In der SPD beginnt das große Schlachten

Foto: Andrea Nahles (über dts Nachrichtenagentur)

Der größte Verlierer bei den Europawahlen und in Bremen ist erwartungsgemäß die SPD und damit natürlich auch Andrea Nahles. Ihre Tage sind gezählt und ob sich die ehemalige Volkspartei jemals von diesem Schock erholen wird bleibt fraglich. Jetzt werden Köpfe rollen, was natürlich auch nicht zum Vorteil gereicht.

SPD-Chefin Andrea Nahles hat das Ergebnis bei der Europawahl als „extrem enttäuschend“ bezeichnet. Es sei der SPD „nicht gelungen, das Ruder herumzureißen“. In Richtung der Grünen sage sie „Glückwunsch“, an die eigenen Anhänger hingegen „Kopf hoch“.

Die Konsequenz, die Nahles zieht, macht die SPD aber endgültig überflüssig:

Die SPD nehme die Herausforderung an, im Wettbewerb mit den Grünen die richtigen Antworten in Sachen Klimaschutz zu finden. Dies sei ein wichtiges Thema bei dieser Wahl gewesen. Die SPD-Spitzenkandidatin Katarina Barley lobte Nahles dafür, dass sie sich von der schlechten Ausgangslage „nicht irritieren“ habe lassen.

Die SPD habe nun aber noch viel zu tun, so Nahles. Laut Hochrechnung der ARD von 18:55 Uhr kommen die Sozialdemokraten bei der Europawahl in Deutschland auf 15,2 Prozent, laut ZDF-Prognose auf 15,6 Prozent. Beides wären die mit Abstand schlechtesten Ergebnisse, die die SPD bei einer bundesweiten Wahl jemals erreicht hat.

Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange fordert nach dem SPD-Debakel bei der Europa- und Bremenwahl einen personellen Neustart ohne die bisherige Vorsitzende Andrea Nahles. „Die Urwahl des Vorsitzes wäre ein echter Neubeginn und ein Aufschwung zugleich“, sagte sie dem „Tagesspiegel“. Lange war beim Bundesparteitag im April 2018 in Wiesbaden gegen Nahles angetreten und erreichte fast 30 Prozent.

„Die Bundes-SPD hat in diesem Jahr noch die Chance, ihren Vorstand neu aufzustellen. Wir SPD- Mitglieder müssen diese Chance nutzen und allen zeigen, dass wir es besser könne“, sagte Lange mit Blick auf den Bundesparteitag im Dezember. Die Menschen hätten der SPD gezeigt, dass sie auch bei dieser Wahl nicht mehrheitlich von ihr überzeugt sind.

„Wenn Andrea Nahles sagt, sie habe Stehvermögen, dann verkennt sie, dass es nicht darum geht, wie lange sie persönlich durchhalten kann, sondern, ob ihre Überzeugungskraft groß genug ist, der Sozialdemokratie zu Wahlsiegen zu verhelfen. Das Wahlergebnis gibt darauf doch eine eindeutige Antwort.“ Der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatte das Wahlergebnis seiner Partei bei der Europawahl 2019 als „kein Ergebnis, das man in irgendeiner Art und Weise schönreden kann“, bezeichnet, warnte aber gleichzeitig vor Personaldebatten.

Klare Worte dagegen von Sigmar Gabriel:

Die SPD darf nach Ansicht ihres früheren Bundesvorsitzenden nach den jüngsten Wahlergebnissen nicht zur Tagesordnung übergehen. „Alles gehört und alle gehören auf den Prüfstand“, sagte Gabriel den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Montagsausgaben). Gabriel sagte, er habe in den letzten Wochen und Monaten viele Veranstaltungen vor Ort mit der SPD-Basis gemacht.

