Symbolkraft: Französische Eiche vor dem Weißen Haus gestorben

Max Erdinger

Donald Trump begrüßt D-Day Veteranen in Colleville-Sur-Mer, Normandie - Foto: Imago

Politiker sind heutzutage entweder Warner, Forderer oder Zeichensetzer. Moment, das stimmt nicht ganz. Sie sind entweder Warnende, Fordernde oder Zeichensetzende. Unvergeßlich bleiben die Bilder von Helmut Kohl und Francois Mitterand, wie sie Mitte der Achtziger Jahre händchenhaltend in Verdun standen, um ein Zeichen der Liebe zwischen Deutschen und Franzosen zu setzen. Damals ging es los mit der Zeichensetzerei, glaube ich. Schwulsein wurde damals ebenfalls populär.

Im April 2018 hat sich Donald Trump breitschlagen lassen, mit einem Franzosen zusammen ein Zeichen zu setzen. Er und Emmanuel Macron pflanzten eine französische Eiche vor dem Weißen Haus zu Washington. Jetzt ist das Bäumchen eingegangen. Wie sagt man bei Facebook? – „Gefällt mir“.

Der gute Demokrat kann natürlich begründen, warum ihm das gefällt. Das Zeichen, das dann, wenn schon unbedingt eines gesetzt werden muß, hätte gesetzt werden müssen, hätte ganz anders aussehen müssen. In New York hätte man das Geschenk der Franzosen an die Amerikaner, die Freiheitsstatue nämlich, demontieren und nach Le Havre zurückverschiffen müssen. Auf einem Schiff namens „Fuckyou“. Wenn heute jemand eine Freiheitsstatue braucht, dann sind es die Franzosen, nicht die Amerikaner.

Würde Viktor Orbán in Ungarn derartig brutal gegen die Ungarn abhausen, wie Macron in Frankreich gegen seine Landsleute in den gelben Westen, dann würde die Schwundeskanzlerin mit Blick auf Orbán von einem brutalen Diktator reden – und von SPIEGEL bis ZEIT würden ihr alle nachplappern. Daß das Bäumchen vor dem Weißen Haus eingegangen ist, bezeugt nichts weiter als die Redlichkeit einer Natur, die sich nicht sozial selber konstruiert hat.

Die abgestorbene Franzoseneiche zu Washington gehört in Kunstharz eingegossen und in ein Denkmal eingearbeitet, das seinen Platz im Original vor dem Schwundeskanzleramt findet und doppelt kopiert einmal vor dem Elysée-Palast zu Paris und vor dem Europaparlament in Brüssel aufgestellt wird. Es würde mich nicht wundern, wenn Donald Trump, die ehrliche Haut, sich nächtens aus dem Weißen Haus geschlichen hätte, um das Bäumchen ein wenig mit „Roundup“ zu düngen.

Der Therapiestaat

Bei heise.de gibt es einen hervorragenden Artikel von Karl Kollmann. „Der Therapiestaat – die moderne Paternalismusmaschine“ heißt er. Kollmann schreibt: „Trotz aller Antipathie gegenüber dem Nationalstaat setzt heute das links-grüne Milieu voll auf ihn, wenn es um die Erziehung der Bürger zu besseren Menschen gehen soll – aber ebenso das rechtskonservative Lager zur Bewältigung von Migrations- und Beliebigkeitskrisen. Beide weisen der Verwaltung neue und mehr Aufgaben zu. Staaten, genauer: die staatliche Verwaltung, die Bürokratie, werden dabei emotional positiv als eine Art guter Freund der Bürger gesehen.“ – Jetzt wissen wir aber, was eine schwere Sehstörung ist. Karl Kollmann weiter: „Klassische Liberale, die eine möglichst große individuelle Freiheit vom Staat wollen, gibt es anscheinend kaum mehr. Beim linken Milieu kommt das Paradox hinzu, dass sie nicht nur viele neue Regeln haben wollen, dies aber lieber nicht nationalstaatlich, sondern von der EU oder am besten globalistisch lösen möchten.“ – Genau. Anzumerken wäre lediglich, daß der klassische Liberale kein „Wertsetzender“ ist, sondern Profitierender der Resultate eines klassischen Konservatismus. Sowie Liberalität als Wert aus sich heraus begriffen wird, ist es mit dem Liberalismus schon wieder vorbei. Dann entstehen völlig schwachsinnige Ansichten, wie beispielsweise die, daß es nicht die Demokratie sei, die es zu verteidigen gilt, sondern die „liberale Demokratie“. Was an einer zwangsliberalen Demokratie liberal und demokratisch sein soll, weiß höchstens der Kuckuck. Der Libertäre ist im Gegensatz zum Liberalen jemand, der die liberalen Resultate des Konservatismus schätzt, ein Realist also. Der Konservative wiederum ist jemand, der das bewahren will, was immer gilt. Immer gilt, daß es genau eine Wahrheit zu allem gibt, und daß das nicht davon abhängt, ob man sie jeweils erkennen kann oder nicht. Deshalb gilt auch für den Konservativen: In dubio pro libertate. (Im Zweifel für die Freiheit)

