Maaßen: Wechsel in die Politik ist denkbar

Hans-Georg Maaßen / Foto: Imago

Berlin – Just am selben Tag, an dem die Kanzlerin im Bundestag kleinlaut einräumte, dass die von ihr damals als Tatsache behaupteten „Hetzjagden auf Ausländer“ lediglich „Medienberichten“ entnommen waren (die bekanntlich jeder Grundlage entbehrt hatten), hat sich Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen erstmals zu Spekulationen über seine mögliche künftige Polit-Karriere geäußert.

Gegenüber dem Berliner Tagesspiegel sagte Maaßen gestern vieldeutig: „Schauen wir mal.“ Grundsätzlich könne er sich eine politische Aufgabe gut vorstellen. Als oberster Verfassungsschützer des Bundes war Maaßen damals zunächst angezählt worden, weil er öffentlich gerügt hatte, dass polizeiliche oder verfassungsschutzseitige Erkenntnisse über irgendwelche „Hetzjagden“ im Umfelder der Chemnitzer Unruhen schlichtweg nicht vorlagen. Er bestritt zudem die Aussagekraft eines Videoschnipsels, der damals einen angeblichen Angriff auf ausländisch wirkende Passanten zeigte und als einzige „Quelle“ für die kruden Behauptungen von „ausländerfeindlichen Pogromen“ herhalten mußte. Damit wagte es Maaßen jedoch, entgegengesetzten Aussagen Angela Merkels direkt zu widersprechen. In einer beispiellosen Medienkampagne und nach wochenlangen Attacken quer durch alle Parteien war daraufhin von ihm zunächst verlangt worden, er solle seine Behauptungen gefälligst „beweisen“ – ein bislang beispielloser Fall von Beweislastumkehr. Von seinem Dienstherrn, Innenminister Horst Seehofer, hatte der unter Druck geratene Verfassungsschutzchef dabei keine Rückendeckung zu erwarten. Als dann auch noch Anfang November 2018 bekannt wurde, dass er im Rahmen einer internen Fachtagung der Inlandsgeheimdienste in Warschau die Flüchtlingspolitik der Regierung kritisiert hatte, war er nicht länger haltbar und „wurde gegangen“ – ein weiteres Opfer der politischen Verhältnisse in Merkel-Deutschland, wo Querdenker, brillante Köpfe und Freigeister in Führungspositionen unerwünscht, abnickende Mitläufer hingegen an der Tagesordnung sind.

Da Maaßen also ausgerechnet gestern von der Kanzlerin quasi nachträglich rehabilitiert und der Grund für seine Demontage als haltlos bestätigt wurde, war das Datum für seine Ankündigung eines Comeback in der Politik sinnfällig gewählt. Maaßen erklärte dem Tagesspiegel vieldeutig: „Schauen wir mal.“ Er schließe seinen von vielen seit langem herbeigesehnten Wechsel in die Politik „generell nicht aus“: „Ich bin ein politischer Mensch und habe schon immer über meinen beruflichen Tellerrand geblickt.“ Wo er sich parteilich verorten würde, ließ er offen – es darf jedoch angenommen werden, dass es eher im Umfeld der Union sein wird als etwa bei der AfD, die dem in Ungnade gefallenen Spitzenbeamten als einzige den Rücken stärkte – was ihn damals allerdings nur noch mehr in die Bredouille gebracht hatte. Maaßen, der sich der konservativen „Werte-Union“ nahefühlt, plant zunächst, deren Mitglieder in künftigen Wahlkämpfen zu unterstützen. Eins ist gewiss: Man wird noch viel hören von Hans-Georg Maaßen. (DM)

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30 Kommentare

    • Doch! Man wartet auf eine ganze Regierung von Menschen wie Maaßen oder solchen Politikern, die das Deutschland geschaffen haben, was in den vergangenen 30 Jahren zertreten wurde.

    • Solche Menschen gibt es mittlerweile kaum noch!!! In dieser Union sind sie schon mal gar nicht zu finden!!! Wer sich, nach 13 Jahren A. Merkel dort noch heimisch fühlt, dem kann man nicht mehr helfen!!!