„Die haben es wirklich verdient, dass man ihnen Mut macht und hilft.“ In Berlin jedoch müssten jetzt diejenigen Verantwortung übernehmen, „die den heutigen personellen und politischen Zustand in der SPD bewusst herbei geführt haben“. Wörtlich fügte Gabriel hinzu: „Es geht um mehr als eine Wahlniederlage, es geht jetzt um die Existenz der SPD als politische Kraft in Deutschland. Nichts ist entschieden, auch nicht der Untergang der SPD. Aber es erfordert eine große und gemeinsame Kraftanstrengung aller. Politische und personelle Denkblockaden darf es jetzt nicht geben.“

 

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58 Kommentare

  1. Ja, “war“. Spätestens seit Merkel die Kanzlerkönigin wurde, verschwanden fast alle Unterschiede der alten Parteien. Wieso nur ein Teil der Partei Wähler das begriffen haben, erklärt es, wieso es die SPD, CSU, CDU, GRÜNEN, FDP, LINKE noch gibt.

    Die Medien, zuvörderst ARD, ZDF, haben das immer noch gut unter Kontrolle. Deren tagtägliche Propaganda hat sich in die Hirne der Mediengläubigen festgefressen. Das muss die Erklärung sein, wieso es noch keine Revolte gab, und SPD, CSU, CDU, GRÜNEN, FDP, LINKE noch gewählt wurden.

    Die Selbigen gehen in Massen auch auf die Straße als Gegendemonstranten, tröten, schreien im Chor “wir die Mehrheit wollen dass es überall bunt sein muß. Wir möchten auch dass Deutschland verrecke“.

    Solche Banden beschädigen aus Überzeugung das Hab und Gut Andersdenkende. Die Polizei macht dabei die Augen zu.

    Wir leben doch jetzt in einem riesigen Irrenhaus!

  2. Barley war schlauer als Nahles: Ein paar Legislaturperioden wird sie sich im EU-Parlament schon noch vergolden lassen können.

    • Außer die 5%-Hürde wird doch noch wieder eingeführt. Dann ist die Kathi beim nächsten Mal wieder draußen.

    • Dafür bestehen keine Chancen, denn die Masse der Kleinparteien wird das zu verhindern wissen. Die möchten nämlich ihre warmen Sitze behalten.

  3. Also wenn ich die im Artikel zitierten Hohlphrasen wie „keine Personalldebatten, politische und personelle Denkblockaden usw.“ lese, weiß ich eines gewiß: Sie haben es nicht kapiert, sie kapieren es immer noch nicht und sie werden es nie kapieren!

  4. Nahles hat den kommenden Dienstag als Zahltag angeboten.
    Hoffentlich übernimmt Schulz,
    dann fliegt der ganze Haufen in Sachsen am 1.September endlich aus dem Landtag.

  5. Zuerst ist der Schulz-Zug in den Hochofen gerollt und jetzt folgt die ganze SPD.
    So eine Partei braucht niemand, für was stehen die überhaupt noch ?.

    • Für was die stehen? Bei denen leuchten doch die Euro Zeichen in den Augen. Für das stehen die. Beim Schulz muss man etwas genauer hinschauen, da glänzt eher was anderes.

  6. Ätschi-Bätsch ist weg vom Fenster!
    Doch schlimmer ist: AfD nur 11 % bei der EU Wahl und 20 % für die Grünen!

  7. Ischias-Schulz und Auf-die-Fresse-Nahles sollten als Doppel-Spitze antreten. Wenn das auch nicht hilft, dann einfach dem Kevin ein zuhause geben und Pöbel-Ralle mal wieder zu Wort kommen lassen.

    Ich frag mich immer wieder, wie man eine Partei mit solchem „Spitzenpersonal“ überhaupt wählen kann…nunja…die Wege der Dummheit sind scheinbar unergründlich.

  8. Obwohl die SPD Genossen mächtig viel Federn gelassen haben, geben einige Politniks immer noch arrogante Statements ab. Das wird den Abwärtstrend beschleunigen.

  9. Eigentlich hätte sie noch etwas singen sollen. Jetzt hat die SPD nur noch die Option eine gendergestreamte Profx als Vorsitzend.. zu wählen, um ihre gesellschaftliche Kernkompetenz zu dokumentieren.

