Warnen, Fordern, Zeichensetzen: Spahn und Günther fordern „europäischen Islam“

Max Erdinger

Jens Spahn (Bild: shutterstock.com/Von photocosmos1)
Jens Spahn (Bild: shutterstock.com/Von photocosmos1)

Ein moderner Islam müsse die Werte Europas teilen, schreiben Jens Spahn und Daniel Günther in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die Rheinische Post. Sie wollten damit eine Debatte anfachen, vermeldet die ZEIT. Die grundsätzliche Medienkritik. 

Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU) haben sich für die Entwicklung eines europäischen Islams ausgesprochen. „Statt Symbole einer reaktionär-frauenfeindlichen Strömung des Islams zu tolerieren, müssen wir die Entwicklung eines europäischen Islams fördern, der unsere Werte teilt. Denn vor Ort und im Alltag entscheidet sich, ob wir unsere freie europäische Lebensart bewahren“, schreiben die beiden Konservativen in einem Gastbeitrag für die Rheinische Post.

Die „Forderung“ der beiden Politiker ist so überflüssig wie die Tatsache, daß sie einen Gastbeitrag dazu in der Rheinischen Post geschrieben haben und daß die ZEIT offensichtlich der Ansicht ist, dahinter stecke irgendeine Relevanz. Sowohl die beiden Politiker als auch die beiden Zeitungen entfachen einerseits und beteiligen sich andererseits an einer Pseudodebatte, die einem sehr grundsätzlichen Webfehler im zeigeistigen westlichen „Denken“ geschuldet ist.

Im konkreten Fall äußert er sich so: Die Herrschaften lassen außer Acht, daß es „dem Islam“ herzlich egal sein könnte, was zwei auf Zeit gewählte „Konservative“ plus zwei deutsche Zeitgeistblätter fordern und kolportieren. Es spricht auch viel dafür, daß „dem Islam“ tatsächlich herzlich egal ist, was die Herrschaften meinen & finden, respektive wollen & fordern. „Der Islam“ – um bei dieser dämlichen Formulierung im Zusammenhang mit den Substantiven „Wille“ und „Forderung“ zu bleiben – weiß selbst, was er will und fordert. Und es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, daß „der Islam“ mehrheitlich daran interessiert wäre, sich an den theoretisierenden Gedankenspielen europäischer Debattengläubiger zu beteiligen.

Wenn schon, dann müsste man nicht einen „europäischen Islam“ fordern, sondern zivilreligiös-westlich deformierte Moslems. So formuliert, wäre allerdings bereits vor der ersten gastbeiträglichen Silbe offensichtlich, daß es sich um eine völlige Nonsens-Forderung handelt. Deswegen „europäischer Islam“: Damit es etwas zum Schwätzen gibt, während die Zeit auf der einen Seite ungenutzt – und auf der anderen Seite gut genutzt verstreicht.

Auch ist es von nicht unerheblicher Arroganz westlicher Debattengläubiger, zu unterstellen, der Islam müsse an einer „modernen europäischen Erscheinungsform“ interessiert sein. Muß er nämlich nicht. Und daß es sinnvoll sei, sich seine eigene Säkularentklötung von Ungläubigen fördern zu lassen, muß „der Islam“ ebenfalls nicht glauben.

Jeder Mensch, dessen Denken von Rationalität und nicht von utopistischen Absichten geprägt ist, weiß, was letztlich zählt: Das Resultat. Wer die wohlmeinenderen Absichten hatte und die größere Debattenbereitschaft gezeigt hat, zählt nicht. Wer sich letzten Endes durchgesetzt hat, ist das einzige, was zählen wird. Unglaublich blöde in seiner ganzen abgehobenen, demokratistischen und pluralistischen Arroganz ist es, eine „Debatte entfachen“ zu wollen, ohne zu berücksichtigen, daß während jeder Debatte Zeit verstreicht, was wiederum diejenigen hinter vorgehaltener Hand grienend und verschwiegen goutieren, die während der verstreichenden Debattenzeit an der Schaffung irreversibler Tatsachen arbeiten. Von nicht zu packender Hochnäsigkeit ist es, Signale, Ankündigungen, Forderungen und Allltagswirklichkeit aus und in der islamischen Welt einfach nicht ernstzunehmen! Weil man der islamischen Welt dadurch signalisiert, daß man ihre Bewohner für rückständige Trottel hält, die nichts sehnlicher wünschen, als zu genau den westlichen Würmern der Beliebigkeit zu degenerieren, die sie eigentlich verachten und die ihnen dennoch eine „Debatte“ anbieten.

