Die mediale Panikmafia: Kiffen und Koksen sind umweltschädlich

Max Erdinger

Tickt nicht mehr richtig: Die "Welt" - Foto: Collage

Der Umweltwahn nimmt immer hysterischere Züge an.Kiffen und koksen seien schlecht für den Regenwald, heißt es nun. Zu viel Regenwald werde abgeholzt für illegale Hanfplantagen. Die Medienkritik.

In ihrem Umweltwahn nicht zu toppen sind die „Antinatalisten“. Das sind Leute, die sich gegen die menschliche Fortpflanzung aussprechen, wie etwa die Lehrerin Verena Brunschweiger aus Regensburg, die pro ungeborenem Kind 50 Tonnen CO2-Ausstoß einsparen will. Ihr Verleger führt die Autorin des Buches „Kinderfrei statt kinderlos“ auf der Liste der Ausgeflippten als Soziologin und Philosophin, Feministin und ökologische Aktivistin. Knapp hinter ihr dürften jetzt die Endzeitpropheten liegen, die Kiffen und Koksen nicht mehr in erster Linie als gesundheitsgefährdend begreifen, sondern als umweltschädlich.

In der „Welt“ barmt Tobias Käufer: „Der Drogenkonsum in Europa steigt, insbesondere bei jungen Leuten. Was den meisten von ihnen dabei nicht bewusst sein dürfte: Sie fördern damit die Abholzung des Regenwalds. Zeit für ein paar unbequeme Wahrheiten über Konsum und Klimaschutz.

Vierzig Hektar Regenwald seien mitten in einem unter Naturschutz stehenden Stück Regenwald in Paraguay abgeholzt worden, um dort 13,5 Tonnen Marihuana für den Export nach Europa anzubauen. Mitschuld daran trage ein Teil der „Fridays-For-Future-Generation“, von der Tobias Käufer ohne jeden weiteren Beleg behauptet, jeder Siebte habe schon einmal gekifft oder gekokst und damit „unwissentlich“ dem Klima geschadet. Das ist schlechterdings nicht vorstellbar. Es gibt bekanntlich nichts, das die „Fridays-For-Future-Generation“ nicht wüßte. Schließlich hat ihr Greta Thunberg absolut alles beigebracht zum Thema Weltklima. Tobias Käufer wollte „unwissentlich“ wahrscheinlich mit „unschuldig“ übersetzt wissen. Das kann man verstehen. Der Gedanke, daß diese armen Klimaopfer in ihrer ganzen Zukunftsangst auch noch selbst an etwas schuld sein könnten, ist völlig unerträglich, um nicht zu sagen „direkt unmenschlich“.

In den Jahren 2017 und 2018 seien allein in Paraguay 10.200 Hektar Regenwald gerodet worden. Das ist eine Menge Tropenholz für den Export von Marihuana nach Europa. „Um Nachwuchsklientel braucht sich die rücksichtslose Drogenmafia dabei nicht zu sorgen. Von den jungen Europäern im Alter von 15 bis 34 haben 14 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert, noch mal zwei Prozent nahmen Kokain.“, schreibt Tobias Käufer.

Die rücksichtslose Panikmafia

Unter Regenwald- und Kettensägenaspekten sind die 10.200 Hektar Regenwald in Paraguay natürlich Pille-Palle, kaum der Rede wert, wie man bei regenwald.org sagen würde. Dort weiß man, daß wir den Regenwald sogar im Tank und auf dem Teller haben. „Mit 66 Millionen Tonnen pro Jahr ist Palmöl das meist produzierte Pflanzenöl. Inzwischen dehnen sich die Palmölplantagen weltweit auf mehr als 27 Millionen Hektar Land aus. Auf einer Fläche so groß wie Neuseeland mussten die Regenwälder, Mensch und Tier bereits den „grünen Wüsten“ weichen.

Neuseeland hat eine Fläche von knapp 270.000 Quadratkilometern. Der Umrechnungsfaktor in Hektar beträgt 100. Wir reden also von 27 Millionen Hektar. Tobias Käufer redet in der „Welt“ von 40 bzw. 10.200 Hektar für Marihuanaplantagen. Der Begriff „rücksichtslose Panikmafia“ hat also seine Berechtigung genau so, wie „rücksichtslose Drogenmafia„.

Nicht die Marihuanaplantagen machen das Kraut in Sachen Regenwalddesaster gar fett, sondern die Palmölplantagen. Außer in Fertigpizza, Keksen und Margarine steckt Palmöl auch in Körpercremes, Seifen, Schminke, Kerzen und Waschmitteln – und sogar im Nutella.

Regenwald.org schreibt: „Deutschland importiert 1,4 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl: 44% der Palmölimporte (618.749 t) wurden für energetische Zweckeeingesetzt, davon 445.319 t (72 %) Palmöl für die Produktion von Biodieselsowie 173.430 t (28 %) für die Strom- und Wärmeerzeugung. Die fehlgeleitete erneuerbare Energien Politik von Deutschland und der EU ist damit eine wichtige Ursache der Regenwaldabholzung. Die 2009 von der EU beschlossene Erneuerbare Energien Richtlinie schreibt die Beimischungspflicht von Agrosprit in Benzin und Diesel vor. Immer wieder forderten Umweltschützer, Menschenrechtler, Wissenschaftler und zuletzt auch die EU-Parlamentarier, Palmöl für Biosprit und Kraftwerke ab 2021 auszuschließen – vergeblich. Am 14. Juni 2018 haben die EU-Mitgliedsländer beschlossen, das tropische Pflanzenöl als „Bioenergie“ weiterhin bis 2030 zuzulassen.“

Wer bisher noch nicht wußte, mit welcher Art Journaille wir durch die rücksichtslose Panikmafia geschlagen sind, – Tobias Käufers Artikel in der „Welt“ liefert rücksichtslos den Beweis. Der Trick ist altbewährt: Man liefere Zahlen, hier z.B. 10.200 (Hektar), 13,5 Tonnen (Marihuana), 40 (Hektar) usw., ohne ihnen eine Bezugsgröße beizuordnen.

