Lob und Kritik für Gaucks „Rechtsruck“

Foto: Joachim Gauck (über dts Nachrichtenagentur)

Als Rentner kann man die Klappe getrost aufreißen, da passiert nicht mehr so viel, da kann man nicht mehr rausgeschmissen oder seines Amtes enthoben werden. Von daher ist Gaucks jüngste Aussage, sich auch mal etwas nach rechts zu orientieren zwar nett gemeint, bleibt aber natürlich ohne Folgen.

Trotzdem wird der ehemalige Bundespräsident gleich mal ausgebremst, versuchen die Linken, die Grenzen des Möglichen erneut festzuzurren:

In der Debatte um eine „erweiterte Toleranz“ nach rechts, wie sie Alt-Bundespräsident Joachim Gauck gefordert hat, sieht der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die AfD von Björn Höcke eindeutig jenseits des Tolerierbaren. „Toleranz ist eine demokratische Tugend, die uns dazu verpflichtet, Positionen zu dulden die wir gerade nicht teilen“, sagte Ramelow den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Die Grenze der Toleranz sei aber erreicht, wenn eine Partei oder Teile von ihr `den` Grundkonsens unseres Zusammenlebens aufkündigen“, etwa mit der Bezeichnung des Holocaust-Mahnmals als Zeichen der Schande und indem sie Minderheiten ihre demokratischen Rechte streitig macht.

„Das ist in Thüringen bei der AfD von Herrn Höcke eindeutig der Fall“, so Ramelow weiter. Der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke hatte das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin 2017 als Denkmal der Schande bezeichnet und eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad gefordert.

Wieder einmal benutzt der linksradikale Ramelow eine mutwillige Falsch-Interpretation, um die AfD weiterhin auszugrenzen, die Quittung aber wird auf dem Fuß folgen, bei der nächsten Landtagswahl.

Dagegen hat sich Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben in der Debatte um die Äußerungen von Alt-Bundespräsident Joachim Gauck hinter dessen Äußerungen gestellt. „Gauck spricht aus, was viele Bürger denken. Die meisten haben es satt, abgestempelt und in eine Ecke gestellt zu werden, nur weil sie eine Meinung äußern“, sagte Senftleben den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben).

„Es ist wichtig, klare Kante gegen Extremisten aller Couleur zu zeigen. Es ist aber auch wichtig, nicht jede Position, die man selber nicht teilt als extrem abzutun“, sagte Senftleben weiter. Er rate zu etwas mehr Gelassenheit, wenn es darum gehe, auch unangenehme Meinungen auszuhalten.

„Wir werfen uns in letzter Zeit viel zu oft gegenseitig vor, anderer Meinung zu sein. Das treibt einen immer größeren Spalt in die Gesellschaft. Bei politischen Diskussionen überhitzt unser Land gerade“, so Senftleben.

Natürlich nutzt Senftleben die Gunst der Stunde, seine CDU zumindest in Brandenburg als konservativ herauszustellen:

„Es ist nichts Schlechtes daran, konservativ zu sein“, sagte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Brandenburg am 1. September. Die Liebe zur Heimat sei doch zum Beispiel etwas Positives. „Die CDU war, ist und wird stets eine Heimat für Konservative sein. Die CDU ist aber genauso Heimat für liberale und soziale Werte. Das ist die DNA der CDU und keine der Strömungen kann den Anspruch erheben, wichtiger als die andere zu sein.“ Senftleben fuhr fort: „Aber Themen nach vorn denken ist bei allen gleichermaßen wichtig. Unsere Aufgabe als Volkspartei bleibt es Antworten für die Zukunft, basierend auf unseren Grundwerten zu finden. Und dabei müssen wir die Menschen einbinden und nicht ausgrenzen, auch wenn es manchmal nicht einfach sein sollte.“

Das ist natürlich schon Wahlkampfgetöse. Die Wähler werden sicherlich das konservative Original bevorzugen, die AfD. (Quelle: dts)

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17 Kommentare

  1. „Die CDU war, ist und wird stets eine Heimat für Konservative sein.

    spricht der GottVater der Demokratie, der von Dunkeldeutschland gefaselt hat.

    Konservativ ja, aber dann möglichst bunt.
    Werbung f.d. cdu – weiter nichts, damit noch ein paar in DunkelD diese wählen

  2. Gauck ist nicht der Erste, der mit Eintritt ins Rentenalter und Austritt aus der Politik plötzlich eine ganz andere Meinung äußert als zu Amtszeiten. Von solchen Leuten habe ich früher nichts gehalten und heute ist es nicht anders. Seine Meinung muss man vertreten, wenn man damit etwas bewirken kann.

