Schlauer als die Patrioten: Auch Lafontaine für Fusion von SPD und Linkspartei

Foto: Oskar Lafontaine (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Wächst jetzt endlich wieder zusammen, was unter der roten Fahne zusammengehört? Auch der ehemalige Vorsitzende der SPD und spätere Mitbegründer der Linkspartei, Oskar Lafontaine, hält laut eines Medienberichtes eine Fusion beider Parteien für notwendig und vertritt diese Position in internen Gesprächen bereits seit längerem. Das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochsausgaben) beruft sich in seinem Bericht auf das Umfeld des Politikers. Allerdings vermisst Lafontaine in beiden Parteien das Personal, das eine Fusion realisieren könnte, so die Zeitungen.

Der Vorsitzende der Internationalen Kommission der Linken und langjährige Lafontaine-Vertraute Heinz Bierbaum sagte den Zeitungen: „Er hat mit der Bewegung Aufstehen versucht, auf die Sozialdemokratie einzuwirken. Das hat nicht so geklappt, wie er sich das vorgestellt hat. Aber er wird an diesem Gedenken festhalten.“

Als früherer SPD-Chef bedauere Lafontaine, in welchem Zustand die SPD sei: „Deshalb liegen solche Überlegungen bei ihm sehr nahe.“ Bierbaum selbst sagte, er könne sich einen Zusammenschluss gut vorstellen. „Aber ich sehe gegenwärtig noch nicht die politischen Bedingungen dafür.“

Zunächst sollten die progressiven Kräfte zusammen finden und zu gemeinsamen Projekten kommen: „Eine Vereinigung käme jetzt viel zu früh. Vorher müsste sich die SPD programmatisch und auch in der praktischen Politik deutlich bewegen.“ Der einstige Linksparteichef Klaus Ernst erklärte: „Die Sozialdemokraten sollten zunächst ihren Kurs festlegen und wieder wirklich sozialdemokratisch werden. Wenn die Sozialdemokratie wieder sozialdemokratisch würde, dann könnte und müsste man auch wieder darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, zwei Parteien in demselben Spektrum zu haben.“ Lafontaine und er seien an der Stelle nicht weit auseinander. „Langfristig kann man gar nichts ausschließen“, so Ernst. Die Linksfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unterdessen: „Wenn man die SPD, von der die Wähler aktuell nicht wissen, wofür sie eigentlich steht, mit der heutigen Linken, in der wichtige Strategiefragen ebenfalls ungeklärt sind, einfach zusammen wirft, kommt ganz sicher kein Erfolgsprojekt heraus.“ Man könne die jetzigen Umfragewerte beider Parteien auch nicht einfach addieren. Das sei „eine Milchmädchenrechnung“, die die Ursachen für den Wählerverlust verkenne. Denn Parteien bräuchten „ein klares Profil“. Aktuell bringe eine Fusions-Debatte nichts, so die Linken-Politikerin. „Wenn die SPD ihre tiefe Krise für einen echten Neuanfang nutzt und statt für Agenda 2010 und GroKo in Zukunft wieder glaubwürdiger für sozialen Ausgleich und die Unabhängigkeit von Wirtschafts- und Rüstungslobbyisten steht, wird sie auch das Vertrauen ihrer Wähler zurück gewinnen“, so Wagenknecht weiter. „Dann kann man über vieles nachdenken.“

Die Linken machen es mal wieder vor, wie es funktionieren könnte – während sich die Patrioten lieber selber bekämpfen und sich ständig voneinander distanzieren. (Quelle: dts)

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3 Kommentare

  1. War das eine tolle Zeit, als es die SED noch gab.
    Keiner muckte auf, alle folgten. Und alle arbeiteten für den Luxus der Führenden.
    Toll!

  2. Es war der ehemalige SPD-Chef Lafontaine der gegen eine Aufnahme ehemaliger SED-Mitglieder in der SPD war. Dann hat er die SPD verlassen und die WASG gegründet. Da die WASG selbst nicht lebensfähig war hat er dann doch mit der SED fusioniert. Und jetzt will er auch noch die Rest-SPD in die SED überführen? Wow – der Typ hat noch weniger Skrupel und ist noch wendiger als Merkel und das will schon was heißen.

  3. Innerhalb der SPD wird es nicht wenige geben, die eine Fusion begrüßen würden, nicht zum Wohle Deutschlands, wohlgemerkt, aber zum Wohl der eigenen Politkarriere. Ein Zusammenschluss bedeutet allerdings das Aus für die SPD als Markenzeichen sozialer Politik. Nach 150 Jahren eine bittere Pille für manch einen von der alten Garde.

    Letztlich muss aber auch die FDP die Frage nach ihrer Existenz stellen. Ihre Rolle als Mehrheitenbeschaffer hat sie nachhaltig verloren. Sie ist heute eher ein Mehrheitenverhinderer und ohne eigenes Profil. Viele der Positionen findet man auch im AfD-Programm. Von einer wahrhaft liberalen Partei ist die FDP Lichtjahre entfernt. Sie ist die Parkbank für Unentschlossene, die sich den Schritt zur AfD noch nicht trauen. Eine solche Partei hat keinen Nutzen.

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