Der Psychiatriestaat

Realität geworden ist freilich der doktrinär-paternalistische Therapiestaat, wie Kollmann ihn beschreibt. Mit Freiheit hat der nicht das geringste zu tun. In dem Zusammenhang gab es dieser Tage einen weiteren, hoch interessanten Artikel auf der Seite mymonk.de. Romy Hausmann hat ihn verfasst. Betitelt ist er so: „Wie Psychiater alle unangepassten Menschen für krank erklären wollen„.

Romy Hausmann schreibt: „Genie und Wahnsinn, die alte Leier. Wer Kunst machen will, braucht Probleme. Eine geschmeidige Drogensucht wie Amy Winehouse. Ein ordentliches Alkoholproblem wie Stephen King. Eine bipolare Störung wie Ernest Hemingway. Oder wenigstens die Bereitschaft, auf ein Ohr zu verzichten, wie Vincent van Gogh. All das scheint schwer von Vorteil, wenn man etwas „Großes“ schaffen will. Kreativität funktioniert nun mal nicht ohne Dämonen. Künstler und Kreativ-Schaffende sind krank. Heißt es. Liest man immer wieder. Scheint nachgewiesen, hundertmal.

Ob das wirklich so sein muß, ist hier nicht der Punkt. Unzweifelhaft ist nur, daß Kreative seit alters her „Kulturschaffende“ gewesen sind, um einmal einen erzlinken Begriff zu gebrauchen (Kulturwerkstatt, Theaterfabrik, Liedermacher). Die rotgrünlinken Paternalisten von heute sind aber keine Kulturschaffenden, sondern Kulturzersetzende. Und logisches Resultat aus ihrem Therapiestaat ist dann der Psychiatriestaat. Hausmann schreibt sinngemäß, daß es in der inneren Welt des Kreativen die große Freiheit gibt, die Triebfeder seiner Schaffenskraft.

Und dann macht sie auf ein Phänomen aufmerksam, das wirklich bezeichnend ist für alle linkstotalitären Diktaturen jemals: „Genau diese Sehnsucht nach Freiheit allerdings kann – angeblich – zu schwerwiegenden psychischen Störungen führen. Selbst wenn Du als Kreativ-Schaffende/r nicht mit Depressionen oder abgeschnittenem Ohr aufwarten kannst, leidest Du vielleicht wenigstens an „ODD“, „Oppositionellem Trotzverhalten“. In der neuen Auflage des „Diagnostischen und statistischen Leitfaden psychischer Störungen“ (kurz DSM-5), dem psychiatrischen Klassifikationssystem, das Psychiater in den USA und in Europa seit 1952 zur Diagnostik benutzen, wird die „ODD-Störung“ seit 2013 als offizielle Krankheit geführt.

Wer fällt mir da sofort ein? Der Christian „Schrotti“ Stöcker ist es, seines Zeichens SPIEGEL-Kolumnist, Kommunikationswissenschaftler und Kognitionspsychologe in Hamburg. Der hatte bei Twitter neulich dazu aufgefordert, mit „Klimaleugnern“ im Internet nicht länger mehr zu diskutieren, da man als Klimagläubiger nur mit der „Reaktanz“ der „paternalistisch Unbelehrbaren“ konfrontiert werde. Stöckers „Reaktanz“ ist ein der Physik entlehnter Begriff, der in der Psychologie als Fremdwort für ein „(kleinkindliches) Trotzverhalten“ gebraucht wird. Daß der SPIEGEL inzwischen ein antifreiheitliches, pro-paternalistisches und „stöck“totalitäres Drecksblatt geworden ist, brauche ich nicht extra zu erwähnen.