Es gibt nämlich, spiegelbildlich zum westlich-demokratistischen Missionierungseifer solcher Herren wie Spahn und Günther, die meinen, „dem Islam“ (und „uns allen“) wäre damit geholfen, etwas weniger das zu sein, was er ist, in der islamischen Welt genügend Moslems, die davon überzeugt sind, „uns allen“ wäre damit geholfen, wenn wir deutlicher so wären, wie sie selbst, anstatt unwürdig unser Leben als Ungläubige fristen zu müssen. Die denken daran, uns per Majorisierung aus dem zu befreien, was sie als „unser Unglück“ definieren. Das islamische „Haus des Friedens“ besteht bekanntlich zu 100 Prozent aus Moslems.

Es ist exakt diese völlig unberechtigte, westliche Arroganz „dem Islam“ gegenüber, die dem Westen – und damit auch den Herren Spahn und Günther – letztlich auf die eigenen (und „unser aller“) Füße fallen wird. Worin sich Spahn und Günther, resp. Rheinische Post und ZEIT momentan noch gefallen, und woraus sie dieses so überaus wohltuende Gefühl intellektueller Überlegenheit in seiner ganzen Pseudoddifferenziertheit beziehen, läßt sich in vier Wörtern zusammenfassen: Überheblichkeit aus moralistischem Realitätsverlust.

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19 Kommentare

  1. An die Herren Jens Spahn & Daniel Günther gerichtet:

    HÖREN SIE UND IHRE PARTEIGENOSSEN ENDLICH AUF, ÜBER EINEN LIBERALEN ISLAM ZU SCHWAFELN!

    Einen solchen gibt es nicht und den wird es NIE geben.
    Jede Abweichung von der „reinen“ Islam-Glaubenslehre wird von deren Gralshütern & Religionsverwahrern sofort mit einer Fatwa belegt und der „liberale“ Verursacher wird „neutralisiert“!

    Und warum gibt es keinen liberalen Islam?

    1. Weil es eine Kairoer Erklärung gibt.
    In dieser „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“ vom 19900805 wird EINDEUTIG definiert, dass NUR die Scharia als alleinige Grundlage von Menschenrechten“ gilt.
    Diese Erklärung unterstreicht ihren Ursprung im Islam als der „wahren Religion“ und der Lebensart der islamischen Gesellschaft (Umma), die als die beste aller menschlichen
    Gesellschaften beschrieben und der eine zivilisierende und historische Rolle zugeschrieben wird.

    Die Erklärung steht im Widerspruch zum internationalen Verständnis der Menschenrechte, weil sie die Unumstößlichkeit der Religionsfreiheit nicht anerkennt.
    Entgegen allen anderen Religionen in der Welt erhebt der Islam einen Ausschließlichkeitsanspruch für seine Gläubiger-Gemeinschaft, andere Religionen zählen nicht, sie müssen unterworfen werden.

    Mit diesen Argumenten:

    „“Die Scharia verpflichtet die Gläubigen auf mindestens drei Ziele:
    — Erstens zur Zerschlagung aller nicht-muslimischen politischen Ordnungen (…),
    – Zweitens zur Unterwerfung aller Andersgläubigen in einer religiösen Apartheid,
    – Drittens zur Errichtung einer nicht säkularen, theokratischen Ordnung.““

    Diese Ziele sind mit dem demokratischen Rechtsstaat nicht kompatibel, ja sie sind
    ihm sogar fundamental entgegengesetzt.
    Es ist deswegen ein gefährlicher Irrtum der derzeitigen Verfassungsauslegung, dem
    Islam als einer genuin verfassungsfeindlichen politischen Ideologie die volle Religionsfreiheit zu gewähren.
    Ein Zusammenleben von Muslimen mit allen anderen Menschen auf dieser Welt ist nur auf Basis dieser Kairoer Erklärung BINDEND.

