Nationalstaatlichkeit: Laberkas von Habermas

Max Erdinger

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Jürgen Habermas, 2018 - Foto: Imago

FrankfurtDie Bundesrepublik feiert einen ihrer Verderber. Jürgen Habermas, der weltweit am meisten rezipierte Philosoph und Soziologe, hielt an der Frankfurter Goethe-Universität einen Gastvortrag anläßlich seines 90ten Geburtstags.

Dreitausend Zuhörer kamen, um sich die ollen Kamellen noch einmal anzuhören, wie der Deutschlandfunk meldet. Nach dem Tod von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer war Jürgen Habermas zum Repräsentanten der Frankfurter Schule avanciert, entwickelte Adornos Ältere Kritische Theorie zur Neueren Kritischen Theorie „weiter“ – und wurde bis heute zu einer der linksliberalen Ikonen diesseits und jenseits des Atlantiks.

Im Grunde kreiste das gesamte Denken der Frankfurter Schule um die Fragen, die sich aus den katastrophalen Erfahrungen des Nationalsozialismus und der Shoah hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Philosophie, die Gesellschaftskritik und die Vernunft stellten. Verkürzt ausgedrückt, ist Habermas einer derjenigen gewesen, die jene unselige deutsche Geschichtsnabelschau etabliert haben, die dermaßen ein Selbstläufer geworden ist, daß sie Deutschland heute lähmt. Während Deutsche sich mit ihrer Nabelschau beschäftigen und einen gewissen Stolz dabei empfinden, nach dem Schuldweltmeister auch noch zum Bußweltmeister geworden zu sein, verlagerte sich das „Zentrum der Welt“; und das, womit sich Europäer – und damit auch Deutsche – am liebsten beschäftigen, verlor deutlich an Relevanz. Die globale Karawane zog weiter.

Zwar hatte Habermas im „deutschen Herbst“ anno 1977 nach der Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer und der Entführung der Lufthansa-Maschine „Landshut“ vor einem linken Faschismus gewarnt, diese Warnung später aber zurückgezogen und seine Äußerung bedauert. Unser Land fiel sowohl medial als auch politisch in die Hände derer und ihrer ungeistigen Nachfahren, die Habermas „vorschnell“ als die linksfaschistische Gefahr bezeichnet hatte.

In der Frankfurter Schule hatten sich undogmatische Marxisten und wertkritische Kapitalismuskritiker versammelt, die unterstellten,  in der marxistischen Orthodoxie kommunistischer Parteien sei lediglich noch eine beschränkte Auswahl marxistischer Ideen berücksichtigt – und philosophische Implikationen aus den Lehren von Karl Marx seien ignoriert worden. Mit anderen Worten: Der heute zutreffend so genannte Kulturmarxismus hat seine Wurzeln in ebendieser Frankfurter Schule, die an der Goethe-Universität ihr Zuhause hatte, und an der Habermas zu seinem 90ten Geburtstag noch einmal „Bedenkenswertes“ äußern durfte. Das tat er dann auch, indem er die Einheit Europas beschwor.

Jürgen Habermas in „guter Gesellschaft“: Sigmar Gabriel, Emmanuel Macron, Jürgen Habermas, 2017 bei einer Konferenz in der Hertie School of Governance in Berlin – Foto: Imago
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Deutsch-französischer Medienpreis für Jürgen Habermas, 2018. Wer sich Preise von Heiko Maas überreichen läßt … Foto: Imago

Der Nationalstaat nach Habermas

Subjektivist, der er ist, sprach Habermas vom nationalen und wirtschaftsnationalen Egoismus der europäischen Staaten, und daß dieser erst überwunden werden könne, wenn das Bewußtsein ihrer nationalstaatlichen Kulturen durchbrochen worden sei. Warum „Subjektivist“? Er hat anscheinend die Schweiz übersehen, nachgerade der Gegenbeweis zu Habermas´ Theorien, jenes vergleichsweise friedliche und wohlhabende Land, das noch nie seine „nationalstaatliche Kultur überwunden und durchbrochen“ hat, dennoch eine international geschätzte, wehrhafte Nation ist, und daß das Schweizer Bewußtsein deshalb kaum als „borniert“ bezeichnet werden kann. Als borniert hatte Habermas nämlich jenes Bewußtsein bezeichnet, das „durchbrochen und überwunden“ zu werden hat. Der Bornierte dürfte eher derjenige gewesen sein, der an der Goethe-Universität noch einmal einen nostalgischen Auftritt hatte. Das Subsidiaritätsprinzip wäre die Grundlage der Freiheit, nicht die Zentralisierung.