  10. Ich finde, Andrea und Maddin sollten die Partei gemeinsam in den Untergang führen – schon wegen der Quote.

  11. Die Nahles ist charakterlich der Eifeltrampel geblieben: „Jetzt gibt es auf die Fresse“!
    Martin Schulz wird immer der raffgierige „Bademeister“ von Würselen bleiben.
    Wer bietet sich sonst an?
    Pöbel-Ralle (Trampel des Nordens)?
    Der (schwule) Kahrs, der Andersdenkende als häßlich beschimpft?
    Glupschauge Barley ist eh in Brüssel zum Absahnen.
    Gabriel ist wohlweislich aus der Politik raus!
    Klein-Kevin nimmt keiner ernst!
    Nur noch absolute Leere bei der Scharia-Partei.

  12. Trotz allem sind die Grünen bei 20%… auch wenn ich mich wegen der SPD freue, den Grünen gönne ich diesen Sieg in keinster weise.
    Aber dann denke ich wieder an den baldigen Abgang von Heiko Maaß, und mein Tag ist gerettet!

    Trotzdem: ich halte Wahlfälschung für möglich!

    • Es war wahlfälschung. Von ARD und ZDF und Merkel
      Nach schöner DDR Form .
      Die hängen alle unter einer Decke.

  13. Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Die Geschichte wiederholt sich. Mittlerweile steht die Linke mehr für soziale Gerechtigkeit als die SPD. Die Ausflüge der Jusos in Kommunistische und Diktatorische Gedankenspiele hat der Wähler klar abgestraft.
    Aber warum profitieren nicht die Linken? Ganz einfach weil es da genau so Zappenduster aussieht. Während die Basis versucht „Volk“snah zu sein agitiert die Führungsriege in alter DDR Manier. Alles verstaatlichen, Enteignen usw.

  14. Diese SPD braucht sich nicht neu erfinden. Lediglich offiziell in Sharia Partei Deutschland umbenennen

  15. Für die SPD gibt es nur eine letzte Chance den endgültigen Tod zu verhindern. Das wäre die sofortige Aufkündigung der GroKo. Dann würde die Partei wieder aufblühen. Aber dazu fehlt den Parteischranzen der Mut und die Intelligenz.

    • Ihr Vorschlag bezeichnet die Erfüllung einer notwendigen Bedingung… Hinzu käme die Erfüllung einer hinreichender Bedingungen. Die SPD müsste sich auf ihre ursprüngliche Klientel zurückbesinnen, das wäre die Arbeiterschaft im weitesten Sinne, und daran gehen deren Interessen wieder zu vertreten. Hierzu bräuchte man aber lange Jahre der Arbeit an der Basis, die von Führungspersonen, die das Arbeiten nicht gewohnt sind, nicht geleistet werden kann.

  16. Ja, macht mal, alle Vorstände, Fraktionen und Präsidien austauschen, die Berufsabbrecher in die Wüste schicken (zum Selbsterfahrungskurs nach Pakistan, Westsahara oder Mali), auf alle freiwerdenden Posten lauter kleine Kevins einsetzen, für die es bei den Jusos ein unerschöpfliches Reservoir gibt. Und dann auf ein Neues: Ein letztes und dann ein Allerletztes mal gibt es noch Millionen aus der Wahlkampfkostenerstattung vom deutschen Michel. Und irgendwann ist dann Schluss – was bleibt ist das parteieigene Lügenpresse-Imperium, das sukzessive in ein Museum des historischen Verrats am deutschen Arbeiter umgestaltet werden kann.

    • Alles durchsetzt mit Durchhalteparolen, speziell von Siggi , obwohl die Wellen schon über den Köpfen zusammenklatschen. Klinisch tot der Verein , man muß die Apparatur abstellen.

  17. SPD soll doch mal im Vatikan nachfragen, ob der Franziskus vielleicht auch mal den Parteivorsitz übernehmen könnte. Falls er “ja“ sagt, wird die SPD keine Sorgen mehr haben, weil die Wählerstimmen dann auf 40 – 50% s schnellen werden.

    Das wird so sein, weil Viele glauben, dieser Papst wäre nicht der Teufel!

