predigt sie gerade von dem Leben danach? Der Gesichtsausdruck vermittelt, dass in unserem zweiten Leben die süße Ewigkeit auf uns wartet.

  2. Hat die Kirche denn nichts Besseres zu tun, als sich mehr oder weniger unqualiiziert in die Politik einzumischen. Die selten sich aufs Beten beschraenken und ihren eigenen Stall einigermassen sauber zu halten. Doch nicht mal das koennen sie . . . die Protestanten nicht und schon garr nicht die Katholiken.

  3. Die evangelische Amtskirche in Deutschland hat sich immer den jeweils Mächtigen freiwillig angedient und war Erfüllungsgehilfe der jeweiligen Ideologie.

    Das war so im Kaiserreich, als der Kriegsbeginn 1914 von evangelischen Amtskirchenfunktionären geradezu euphorisch bejubelt wurde und dann evangelische Truppenpfarrer den sog. Gottesdienst mit den Soldaten auf den Schlachtfeldern feierten, bevor man diese Soldaten als Kanonenfutter in Verdun usw. elendig krepieren ließ.

    Genauso ab 1933 zu Zeiten des Nationalsozialismus, als wesentliche Teile der evangelischen Amtskirche die NS-Ideologie an vorderster Front auch gegen die eigenen Gläubigen vertraten.

    Und ebenso ab 1948 bis 1989 zu Zeiten des DDR-Unrechtsregimes, das ganz wesentlich von der evangelischen Amtskirche in der DDR unterstützt und mitgetragen wurde. Das ging soweit, dass evangelische Kirchenfunktionäre unmittelbarer Teil des SED-Unterdrückungsapparates waren, sich als Stasi-Mitarbeiter verpflichteten und sogar eigene evangelische Gläubige an die Stasi verrieten. Es gab ja sogar evangelische Pfarrer, die ab 1948 freiwillig vom Westen in die DDR gezogen sind, weil sie aus ideologischer Überzeugung Teil des SED-Unterdrückungsapparates sein wollten (siehe z.B. der Vater von Merkel, der aus dem freien Hamburg freiwillig in die DDR gezogen ist).

    Bis heute weigert sich die evangelische Amtskirche, ihre eigene Geschichte im 20. Jahrhundert selbstkritisch und vollständig aufarbeiten zu lassen und insbesondere ihre Verstrickungen im kommunistischen SED-Unrechtsstaat DDR von 1948 bis 1989 vollständig offenzulegen.

  4. Die AfD sollte doch froh sein sich mit dieser Veranstaltung nicht gemein gemacht zu haben! Die hochintellektuelle Rede des AfD Abgeordneten Renner (veröffentlicht auf philosophia perennis) wäre ohnehin nur ein werfen von Perlen vor Säue (in Abwandlung eines Zitates von J.W.v.Goethe) gewesen!

  5. Es ist schon dreist dieses Szenetreffen der SZ nebst vereinigter Gutmenschenfraktionen und Toleranzlosen als Kirchentreffen zu bezeichnen,und wenn dann auch noch der selbsternannte „Margott“ seinen ewigen Unfug salbadert…..

  6. Jagd endlich diese Schnapsdrossel zum Teu***, wo sie herkommt und hingehört! Mußte den EKD-Posten schließlich hinwerfen wegen ner Rotlicht- und Schnapsfahrt!!

  7. 1) Steht es etwa um D noch immer so gut, daß viele AfDler offenbar nichts anderes bzw. Beßres zu tun haben, als in der Geschichte herumzuwühlen, um alles Unchristliche der EKD von 1517 bis 2019 auflisten zu können? Als ob die AfD mit solchen Abwegen und viel Schnee von gestern sich als politische Alternative im untergehenden D damit nicht lächerlich machen würde!

    2) Zielführend wäre vielmehr, klar herauszustellen, daß und wie die gelbschwarzrotrotgrüne Politik sich von der seit 1965 verkommenen RKK und der wohl noch verkommeneren EKD in ihrem Gefolge dazu anstiften läßt,

    a) einem Hunderte von Milliarden Euro teuren Schuldkult mit endloser Zahlungsbereitschaft zu frönen
    b) den Islam zu verharmlosen, ihn mit einem Kampf gegen Islamophobie und Islamunterricht zu unterstützen – kurz: D billionenteuer zu islamisieren.
    c) Hunderte von Milliarden Euro teuer Ehe und Familie zu zerstören, nämlich mit Frauenquoten und subventionierten Abtreibungen, mit dem Abschieben der Kinder unter 3 Jahren in kleinkinderschädigende Ganztagskrippen, mit einer Erziehung zur wertschätzenden Akzeptanz von Sadomasosex, Homosex, Bisex, Gruppensex von der Krippe bis zum Abi lght für alle, mit (bisher 250) Genderlehrstühlen samt einem flächendeckenden Netzwerk, das u.a. das sprachverhunzende Gendern durchsetzt, mit diversen Steuerbezuschussungen für Leute, die sich als Homopaare ausgeben, mit einem steuergeldfinanzierten Kampf gegen Homophobie samt LGBT-Projekten im In-und Ausland usw.

  8. oberhalb der Diskussionen rechts neben dem Namen „Anna Lena“ auf das Häkchen klicken, es erscheint ein Auswahlmenü und dort auf „Einstellungen bearbeiten“, danach links oben auf „Profile“.