Das funktioniert beim Thema CO2 bereits prächtig: 2 Millionen Tonnen CO2-Einsparung durch Tempolimit, 60.000 Bäume, die aus fotosynthetischen Gründen kompensatorisch gepflanzt werden müssten, 200 Gramm CO2-Ausstoß bei diesem Auto – 300 bei jenem, 60.000 Bäume = Fläche von 48 Fußballfeldern usw.usf. Da fühlt sich der Meinungsdemokrat bestens informiert. Man hat ihm Zahlen genannt und Gefühle sind wichtig. Mit seinen Zahlen und seinen Gefühlen kann er jetzt herumrennen und klugscheißen, bis er überall für einen Wissenschaftler gehalten wird.

Nur die wichtigste, die einzig relevante Zahl, diejenige, die noch nicht einmal Greenpeace, IPCC, Schellnhuber, Latif oder Anton Hofreiter wegdiskutieren können, – ausgerechnet diese Zahl kennt er nicht: 0,038 (Prozent). So hoch ist der Anteil von Kohlendioxid in der Erdatmosphäre. Davon wiederum 96 Prozent natürlich, 4 Prozent global anthropogen.

Das Ganze nennt sich Medien- und Massendemokratie. In Wahrheit ist das alles nichts weiter als rücksichtslose Panikmafia. – „Kiffen schädigt den Regenwald – und damit das Klima“? – es gibt nicht leicht einen irrelevanten Blödsinn, den man 40 oder 10.200 deutschen Micheln nicht in den Schädel drücken könnte. Die Wahrheit ist: Mainstream-Zeitungen zu lesen schädigt das Gehirn mehr, als Kiffen und Koksen den Regenwald und das Weltklima zusammengenommen.

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7 Kommentare

  1. Schädlich ist vor allem, Peru, Bolivien und Kolumbien mit Glyphosat zu beregnen, um die Felder zu zerstören, sowie durch Illegalisierung der Amphetaminlabore die Entsorgung der giftigen Synthesereste in die Umwelt zu forcieren. Bei legaler Produktion von Kokain und Amphetaminen lägen die Schäden – gleichermaßen von Umwelt und Konsumenten – bei einem Bruchteil des Momentanen.

    Prohibition ist wie Eifersucht, jeder einzelne Teilaspekt für sich genommen hat negative Konsequenzen, nichts Gutes geht daraus hervor.

  2. So ein Schwätzer! Weiß der nicht einmal, dass Hanfpflanzen, die das begehrte THC beinhalten, einjährig sind, und nach der Blütezeit automatisch absterben? Und dieser Simpel tut gerade so, als ob zur Ernte der komplette Regenwald abgeholzt werden würde. Und Hanf gedeiht nicht nur in tropischen Ländern, sondern auch z.B. in Europa.

    Aber der Drogenkrieg ist einfach für den Staat und die Politiker ein zu lukratives Geschäft. Zu groß sind die Profite in der Außen- und Innenpolitik und die Kartellbosse unterstützen anonym auch gerne die Kassen brauchbarer Politiker und Medienleuten, die jede Legalisierungsdiskussion als Menschenverachtung unter den Fernsehtisch drücken. Deshalb wird es auch mit den Grünen in Deutschland keine Legalisierung geben, auch wenn sie schon so oft das Gegenteil versprochen haben.

  3. Hahaha, man ey, der Wahnsinn galoppiert durch Europa! Wasn Schwachsinn !
    Aber, Rettung naht!! Für all die kleinen Wetterhüpfer und Future Fröschlein, die das
    blöde Kiffen nicht lassen können –oder wollen hier ein Tip:
    Schreibt doch mal nen netten Brief –oder flammenden Aufruf, is Wurscht — an den
    lieben Onkel Putin. Keine Angst, der beißt nicht ! Na ja, vielleicht vor lachen, wenn
    er euch Knallchargen sieht, in die eigene Faust, aber der is schon OK und geht
    euch bestimmt nicht gleich an die Wäsche wie Onkel Obamas Mitarbeiter. Also:
    Der Onkel Putin hat da, irgendwo zwischen Altai oder Alai ( Mussu guggeln tun !)
    Eine mega geile,menschenleere Steppe rumzuliegen, wo auf Millionen von Hektar
    Milliarden von lecker Kannabisbäumchen wachsen tun ! Frach mal, ob da was geht!
    Wegen Umwelt und so !
    No Futur du Pupser, Venceremos !

  4. Zumindestens was das Kiffen angeht : Das hier konsumierte Marihuana wächst in europäischen Gewächshäusern, meißtens illegal und wird nicht aus Südamerika hierher importiert !

  5. Solche Artikel muss man feiern, auch wenn sie im Grunde Dummsinn sind- das kann man jedem FFF- Protestler an den Kopf werden , denn ganz viele dieser Generation sehen kiffen als vollkommen normal an. Also benutzt diese Waffe in Diskussionen

  6. Die Grünen werden alles daran setzen das kiffen nicht verboten wird. Es wäre garnicht auszudenken was passieren würden wenn die Leute nicht mehr der Realität entfliehen könnten und stattdessen wieder klar denken könnten

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