  18. Personaldebatten !
    Vielleicht wechselt ja Frau Nahles ins Justizministerium, es ist doch ein Ministerinnenposten neu zu besetzen und an die Stelle von Frau Nahles als Pateivorsitzenden könnte dann der bei allen Deutschen überaus sehr beliebte Herr Stegner nachrücken.

    • Würde die glanzvollen Zeiten von Heiko „Maas-Männchen“ und Katarina „Ich habe kein Problem mit Polygamie“ Barley weiterführen.

  19. Vorsicht an der Bahnsteigkante, der Schulz Zug rollt wieder an!
    An Bord Mister 100%!

    Genossen, dieses mal schaffe ich 120%, versprochen!!

  20. Ist ja schon eine Weile her seit Schröders Agenda 2010.Seither wollten sie ja immer wieder analysieren und lernen.Haben sie gelernt?Nein denn sie sind lernresistent.Was ist flüssiger als Wasser?Die SPD nämlich sie ist überflüssig.

  21. Für eine Partei, deren wichtigstes Ziel die „Klimarettung“, also die Deindustrialisierung und Versteinzeitung ist, ist auch ein 0,1% Wahlergebnis zu viel.

  22. Letztendlich ist Nahles auch nur ein Opfer. Ein Opfer der Selbstüberschätzung (das
    erst durch die Parole „Frauen sind besser“ möglich geworden ist) sowie ein Opfer der jahrelanger, wählerfrender SPD Politik unter dem Asozialisten Gabriel.

  23. Bei der Meinung die sie vertritt, die SPD sei wegen dem Klima gescheitert, ist eigentlich jeder Kommentar zu viel, den man über diese Person Nahles hinterlässt.

  24. Das Gute bei der SPD ist, sie lernen nichts dazu. Nach dem gefühlt 100. Wahldebakel machen sie weiter wie bisher ohne Sinn und Verstand. Jeder andere hätte längst die Führung ausgetauscht und einen Richtungswechsel vollzogen. Aber nicht die SPD… Auf nimmer wiedersehen.

  25. Zu Zeiten von Schumacher und Erler zum Beispiel . . . war die SPD noch waehlbar. Mit Ausnahme von Schmidt gibt es nicht sehr viel Gutes zu berichten. Selbst Herbert Ernst Frahm oder wie sich der Knierutscher nannte war alles andere als integer. Die SPD ist mit grossen Schritten auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit und das ist gut so. Schlimm daran ist allerdings, dass speziell die Gruenen vom Niedergang der SPD massiv profitieren und das ist noch schlim,mer als der Untergang der SPD.

  26. ANahles ist doch schon lange schlachtreif, sie habes es, wie so Vieles nicht erkannt, weil sie blind und doof sind

  27. Frau Nahles hätte besser das Steuer herumreißen sollen anstatt des Ruders…jedenfalls war der Kurs, den die SPD eingeschlagen hat, fatal.

  28. Die SPD ist die Denkblokade schlechthin. Von denen erwarte ich nur noch einen leisen, rückstandsfreien Abgang.

    • Stimmt, – mir wär’s aber noch lieber, wenn sie die Grünen gleich mitnehmen würden. Diese Deppentruppe wird dem normalen Bürger nämlich mehr Ärger bereiten, als die SPD in 70 Jahren fabriziert hat.
      MfG

  29. Bald ist es soweit, die 5% Hürde ist erreicht,
    nicht eine Träne werde ich den Spezialdemokraten nachweinen.
    Leider bekommen die Grünen eins zu eins die Stimmen der SPD-Wähler,
    und damit wird es schlimmer als zuvor.

    • Ja aber angeblich hat das Volk seinen Henker gewählt,
      Was ich nicht glaube.
      Es ist ein Deal zwischen SPD und Merkel.
      Komisch nur das die alle schon vorher nach Brüssel gezogen sind.
      Und AFD so wenig Prozent hatten.
      Also Wahl betrug.

  30. „jetzt beginnt das grosse schlachten“.. Das grosse schlachten hat 2015 schon bei der Bevölkerung begonnen…

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