Völlig daneben lag der alte Marxist mit seiner wohlfeilen Behauptung, die politischen Eliten hätten den Mut zu einer gestaltenden Politik verloren. Mut und Gestaltung. Politische Eliten. Aha. –  „EUdSSR-Politbüro“ wollte er halt nicht sagen. Und daß sich seine als existent unterstellten „politischen Eliten“ heute prioritär mit der Gestaltung ihrer eigenen Karrieren und Einkünfte beschäftigen, scheint an ihm vorbeigegangen zu sein. Den Namen George Soros hat er wahrscheinlich auch noch nie gehört, die Macht von NGOs scheint es für Habermas nicht zu geben.

Jürgen Habermas ist bei bester gesellschaftlicher Reputation im akademischen Elfenbeinturm der Soziologen alt geworden und erfreute sich in den vergangenen Jahrzehnten vermutlich an seiner saturierten Etabliertheit als einer der großen Denker des zwanzigsten Jahrhunderts, diesem historisch größten Schlachtfeld von Marxisten, Maoisten und Sozialisten, die alle miteinander in nur einem einzigen Jahrhundert einen um ein Vielfaches größeren Leichenberg hinterlassen haben, als alle Kaiser und Könige der vergangenen 2000 Jahre.

Es ist gerade die Habermas´sche Fixierung auf das Nationale als dem Quell allen Übels, die mitursächlich dafür ist, daß der wahre Quell bis heute nicht identifiziert und benannt worden ist: Der Kollektivismus von Linken jedweder parteipolitischen Farbe und Intensität (rot, grün, braun). Der Nationalstaat ist der größte denkbare Rahmen, in dem Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatlichkeit sowie die Achtung der Grundrechte des Einzelnen überhaupt realisiert werden können, so man das unbedingt in der bekannten Form haben will. „Nationalstaat“ muß auch nicht zwingend übersetzt werden mit „Nationalchauvinismus“. Nationalchauvinistisch ist gerade der deutsche Bachnabelschau-Staat, der unter dem Einfluß der Frankfurter Schule entstanden ist – und zwar als Superminus-Nationalchauvistaat, der im Koordinatensystem des Nationalismus spiegelbildlich genau an der Stelle unterhalb der x-Achse liegt, wo im Plusbereich Kaiserreich und Drittes Reich zu sehen sind.

Und dann das: In völliger Verkennung der Tatsache, daß es gerade der Sozialstaat mit seinen umlagefinanzierten Systemen ist, der nur in einem nationalstaatlichen Rahmen zu erhalten wäre, phantasierte Habermas noch immer davon, daß, „wer „zerbröckelnde Sozialstaatsmodelle“ retten und wachsende soziale Ungerechtigkeit bekämpfen wolle“, die „Vertiefung europäischer Zusammenarbeit“ vorantreiben müsse. Er scheint in den vergangenen Jahren eine Vertiefung übersehen zu haben, die inzwischen so weit fortgeschritten ist, daß inzwischen von den „Vereinigten Staaten von Europa“ die Rede ist, die freilich alles andere wären, als genau das. Sie wären eine EUdSSR.

Habermas´Rede wurde übrigens von einem Lautsprecheralarm unterbrochen, dessentwegen größere Teile der Goethe-Universität für eine halbe Stunde evakuiert werden mussten. Es habe sich um einen automatisierten Alarm gehandelt, bei dem keine konkrete Gefahr genannt wurde, heißt es. Evakuiert werden mußte das Gebäude trotzdem. Ein Schelm, wer dabei nicht an einen technischen Zufall denkt.