    2. Weil es nur einen, den UNVERÄNDERLICHEN Islam gibt!
    Die Al-Azhar-Universität in Kairo gilt als weltweit führende Institution des sunnitischen Islam, dem annähernd 90% aller Muslime angehören.
    Der leitende Imam dieser Universität Ahmed el-Tayyib bezeugt diese Denk- und Auslegungsweise zum Islam JEDEN TAG, in all seiner blumigen islamischen Breite, standfest, permanent, unvermindert, entgegen aller noch so gutgemeinten, verwässerten, kleingeredeten und pausenlos veröffentlichten Sichtweisen deutscher und ausländischer Politiker zu dieser Religion.
    Und eben dieser Ahmed el-Tayyib positionierte sich gegenüber Kauder (CDU) sehr nachdrücklich und unmißverständlich:

    „Hören Sie bitte auf, mit mir darüber zu reden, dass der Islam durch irgendeine Aufklärung muss.
    Wir wollen nicht durch eine Aufklärung, denn bei der Aufklärung ist das Ergebnis gewesen, dass der Staat über der Religion steht und bei uns muss die Religion stets über dem Staat stehen …“

    Ergo steht die „islamische Religion“ mit ihrer Scharia IMMER über der Verfassung
    des jeweiligen Gastlandes.
    Da kann der vom politisch-medialen Komplex so hervorragend gehätschelte DE-Islam-Grande Mazyek noch so viel vom kranken Pferd erzählen, seine Gralshüter im flockigen Orient kennen nur die obigen Bezüge.

    Das alles wußte und weiss der frühere Merkel-Adlatus Kauder, seine Despotin, die CDU-MdBs und das gesamte bisherige Parteienkartell des Bundestages.
    Und das ALLES wissen auch die Blender Spahn & Daniel!

    Es gibt KEINEN gemäßigten Islam, es gibt nur ihn, den Einzigartigen, Unveränderlichen.
    Auch der türkische Diktator Erdogan überzeugte mit dieser Aussage (Es ist nur hier ‚moderat‘ mit ‚liberal‘ zu substituieren, gemeint ist das gleiche.).

    „“Der Begriff `moderater Islam` macht wieder die Runde.
    Das Patent des moderaten Islam gehört dem Westen.
    Es gibt keinen moderaten oder nicht-moderaten Islam.
    Es gibt nur einen Islam.
    Das Ziel der Benutzung solcher Begriffe ist, den Islam zu schwächen.““

    Ein Spahn & Daniel sollten einmal zur Alhambra in Granada7Spanien pilgern.
    Der Despot Abd al-Rahman III. rief nach einem blutigen Krieg im Jahre 929 das Kalifat
    Cordoba im heutigen Spanien aus.
    Damit wurde die Iberische Halbinsel zu einem Kernland der muslimischen Welt und
    die unsägliche muslimische Unterwerfung nach ihren bekannten Lauf.
    Diese Knebelung hielt lange Zeit an, konnte dann dennoch im Zuge der „Reconquista“ im Jahre 1492 erfolgreich vernichtet werden.
    Alle Muslime wurden von der Iberischen Halbinsel außer Landes vertrieben.

    Das ist die Geschichte, Herr Spahn & Daniel, sie wird sich auch jetzt wiederholen.
    Ihnen verbleibt nur die ultimative Entscheidung – FÜR oder GEGEN das indigene,
    autochthone DEUTSCHE Staatsvolk!

  2. Was ein Spinner !
    Der würde glatt auf nem CDU Parteitag im rosa TüTü einen Tanz aufs Parkett legen, wenns
    nur der Karriere dient !
    Euro Islam ! Was kommt danach ? Multikultureller Sklavenmarkt bei IKEA ?
    Frischfleisch Schnupperwochen für Pädos bei Galeria ?
    Oh je, so früh schon kotzen !