    • Das ist m.M. nach keine Meinung/Haltung zum irgend einem Thema… das ist Kalkül und Werbung für die cdu – wahlen stehen an

  3. Senftleben stellt sich in Szene und will Antworten für die Zukunft, will Aufgaben als Volkspartei natürlich nur auf unseren Grundwerten, will Menschen einbinden und nicht ausgrenzen…..?
    Dabei ist es schon völlig Gang und Gebe, dass alte Menschen von Banken terrorisiert werden, wenn sie höhere gesparte Bargeldsummen einzahlen um sich etwas schönes zu kaufen. Dann wird man lt. Geldwäschegesetz kriminalisiert und lt. “ TZ München “ vom 14.6.19 das Konto gekündigt!
    Und nun Herr Senftleben, wer segnet solche Gesetze ab? Volkspartei CDU!

  4. Wenn Ramelow glaubt, Höcke habe mit dem Ausdruck „Denkmal
    der Schande“ das Denkmal selber als Schande bezeichnet, dann braucht er
    Nachhilfeunterricht im Fach Deutsch. Der Genetiv bei „Denkmal“ meint
    grundsätzlich das, woran das jeweilige Denkmal erinnert: Denkmal des Sieges,
    Denkmal des Unbekannten Soldaten, Denkmal der Märzgefallenen usw. usw. Mit „Schande“
    hat Höcke den Holocaust gemeint. Das zeigt im Übrigen der Kontext: Kein Volk,
    so Höcke, würde sich ein Denkmal der (nationalen) Schande (im Falle
    Deutschlands: des Holocausts) ins Herz seiner Hauptstadt pflanzen. Man sollte
    auch einem politischen Gegner, den man verabscheut, die Worte nicht im Mund
    verdrehen. So viel Fairness muss sein! Hinzu kommt: Hätte Höcke das Denkmal
    selber als Schande bezeichnet, dann wäre er entweder ein Holocaustleugner oder
    noch schlimmer, er hielte den Holocaust für gerechtfertigt. Beides trifft aber auf Höcke nicht zu.

    Mit freundlichen Grüßen

  5. „Die CDU war, ist und wird stets eine Heimat für Konservative sein.“
    Nicht, nachdem linke und grüne Elemente die Partei unterwandert und für Konservative unwählbar gemacht haben.
    Die AfD ist die Partei, die die CDU ohne Merkel heute wäre. Sollte man nicht vergessen…

  6. Einer mehr in der langen Reihe derer, die im Moment des unkündbaren Ruhegenusses plötzlich zur Vernunft kommen. Was beweist, dass sie vorher bewusst und aus niederen Beweggründen das Volk belogen und ihm geschadet haben.

  7. Wenn Angehörige der umgetauften kommunistischen Mauerschützenpartei SED vom demokratischen Grundkonsens faseln, ist das so glaubwürdig, als würde Erdogan eine Lobrede auf eine Schwulenparade verlesen.

  8. „Als Rentner kann man die Klappe getrost aufreißen“

    Bitte beachten: Herr Gauck ist Pensionär. Kein Rentner bekommt 200 000 Euro pro Jahr nachgeschmissen.

  9. Ich gehöre zum „dunklen“ Deutschland und habe genug von Pfarrern und Pastorentöchtern und sonstigen IMs östlich der Elbe. Schließlich haben alle gut gelebt im Sozialismus, mit Dienstwagen und Westreisen und haben sich danach schnell gewendet. Die Links- und Rechtsrhetorik zieht nicht mehr, wir kennen das, rechts blinken und links abbiegen.

  10. Altes russ. Sprichwort.
    Wo der Teufel nicht selbst hin will, da schickt er einen Pfaffen oder ein altes Weib.
    In Deutschland geht er auf Nr sicher.
    Zwar nicht mehr ganz aktuell, aber fast.

  11. Ich bin mir da nicht sicher, ob die Vielen, die die entsprechenden Zitate gegen die AfD benutzen, es wirklich nicht besser wissen. (Denkmal der Schande, Vogelschiss, Erschießen von Kindern an Grenzzäunen. etc.)
    Man sollte dieses Phänomen einmal untersuchen, da der Normalbürger es dauernd als Einwand gegen die AfD wiederholt.

  12. Ein schwatzender Pfarrer.

    Juni 2016, Interview Gauck,
    Thema Migration und Kritik an den Parteien:

    „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.“

    Sollte man nicht vergessen!

  13. Der Pfarrer soll sich aus jeglichem Funkverkehr raushalten und seine nicht verdiente Pension genießen

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