Die Patrioten und die Klimafrage

Wolfgang Hübner

Bild von der AfD-Demo in Chemnitz. Screenshot: Youtube

Zweifellos wird in Sachen Klima in Deutschland weltrekordverdächtig hysterisiert, gelogen und geheuchelt. Und niemand ist in alldem so sehr Spitze wie die Linksgrünen und ihr wohlsituiertes großstädtisches Milieu. Das erste Problem ist nur: Einmal mehr sind die Grünen mit einem politisch-multimedial hochgepuschten, aber auch real existierenden Umweltthema unverschämt erfolgreich. Das zweite Problem: Die Patrioten in Deutschland, AfD inklusive, reagieren ziemlich hilflos auf diesen Erfolg grüner Demagogie, vor allem im Westen des Landes. Denn in den östlichen Teilen, von grün-linken Hochburgen wie Berlin, Leipzig oder Jena einmal abgesehen, stellt sich die Situation ganz anders dar.

Doch die große Mehrheit der Deutschen und damit zum Beispiel auch der AfD-Wähler lebt nun einmal auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik. Dort haben besonders in den Großstädten die Grünen hohe Stimmengewinne bei den EU-Wahlen gehabt, dort ziehen – zumindest bis Beginn der Sommerferien – die „Fridays for Future“-Prozessionen der Greta-Jünger durch die Straßen, dort werden kommunale „Klimanotstände“ deklariert. Und überall dort werden all jene, die Zweifel an der Klimarettungspropaganda äußern, ohne großen Widerstand der Betroffenen als reaktionäre, ja wissenschaftsfeindliche „Klimawandel-Leugner“ stigmatisiert.

In dieser Lage die Parole auszugeben, einfach zu warten, bis der Hype vorbei und wieder einigermaßen Vernunft zurückgekehrt sei, mag der Altersweisheit eines erfahrenen Bundesrepublikaners wie Alexander Gauland entsprechen, der schon viele Panikkonjunkturen erlebt und überstanden hat. Aber dieses Verhalten kann auch als Kapitulation vor einer hochprofessionell inszenierten Gegenoffensive des Machtkomplexes gewertet werden. Dabei ist klar, dass die Klimahysterie auch nicht mit den besten rationalen Argumenten oder begründeten Gegentheorien bekämpft werden kann, jedenfalls derzeit nicht.

Das wäre schon deshalb ein recht sinnloses Unterfangen, weil die bekennenden Patrioten in Deutschland noch klar in der Minderheit sind, über keine massenwirksamen Medien verfügen sowie zudem in Fragen der Ökonomie und Umwelt auch keineswegs einheitliche Positionen haben. Gleichwohl bedeutet das nicht, vor den Anhängern, Gläubigen und Profiteuren der „Rettung“ des Weltklimas in Deutschland die weiße Fahne zu hissen. Denn dazu ist die Doppelmoral der Gegenseite viel zu offensichtlich.

Es sind ja bekanntlich die Linksgrünen und ihr Milieu, die gerne auch die längsten, also klimaschädlichsten Flüge in die entferntesten Ecken der Welt unternehmen. Und es sind ihre Sprösslinge, die trotz der beliebten Schulschwänzerproteste am Freitag sie dabei in den nächsten Sommerwochen gerne begleiten werden. Diese Sprösslinge haben in den letzten Monaten nach Wissen des Verfassers dieses Textes noch kein einziges Mal versucht, einen Flughafen oder eine Autobahn zu blockieren.

Doch nur solche Aktionen könnten ihrem angeblich so großen Anliegen wenigstens etwas Glaubwürdigkeit verleihen – was auch immer sonst darüber zu denken ist. Nichts zeigt besser als das Ausbleiben solcher Aktionen, wie wenig ernsthaft, aber wie spielerisch-luxuriös der Kinderkreuzzug von „FfF“ ist. Daran ändert auch die jüngste Blockade eines Kreuzfahrtschiffs in Kiel nichts. Die Teilnehmer konnten nämlich sicher sein, im grün dominierten Habeck-Holstein kein persönliches Risiko einzugehen, sondern vielmehr nach nur einigen Stunden Blockade als Klima-Helden gefeiert zu werden.