Romy Hausmann: „Kritiker wie der pensionierte amerikanische Psychiater und Autor Allen Frances merken an, dass die Anzahl der im DSM-5 aufgeführten Krankheiten und Störungen mit jeder Neuauflage von anfangs 106 (DSM-1) bis heute auf 374 (DSM-5) angestiegen ist. Frances sagt: „Wir hatten schon bei DSM-4 eine diagnostische Inflation psychischer Krankheiten. Mit DSM-5 haben wir eine Hyper-Inflation. DSM-5 wird Millionen neuer Patienten schaffen, die man wahrscheinlich besser sich selbst überlassen würde.“ – Tja. Was braucht der paternalistische Therapie- und Psychiatriestaat ganz dringend, um sich selbst immer fetter zu fressen? – Mündel. Viele Mündel braucht er, die er bevormunden kann. Je mehr Mündel, desto besser. Der klassische Souverän ist der natürliche Feind eines jeden paternalistischen Therapie- und Psychiatriestaats. Also muß der zusehen, daß er möglichst viele souveräne Bürger in Unmündige verwandelt. Das praktiziert er ständig. Tempolimit, Rauchverbot, kein Bier an der Tanke nach 22 Uhr, Veggieday usw.usf.

Wer als heute Sechzigjähriger an seine Jugendzeit in Westdeutschland zurückdenkt, dem steht das Wasser in den Augen. Ungläubiges Staunen. Alles, was er über das Wesen der Bundesrepublik Deutschland damals gelernt hat, ist heute verschwunden. Gekommen ist dafür die paternalistische Ökodiktatur, die auf nichts weiter fußt, als dem generellen Platzhalter für sämtliche realen Überflüssigkeiten, dem Totschlagbegriff „Umwelt“ nämlich. Wer das durchschaut, wird nun ein Fall für die Psychiatrie.

Pharmakonzerne brauchen psychische Krankheiten als Mittel, um Pillen zu verkaufen, und sie erfinden Krankheiten. In den USA werden 80 Prozent der Medikamente von Hausärzten verschrieben. Der Grund dafür liegt darin, dass Ärzte von den Versicherungen nur bezahlt werden, wenn sie dem Patienten eine Diagnose stellen. Also stellen sie eine Diagnose und verschreiben Medikamente. Man vergisst dabei, dass man eine psychiatrische Diagnose gar nicht in sieben Minuten abgeben kann, und es zweitens als Patient sehr schwierig ist, eine psychiatrische Diagnose wieder loszuwerden.“, fährt Frau Hausmann fort. Womit wir dann beim ncächsten Punkt wären …

Arbeitsteilung statt Klassenkampf

Was Ende der Achtziger Jahre allmählich zu kollabieren begann und anfangs der Neunziger Jahre endlich zusammenbrach, war der „Weltkommunismus“, glaubte man. Das stimmt aber nicht. Zusammengebrochen ist lediglich seine planwirtschaftliche Organisation. Übrig geblieben ist das, was man heute als Kulturmarxismus bezeichnet. In diesem Kulturmarxismus ergänzt sich das gegenseitig, was früher als gegensätzliche Pole wahrgenommen worden ist. Die Marxisten produzieren kulturell die Idioten, die das Großkapital am besten verwerten kann. Das sind unterschiedslos „die Menschen“, die zwar – bspw. als „Fachidioten“ – die Knöpfe bedienen können, welche in der Wirtschaft bedient werden müssen, damit sie läuft, die aber gleichzeitig dekultiviert genug sind, um nicht mehr zu überreißen, was sie da eigentlich tun und warum. Der Europäer der Zukunft wird zur verdummten, entmündigten Biomasse, einer Massentierhaltung nicht ganz unähnlich. Daß er an seiner Dehumanisierung leidet, wenn er überdurchschnittlich intelligent ist, wird als ein willkommener Begleitumstand begriffen, der wiederum den industriellen Pillendrehern zu Profiten verhilft. Zur Debatte stand bereits, seine früher noch so genannte Leiche in einen Kadaver umzudefinieren, der verflüssigt wird, um dann als Dünger zu dienen. An dem Punkt war der europäische Geist bereits gestorben. Womit wir dann wieder bei Macrons französischem Eichenbäumchen wären.