  3. Herr Spahn hat den Koran offenbar nicht gelesen, sonst wüsste der Koran keine andere Möglichkeit zulässt, anderen Glaubensrichtungen, und die damit verbundenen Lebensformen zu bekämpfen, auch mit dem Tot zu bestrafen wenn nötig . Es ist die vornehmste Aufgabe eines Moslems sich danach zu richten. Sie tun es bei uns mittlerweile ohne Scheu, denn sie wähnen sich im Recht. Der Islam soll der einzig wahre Glaube auf der Ganze Welt werden. Sozialisten sind offenbar nicht mehr in der Lage Äpfel von Birnen zu trennen. Wir sind die faulen Äpfel die langfristig zu Muss verarbeitet werden sollen. Sinnbildlich gemeint.

  4. Sehr geehrter Herr Spahn,

    was wollen Sie? Ich bin ein fundamental gläubiger Katholik. Wollen sie mir den Glauben an die Auferstehung Jesu ausreden? Weder der Papst noch sonst einer kann das. Aber Sie wollen den Moslems ihren Glauben, ihren sprungbereiten Haß ausreden? Vergessen Sie es!
    Ich fürchte fast, daß ich der Einzige bin, der den Islam erkannt hat.

  5. entweder gibt es eine Religion,oder nicht…sie per Gesetz zu fordern ist absoluter Unsinn
    Spahn hat nicht mehr alle Latten am Zaun (oder er sieht bunte Schmetterlinge starten)

  6. Spahn lässt immer mehr den Bild-er-berger raus hängen. Dabei hätte er sicher Potenzial gehabt. Mutti 3.0, denn vorher kommt das AKK mit 2.0, will sicher kein CDU Wähler erleben. aber vielleicht hat sich die ehemalige CDU bis dahin von alleine erledigt.

  7. Und genau diesen Dummschwätzern haben wir Zeiten, wie wir sie heute erleben, zu verdanken. Hat je einer sich zu den Opfern geäußert oder zählen die etwa, wie in den USA üblich, nur zu den Kolleteralschäden?

  8. Das war ein Geistesblitz von Jens Spahn (er sollte das in sein Notizbüchlein notieren). Weil das könnte noch in die Sternstunden der Menschheit eingehen.⚰️🇸🇦🔨

  9. Der Islam weiß es:

    „Ihr seid die beste Gemeinschaft, die für die Menschen hervorgebracht worden ist. Ihr gebietet das Rechte und verbietet das Verwerfliche und glaubt an Allah.“ – Sure 3:110

    Und sogar Schäuble weiß es:

    „Für uns sind Muslime in Deutschland eine Bereicherung unserer Offenheit und unserer Vielfalt… Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial!“ – Wolfgang Schäuble am 08.06.2016

    „Vorbehalte gegenüber dem Islam als einer vermeintlich rückständigen und frauenfeindlichen Religion sind ein Zerrbild.“ – Wolfgang Schäuble am 21.02.2019

    Also was wollen die überhaupt?

    • Die Liste derer,die für den Tod Deutschlands verantwortlich sind wird immer länger.
      Ich hoffe,diese „Menschen“ wissen,was sie tun.
      Ultimo ist Zahltag.

  10. und nocheinmal: es gibt keinen europäischen, politischen, grünen, blauen, …Islam. Es gibt nur einen, und der ist allumfassend. Wer ihn ändern will ist ein Todeskandidat.

  11. Während solche Schwätzer wie Spahn und Günther einen europäischen Islam fordern, sind schon längst die Weichen für ein islamisches Europa gestellt.

  12. Einen „europäischen Islam“ hat es schon einmal gegeben, nämlich in Spanien. Seit 1492 vermisst ihn dort niemand mehr.

  13. Klar, Herr Spahn, die Moslems werden begeistert auf ihren Vorschlag eingehen, da haben die nur drauf gewartet. Sie selbst würden auch sicherlich sofort einverstanden sein, wenn man in der Türkei Christen dazu anhalten würde ein gemässigtes Christentum, ähnlich dem Islam einzuführen. Wie krank muss man sein im Kopf….

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