Wiesbaden: Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Gelbwesten zu hassen

Wiesbaden – Seit Tagen hängen in Wiesbaden knallrote Plakate, die ein wenig an die Hetz- und Hass-Plakate der ausgehenden Apo-Zeit erinnern. Pamphlete und Aufrufe, die irgendwelche seltsamen Kommunistische Splittergruppen und Sekten, Maoisten, Trotzkisten und sonstige Mitläufer der RAF in Umlauf setzten. Überschrift „Die seltsame Rechte“. Damit sollte auf eine Veranstaltung mit den Rechtsextremismusexperten Fabian Jellonek und Pit Reinesch hingewiesen werden, die gestern in der Wiesbadener Hochschule stattfand. Im Fokus der Nazi-Jäger stehen vor allem die Wiesbadener Bündnisse „Hand in Hand“ und die Gelbwesten. Eine Handvoll Menschen, die es wagten den verfilzten Haufen gleichgeschalteter Blockparteien herauszufordern.

Veranstaltet wurde das ganze von der mit der Niemöller Stiftung verbandelten Organisation „Moment mal – Aktion für eine offene Gesellschaft“, die mit Argusaugen alle Aktivitäten regierungskritischer Initiativen und Oppositionen im Land verfolgt und dokumentiert. Mit Ausnahme der islamistischen Szene. Auch sicherheitssensible Themen wie „Gewalt durch bestimmte Jugendgruppen“ werden nie angesprochen. Dafür werden Bürger, die gegen Missstände auf die Straße gehen als Nazis diffamiert. Eine Gruppe, die Gegenstand der fast schon paranoiden Nazihysterie ist, nennt sich „Hand in Hand gegen die Gewalt auf unseren Straßen“ und hat sich vor allem nach dem Mord an der Jüdin Susanna Feldmann gebildet, ebenso wie die Mainzer Gruppierung „Beweg was“. Ein Gründungsmitglied von „Beweg was“ ist selbst jüdischer Abstammung.  Diesen Gruppen Antisemitismus vorzuwerfen oder mit Antisemiten in Verbindung zu bringen ist daher gelinde gesagt pervers.

Die Initiatorin von „Hand in Hand“ Yvonne C., deren Kinder Susanna Feldmann kennen gelernt haben und die in unmittelbarer Nachbarschaft des Tatorts lebt, hat im Juni 2018 spontan eine Demonstration organisiert, um das Vergessen und Verdrängen des abscheulichen Verbrechens zu verhindern. Sehr zum Verdruss der gleichgeschalteten Presse und linker Gruppierungen, die immer wieder, wie zuletzt Ansgar Robel, versteckte Sympathien mit dem Mörder Ali Baschar durchblitzen ließen. Yvonne C. steht im regelmäßigen Austausch mit der Mutter der Ermordeten und hat selbst Migrationshintergrund. Ihr Urgroßvater starb als Sinti in einem Konzentrationslager. Dies wird von gleichgeschalteten Propagandapresse bewust verschwiegen.

Nun tritt, eingeladen von Moment mal, der Politologe Fabian Jellonek auf und schwadroniert auf seltsame Weise via Werbevideo von „rechte Desinformationskampagnen sowie menschenfeindliche Hetze“, die angeblich von den Gruppen ausgehen. „Ihre öffentlichen Auftritte bewegen sich politisch diffus zwischen Rechtspopulismus und Verschwörungsglauben.“ Dabei geht Jellonek gar nicht auf Inhalte ein – so bestand die Rede von Yvonne C. beim Prozessauftakt gegen Ali Bashar, hauptsächlich aus den Statements der früheren Leiterin von Wildwasser – sondern greift uralte Falschmeldungen und Behauptungen auf oder zieht Rückschlüsse auf die gesamte Gruppe, wenn er auf einem Video einen vermeintlich Rechten zu erkennen glaubt. Wohlwissend und perfide verschweigend, dass ein Demoveranstalter niemand des Platzes verweisen kann, wenn er „neutral“ auftritt, also nicht gegen Anweisungen verstößt und Randale macht.