Der Tod des französischen Eichenbäumchens vor dem Weißen Haus zu Washington

Donald Trump und seine Regierung sind der exakte Gegenentwurf zu den sinistren Plänen europäisch-paternalistischer Therapie- und Psychiatriestaatler. Seit die Linksliberalen (die „liberals“) 2016 geschlagen wurden, weht ein ursprünglich europäischer Geist in Amerika. Donald Trump steht für Eigenverantwortung, Rede- und Meinungsfreiheit, innere und äußere Sicherheit – kurz: für Freiheit. Das war einmal ein europäisches Ideal, auf dem die amerikanische Verfassung gründet. Man muß sich in den Tagen um den 6. Juni (D-Day) herum fast wünschen, daß Amerikaner wieder in der Normandie landen, um uns erneut von einer Terrorherrschaft gegen die Freiheit zu befreien.

Außer, daß mir dieser Tage ein abgestorbenes französisches Eichenbäumchen in Washington gefällt, gefällt mir bald noch mehr, daß der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, der verehrte Herr Donald Trump, unserer miserablen Schwundeskanzlerin nicht einmal mehr die Hand reicht – und sie mit einer zehnminütigen Audienz fürs Protokoll abspeist. Nichts anderes hat sie verdient. Wenn jetzt in New York noch die Freiheitsstatue demontiert und zurück nach Le Havre verschifft wird, auf einem Schiff namens „Fuckyou“ womöglich, keimt die Hoffnung erst richtig.

 

 

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12 Kommentare

  1. In Deutschland hätten sie für Millionen Euro Steuergelder Experten aus der ganzen Welt eingeflogen, um den Baum irgendwie am Leben zu erhalten.

  2. Als aufrichtig patriotischer Präsident wollte ich vor dem Regierungssitrz meines Landes nicht den Baum einer ekeligen Rothschild-Marionette sehen! Vielleicht hat Trump eines Abends dort zufällig ein Tütchen Rohrreiniger verloren, kann ja vorkommen!

  3. Wurde in den Systemmedien der US Präsident eigentlich schon höchst persönlich für das Eingehen des Baumes verantwortlich gemacht ?
    Kommt wohl sonst noch.

    Das „Eingehen“ ist aber symbolisch für das Verhältnis der USA zu einigen europäischen Ländern.

  4. Die deutsche Eiche hätten sie wahrscheinlich hinter dem Weißen Haus, direkt neben dem Komposthaufen gepflanzt. Oder schon längst mit Merkel-weg behandelt und anschließend zu Brennholz verarbeitet.

    • Eine Eiche – zumindest eine deutsche – braucht achtzig Jahre, um geschlechtsreif zu werden. Bei der Französischen von Macron ging das bestimmt schneller; deshalb ging sie ein. Sie wurde gepusht, damit Herr Macron noch zur Geschlechtsreife sich ins „Weisse Haus“ einladen konnte.

  5. Wieder einmal eine geniale Bestandsaufnahme der Zustände durch Herrn Erdinger. Mir als fast Sechzigjähriger steht in der Tat immer öfter das Wasser in den Augen, wenn ich wehmütig an meine Jugend in der Bonner BRD zurückdenke.

    • Unsere Heimat wird kalt lächelnd von „Politikern“ zerstört bzw. zur Zerstörung und Plünderung freigegeben.

    • Naja, gottseidank bin ich nicht mehr die Jüngste.
      Wenn ich diese FFF-JüngerIn sehe, bin ich darüber froh, denn die werden irgendwann dieses Land regieren.
      Kompetenz spielt ja schon heute keine Rolle mehr.
      Studium? wofür?
      Lehre? Um Gottes Willen
      Auch ohne das alles kann man in diesem Land was werden. Es gibt genügend Beispiele.

  6. Ich denke, da hätte der Herr Eiffel was dagegen.
    Die Statue wurde von 1887-1889 errichtet zum 100. Jahrestag der französischen Revolution (also der Jahrestag der Befreiung).

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