  1. Diese Werteunion ist ein Verein von eierlosen Kaspern. Zuerst große Töne spucken, danach, beim Migrationspakt, einknicken und zustimmen. Vermutlich bei allen Themen. Maaßen mag jetzt noch kritisch sein, was aber will er gegen diesen tumben Haufen tun,angenommen, er würde es tatsächlich wollen? Ein einsamer Rufer in der Wüste gegen den gleichgültigen, arroganten Blödmichel.

  2. Eine Abspaltung des konservativen Teils der Union und die Neugründung einer neuen konservativen Volkspartei ist notwendig, am besten mit einem Vorsitzenden Maaßen oder Mitsch. Ich weiß nicht, wann es soweit ist, aber sie wird kommen, davon bin ich überzeugt. Dann hätten wir zusammen mit der AfD eine starke patriotisch bürgerliche Kraft im Land und die linksgrünen Kräfte von Rest-Union bis Linke können sich warm anziehen. Derzeit ist es nur die AfD, die im Westen leider noch zu schwach ist. Eine neue konservative Kraft wäre vor allem für die CDU-Wähler eine Alternatve, denen die CDU zu links und die AfD zu ungefestigt und zu unberechenbar erscheint.

  3. Genau so ist das!!! Wie soll man jemandem vertrauen, der seinem Peiniger noch hinterher läuft??!

  4. Ein Wechsel ist leider nicht mehr denkbar! Dazu müssten schon die konservativen und patriotischen Kräfte an einem Strang ziehen!!! So etwas schafft leider nur die Gegenseite!!!

  5. Ohne Zweifel ein hoch anständiger Mann dem übelst mitgespielt wurde. Aber es sind vielleicht „zwei Seelen in seiner Brust“. Er könnte zu korrekt und ein zu loyaler Beamter sein, um sich offen gegen das System aufzulehnen, für das er so erfolgreich und klug gearbeitet hat. Aus einem tadellosen Deutschen Beamten wird schwerlich ein Freiheitskämpfer.

    Inzwischen herrscht eiskalter verbaler und psychologischer „Krieg“, sprich Agitation und Propaganda, mit allen denkbaren Gemeinheiten. Jetzt braucht man wortgewaltige Kämpfer für die Befreiung. Den Zerstörern der Nationen Europas ist nicht mit dem Staubwedel Einhalt zu gebieten. Es könnte noch schmutziger und dramatischer werden, ehe Frieden wird. Da muß was weg, was nicht weg will. Das Böse ist sehr viel schwerer zu besiegen, als das Gute zerstört werden konnte.

  6. und das waere gut so. Maasen gehoert unzweifelhaft zu den brilliantesten Koepfen welche die seltsame Republik noch zu bieten hat. Er sollte aber einen grossen Bogen um die CDU/CSU und die SPD machen. Dies gilt auch fuer die Roten. Uebrig bleiben nur FDP und AfD. Wuerde er wirklich sagen was er weiss, wuerden manche vielleicht aufwachen . . oder auch nicht. Schlaefer werden von Zeit zu Zeit aufgeweckt und zwar immer dann, wenn eine weitere Sauerei durchzuziehen ist.

  7. in der Union hat er keinerlei Chancen. Den hat die liebe Angela, auch Mutti der Nation genannt, verbrannt.

  8. Die Werte-Union sollte mal den Putsch in der CDU machen damit 2021 ein Politikwechsel möglich wäre und dieses Land nicht in die sozialistische Ökodiktatur abdriftet. Allein der Glaube fehlt mir daran. Mit der CDU ist kein Staat mehr zu machen, vor allem wenn die allen Ernstes die Grünen grün überholen wollen.

    • Werte-Union?????????????????????? Muhahahahahahah…. Ja, die sammeln Werte und zwar die Werte des Steuerviehs!!!

  9. Trotz allem wäre Herr Maaßen bei der AfD am besten aufgehoben. Wer wie er das Stahlbad der linksradikalen Politkasper mit soviel Rückgrat ausgehalten hat, hätte allemal das Zeug zum Spitzenmann. Bei der zahnlosen „Werte-Union“ würde er seine Fähigkeiten vergeuden.

