5-Sterne-Kulturminister entzieht Konzession für Bannons Kaderschmiede

Kloster Trisulti in Collepardo bei Frosinone (Bild: Francorov; CC BY-SA 3.0; siehe Link)

Italien – Das italienische Kulturministerium, das von der Fünf-Sterne-Bewegung geführt wird, hat hat die Konzession für das geplante rechtsintellektuellen Schulungszentrum von Ex-Trump-Berater Steve Bannon in einem leerstehenden italienischen Kloster entzogen.

Die Kartause Trisulti, ein ausgelassenes Kloster in Collepardo, wurde  2018 nach Zustimmung des nationalen Kultusministeriums im Kabinett Conte für 100.000 Euro jährliche Pacht an den rechtskonservativen Thinktank „Dignitatis Humanae Institute“ (DHI) vermietet. Der Leiter des DHI, der Brite Benjamin Harnwell, hatte die Verwaltung des Klosters im vergangenen Jahr übernommen um dort ein Schulungszentrum zu eröffnen. Der rechtskonservative US-amerikanische Publizist und ehemalige Trump-Berater Stephen Bannon hatte angekündigt, hier eine Kaderschmiede für nationalistisch gesinnte und orientierte Politiker aufzubauen. Die Idee:  Absolventen sollen in den Medien, bei politischen Kampagnen oder als leitende Angestellte in Regierungen tätig sein. Der links-politische Aufschrei folgte stehenden Fußes.

Der italienische Kulturminister Alberto Bonisoli, Politiker der Fünf-Sterne-Bewegung, hat – nach einem vorherigen rechtlichen Prüfung und Stellungnahme der Staatsanwaltschaft –  die Konzession für das geplante Schulungszentrum entzogen. Das berichteten italienische Medien am Freitag.

Linke Politiker hatten zuletzt die rechtliche Grundlage des Projekts angezweifelt. Wie die JF berichtet, wurde geltend gemacht, dass das DHI für den Betrieb einer solchen Kultureinrichtung nicht die nötige Qualifikation habe. Linken-Chef Nicola Fratoianni fragte im Parlament, ob das Kloster überhaupt für politische Schulungen genutzt werden dürfe, da es einen Projektplan gebe. Kulturminister Bonisoli kündigte daraufhin an, den Fall zu prüfen.

Harnwell weist die Vorwürfe strikt zurück und spricht von einem Versuch der Linken, sein Institut mit Geldwäschevorwürfen und der Mafia in Verbindung zu bringen. Das Institut sei  im Streit zwischen Lega und Fünf-Sterne-Bewegung nun „zwischen die Fronten geraten“. (SB)

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4 Kommentare

  1. „Ein ausgelassenes Kloster“, wie süüüß! Das tanzt jetzt über Tische und Bänke, eben ganz ausgelassen. Nur das aufgelassene Kloster steht leer und allein in der Ecke und ist traurig.

  2. Wenn es nicht in Italien klappt- was traurig genug wäre- dann geht eben nach Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen. Es gibt genug Plätze auf dieser Welt

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