Hinzugefügt werden muss, dass Berufsnazijäger Fabian Jellonek, der in Frankfurt Höchst ein seltsames „Politbüro“ mit den Namen „Achtsegel – Büro für demokratische Kommunikation und politische Bildung im Netz“ unterhält, nie Yvonne C. persönlich getroffen, noch je an einer der Veranstaltungen von „Hand in Hand“ teilgenommen hat. Das gleiche gilt auch für die Wiesbadener Gelbwesten und ihre Initiatorin Sandra S., deren Demoteilnehmer sich nur teilweise mit denen der früheren „Hand in Hand“ Kundgebungen überschneiden. Und wenn? Wäre das schlimm?

Beide Gruppen unterscheiden sich vor allem durch ihre Inhalte und Zielsetzung. „Hand in Hand“ hat die zunehmende Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit in Wiesbaden thematisiert. Vor allem für Frauen wird es bei Einruch der Dunkelheit gefährlich. Dies kann man sogar bei den Gleichgeschalteten nachlesen. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Realität. Seit Frühjahr gibt es eine „Waffenfreie Zone“ in der Innenstadt. Die Gelbwesten „Wirsindvielmehr“ haben das Thema Migration und Sicherheit nie angesprochen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Sozialpolitik. Stichwort Altersarmut.

Jellonek zimmert sich seine „Enthüllungsstory“ wie eine Webseite zusammen und stellt Verbindungen her, die weder personell noch räumlich zusammenpassen. Im Sinne einer Freudschen „Übertragung und Projektion“ bastelt er selbt eifrig an Verschwörungstheorien und sieht überall rechte Netzwerke, dabei sind es linke Netzwerke, die fast stasiartig auch in Wiesbaden zusammenarbeiten, um die wenigen Andersdenkenden einzuschüchtern und buchstäblich mundtot zu machen. Es darf nur eine Meinung geben. Die des gleichgeschalteten rotgrünen Mainstreams.

Viel interessanter wäre es daher dem seltsamen Politologen auf den Zahn zu fühlen. Da landet man unter „Referenzen“ schnell im linksradikalen Spektrum. Zum Beispiel direkt auf einer Homepage der Linken in Rheinland-Pfalz. Die haben eine „Klickstory“ über Kandel in Auftrag gegeben.  Für die Ausstellung „Yallah!? Über die Balkanroute“ hat Achtsegel einen Trailer produziert. Jellonek, ein Mann, der von ausufernden bunten Parallelgesellschaften nicht genug bekommen kann und sie nach Kräften unterstützt. Darüber hinaus beteiligt er sich fleißig als Schnüffler im Internet, um als Hate-Speech-Jäger rechtspopulistische Propaganda aufzuspüren. Hoffentlich wird Jellonek, nicht einmal außerhalb seiner PC-Parallelwelten von der rauen Wirklichkeit schmerzhaft eingeholt, denn sein „Think Tank“ liegt mitten in Frankfurt Höchst in der Nähe des Bahnhofs, wo man zu bestimmten Uhrzeiten besser ein Taxi nimmt. Aber vielleicht bringt ja die staatlich finanzierte Nazi-Jagd mal so viel Geld ein, dass der Dr. Seltsam mit seinem Büro in eine Kronberger Villa umziehen kann. (KL)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. ZITAT: „Hoffentlich wird Jellonek, nicht einmal außerhalb seiner
    PC-Parallelwelten von der rauen Wirklichkeit schmerzhaft eingeholt, denn
    sein „Think Tank“ liegt mitten in Frankfurt Höchst in der Nähe des
    Bahnhofs, wo man zu bestimmten Uhrzeiten besser ein Taxi nimmt.“

    Was hat denn das Wort „nicht“ in dem Satz verloren!?

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