Werte-Union will mit Urwahl Kanzlerkandidaten bestimmen

Foto: CDU/CSU-Bundestagsfraktion (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Die konservative Werte-Union in der CDU/CSU hat eine Initiative angekündigt, den nächsten Kanzlerkandidaten der Union von den Mitgliedern wählen zu lassen. „Die Werte-Union fordert angesichts der verheerenden Umfragewerte eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder und startet kurzfristig eine Initiative zu deren Umsetzung“, sagte der Bundesvorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch, der „Welt“. Mitsch sagte, die große Koalition sei gescheitert – „sowohl inhaltlich als auch in den Augen der Bürger, und es droht Rot-Rot-Grün“.

Was Inhalte angeht, warnte Mitsch die Union: Es mache überhaupt keinen Sinn, den Themen der grünen „Ökopopulisten“ wie einer übergreifenden CO2-Steuer hinterherzulaufen. „Die Trendwende erreichen wir erst, wenn die CDU wieder klarmacht, wofür und wogegen sie steht – notfalls in einer Minderheitsregierung unter neuer Führung.“ Deutschland und die Union bräuchten „dringend eine Politikwende für mehr innere Sicherheit, niedrigere Steuern und Sozialabgaben sowie eine ökologische Marktwirtschaft“.

Dagegen teilt Karin Prien, Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und Mitglied der Gruppierung Union der Mitte, die Angela Merkels Politik unterstützt, die Haltung von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Dieser hatte in der „Welt am Sonntag“ als „Erfolgsrezept“ der CDU in der Kanzlerschaft Merkels bezeichnet, Probleme pragmatisch zu lösen und Bürger über die Stammwählerschaft hinaus anzusprechen. „Ich teile die Auffassung von Herrn Laschet“, sagte Prien.

„Es ist das Verdienst Angela Merkels, die CDU modernisiert zu haben. Sie hat die Partei für eine breite Wählerschaft in der Mitte geöffnet“, so Prien. Dies sei „das einzige Rezept, um eine Volkspartei zu bleiben und Ergebnisse jenseits der 30 Prozent zu erreichen“.

Sie traue Annegret Kramp-Karrenbauer die Weiterführung dieses Kurses zu. „Wir haben sie aus guten Gründen als Parteivorsitzende gewählt. Und von der SPD können wir lernen, wie man nicht mit seinem Spitzenpersonal umgeht“, so Prien. Eine Personaldiskussion in der CDU hält die Landesministerin für den „gänzlich falschen Weg“. (dts)

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9 Kommentare

  1. Über ein Jahrzehnt wurde alles, aber auch alles durchgewunken, was FDJ-Merkel wollte. Keiner von denen hatte die Eier in der Hose, um auch nur den Anschein erkennen zu lassen, mal gegen Merkel vorzugehen, KEINER! Und nun, wo das Kind schon lange n den Brunnen gefallen ist und das wahrhaftige Ende von Merkel naht, begehren diese Heuchler auf!

    Leute, lasst euch nicht verarschen und haltet dem Original die Treue! Niemals wieder darf die Volksverräter-Union wieder erstarken, NIEMALS!

    Merkel und alle ihre Speichellecker müssen weg; ausnahmslos ALLE!

  2. Ergebnisse jenseits der 30 %?? Von was träumen die eigentlich? Genau so irre wie die SPD die angesichts von 10 bis 15 % von Kanzlerkandidaten fabuliert. Offenbar haben sie nun das letzte bißchen verbliebenen Verstand versoffen.

  3. Konservative Werte-Union?
    Man meint wohl Marionette. Das ist sogar kein Flügel der Partei sondern ein Feder. Die haben da absolut nichts zu melden.

  4. Diese lächerlichen Aktionen sind doch nur Wahl geplänkel für die anstehenden Landtagswahlen und mehr nicht.

  5. Merkel und Probleme pragmatisch lösen? Frau Prien scheint in einer Phantasiewelt zu leben. Merkel löst keine Probleme, sie ist seit vielen Jahren die Verursacherin.

    Den Vorschlag einer Urwahl halte ich für sehr sinnvoll.

  6. Wenn man sich selbst etwas oft genug erzählt, dann glaubt man es auch irgendwann, auch wenn es gelogen ist. Man nennt es Selbstverleugnung. Besonders narzistische Persönlichkeiten sind dafür anfällig (also z.B Politiker). Bei der CDU „Elite“ scheint das wirklich gut zu fuktionieren. Sie werden den Mist glauben, auch wenn sie mal längst unter 20% sind.

  7. Die Werteunion als Minderheitsregierung? Maximal bis 2021. Danach Koalition mit der AfD, Ausstieg aus dieser Energiewende, Ausstieg aus dem Migrationspakt, Grenzen zu, alle raus, vernünftige EU- und Europolitik, Clans werden ausgewiesen, keine Osterweiterung der EU, keine Sanktionen gegen Russland. Nur eines werden diese Figuren der Werteunion niemals tun, weil sie zu feig und zu schwach sind, sich von Amerika zu emanzipieren und sich andere Märkte erschließen bzw. den Handel auf andere Beine stellen, z. b. mit Russland als einem riesigen Markt und mit Russland als (noch) verlässlichen Partner. Was die Zeit nach Putin bringt, weiss niemand.

  8. Sag bloß, die CDU will mit der verpeilten AKK als Kanzlerkandidatin antreten. Viel Erfolg!

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