  9. Die Vertreter der Kirchen in Deutschland , die sich mit ihrer „Meinung“ der Öffentlichkeit aufdrängen , tragen sehr stark ausgeprägt narzistische Züge. Sie bedürfen der Aufmerksamkeit eines medizinischen Fachmannes .

  10. Der Artikel ist wirklich zu einfach. Das die NSDAP (Verhältnismäßig) von mehr Protestanten gewählt wurde, als von Römisch Katholiken. Hatte in dem Fall damit zu tun, dass die Evangelische Gemeinde eben KEINE Wahlempfehlung heraus gegeben hatte, die RK hatte immer die Partei „Zentrum“ (daraus entstand die CD/SU) empfohlen.

    In dem Fall (= Wahlverhalten) war auch die Konfession an sich nicht die Ursache, sondern die Distanz zur Kirche, Protestanten sind generell distanzierter der Kirche gegenüber. Deshalb ist was die EKD da macht, auch relativ bedeutungslos. Katholiken sind anscheinend öfter Kirchenhörig, Protestanten sind sind das nicht.

    Verhältnismäßig ist der Anteil der Protestanten im Osten übrigens am höchsten.

    Hier der Fachartikel zum Wahlverhalten, für Interessierte:

    https://www.europa.clio-online.de/essay/id/fdae-1690

    • Wie ich im Artikel geschrieben hatte, gab es in der Evangelischen Kirche bereits ab den 1880er Jahren eine Strömung, die letztlich in die Gründung der Kirchenpartei Deutsche Christen im Jahr 1931 mündete. Wahlempfehlungen waren daher erläßlich. Die Katholische Kirche gab ihren Gläubigen immer wieder Wahlempfehlungen, z.B. in Italien anfangs der Zwanziger Jahre, als die Wahl zwischen der Pest und der Cholera anstand. Mussolini machte dann das Rennen.

  11. Hier mal die Lesermeinung von Bert Brecht
    ,,„Dann in Kutten schritten zwei
    Trugen ‘ne Monstranz vorbei.
    Wurd’ die Kutte hochgerafft
    Sah hervor ein Stiefelschaft.
    Doch dem Kreuz dort auf dem Laken
    Fehlen heute ein paar Haken.
    Da man mit den Zeiten lebt
    Sind die Haken überklebt.“,,

  12. D’accord! Aber Luther hier immer wieder zu beschimpfen, ist bei der Kritik an der aktuellen evangelischen Kirche nicht weiterführend. Er wurde im Lutherjahr von genügend evangelischen Theologen, Journalisten; Politikern und vielen anderen ausreichend in den Dreck getreten. Dass er ein Antisemit war, ist leider Tatsache, aber er ist ein Kind seiner Zeit gewesen, und viele berühmte Zeitgenossen von ihm haben sich in Bezug auf Antisemitismus auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, z. B. sein katholischer Gegner Johannes Eck gilt als Pionier des katholischen Antijudaismus. Er ist nur nicht so berühmt wie Luther, deshalb steht er nicht so im Fokus. Luther hat aufgrund von Missständen die Kirche reformieren wollen und sie tatsächlich gespalten. Er hat die Bibel aus den Ursprachen übersetzt und durch die von ihm benutzte sächsische Kanzleisprache die deutsche Sprache geschaffen. Er war ein derber aber frommer Mann. Er betonte die wichtigste Lehre der Bibel, die Rechtfertigung des Menschen vor Gott allein durch den Glauben. Die heutige evangelische Kirche ist meilenweit von ihm und seinen Lehren entfernt. Schade, wenn alles Gute, was er bewirkte, vergessen wird, und er allein auf seinen Antisemitismus festgenagelt wird. Solche undifferenzierten Zuschreibungen sind auch zeitgeistig. Ein Mensch ist nie nur schwarz oder weiß, sondern immer grau mit schwarzen und weißen Charaktereinsprengseln.

    • Bravo!
      Die EKD hat erkannt, dass ihr die christlichen Gläubigen weglaufen und sich den Verhältnissen wie immer angepasst.
      Sie macht heute ihren Gewinn im sozialen und medizinischen Bereich sowie der Flüchtlingsindustrie.
      Luther würde sie heute bekämpfen, denn das Kreuz und Jesus sind nur noch bröckelnde Werbung.
      Daher ist wie immer das öffentliche Anbiedern an den Mainstream die neue Marketingstrategie.

    • Es ging mir nicht um die Geschichte der Evangelischen Kirche seit Luther, sondern um die Attitüden, mit denen die Leyendeckers dieser evangelischen Kirche trotz ihrer Geschichte auftreten. Dazu mußte ich die Geschichte kurz skizzieren.

  13. Die AfD sollte stolz sein, nicht an dieser Heuchlerveranstaltung teilnehmen zu müssen — spätestens beim Veranstaltungs-Höhepunkt „Vulven malen“ (Vulven = grammatikalisch Subjekt) hätte sie sich zur Vulva gemacht.

  14. Weshalb treten nicht alle AfDler aus der evangelischen Kirche aus, wenn sie nicht als Gläubige den gleichen Segen beanspruchen dürfen?

    • Jawohl, denn auf den Segen, den die Kirche spendet, ist doch – milde gesagt – gepfiffen (um nicht ein anderes ordinäres Wort zu nehmen).

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