So lange die Linksgrünen und ihre Klientel offen und offensiv keine Einstellung der bei den Deutschen so beliebten Kreuzfahrten, keine massive Verteuerung von Flugreisen, keine Zerschlagung von Amazon und kein Ende des „Just-in Time“-Systems der Industrie fordern, werden sie mit den harten Interessen der deutschen Wirtschaft nicht in Streit geraten, sondern gut vom modernen Ablasshandel profitieren, nämlich all den Wahlstimmen der progressiven „Klimasünder“.

Diese weit verbreitete Verlogenheit und Heuchelei der selbsternannten „Klimaretter“ muss denunziert und gebrandmarkt werden. Und von patriotischer Seite sollte immer wieder darauf hingewiesen werden, dass wirklich wirksamer Klimaschutz – soweit es diesen überhaupt geben kann – nur dann erreichbar ist, wenn Riesenstaaten wie China, Indien, Indonesien oder Brasilien umfassende Maßnahmen in Gang setzen würden. Dass damit realpolitisch mitnichten zu rechnen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Auf jeden Fall darf es seitens der Patrioten nicht bei der defensiven Passivhaltung in Sachen Klima bleiben. Es gibt viele kreative Möglichkeiten, Hysterie, Lügen und Heucheleien der vorgeblichen „Klimaretter“ mit der gebotenen Öffentlichkeitswirksamkeit deutlich zu machen. Dazu gehören auch gezielte Provokationen und satirische Aktionen. In dieser Beziehung haben die vernünftigen Kräfte in unserem Volk noch sehr viel zu lernen. Doch dafür ist es nie zu spät.

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4 Kommentare

  1. Mit Verstand ist da wenig zu wollen. Jede linke Bewegung – ob nun mit braunem, rotem oder grünem Anstrich – basiert immer auf einer großen denkfaulen Basis und einer Handvoll charismatischer Cleverchen zum Anhimmeln und Folgen. Egal wohin …

  2. und die Linksgrünen, besser gesagt, ihre Zöglinge, sind diejenigen, die wie ferngesteuert fast jeden Freitag auf die Straße gehen von der marxistischen “ friday for future“- Bewegung, aber zum Beispiel regelmäßig bei “ MacDonalds“ essen gehen, wo bekannt ist, dass MacDonalds schon in den 90er Jahren brasilianischen Regenwald für Rinder abholzen läßt. In den 90er Jahren war es damals eine Fläche von 5 Mal so groß wie Deutschland.
    Ein Baum des Regenwalds verstoffwechelt 3.000Tonnen CO2 für ihre Photosynthese.

    Wo bleibt der Aufschrei der indoktrinierten Greta Fans ?

  3. Jeder, der mit offenen Augen seine Umwelt beobachtet, kann gewisse Änderungen feststellen (zumindest wenn er schon viele Jahrzehnte gelebt und geschaut hat):

    – der Frühling kommt eher

    – die Vögel bleiben mehr und mehr über Winter bei uns und haben viel Erfolg beim Brüten

    – es gibt mehr Schmetterlinge (zumindest solche wie den Admiral, der aus dem Süden zufliegt)
    – Kiwi kann jetzt auch bei uns im Garten angebaut werden, ohne zu erfrieren

    – in Holstein gedeiht Wein

    – und der Wein wird jedes Jahr besser

    – ja, es grünt so schön und wird immer grüner und blühender in unserer Natur (na ja, natürlich nur da, wo man es blühen lässt – wo also trotz Intensivlandwirtschaft und Energiepflanzenanbau noch Wiesen und Wälder sind).

    Und DAS SIND SIE, die Auswirkungen des Klimawandels. Das bestätigt übrigens auch der IPCC (AR 4, WG II, erster Teil, falls jemand nachlesen will).

    Was bedeutet das? Ja, es gibt einen Wandel – nur, das ist keine Katastrophe, eher das Gegenteil. Bedeutender als die Auswirkungen der (sehr wenig) gestiegenen Temperatur sind halt die Auswirkungen des (deutlich gestiegenen) Kohlendioxids mit seiner Düngewirkung auf alle Pflanzen.Danke für’s Lesen, ist doch ein wenig lang geworden, aber es gibt soviel Gutes zu berichten.

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