 

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21 Kommentare

  1. als einer der großen Denker……… HUST
    seltsam andere betrachten die Gift spritzende Frankfurter Schule als Furunkelherd kranker Phantasien, was dieser satanistische Karl Marx Kult letztendlich ist.
    Diese „Herrsch-schaften“ im gleichen Atemzug mit längst vergangenen deutschen Denkern zu nennen, ist geradezu widerlich. Wer sich dann noch das „Pack“ anschaut, welches dem Opa Habermas die Schulter klopft muss erkennten, die Welt der Marionetten lernt nichts und verfällt immer mehr dem Wahnsinn.

  2. Ich bin in solch linksgeprägten Soziologieschwaflerkreisen aufgewachsen ! Nun
    war die Frankfurter Schule in der DDRt natürlich nicht anerkannt. Lucas wurde
    sogar als Revisionist verteufelt und von Horkheimer und den anderen alten Furz-
    knoten wurde nur in privaten Kreisen gesprochen. Alles, was die Allmacht der SED auch nur in Frage stellte. wurde schärfstens bekämpft ! Was nicht bedeutet, dass es
    im MfS keine spezielle Abteilungen gab, die in Zusammenarbeit mit v.a. der Humbold Uni die studentischen Kreise in der BRD mit Rat, Tat und vor allem fetter Kohle unterstützten .Damals entstand bei uns das Bonmot : Von Pankow bezahlt und von

    Moskau gesteuert.So manch „progressiver“ Apo Student hat seine erste Ente vom
    abgepressten Zwangsumtausch der West Omas bezahlt ! In den Familien und Kreisen der hochgelahrten Professores des „Maximum -Leninum“ selbst hielt man
    es auch und gerade im real existierenden Sozialismus hingegen schon mit der
    Großbürgerlichen Lebensart und Etikette ! Man bewohnte gern die alten Villen der
    in den Westen getürmten Fabrikanten , hielt sich Hauspersonal und fuhr schon
    mal bevorzugt die Marke mit dem Stern. Also so wie heuer. Daher wohl meine Wut
    und Verachtung für dieses widerliche Pack ! Übertroffen werden diese Typen nur
    noch von den sich hochgebumsten Parvenüs aus der Hefe der Apo, bei denen es
    gerade mal zum Taxischein reichte, und die Dank ihrer Skrupellosigkeit und

    Brutalität heute ihre Fettfüsse in handgenähten Budapestern quetschen und der
    Welt ungefragt ihre Leidenschaft für französische Stopfleberpastete um die Ohren hauen !
    Eimer her !

  3. Wie der Atheist Habermas selbst mal zugegeben hat, handelt es sich bei der Frankfurter Schule um eine Negation des christlich-abendländischen Denkens, um eine Absage an den Sinn.
    Wo immer aber das Christentum zurückweicht, entsteht eine Leerstelle , die einerseits besetzt wird von einem Ehe und Familie zerstörenden Hedonismus, andererseits vom finsteren menschenfeindlichen Islam.

    • Jetzt mal langsam! Atheist zu sein heißt nicht, für andere Religionen empfänglich zu sein. Ich bin überzeugter Atheist und lehne für mich selbst jede Religion und jeden Personenkult ab, egal ob Klimareligion, Wir-sind-Schuld-Religion, Merkel-ist-die-Größte-Religion, Islam oder auch übertriebenes Christentum. Was zählt, sind wissenschaftliche Erkenntnisse.

    • 1) Das von Ihnen erwähnte bzw. angeprangerte übertriebene Christentum existiert nur in Ihrer blühenden Phantasie, aber nirgendwo real.
      Seit 1965 erleben wir ein Zerbröseln des echten und vernünftigen Christentums, sodaß nur noch wenige Brösel davon mühselig aufgestöbert werden können.