    • Ja,
      andererseits kommt man schon ins Grübeln,
      wie er trotz der ganzen Unbill noch zu dem Verein gehalten hat!

    • Ja,
      andererseits kommt man schon ins Grübeln,
      wie er trotz der ganzen Unbill noch zu dem Verein gehalten hat!

  10. Eine aktive Mitwirkung in der Werteunion (CDU-Mitglied ist er ja bereits) wäre konstruktiv. Bis jetzt ist sie leider noch zu klein und zu machtlos, um die CDU-Kommunisten und Merkel-Klatscher zu überstimmen.

  11. Diese ganze WerteUnion kommt mir reichlich obskur vor – hat keinen nennenswerten Einfluß auf den Merkelisten-Verein und taugt einzig und allein dafür, von der tatsächlichen Opposition nur Wahlstimmen zu klauen!

    • … weil sie noch zu klein ist. Die CDU ist tief gespalten, fühlt sich aber noch sicher, weil die Werteunionler noch deutlich in der Minderheit sind.

    • Der Twitter-Account von Patrick Kunkel, CDU-Bürgermeister von Eltville am Rhein, zeigt deutlich auf, wie im Mainstream-Teil der Union über die Werteunion gedacht wird: Die „Union der Mitte“ hetzt in übelster Weise gegen die Werteunion, wo sie nur kann, und jubelte regelrecht über die Kontraste-Sendung. Roland Klecker wird von Patrick Kunkel retweetet: „Die Werteunion ist lediglich eine kleine Gruppierung von Ewiggestrigen, die zu feige sind öffentlich in die AfD zu wechseln.“

    • Entschuldigung aber so ist es doch!!! Diese Leute sind zu feige um zu wechseln und stimmen immer dann, wenn es um etwas geht, für ihre Gottgleiche!!! Entweder man ist für oder gegen die Politik der Gottgleichen und dann geht man in die Opposition!!!

    • Klar, geistig behinderte Tr*ttel unterstützen auch weiterhin Merkels Klatschverein…man muss nur einen gewissen „Wert“ davor setzen!!! Wie unterbelichtet muss man eigentlich sein, um so etwas noch zu unterstützen!!!

  12. EIn guter Mann, der aber leider nicht verstanden hat, dass mit dieser CDU kein Blumenstrauß mehr zu gewinnen ist.
    Er müßte eigentlich soviele Geschichten im Giftschrank haben ( NSU , Amri usw) dass er mit ein paar Worten das gesamte politische Feldändern könnte. Solange er sich nicht offen äussert ist und bleibt er eine Marionette und kein Fels auf den ich bauen werde

    • Er sieht wohl, was Geheimnisverrat nach sich zieht. Davor hat er Bammel. Er kann ja mal was auf Wikileaks veröffentlichen.

    • Er sieht wohl, was Geheimnisverrat nach sich zieht. Davor hat er Bammel. Er kann ja mal was auf Wikileaks veröffentlichen.

  13. Ach was. Er wurde gefeuert und fertig. Der ganze Filz in allen Institutionen von der Kita bis ins Rathaus ist SED.
    Er wird als aufsässiges CDU Parteimitglied nie wieder einen Fuß vor den anderen setzen. Warum beharrt er eigentlich stur auf die CDU? Genauso wie Sarrazin in der SPD bleibt. Für mich unverständlich.

  14. Für mich ein akzeptabler Kanzlerkandidat. Der Mann hat Charakter, im Gegensatz zu seinem Exchef.

  15. Das wäre erst dann denkbar, wenn die alten Recken abgedankt hätten. Er wird sonst sofort wieder vom Tisch weg geschickt. Kräfte, die ihnen ihr täglich Brot und die Muslime weg nehmen wollen werden nicht geduldet. Persona non Grata. Daran hat er offenbar nicht gedacht. Die Roten und SPD werden ihm eine Bannbulle schicken oder eine Fatwa.

  16. er sollte ganz einfach einmal bei der AfD nachfragen,denn bei der Werte Union wird er kein Bein auf den Boden bekommen.

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