      2) Irgendwomit muß die sich immer tiefer auftuende Leere ja nun gefüllt werden, und dafür hat die im Gewande angeblich fortschrittlicher wissenschaftlicher Erkenntnisse sich präsentierende Frankfurter Schule, unsägliche Wege gepriesen und gewiesen, u.a. die Zelebrierung eines teuren Schuldkults,

      das Beweihräuchern des billionenteuren finsteren Islam und ganz besonders einen Ehe und Familie als überholt abtuenden und zerstörenden Hedonismus

      mit Frauenquoten, der Abschiebung der Kinder unter 3 Jahren in kleinkinderschädigende Ganztagskrippen, einer Erziehung zur WERTschätzenden Akzeptanz von Sadomasosex, Homosex, Bisex und Gruppensex,mit steuerlich bezuschußten Homoehen (und demächst der Ehen zu dritt oder viert für Bisexfans) subventionierten Abtreibungen, Genderlehrstühlen samt Gendernetzwerk und Gendereien,steuergeldfinanzierten Kämpfen gegen Homophobie , steuergeldfinanzierten LGBT-Projekten im In- und Ausland usw.

  4. Ewiger Frieden durch „Überwindung nationalstaatlicher Egoismen“ ist der größte und auch grausamste Irrtum der Menschheit. Gerade der nationalstaatliche Wettbewerb eint die Völker. Beispiel: 1946 bis 1989.
    Das Gegenteil davon, das Errichten von Großreichen und die Schaffung des gleichgeschalteten Einheitsmenschen, so wie der erste EU-Versuch von 1933 bis 1945 oder der jetzige noch größenwahnsinnigere EU-Versuch enden in unvorstellbaren Katastrophen.

  5. Zitiert nach Erdinger:
    „Während Deutsche sich mit ihrer Nabelschau beschäftigen und einen
    gewissen Stolz dabei empfinden, nach dem Schuldweltmeister auch noch zum
    Bußweltmeister geworden zu sein….“

    Das könnte auch Höcke so gesagt haben … ist aber in jedem Falle leider höchst defizitär,
    wenn dem nicht gleichzeitig eine Liste mit einer Kostenaufstellung zum Schuldkult beigefügt wird,
    damit die Deutschen endlich merken, wie viele Hunderte von Milliarden Euro sie sich ihren Religionsersatz namens Schuldkult schon haben kosten lassen .

    • Krall macht zwar auf ein unglaubliches Geldverjubeln von Merkel für allerlei Unfug aufmerksam.
      Daß er dabei auch an den Schuldkult gedacht hat und für ihn verjubeltes Geld aufgelistet hat, ist mir nicht bekannt.

  6. Wie die „Frankfurter Schule“ auch heute noch in den dafür empfänglichen
    Köpfen wirkt, zeigt das Interview zwischen dem „ZDF-Philosophen“ Richard
    David Precht und Robert Habeck.
    Der Sonderweg der meisten Kartellparteipolitiker in Deutschland, wäre
    ohne die ideologische Unterstützung der MSM/ÖR nicht möglich.
    Denn inzwischen werden selbst „Wetterfrösche“ für die Klimareligion
    instrumentalisiert.

    • Jenau ! Und bei „Bahres für Rares“ treten immer häufiger Homopaare auf,die
      die absonderlichsten „Menagen “ abgeben . Ein Mann mit seinem Teanager
      Sohn, der sich einen Urlaub gemeinsam mit seinem „Mann“ ersehnte.
      Plumpe, dämliche Inszenierungen zur „Volkserziehung „

  7. Und genau diese Anhänger von Adorno, Horkheimer und Habermas werden dann bei den hiesigen und heutigen Zuständen in der EUdSSR, nach Ozeanien schreien und dann folgend den Weltstaat fordern.

    Den Nationalstaat zerbrechen wollen und den Superstaat fordern, dies verstehen wohl nur jene, die den Kollektivismus anbeten und ihr heil im Kulturmarxismus sehen.

    Da reiht sich der R. Mausfeld nahtlos ein, der Kollektivismus als gesunde Form des Miteinander bezeichnet, weil nur dort Gemeinschaft und Solidarität zählt.

    „Mausfeld über Jordan Peterson (YT)“

  8. Gute Replik auf die Wolke Habermas!
    Gut die Aufschlüsselung der Diskreditierung des Individuums durch den Kollektivismus in allen Totalitarismen des 20.Jhdts. Sehr gut die Herleitung der Freiheit aus der Verantwortung für Selbstständiges Handeln (Subsidiarität)!
    Das Subsidiaritätsprinzip wäre die Grundlage der Freiheit, nicht die Zentralisierung.

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